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Europa

EZB-Entscheidung: Nullzins über Sommer 2019 hinaus, Anleihe-Reinvestitionen noch länger

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Die EZB-Entscheidung wurde soeben verkündet.

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Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00%.

Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,40%.

Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25%.

Um 14:30 Uhr folgt die extrem wichtige PK von Mario Draghi. Wir berichten dann umgehend über alle aktuellen Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

Auf der heutigen Sitzung beschloss der EZB-Rat, den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität unverändert bei 0,00 %, 0,25 % bzw. -0,40 % zu belassen. Der EZB-Rat geht davon aus, dass die EZB-Leitzinsen mindestens über den Sommer 2019 und in jedem Fall so lange wie erforderlich auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden, um eine fortgesetzte nachhaltige Annäherung der Inflation an ein Niveau von unter, aber nahe 2 % auf mittlere Sicht sicherzustellen.

Was die geldpolitischen Sondermaßnahmen betrifft, so beabsichtigt der EZB-Rat, die Tilgungsbeträge der im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten erworbenen Wertpapiere für längere Zeit über den Zeitpunkt hinaus, zu dem er mit der Erhöhung der Leitzinsen beginnt, und in jedem Fall so lange wie erforderlich bei Fälligkeit weiterhin vollumfänglich wieder anzulegen, um günstige Liquiditätsbedingungen und eine umfangreiche geldpolitische Akkommodierung aufrechtzuerhalten.

EZB-Entscheidung - EZB-Tower in Frankfurt
Die Zentrale in Frankfurt. Foto: EZB

9 Kommentare

9 Comments

  1. leftutti

    24. Januar 2019 14:27 at 14:27

    Nun denn, Herr Draghi, ich hoffe, Sie kommen nicht wieder zu spät zur Pressekonferenz. Bitte rechtzeitig die Honoratiorenfratze aufsetzen: Süffisantes und überhebliches Grinsen, gewichtiger und seriöser Blick. Lasst uns die Schauermärchenstunde zu Inflation und andere Lügengeschichten beginnen.
    Dazu passend folgende Ankündigung zur jüngsten Preisanpassung meines Stromanbieters: Ihr Paketpreis verändert sich zum 01.02.2019 von 448,00 EUR (brutto) auf 581,00 EUR (brutto). Das sind 29,7%, es bleibt viel Arbeit, um das auf unter, aber nahe 2% zu bringen. Bei der Krankenversicherung waren es allerdings nur etwa 20%, somit denke ich, dass wir auf einem guten Weg sind.
    Und was ist das schon im Verhältnis zum BIP?!

    • tm

      24. Januar 2019 16:13 at 16:13

      🙂 achso, die Statistiken, die nicht Ihrer Wahrnehmung entsprechen, sind alle gefälscht?

      Also meien Krankenversicherung ist nun das dritte Jahr in Folge nicht teurer geworden – nach Ihrer Logik hätten wir dann sogar 0%& Inflation.

      • Michael

        24. Januar 2019 23:36 at 23:36

        @tm, wie Ihnen bereits aufgefallen sein dürfte, unterstütze ich gerne und oft Ihre Ansichten, wann immer Substanz dahinter steckt.
        Was mir jedoch zusehends (statistisch signifikant) auffällt ist, dass Sie inzwischen auf nahezu jeden Kommentar in auf mich fast hilflos wirkender Weise mit dem Argument der absoluten Wahrheit antworten, die irgendwelchen Statistiken inhärent sein soll. Und dies in einer Art und Weise, die zunehmend auf Unterstellungen und Suggestivfragen basiert und die den von Ihnen kritisierten Kommentatoren Intentionen unterstellt, welche ich nicht ansatzweise darin zu erkennen vermag.
        Sind Sie die Reinkarnation von Einstein, der endlich die große, absolute vereinheitlichende Theorie der Relativität in einem Premiumaccount bei statista.de gefunden hat?

        Ein Beispiel, wie ein neutraler Leser Ihre Kommentare wahrnimmt:
        Leftutti spricht ironisch-satirisch und seine persönliche Situation betreffend virtuell mit Draghi über seine 20 bis 30% Beitragsanpassungen bei PKV und Strom.
        Sie antworten: ? achso, die Statistiken, die nicht Ihrer Wahrnehmung entsprechen, sind alle gefälscht? Also meien Krankenversicherung ist nun das dritte Jahr in Folge nicht teurer geworden.
        Leftutti: Wo steht etwas von Statistiken? Sind Sie privat krankenversichert?
        Sie: Also meine private Inflaiton insgesamt liegt bei rund 1% … Oh man oh man… Sie unterstellen mir also, dass ich die Fakten anzweifel? Genau das machen doch SIE! Ja, die Beiträge vieler PKVs sind relativ kräftig gestiegen, habe ich nicht angezweifelt – aber was soll da Ihr Argument sein? Sie weichen mal wieder aus und versuchen abzulenken.

    • Bundessuperminister für wirtschaftliche Entwicklung, relativierende Interpretation und Schildbürgertum

      25. Januar 2019 00:11 at 00:11

      Offizielle Statistiken aus unserer großartigen GroKo sind Fakt! Seit mehr als einer Dekade stellen wir mit Unterstützung kostenintensiver neutraler Berater und großartiger Argumente der besten Fachleute und Wissenschaftler aus Wirtschaft und Finanzindustrie auch kritischen Bürgern und Wählern Zahlen und Fakten zur Verfügung. Bitte erkennen Sie endlich die Relevanz und Wahrheit in diesen offiziellen Zahlen. Wenn es in Einzelfällen zu Abweichungen kommen sollte, bedauern wir dies zutiefst.

  2. leftutti

    24. Januar 2019 16:49 at 16:49

    @tm, Themaverfehlung! Wo steht etwas von Statistiken?

    Sind Sie privat krankenversichert? Wenn ja, wie hoch war der kumulierte Anstieg in den letzten 10 Jahren? Bei mir waren es knapp 65%, jedoch nur, weil ich vor 2 Jahren die Selbstbeteiligung von 600 auf 3.000 EUR erhöht habe. Ansonsten wären es über 80%. Und das bei einer der anerkanntermaßen angeblich beitragsstabilsten PKVs in Deutschland.

    Ich freue mich schon auf die Statistiken, die beweisen sollen, dass das schlicht nicht stimmt, was auf meinen Versicherungsscheinen zur Beitragsanpassung steht.

    • tm

      24. Januar 2019 17:06 at 17:06

      Jawoll Herr Lehrer!

      Sie haben geschrieben: „Das sind 29,7%, es bleibt viel Arbeit, um das auf unter, aber nahe 2% zu bringen.“ Offenkundig zweifeln Sie die offizielel Inflationsrate an und sehen die Inflation massiv höher. Oder interpretiere ich Sie hier falsch?

      Also meine private Inflaiton insgesamt liegt bei rund 1% – der Punkt ist doch gerade, dass es völlig unerheblich ist, wie hoch die Preissteigerung bei einem einzelnen Gut ist, entscheidend ist der gewichtete Durchschnitt.

      Oh man oh man… Sie unterstellen mir also, dass ich die Fakten anzweifel? Genau das machen doch SIE! Ja, die Beiträge vieler PKVs sind relativ kräftig gestiegen, habe ich nicht angezweifelt – aber was soll da Ihr Argument sein?

      Sie weichen mal wieder aus und versuchen abzulenken. Sie haben oben mit zwei Gegenbeispielen versucht, die offizielel Inflationsrate ins Lächerliche zu ziehen und das ist einfach eine unredliche Argumentationsweise. Aber Ihnen geht es ja ohnehin nicht um den Austausch von Argumenten, oder?

      • leftutti

        24. Januar 2019 18:17 at 18:17

        Genau, Herr Schlauwiener! Richtig ist, Sie, nicht ich weichen mal wieder aus und versuchen abzulenken.
        Richtig ist auch, dass ich so meine Zweifel habe an der Seriosität bzw. der Praxisrelevanz der Art, wie die offizielle Inflationsrate berechnet wird (Warenkorb, Gewichtungen etc.)
        Sie sprechen ja selbst das Thema der privaten Inflation an. Nehmen wir beispielsweise einen steuerzahlenden und schwer arbeitenden selbständigen Bürger mit einen Nettoeinkommen von 1.900 EUR. nehmen wir weiterhin ein paar typische Kosten dieses Bürgers:
        Warmmiete: 700,-
        PKV: 600,-
        Private Altersvorsorge: 400,-
        Private Spritkosten: 50,-
        Verbleibender Betrag für Lebensunterhalt: 150,-

        Steigen nun in seinem privaten Inflations-Warenkorb die Posten Warmmiete aufgrund von Mieterhöhungen, Strom- und Gaspreiserhöhungen sowie die PKV im Durchschnitt um 5%, muss der arme Kerl 65,- EUR mehr für diese Posten ausgeben.
        Zu seinem Glück sinken jedoch die Preise für Nahrungsmittel um sensationelle 30%, was ihm eine finanzielle Erleichterung von 45,- EUR verschafft. Dennoch ändert das nichts an der Tatsache, dass ihm 20,- EUR weniger für den Lebensunterhalt zur Verfügung stehen.
        Die offizielle Inflationsberechnung wäre in diesem Beispiel mit Sicherheit im deflationären Bereich, weil sie eben nur wenig mit den faktischen Gegebenheiten der Realität vieler Menschen am Hut hat.

        Um mir jetzt nicht die Finger wund zu tippen, erlaube ich mir, Herrn Dirk Müller zu zitieren: Man bilde einen sogenannten ,Warenkorb‘: Da komme einfach alles rein, was der Bürger (angeblich) braucht, und schaue dann, wie sich diese Preise verändern. Das klingt ganz gut, ermöglicht aber eine Menge Tricks. Ich kann die Zusammenstellung in meinem Warenkorb beispielsweise so ändern, dass ich von den Dingen, die teurer werden, einfach weniger in den Warenkorb lege und dafür mehr von jenen Dingen, deren Preise fallen. So wurde beispielsweise die Gewichtung von Lebensmitteln, deren Preise in den letzten Jahren dramatisch anzogen, von 13,1 Prozent im Jahr 1995 auf 10,4 Prozent im Jahr 2005 reduziert! Gleichzeitig wurde der Anteil von Freizeit und Kultur, zu dem auch die immer billiger werdenden Fernreisen zählen, von 10,4 auf 11,6 Prozent erhöht. Im Klartext heißt das: Man will der armen Rentnerin erklären, dass sie halt Pech hat, wenn ihr ganzes Geld, das sie nach den Ausgaben für Wohnen und Heizen noch übrig hat, für immer teurere Lebensmittel draufgeht. Würde sie weniger essen und stattdessen öfter nach Mauritius fliegen, hätte sie auch nicht so eine hohe persönliche Inflationsrate – was für ein Zynismus!

        https://www.focus.de/finanzen/news/preise-die-inflationsluege_id_3441718.html
        https://www.wiwo.de/politik/konjunktur/inflationsrate-wo-der-warenkorb-fehler-hat/19671764-2.html

        • Prof. Dr. Donald Marx

          24. Januar 2019 22:33 at 22:33

          Sehr geehrter Herr Studienrat leftutti,
          zur Abbildung der Realität im unendlichen und chaotischen Kosmos statistischer Herangehensweisen und Interpretationsmöglichkeiten präferieren Sie in Ihrem hypothetischen Rechenbeispiel eine individuellere und differenziertere, an die Lebens- bzw. wirtschaftliche Situation verschiedener Einkommensklassen angepasste Version. Um mich kurz zu fassen, im Prinzip ist dies relativ und auch absolut einfach: Sie haben damit recht!

          Gerne möchte ich Ihr Beispiel gedanklich-statistisch-hypothetisch weiterführen. Die von Ihnen genannten Zahlen zur Einkommens- und privaten Ausgabesituation (mit Ausnahme der augenzwinkernden und ironischen Komponenten von um 30% sinkender Lebensmittelpreise und 50,- EUR monatlicher privater Spritkosten) sind eine durchaus relevante, realistische durchschnittliche Grundlage.
          Nennen wir den Selbständigen im weiteren Verlauf „Repräsentant A“):

          Da Repräsentant A fast 90% der Ausgaben, bezogen auf sein zur Verfügung stehendes Einkommen, für Miete und Vorsorgeaufwendungen verbraucht, müssten natürlich konsequenterweise auch die Gewichtungen seines privaten Warenkorbes für diese Positionen bei der Inflationsberechnung entsprechend angepasst werden. Da er sich Urlaubsreisen schon rein rechnerisch nicht leisten kann, müsste dieser Posten in seiner individuellen Gewichtung bei NULL liegen und dürfte damit keine Komponente seines Warenkorbes sein.
          Nun kommt jedoch ein weiter Selbständiger, nennen wir ihn Ausreißer B, ins Spiel: Ebenfalls selbständig, steht ihm jedoch ein Netto-Einkommen von 19.000 EUR zur Verfügung. Gleichzeitig bezahlt er nicht einen Cent mehr für dieselbe PKV und dieselbe Wohnung. Vermutlich bemerkt Ausreißer B noch nicht einmal die Erhöhungen in diesen statistisch-relativ für ihn kaum relevanten Ausgabe-Positionen, da er sich zu sehr über die 30% günstigeren Preise bei Kaviar, Trüffeln und Champagner auf einem Luxusschiff bei einer seiner Weltreisen freuen darf.

          Im weiteren Verlauf betrachten wir weitere acht Repräsentanten der Kategorie A in unserem Beispiel. Zusammen haben die neun tapferen Recken ein Netto-Einkommen von 17.100 EUR. Ausreißer B stehen bekanntermaßen 19.000 EUR zur Verfügung.
          Statistisch betrachtet, liegt das Netto-Einkommen eines Selbständigen also bei 3.610 EUR.
          Was ist nun Fakt, was bildet die Realität besser ab, was ist die redliche oder unredliche Argumentationsweise bei folgenden Aussagen?

          1.) Das durchschnittliche Netto-Einkommen eines Selbständigen liegt bei veritablen 3.610 EUR.
          2.) Ein statistisch signifikant überwältigender Anteil von 90% aller Selbständigen muss mit einem Netto-Einkommen von 1.900 EUR auskommen und davon etwa 90% für Miete, Energie und Vorsorgeaufwendungen aufbringen. Aufgrund ständig steigender Preisanpassungen in diesen Segmenten sinkt das monatliche Budget in Höhe von 150 EUR für Grundnahrungsmittel auf 85 EUR.

          Fragen Sie, lieber Herr Lehrer leftutti, Ihren hochbegabten Musterschüler in Statistik und erodierender Glaubwürdigkeit und akzeptieren Sie, dass der (willkürlich-zufällig-zweckgerichtet variabel gewichtete) Durchschnitt einfach Wahrheit ist.
          Wie sagte der brillante Denker und konsequente Logiker:
          Also meien Krankenversicherung ist nun das dritte Jahr in Folge nicht teurer geworden – Ja, die Beiträge vieler PKVs sind relativ kräftig gestiegen, habe ich nicht angezweifelt – aber was soll da Ihr Argument sein?

  3. Michael

    25. Januar 2019 00:26 at 00:26

    Schade, dass Kommentare sehr oft erst viele Stunden nach Absendung veröffentlicht werden, was eine lebhafte Diskussion sehr erschwert…

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Europa

Offiziell: Preise für Wohnimmobilien haussieren weiter massiv!

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Die Preise für Wohnimmobilien klettern immer weiter und weiter. Noch. Gestern hatten wir besprochen, ob die aktuellen Änderungen am Wohnungsmarkt (Deckel, Gesetze etc) von nun an eine Stagnation verursachen könnten. Das ist durchaus möglich. Aber schauen wir an dieser Stelle auf den Ist-Zustand bei den Preisen für Wohnimmobilien in Deutschland.

Im 1. Quartal 2019 lagen die Preise für Wohnimmobilien im Vergleich zum 1. Quartal 2018 um 5% höher. 5% binnen 12 Monaten, das ist heftig! Die Preise stiegen auch in ländlichen Regionen. Der Preisanstieg in den sieben größten Metropolen war laut den Statistikern mit +8,6% für Eigentumswohnungen und +6,9% für Ein- und Zweifamilienhäuser besonders stark. In ländlichen Kreisen mit Verdichtungsansätzen und dünn besiedelten ländlichen Kreisen fiel der Preisanstieg im 1. Quartal 2019 nicht ganz so stark aus. Wohnungen verteuerten sich um 1,7% beziehungsweise 1,1%, Häuser um 4,3% beziehungsweise 4,5% gegenüber dem 1. Quartal 2018.

Dramatischer Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit 2015

Seit 2015 ist der Anstieg als dramatisch zu bezeichnen. Dazu die Statistiker im Wortlaut:

Seit Ende 2015 sind die Preise für Wohnimmobilien bundesweit um 22 % gestiegen. Eine überdurchschnittlich starke Preisdynamik hatten mit einem Anstieg von 40,8 % Eigentumswohnungen in den Metropolen. Auch Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich in diesen größten sieben Städten um 36,4 %. In anderen Großstädten und außerhalb der Ballungsräume nahmen die Preise seit 2015 ebenfalls deutlich zu. So lagen die Preise für Häuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen 21,4 % über den Preisen des 4. Quartals 2015; Wohnungen verteuerten sich in diesen Regionen um 16,3 %.

Wohnimmobilien in Deutschland - Beispielfoto
Beispielfoto für neu gebaute Wohnungen. Foto: Deutsche Wohnen

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Europa

Bauboom in Deutschland gebremst? Nur auf den ersten Blick!

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Der Bauboom in Deutschland geht weiter. Oder doch nicht? Wer auf die Headline-Aussage des Statistischen Bundesamts von heute früh schaut, der könnte denken: Der Bauboom legt eine Pause ein, oder er ist erst einmal zu Ende. Denn wie vermeldet wird, ist der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im April im Vergleich zu März um 1,7% rückläufig. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich sanken die Auftragseingänge von Februar bis April 2019 gegenüber November 2018 bis Januar 2019 um 6,1%.

Jahresvergleich zeigt, dass Bauboom voll intakt ist

Tja, das war es also mit dem Boom? Nein, überhaupt nicht. Wir „Kleingeistigen“ bei FMW betonen stets, dass man doch bitte die Jahresvergleiche betrachten soll. Also, wo war das Volumen im April 2018, und wo ist es jetzt im April 2019? Das ist ein wirklich aussagekräftiger Vergleich! Und schau da, die Statistiker bringen später in ihrem Text genau dazu auch eine Aussage. Denn in diesem Jahresvergleich steigt der Auftragseingang im Baugewerbe um satte 6,4%. In den ersten vier Monaten des Jahres 2019 stieg er sogar um 7,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Bauboom läuft also weiter auf vollen Touren! Weiter sagen die Statistiker (Wortlaut):

Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe in Betrieben von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen lagen im April 2019 nominal mit rund 7,6 Milliarden Euro um 12,7 % höher als im April 2018. Das war der höchste jemals gemessene Wert an Aufträgen in einem April in Deutschland. Damit bleibt das Auftragseingangsvolumen weiterhin auf Rekordniveau: Seit Dezember 2018 wurden die höchsten jemals gemessenen Werte in den jeweiligen Berichtsmonaten erreicht. Im Vergleich zu den ersten vier Monaten 2018 stiegen die Auftragseingänge in den ersten vier Monaten 2019 nominal um 13,9 %.

Bauboom - Jahrelanger Aufwärtstrend der Aufträge

Bauboom - Baukräne in Berlin
Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)

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Europa

Aktuell: ifo Index so schlecht wie seit 2014 nicht mehr – „Konjunktur flaut weiter ab“

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Der ifo Index (Juni) ist mit 97,4  ausgefallen wie erwartet (Prognose war 97,4; Vormonat war 97,9, das war der schwächste Wert seit November 2014!). Das ist der dritte Rückgang in Folge und der schlechteste Wert seit November 2014.


source: tradingeconomics.com

Die Geschäftserwartungen liegen bei 94,2 (Prognose war 94,6; Vormonat war 95,3)

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei 100,8  (Prognose war 100,3; Vormonat war 100,6).

 

Dazu ifo: Konjunktur flaut weiter ab, in der Industrie Index weiter rückläufig und Pessimismus nimmt zu, auch im Dienstleistungssekor hat sich Kloma verschlechtert – ebenso beim Bau, allerdings auf sehr hohem Niveau..

 

 

Clemens Fuest zum aktuellen ifo Index

ifo-Chef Clemens Fuest
Von Institut der deutschen Wirtschaft Köln – Flickr: Wissenschaftliche Round-Table-Jahrestagung 2012, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32259341

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