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Europa

EZB-Entscheidung: Nullzins über Sommer 2019 hinaus, Anleihe-Reinvestitionen noch länger

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die EZB-Entscheidung wurde soeben verkündet.

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Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00%.

Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,40%.

Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25%.

Um 14:30 Uhr folgt die extrem wichtige PK von Mario Draghi. Wir berichten dann umgehend über alle aktuellen Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

Auf der heutigen Sitzung beschloss der EZB-Rat, den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität unverändert bei 0,00 %, 0,25 % bzw. -0,40 % zu belassen. Der EZB-Rat geht davon aus, dass die EZB-Leitzinsen mindestens über den Sommer 2019 und in jedem Fall so lange wie erforderlich auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden, um eine fortgesetzte nachhaltige Annäherung der Inflation an ein Niveau von unter, aber nahe 2 % auf mittlere Sicht sicherzustellen.

Was die geldpolitischen Sondermaßnahmen betrifft, so beabsichtigt der EZB-Rat, die Tilgungsbeträge der im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten erworbenen Wertpapiere für längere Zeit über den Zeitpunkt hinaus, zu dem er mit der Erhöhung der Leitzinsen beginnt, und in jedem Fall so lange wie erforderlich bei Fälligkeit weiterhin vollumfänglich wieder anzulegen, um günstige Liquiditätsbedingungen und eine umfangreiche geldpolitische Akkommodierung aufrechtzuerhalten.

EZB-Entscheidung - EZB-Tower in Frankfurt
Die Zentrale in Frankfurt. Foto: EZB

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    leftutti

    24. Januar 2019 14:27 at 14:27

    Nun denn, Herr Draghi, ich hoffe, Sie kommen nicht wieder zu spät zur Pressekonferenz. Bitte rechtzeitig die Honoratiorenfratze aufsetzen: Süffisantes und überhebliches Grinsen, gewichtiger und seriöser Blick. Lasst uns die Schauermärchenstunde zu Inflation und andere Lügengeschichten beginnen.
    Dazu passend folgende Ankündigung zur jüngsten Preisanpassung meines Stromanbieters: Ihr Paketpreis verändert sich zum 01.02.2019 von 448,00 EUR (brutto) auf 581,00 EUR (brutto). Das sind 29,7%, es bleibt viel Arbeit, um das auf unter, aber nahe 2% zu bringen. Bei der Krankenversicherung waren es allerdings nur etwa 20%, somit denke ich, dass wir auf einem guten Weg sind.
    Und was ist das schon im Verhältnis zum BIP?!

    • Avatar

      tm

      24. Januar 2019 16:13 at 16:13

      :-) achso, die Statistiken, die nicht Ihrer Wahrnehmung entsprechen, sind alle gefälscht?

      Also meien Krankenversicherung ist nun das dritte Jahr in Folge nicht teurer geworden – nach Ihrer Logik hätten wir dann sogar 0%& Inflation.

      • Avatar

        Michael

        24. Januar 2019 23:36 at 23:36

        @tm, wie Ihnen bereits aufgefallen sein dürfte, unterstütze ich gerne und oft Ihre Ansichten, wann immer Substanz dahinter steckt.
        Was mir jedoch zusehends (statistisch signifikant) auffällt ist, dass Sie inzwischen auf nahezu jeden Kommentar in auf mich fast hilflos wirkender Weise mit dem Argument der absoluten Wahrheit antworten, die irgendwelchen Statistiken inhärent sein soll. Und dies in einer Art und Weise, die zunehmend auf Unterstellungen und Suggestivfragen basiert und die den von Ihnen kritisierten Kommentatoren Intentionen unterstellt, welche ich nicht ansatzweise darin zu erkennen vermag.
        Sind Sie die Reinkarnation von Einstein, der endlich die große, absolute vereinheitlichende Theorie der Relativität in einem Premiumaccount bei statista.de gefunden hat?

        Ein Beispiel, wie ein neutraler Leser Ihre Kommentare wahrnimmt:
        Leftutti spricht ironisch-satirisch und seine persönliche Situation betreffend virtuell mit Draghi über seine 20 bis 30% Beitragsanpassungen bei PKV und Strom.
        Sie antworten: ? achso, die Statistiken, die nicht Ihrer Wahrnehmung entsprechen, sind alle gefälscht? Also meien Krankenversicherung ist nun das dritte Jahr in Folge nicht teurer geworden.
        Leftutti: Wo steht etwas von Statistiken? Sind Sie privat krankenversichert?
        Sie: Also meine private Inflaiton insgesamt liegt bei rund 1% … Oh man oh man… Sie unterstellen mir also, dass ich die Fakten anzweifel? Genau das machen doch SIE! Ja, die Beiträge vieler PKVs sind relativ kräftig gestiegen, habe ich nicht angezweifelt – aber was soll da Ihr Argument sein? Sie weichen mal wieder aus und versuchen abzulenken.

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      Bundessuperminister für wirtschaftliche Entwicklung, relativierende Interpretation und Schildbürgertum

      25. Januar 2019 00:11 at 00:11

      Offizielle Statistiken aus unserer großartigen GroKo sind Fakt! Seit mehr als einer Dekade stellen wir mit Unterstützung kostenintensiver neutraler Berater und großartiger Argumente der besten Fachleute und Wissenschaftler aus Wirtschaft und Finanzindustrie auch kritischen Bürgern und Wählern Zahlen und Fakten zur Verfügung. Bitte erkennen Sie endlich die Relevanz und Wahrheit in diesen offiziellen Zahlen. Wenn es in Einzelfällen zu Abweichungen kommen sollte, bedauern wir dies zutiefst.

  2. Avatar

    leftutti

    24. Januar 2019 16:49 at 16:49

    @tm, Themaverfehlung! Wo steht etwas von Statistiken?

    Sind Sie privat krankenversichert? Wenn ja, wie hoch war der kumulierte Anstieg in den letzten 10 Jahren? Bei mir waren es knapp 65%, jedoch nur, weil ich vor 2 Jahren die Selbstbeteiligung von 600 auf 3.000 EUR erhöht habe. Ansonsten wären es über 80%. Und das bei einer der anerkanntermaßen angeblich beitragsstabilsten PKVs in Deutschland.

    Ich freue mich schon auf die Statistiken, die beweisen sollen, dass das schlicht nicht stimmt, was auf meinen Versicherungsscheinen zur Beitragsanpassung steht.

    • Avatar

      tm

      24. Januar 2019 17:06 at 17:06

      Jawoll Herr Lehrer!

      Sie haben geschrieben: „Das sind 29,7%, es bleibt viel Arbeit, um das auf unter, aber nahe 2% zu bringen.“ Offenkundig zweifeln Sie die offizielel Inflationsrate an und sehen die Inflation massiv höher. Oder interpretiere ich Sie hier falsch?

      Also meine private Inflaiton insgesamt liegt bei rund 1% – der Punkt ist doch gerade, dass es völlig unerheblich ist, wie hoch die Preissteigerung bei einem einzelnen Gut ist, entscheidend ist der gewichtete Durchschnitt.

      Oh man oh man… Sie unterstellen mir also, dass ich die Fakten anzweifel? Genau das machen doch SIE! Ja, die Beiträge vieler PKVs sind relativ kräftig gestiegen, habe ich nicht angezweifelt – aber was soll da Ihr Argument sein?

      Sie weichen mal wieder aus und versuchen abzulenken. Sie haben oben mit zwei Gegenbeispielen versucht, die offizielel Inflationsrate ins Lächerliche zu ziehen und das ist einfach eine unredliche Argumentationsweise. Aber Ihnen geht es ja ohnehin nicht um den Austausch von Argumenten, oder?

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        leftutti

        24. Januar 2019 18:17 at 18:17

        Genau, Herr Schlauwiener! Richtig ist, Sie, nicht ich weichen mal wieder aus und versuchen abzulenken.
        Richtig ist auch, dass ich so meine Zweifel habe an der Seriosität bzw. der Praxisrelevanz der Art, wie die offizielle Inflationsrate berechnet wird (Warenkorb, Gewichtungen etc.)
        Sie sprechen ja selbst das Thema der privaten Inflation an. Nehmen wir beispielsweise einen steuerzahlenden und schwer arbeitenden selbständigen Bürger mit einen Nettoeinkommen von 1.900 EUR. nehmen wir weiterhin ein paar typische Kosten dieses Bürgers:
        Warmmiete: 700,-
        PKV: 600,-
        Private Altersvorsorge: 400,-
        Private Spritkosten: 50,-
        Verbleibender Betrag für Lebensunterhalt: 150,-

        Steigen nun in seinem privaten Inflations-Warenkorb die Posten Warmmiete aufgrund von Mieterhöhungen, Strom- und Gaspreiserhöhungen sowie die PKV im Durchschnitt um 5%, muss der arme Kerl 65,- EUR mehr für diese Posten ausgeben.
        Zu seinem Glück sinken jedoch die Preise für Nahrungsmittel um sensationelle 30%, was ihm eine finanzielle Erleichterung von 45,- EUR verschafft. Dennoch ändert das nichts an der Tatsache, dass ihm 20,- EUR weniger für den Lebensunterhalt zur Verfügung stehen.
        Die offizielle Inflationsberechnung wäre in diesem Beispiel mit Sicherheit im deflationären Bereich, weil sie eben nur wenig mit den faktischen Gegebenheiten der Realität vieler Menschen am Hut hat.

        Um mir jetzt nicht die Finger wund zu tippen, erlaube ich mir, Herrn Dirk Müller zu zitieren: Man bilde einen sogenannten ,Warenkorb‘: Da komme einfach alles rein, was der Bürger (angeblich) braucht, und schaue dann, wie sich diese Preise verändern. Das klingt ganz gut, ermöglicht aber eine Menge Tricks. Ich kann die Zusammenstellung in meinem Warenkorb beispielsweise so ändern, dass ich von den Dingen, die teurer werden, einfach weniger in den Warenkorb lege und dafür mehr von jenen Dingen, deren Preise fallen. So wurde beispielsweise die Gewichtung von Lebensmitteln, deren Preise in den letzten Jahren dramatisch anzogen, von 13,1 Prozent im Jahr 1995 auf 10,4 Prozent im Jahr 2005 reduziert! Gleichzeitig wurde der Anteil von Freizeit und Kultur, zu dem auch die immer billiger werdenden Fernreisen zählen, von 10,4 auf 11,6 Prozent erhöht. Im Klartext heißt das: Man will der armen Rentnerin erklären, dass sie halt Pech hat, wenn ihr ganzes Geld, das sie nach den Ausgaben für Wohnen und Heizen noch übrig hat, für immer teurere Lebensmittel draufgeht. Würde sie weniger essen und stattdessen öfter nach Mauritius fliegen, hätte sie auch nicht so eine hohe persönliche Inflationsrate – was für ein Zynismus!

        https://www.focus.de/finanzen/news/preise-die-inflationsluege_id_3441718.html
        https://www.wiwo.de/politik/konjunktur/inflationsrate-wo-der-warenkorb-fehler-hat/19671764-2.html

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          Prof. Dr. Donald Marx

          24. Januar 2019 22:33 at 22:33

          Sehr geehrter Herr Studienrat leftutti,
          zur Abbildung der Realität im unendlichen und chaotischen Kosmos statistischer Herangehensweisen und Interpretationsmöglichkeiten präferieren Sie in Ihrem hypothetischen Rechenbeispiel eine individuellere und differenziertere, an die Lebens- bzw. wirtschaftliche Situation verschiedener Einkommensklassen angepasste Version. Um mich kurz zu fassen, im Prinzip ist dies relativ und auch absolut einfach: Sie haben damit recht!

          Gerne möchte ich Ihr Beispiel gedanklich-statistisch-hypothetisch weiterführen. Die von Ihnen genannten Zahlen zur Einkommens- und privaten Ausgabesituation (mit Ausnahme der augenzwinkernden und ironischen Komponenten von um 30% sinkender Lebensmittelpreise und 50,- EUR monatlicher privater Spritkosten) sind eine durchaus relevante, realistische durchschnittliche Grundlage.
          Nennen wir den Selbständigen im weiteren Verlauf „Repräsentant A“):

          Da Repräsentant A fast 90% der Ausgaben, bezogen auf sein zur Verfügung stehendes Einkommen, für Miete und Vorsorgeaufwendungen verbraucht, müssten natürlich konsequenterweise auch die Gewichtungen seines privaten Warenkorbes für diese Positionen bei der Inflationsberechnung entsprechend angepasst werden. Da er sich Urlaubsreisen schon rein rechnerisch nicht leisten kann, müsste dieser Posten in seiner individuellen Gewichtung bei NULL liegen und dürfte damit keine Komponente seines Warenkorbes sein.
          Nun kommt jedoch ein weiter Selbständiger, nennen wir ihn Ausreißer B, ins Spiel: Ebenfalls selbständig, steht ihm jedoch ein Netto-Einkommen von 19.000 EUR zur Verfügung. Gleichzeitig bezahlt er nicht einen Cent mehr für dieselbe PKV und dieselbe Wohnung. Vermutlich bemerkt Ausreißer B noch nicht einmal die Erhöhungen in diesen statistisch-relativ für ihn kaum relevanten Ausgabe-Positionen, da er sich zu sehr über die 30% günstigeren Preise bei Kaviar, Trüffeln und Champagner auf einem Luxusschiff bei einer seiner Weltreisen freuen darf.

          Im weiteren Verlauf betrachten wir weitere acht Repräsentanten der Kategorie A in unserem Beispiel. Zusammen haben die neun tapferen Recken ein Netto-Einkommen von 17.100 EUR. Ausreißer B stehen bekanntermaßen 19.000 EUR zur Verfügung.
          Statistisch betrachtet, liegt das Netto-Einkommen eines Selbständigen also bei 3.610 EUR.
          Was ist nun Fakt, was bildet die Realität besser ab, was ist die redliche oder unredliche Argumentationsweise bei folgenden Aussagen?

          1.) Das durchschnittliche Netto-Einkommen eines Selbständigen liegt bei veritablen 3.610 EUR.
          2.) Ein statistisch signifikant überwältigender Anteil von 90% aller Selbständigen muss mit einem Netto-Einkommen von 1.900 EUR auskommen und davon etwa 90% für Miete, Energie und Vorsorgeaufwendungen aufbringen. Aufgrund ständig steigender Preisanpassungen in diesen Segmenten sinkt das monatliche Budget in Höhe von 150 EUR für Grundnahrungsmittel auf 85 EUR.

          Fragen Sie, lieber Herr Lehrer leftutti, Ihren hochbegabten Musterschüler in Statistik und erodierender Glaubwürdigkeit und akzeptieren Sie, dass der (willkürlich-zufällig-zweckgerichtet variabel gewichtete) Durchschnitt einfach Wahrheit ist.
          Wie sagte der brillante Denker und konsequente Logiker:
          Also meien Krankenversicherung ist nun das dritte Jahr in Folge nicht teurer geworden – Ja, die Beiträge vieler PKVs sind relativ kräftig gestiegen, habe ich nicht angezweifelt – aber was soll da Ihr Argument sein?

  3. Avatar

    Michael

    25. Januar 2019 00:26 at 00:26

    Schade, dass Kommentare sehr oft erst viele Stunden nach Absendung veröffentlicht werden, was eine lebhafte Diskussion sehr erschwert…

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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am

Von

Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

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Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

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