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Europa

Europas Konjunkur boomt auch im Dezember, dank Deutschland und der „großen Überraschung“ Frankreich mit Macron-Effekt!

„Frankreich war in diesem Jahr die große Überraschung“ – eine Art Macron-Effekt! Es ist vor allem die Industrie, die so stark boomt wie seit 17 Jahren nicht mehr, und Deutschland und Frankreich sind die Konjunktur-Lokomotiven..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es geht weiter aufwärts in Europa mit der Konjunktur, und das insbesondere in der Industrie! Heute vormittag wurden die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone veröffentlichtm, und dabei ist es neben Deutschland vor allem Frankreich, das neuerdings boomt. So formuliert der Chefvolkswirt von Markit, Chris Williamson:

„Frankreich war in diesem Jahr die große Überraschung, hier berappelte sich die Wirtschaft in rasantem Tempo, was die gesamte Eurozone mitgerissen hat.“

Das scheint eine Art Macron-Effekt zu sein: seit der Wahl Macrons dreht in Frankreich vor allem die Industrie auf, das scheint also eine Art Befreiungsschlag für die französische Wirtschaft gewesen zu sein!


Emanuelle Macron. Foto: Presidencia de la República Mexicana / Wikipedia (CC BY 2.0)

Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich boomt die Indsutrie deutlich stärker als der Dienstleistungssektor: in Frankreich die Industrie mit 59,3 (Prognose war nur 57,2), in Deutschland mit 63,3 (Prognose war 62,2) – in der gesamten Eurozone liegt der Index nun mit 60,6 (Prognose war 59,8) auf einem neuen Rekordhoch!

Dazu Markit:

„Die Eurozone hat im Dezember noch einen Gang zugelegt und ist so stark gewachsen wie zuletzt vor knapp sieben
Jahren. Die höchsten Produktions- und Auftragszuwächse seit dem Jahr 2000 in der Industrie ließen den PMI-Hauptindex auf ein neues Rekordhoch steigen, während die Geschäfte im Servicesektor so gut liefen wie zuletzt Anfang 2011.
Der rasante Aufschwung fand also erneut auf breiter Basis statt. Der Beschäftigungsaufbau fiel genauso stark aus wie im November, als er so kräftig war wie seit über 17 Jahren nicht mehr. Der Preisdruck blieb trotz leichter Abschwächung hoch.“

Dabei steigen die Preise stark an:

„Die starke Nachfrage war der Hauptgrund dafür, dass die Unternehmen ihre Verkaufspreise fast genauso kräftig anheben konnten wie in den beiden Vormonaten. Der entsprechende Index notierte ein weiteres Mal auf einem der höchsten Werte seit Mitte 2011.“

Weil die Nachfrage so groß ist, kommen die Industrie-Unternehmen kaum mehr hinterher, die Lieferzeiten verlängern sich daher weiter:

„Da die Industrieunternehmen die Einkaufsmenge so kräftig ausweiteten wie nie zuvor seit Umfragebeginn, verlängerten sich die durchschnittlichen Lieferzeiten so drastisch wie zuletzt im Mai 2000.“

Und die Lage am Arbeitsmarkt rosig:

„Angekurbelt wird die Binnennachfrage in den einzelnen Ländern von der guten Lage am Arbeitsmarkt. So viele neue Stellen wie im November und Dezember wurden zuletzt vor 17 Jahren geschaffen.“

Stellt sich nur die Frage: wann nimmt die EZB das zur Kenntnis?

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    14. Dezember 2017 10:46 at 10:46

    Der Anspruch der EZB ist nicht die Inkenntnisnahme irgendwelcher realwirtschaftlicher Sachverhalte!Sofern sie sich unter, mehr und mehr gesetzeswidriger Verhaltensweisen,weitere Strohballen beschaffen kann,solange wird das gleichnamige Feuer weiter lodern.Basta!

  2. Avatar

    Wolfgang Koch

    14. Dezember 2017 11:06 at 11:06

    Entschuldigung!Obenstehender Kommentar bezieht sich auf den Beitrag: Dax,das wird schwer heute!

  3. Avatar

    Denker

    14. Dezember 2017 11:48 at 11:48

    Es geht weiter aufwärts in Europa mit der Konjunktur, und das insbesondere in der Industrie!
    Aha, soso… naja Siemens und GE machten ja schon mal den Anfang.

  4. Avatar

    Trigo

    14. Dezember 2017 12:40 at 12:40

    Ich traue dieser Ruhe nicht. Der italienischen Wirtschaft geht es nicht so gut und in Spanien steht die Rentenversicherung vor großen Problemen.(Kassen sind leer) Daher wird sich Dragon wohl auf die Seite der Südländer schlagen. Wo wäre die deutsche Wirtschaft ohne die EZB?

    • Avatar

      Columbo

      14. Dezember 2017 13:31 at 13:31

      @Trigo, was ist besser: Die deutsche Wirtschaft startet alleine senkrecht los und rundherum geht alles pleite oder es geht langsamer und alle kommen mit?
      Oder glauben Sie, daß man jemals aus einem Neapolitaner einen Münchner machen kann?

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanager – Lage mau, aber Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für November) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Gesamtindex: 52,0 (Prognose war 50,4; Vormonat war ,)

Verarbeitendes Gewerbe: 57,9 (Prognose war 56,5; Vormonat war 58,2)

Dienstleistung: 46,2 (Prognose war 46,3; Vormonat war 49,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 49,1 für Gewerbe (Prognose war 50,1; Vormonat war 51,3) und mit 38,0 für Dienstleistung (Prognose war 37,7; Vormonat war 46,5) veröffentlicht worden.

Zu den Daten aus Deutschland kommentiert Phil Smith von Markit, das die Umfrage ausgeführt hat:

„Wie erwartet wirkten sich die neuerlichen Lockdown-Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie negativ auf die deutsche
Wirtschaft aus. Die aktuellen PMI-Vorabschätzungen zeigen, dass der Servicesektor aktuell wieder so tief in der Krise steckt wie im Mai.
Die Widerstandskraft der Industrie, die vor allem von den Exportsteigerungen nach Asien profitierte, bekräftigt uns allerdings in der Annahme, dass ein möglicher Abschwung im vierten Quartal 2020 deutlich schwächer ausfallen dürfte als im ersten Halbjahr. Die positiven Nachrichten um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs verliehen der Stimmung unter den deutschen Unternehmen jedenfalls Auftrieb, von denen viele jetzt auf eine Rückkehr zur Normalität in den nächsten zwölf Monaten hoffen. Dies dürfte auch den jüngsten Daten zum Arbeitsmarkt zu Gute gekommen sein, die zeigen, dass sich die Lage in der Industrie der Stabilisierung weiter angenähert hat und die Beschäftigung im Servicesektor weiter gestiegen
ist.“

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Europa

Verbraucherpreise in Eurozone dritten Monat in Folge in Deflation – Zweiteilung des Kontinents

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in der Klemme

Die europäische Statistikagentur Eurostat hat heute die ausführlichen und endgültigen Ergebnisse für die Verbraucherpreise im Oktober veröffentlicht. Mit -0,3 Prozent im Jahresvergleich hängen sie nun den dritten Monat in Folge in der Deflation (Vormonate -0,3 Prozent und -0,2 Prozent). Auffällig bleibt wie in den Vormonaten, dass Osteuropa zu großen Teilen eine Art Deflations-Abwehr darstellt. Wo einige Länder noch nicht den Euro haben, ist Inflation klar erkennbar – oft sogar mehr als deutlich. So hat die Gesamt-EU im Oktober auch einen Wert von +0,3 Prozent hingelegt. Man muss es sich mal vorstellen. Länder wie die Slowakei, Rumänien, Tschechien, Ungarn und Polen liefern Steigerungen der Verbraucherpreise zwischen +1,6 Prozent und 3,8 Prozent (siehe rechter Teil der Grafik).

Grafik zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise pro Land

In den Details für die Eurozone sieht man: Die Verbraucherpreise für Lebensmittel legen zu, jetzt mit einer Steigerungsrate von +2,0 Prozent. Die Energiepreise ziehen mit -8,2 Prozent den Schnitt weiterhin kräftig nach unten. Aber auch die Dienstleistungen sind mit schuldig mit nur noch +0,4 Prozent, wo man noch im Juni Steigerungsraten über 1 Prozent sah. Hier schlägt wohl auch die deutsche Mehrwertsteuersenkung zu Buche, die seit Juli in Kraft ist. Aber abwarten. Ab Januar, wenn die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland wieder rückgängig gemacht wird, dürften die Verbraucherpreise wieder auf die Null-Linie kommen – auch für die Eurozone?

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise

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Europa

Autozulassungen in EU im Oktober schwach? Die Statistik kann täuschen

Claudio Kummerfeld

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Autos auf Parkplatz

Die Autozulassungen zeigen für Oktober eine Konjunkturschwäche dank des zweiten Corona-Lockdowns? Na ja, das kann man auch anders sehen. Im Oktober wurden laut heutiger Meldung des europäischen Automobilverbands ACEA in der EU 953.615 Autos zugelassen. Das sind 7,8 Prozent weniger als im Oktober 2019, wo noch 1.034.669 Autozulassungen registriert wurden.

Aber: Man schaue bitte vier Wochen zurück, wo ACEA Daten für die Autozulassungen im September meldete. Da waren es nämlich nur 933.987 Zulassungen. Also gab es von September auf Oktober einen Zuwachs von 20.000 Autozulassungen. Es ist also ein aktuell spürbares Wachstum vorhanden. Das ist wichtig, weil die Coronakrise normale saisonale Zyklen derzeit aushebelt. Momentan ist eher wichtig, dass die Zahlen von Monat zu Monat ansteigen, als Zeichen einer aktuellen Nachfrage-Erholung.

Normalerweise schwören wir bei FMW auf die Zahlen für den Jahresvergleich. In diesem Fall kann man das Jahresminus im Oktober auf die starken Zahlen für die Autozulassungen im Oktober 2019 zurückführen, die das jetzige Ergebnis schwach erscheinen lassen. In der folgenden Grafik finden Sie die Datenübersicht der heutigen Veröffentlichung. Übrigens: Im viel aussagekräftigeren Zeitraum Januar-Oktober 2020 im Vergleich zu Januar-Oktober 2019 sind die Autozulassungen in der EU immer noch um 26,8 Prozent rückläufig. Die extrem harten Corona-Monate aus dem Frühjahr wirken halt immer noch nach.

Datenblatt zeigt Autozulassungen in der EU im Oktober

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