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Anleihen

EZB erhöht Kreditrahmen für Griechenland

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Von Markus Fugmann

Gestern war es noch inoffiziell, heute ist es bestätigt: die EZB erhöht die Notfallkredite für griechische Banken auf 71,1 Milliarden Euro von zuvor 69,8 Milliarden Euro. Über das Notkreditprogramm Emergency Lending Assistance (ELA) bleiben die griechischen Banken damit vorerst liquide, allerdings sind die Kredite, die von der Notenbank Griechenlands aufgenommen und dann an die Banken des Landes weiter gereicht werden, höher verzinst als sonstige Kredite der EZB, zudem verbleibt das Risiko bei Griechenland.

Der griechische Wirtschaftsminister George Stathakis zeigte sich heute in einem Interview mit dem Fernsehsender Antenna TV optimistisch, dass es bereits am kommenden Montag zu einer Einigung mit der Eurogruppe kommen werde – die Athener Regierung will zu Wochenanfang die detallierten Reformvorschläge der Eurogruppe vorlegen. Entscheidende Knackpunkte sind die Privatisierungen – die Athen bislang ablehnt – sowie eine Reform des Rentensystems. Beides war von der konservativen Vorgängerregierung angestoßen worden. Gestern hatte die Eurogruppe eine Auszahlung von 1,2 Miliarden Euro an Griechenland unter Hinweis auf eine fehlende rechtliche Grundlage abgelehnt – die Gelder stammen aus einem Bail-out-Fond für griechische Banken, die von Athen nicht vollumfänglich in Anspruch genommen worden waren.

Die Eurogruppe bleibt nach wie vor bei ihrer Linie, erst dann Gelder auszuzahlen, wenn konkrete Reformvorschläge auf dem Tisch liegen. Nach Angaben eines griechischen Insiders reichen die liquiden Mittel der Regierung noch bis ca. 20.April.

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Anleihen

Bundesanleihen mit 30 Jahren Laufzeit: 0,68% Rendite + Wette auf Rezession

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Heute hat die Finanzagentur Deutschland für den Bundesfinanzminister Bundesanleihen mit 30 Jahren Laufzeit zum Verkauf angeboten. Das Volumen lag bei 1 Milliarde Euro. Die Nachfrage der Investoren lag bei 1,6 Milliarden Euro. Somit gab es deutlich mehr Nachfrage als Angebot, und das bei einer Rendite, die immer weiter in den Keller rauscht. Die heutige Emissionsrendite liegt nur noch bei 0,68%. Bei der letzten Emission im März waren es noch 0,74%. Bei der letzten Emission dieser heutigen Emissionsserie (mit identischem Zinskupon) aus Oktober 2018 lag die Rendite noch bei 1,04%. Das sind Welten bei Anleiherenditen. Liebe Leute, liebe Leute. Für 30 Jahre Geld verleihen, und dafür nur noch 0,68% Rendite kassieren, wo es im Oktober noch über 1% waren.

Daran erkennt man, dass der Anleihemarkt die Politik der EZB sowie die schwächelnde Konjunktur immer stärker dahin gehend interpretiert, dass die Zinswende noch weiter in die Zukunft verschoben wird. Vielleicht bis in alle Ewigkeit? (Scherz). Spekulanten, die auf eine sich verschärfende Konjunkturabkühlung spekuliert hatten (heute erneute Absenkung der Prognose), waren am Anleihemarkt in den letzten Monaten die großen Gewinner.

Schauen wir nur mal auf die Emissionskurse der 30jährigen deutschen Bundesanleihen (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). 132,86% kostete diese Anleihe-Aufstockung dieser Serie noch im Oktober, und heute kostete die neue Anleihe-Aufstockung schon 142,03%. Alleine an diesem einfachen Vergleich sieht man: Im Anleihemarkt ließen sich in den letzten Monaten gute Kursgewinne erzielen, worauf sich vor allem institutionelle Spekulanten konzentrieren, die natürlich in erster Linie den Bund-Future handeln, der auf eine synthetische zehnjährige Bundesanleihe ausgerichtet ist.

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Anleihen

Anleiheinvestoren haben auf die Zinswende gesetzt – und sitzen teilweise auf Verlusten

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Das Thema Duration oder Kapitalbindungsdauer, war vor Kurzem Thema eines Kommentars, im Zusammenhang mit der Frage, warum Investoren Langläufer mit einer Minusrendite kaufen. Jetzt hat eine Analyse von Morningstar ergeben, dass viele Fondsmanager durch eine Fehleinschätzung der Zinsentwicklung wegen falscher Laufzeiten, dem Markt hinterherhinken.

Insbesondere Wetten auf fallende Kurse von Bundesanleihen waren zuletzt extrem verlustreich, denn seit Jahresbeginn ist der Kurs der zehnjährigen Bundesanleihe in der Spitze um 3,6 Prozent gestiegen. Bei dieser langen Laufzeit steigt der Kurs der Anleihe bereits um ca. 5%, wenn die Zinsen um ein halbes Prozent fallen.

 

Die Fehlspekulation auf die Zinswette

Der wichtigste europäische Anleiheindex, Bloomberg Barclays Euro Aggregate zeigt eine Duration von 6,7 Jahren an, die der aktiven Fondsmanager liegt mit 5,1 Jahren wesentlich darunter. Die Diskrepanz: Staaten verschuldeten sich wegen der niedrigen Zinsen langfristiger, aktive Fonds rechneten mit einer leichten Zinssteigerung und fürchteten die Folgen der Duration.

Dadurch stieg auch die durchschnittliche Duration der Anleiheindizes stetig an, was Manager in ihren Portfolios nicht im gleichen Maß umgesetzt haben – eben aus Angst vor steigenden Zinsen. Doch nach der Kehrtwende der Notenbanken zeigt sich, dass die Wette nicht aufgegangen ist.

Aus Angst vor steigenden Zinsen und zur Gewinnsteigerung des Portfolios haben manche Fonds sogar mit Hilfe von Terminkontrakten auf fallende Kurse der Anleihen gesetzt – mit weiteren Verlusten. Will man diese Strategie über einen längeren Zeitraum durchhalten, muss man zudem auslaufende Kontrakte immer wieder erneuern, mit dem Risiko der bekannten Rollverluste.

 

Fazit

Wie hatte der einflussreiche Banker, der CEO von JP Morgan, Jamie Dimon, Mitte 2018 gesagt: „Man müsse sich auf eine Rendite von 5% bei den 10-jährigen US-Staatsanleihen einstellen!“ An dieser Fehlprognose sieht man, dass es selbst mit dem besten Research im Hintergrund nicht möglich ist, zuverlässlich in die Zukunft zu blicken – ungeachtet der viel beachteten richtigen Zufallsprognosen. Die oben dargestellte Schieflage ist auch ein kleiner Mosaikstein für diese These. Bleiben wir also kritisch, demgegenüber, was uns manche Koryphäen erzählen.

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Anleihen

Anleger stürmen deutsche Negativrendite, Scholz macht 51 Mio Euro Gewinn

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Die EZB weist den Weg, mal wieder. Wie vor wenigen Minuten verkündet wurde, wird der Leitzins noch bis Ende 2019 und wohl darüber hinaus im Keller bleiben, so sagt es die EZB. Der Anleihemarkt hat sich schon längst darauf eingestellt. Weiter schwache oder noch schwächere Renditen in Aussicht? Also besser noch diese mageren Renditen oder sogar Negativrenditen nehmen als institutioneller Investor, der große Geldsummen unterbringen muss und nicht auf dem Bankkonto parken darf, weil sonst 0,4% Negativzinsen drohen.

Noch vor drei Wochen musste man als Investor in der Emission fünfjähriger deutscher Bundesobligationen eine Negativrendite von -0,32% in Kauf nehmen. Also immer noch günstiger als letztlich von seiner Bank mit -0,4% Strafzins versehen zu werden. Aber heute, da sinkt die ganz frische fünfjährige Emission von Bundesobligationen (Kupon 0,00%) auf -0,42%. Im Januar waren es noch -0,29%. Somit würde es sich für langfristige Investoren eher lohnen das Geld auf den „normalen“ Geschäftskonto bei der Hausbank zu parken zu -0,40%, als  heute die Bobls zu kaufen.

Nun kommt aber noch die mögliche Kursspekulation ins Spiel. Investoren könnten die Anleihen kaufen in der Hoffnung, dass der Anleihekurs nach der Emission im freien Handel noch weiter steigt. Das wäre bei noch weiter sinkenden Renditen ja der automatische Schritt. Sinkende Renditen bedingen ja automatisch steigende Anleihekurse, und umgekehrt.

Heute wollte der Bund Bundesobligationen im Volumen von 3 Milliarden Euro verkaufen. Das Nachfragevolumen lag bei 4,458 Milliarden Euro. Vor drei Wochen war es ein Nachfragevolumen von 4,667 Milliarden Euro bei 4 Milliarden Euro Angebot. Also ist heute die Nachfrage in Relation zum Angebot deutlich höher als vor drei Wochen!

3 Milliarden Euro bot der Bund an, verkauft hat man aber nur 2,48 Milliarden Euro. Die Differenz in Höhe von 520 Millionen Euro floss in die sogenannte Marktpflegequote. Falls nämlich alle Investoren diese Bundesobligationen bis zum Laufzeitende in fünf Jahren im Depot belassen, gäbe es am freien Markt keine Handelbarkeit für diese Anleihen – dafür sorgt dann der Emittent „Finanzagentur Deutschland GmbH“ mit diesen 520 Millionen Euro Volumen.

Bei 2,48 Milliarden Euro verkauften Schulden (der Nominalwert von 100,00%) hat man heute zu einem Preis von 102,07% verkauft (Anleihekurse notieren in Prozentpunkten). Daher man man tatsächlich heute 2,53 Milliarden Euro eingenommen. In fünf Jahren beim Auslauftermin muss der Bund aber nur den Nominalwert von 2,48 Milliarden Euro zurückzahlen. Somit macht der Bund heute per sofort einen Gewinn von 51,3 Millionen Euro.

Olaf Scholz Negativrendite
Olaf Scholz. Foto: Olaf Kosinsky CC BY-SA 3.0 de

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