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Ex-Fed-Mitglied Fisher warnt vor Folgen von Zinsanhebungen

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Der in der letzen Woche zurück getretene und ins Management von Coca Cola wechselnde ehemalige Präsident der Dallas-Fed Fisher hat auf einer Konferenz in Hongkong vor den Folgen von Zinsanhebungen durch die Fed gewarnt. Gegenüber dem Wall Street Journal sagte Fisher, dass eine heftige Korrektur meist dann einsetze, wenn sie niemand erwarte. Vor allem die Emerging Markets seien davon betroffen – sie hätten zumeist die Chance verpasst, die durch die Politik der Fed gegeben war und zu wenig fiskalische Reformen eingeleitet. Für diese Länder, so Fisher, habe er wenig Sympahien.

Zwar sei sich die Fed bewußt, welche Folgewirkungen ihre Geldpolitik in den Schwellenländern haben könne, doch könne sie darauf nur begrenzt Rüccksicht nehmen. Die Geldpolitik schaffe Voraussetzungen, aber konkrete Umsetzungen obliege der Fiskalpoltik in den jeweiligen Ländern. Durch die Politik des billigen Geldes in den USA war verstärkt Liquidität in die Emerging Markets geflossen – ein Prozess, der sich durch die Aussicht auf Zinsanhebungen durch die Fed bereits umgekehrt hat: so fließt derzeit Kapital aus den Emerging Markets wieder zurück in die USA, die Emerging-Markets-Währungen verlieren gegenüber dem Dollar in den letzten Wochen und Monaten an Wert. Man müsse aber bedenken, so Fisher, dass die Politik der Fed immer noch „hyper accommodative“ sei, also ultralax.

Deutliche Worte fand Fisher zu Preisen für Anleihen und risikoreiche Assets: Anleihen seien aufgrund der niedrigen Renditen „overpriced“, also zu teuer. Wenn es eine schwere Korrektur an den Märkten geben werde, sei er besorgt, dass die Fed dies fehlinterpretieren könne. Fisher war dafür bekannt, innerhalb der Fed häufig vom Konsens abweichende Meinungen zu vertreten.

Der Ex-Notenbanker warnte in Hongkkong auch vor einer Wiederholung des Szenarios von 1937: damals hatte die US-Konjunktur nach der Großen Depression nach 1929 wieder Fahrt aufgenommen, die Fed aber hatte zu lange gewartet, die Geldpolitik wieder zu straffen. Folge waren massive Verwerfungen, die makabererweise erst durch den Eintritt der USA in den 2.Weltkrieg und die Rüstungslieferungen an die Alliierten behoben werden konnten.

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Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Die Aktienmärkte heute morgen leicht schwächer, nachdem Biden seinen Stimulus-Plan vorgstellt hat. Buy the rumor, sell the fact?

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Aktienmärkte: Euphorie – aber das ist die größte Gefahr! Marktgeflüster (Video)

Die Aktienmärkte weiter in Euphorie: viele Indizes mit neuen Allzeithochs. Aber da ist eine Gefahr, die die Märkte vielleicht nicht auf dem Zettel haben..

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Die Aktienmärkte sind weiter in Euphorie: der Dax, aber auch die viele Indizes der Wall Street heute mit neuen Allzeithochs. Was soll schon schief gehen: die Fed und andere Notenbanken bleiben auf dem Gaspedal, dazu nun noch das erwartete große Stimulus-Paket der neuen US-Regierung unter Biden. Wo also ist das Risiko für die Aktienmärkte, speziell für die über-bullische Wall Street? Das größte Risiko dürfte der neue US-Präsident sein, der zwar viel Stimulus verspricht, aber der eben auch (anders als Trump) einem viel härteren Lockdown auch in den USA den Weg bereiten könnte. Noch härtere Lockdowns nämlich sind der aktuelle Trend schlechthin: Frankreich verhängt eine Ausgangssperre ab 18Uhr, in Deutschland überlegt man gar, den Nah-und Fernverkehr einzustellen aus Sorge um die aggressive Corona-Mutation..

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