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Fed – Forderung nach Zinssenkung berechtigt?

Man möchte derzeit nicht in der Haut des amerikanischen Notenbankchefs oder der Fed stecken. Powell ist ein Getriebener von allen Seiten..

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Wird die Fed den Forderungen nach Zinssenkungen nachgeben? Man muss sich das vorstellen: Die US-Erzeugerpreise sind im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen, in der Kernrate sogar um 1,9 Prozent – und was macht der US Präsident? Er fordert von der Fed Zinssenkungen bis auf null oder besser noch in den negativen Bereich, schließlich gebe es in den USA gar keine Inflation. Wie wird Fed-Chef Jerome Powell mit diesem Druck umgehen?

Marktkonsensus ist derzeit: Die Federal Reserve wird den Leitzins um 0,25 Prozent tiefer setzen, allein schon um die Märkte nicht zu sehr zu enttäuschen. Begründen wird sie dies mit einer Anpassung in „the middle of the cycle“ oder Ähnlichem.

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Die Lage ist noch gut, aber..!

Der gesetzliche Auftrag der Fed lautet: Für Vollbeschäftigung sorgen und die Preisstabilität gewährleisten. Noch immer werden ca. 100 000 Arbeitplätze monatlich geschaffen, die Arbeitslosenrate liegt mit 3,7 Prozent auf einem 50-Jahrestief und die Inflationsrate noch unter zwei Prozent, also warum überhaupt handeln?

Derzeit gibt es weltweit gewaltige wirtschaftliche Abwärtsrisiken, mit dem Hauptverantwortlichen Handelsstreit und einem bereits bröckelnden Verbrauchervertrauen. Hier liegt der Spagat für die Fed: Wie proaktiv den Arbeitsmarkt stützen, ohne Zweifel an der Standhaftigkeit der Konjunktur aufkommen zu lassen? Das Verbrauchervertrauen beginnt in der 70 Prozent-US-Konsumökonomie bereits zu fallen (im letzten Monat so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr) und es könnte ein ganzes Jahr dauern, bis sich dies auf Konsum und Produktion richtig niederschlägt. Wo wir kurz vor den US-Wahlen 2020 wären.

Aber was würde eine Zinssenkung à la Trump auslösen? Ein kleines Gedankenspiel:

Sollte der von US-Präsident Trump als „Dummkopf“ titulierte Notenbankchef Jerome Powell dem Ansinnen des Regierungschefs nachgeben und die US-Leitzinsen in großen Schritten auf null senken, was könnte das zur Folge haben?

Zunächst würden viele Marktteilnehmer jubeln. Für das weitere Überleben der Zombiefirmen wäre gesorgt, die Triple-B-Unternehmen würden sich weiter verschulden und die großen Unternehmen aus dem S&P 500 würden die Gelegenheit nutzen, um noch einmal die Aktienkäufe richtig hochzufahren. Die Folge wäre vermutlich wieder ein „Sugar Rush“ an den Aktienmärkten, aber über kurz oder lang würde das viele Geld die Inflation anheizen.

Das „neue-Schuldenmachen“ des US-Staates würde anfangs funktionieren, aber bei den ersten Anzeichen von Inflation sollten die Renditen der langlaufenden Anleihen in die Höhe schießen. Die Langläufer können bekanntermaßen durch Zinsänderungen der Fed nicht direkt beeinflusst werden. Da die Konsumentenkredite, wie zum Beispiel Hypothekenzinsen, an die 10-jährige US-Staatsanleihe gekoppelt sind, würde sich der Verbraucher rasch einschränken müssen. Der Konsum bräche ein und damit würde sich die Konjunktur rasant verschlechtert, der Aktienmarkt aber schon vorher kollabieren.

Hinzu kommt noch eine weitere Milchmädchenrechnung: Wer sollte denn die gewaltigen Mengen an US-Staatsanleihen zu Niedrigzinsen und einem fallenden Dollar kaufen wollen?

Sicher nicht die Chinesen oder die Russen, auch nicht die Japaner, für die der Carry Trade dann keinen Sinn mehr machen würde.

Wenn dann die US-Wirtschaft in eine Rezession fiele, hätte die US-Notenbank kein Pulver mehr, um die Märkte zu stimulieren.

Mit anderen Worten: Ein solches Zinssenkungsszenario könnte für die USA in einem Fiasko enden. Jetzt könnte man auf den Gedanken kommen, dass ein solches Vorgehen auch deflatorisch wirken könnte. Dazu müsste es im Krallˋschen Sinne erst einen Bankencrash geben, mit einem deutlichen Rückgang der Kreditvergabe, aber bei starken Zinssenkungen wäre ja das Gegenteil der Fall. Im Übrigen wirken schon heute die aktuellen Lohnsteigerungen von vier Prozent per annum und die steigenden Produzentenpreise tendenziell preistreibend. Gedankenspiel Ende

 

Fazit – man möchte nicht in der Haut der Fed stecken..

Man möchte derzeit nicht in der Haut des amerikanischen Notenbankchefs oder der Fed stecken. Powell ist ein Getriebener von allen Seiten. Einmal von einem ungehobelten US-Präsidenten, der – nur seine Wiederwahl im Kopf –  vor keiner öffentlichen Demütigung zurückschreckt. Dann von den Märkten, die nach einer ganzen Serie von Zinssenkungen rufen und von dem Gesetzesauftrag, von politischen Forderungen unabhängig, mittels einer vorausschauenden Zinspolitik, rechtzeitig für Preisstabilität und Vollbeschäftigung zu sorgen.

Egal was das Federal Open Market Committee nächste Woche beschließt, es wird immer einer enttäuscht (oder sogar fuchsteufelswild) sein.

Sei es wie es will: Der Konjunkturzyklus wird sein Ende finden, die Rezession eintreten, egal ob die Zinssenkungen groß oder klein ausfallen. Die Frage ist nur, wann?

Die Fed ist von allen Seiten unter Druck

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gixxer

    12. September 2019 15:58 at 15:58

    Wenn ich Ihre Ausführungen richtig deute, kann Powell gar nicht anders als maximal um 25 BP zu senken.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      12. September 2019 16:49 at 16:49

      @Gixxer. Wenn es bis nächste Woche keine außergewöhnlichen Konjunkturdaten und sonstige Imponderabilien (Trump) gibt, ja.
      Gruß

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Aktienmärkte: Die Rally als Botschaft? Biden gegen Trump! Videoausblick

Markus Fugmann

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Für die Aktienmärkte dürfte die Fernsedebatte zwischen Biden und Trump in der Nacht auf den Mittwoch ein zentrales Ereignis werden! Bislang gehen die Märkte angesichts des schwachen Verlaufs im September offenkundig davon aus, dass Biden neuer US-Präsident wird – aber vielleicht hat sich das seit gestern geändert: rechnet man nun damit, dass Biden eine schlechte Figur in der Debatte machen wird, womit sich die Lage zugunsten von Trump drehen wird? Die Rally gestern jedenfalls war sehr breit gefächert – und zugleich ein impulsiver Short-Squeeze aufgrund der massiven Short-Positionierung institutioneller Anleger. Als Faustregel kann gelten: geht es im Oktober nach oben für die Aktienmärkte, gewint Trump, geht es nach unten, gewinnt Biden..

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Börse LIVE um 9 Uhr mit Mario Steinrücken – ist die Korrektur vorbei?

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Ist die Korrektur an der Börse schon wieder vorbei und sollte ich jetzt schon wieder Aktien kaufen? Genau dieser Frage gehen wir im heutigen „Börse LIVE-Stream“ ab 9:00 Uhr nach.

Der US-Leitindex S&P 500 hat das erste markante Unterstützungsniveau erreicht. Dort haben sich die Bullen schon wieder positioniert und den weiteren Abverkauf vorerst gestoppt. Die zum Wochenstart aufgekommene Dynamik ist ein deutliches Zeichen der Stärke. Aus diesem Grund befindet sich im S&P 500 zwischen 3.300 und 3.320 Punkten ein technisches Kaufniveau. Die genaue Vorgehensweise wird im Livestream besprochen. Hier können Sie kostenfrei teilnehmen:

https://youtu.be/uoVexhsWYEY

Auch der Silberpreis notiert aktuell an einem langfristig interessanten Niveau und wird im Livestream besprochen.

Um 9:00 Uhr nimmt Mario Steinrücken die wichtigsten Märkte im Livestream unter die Chartlupe. Neben dem Fahrplan für die nächsten Wochen, werden bestimmt auch wieder interessante Trading-Ideen besprochen. In der „Börse LIVE“ haben Sie außerdem die Möglichkeit Ihre Aktien, Indices, Währungen und Edelmetallen aus technischer Sicht betrachten zu lassen.

S&P 500 Chart

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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DAX daily: War das gestrige Kursfeuerwerk nur ein Strohfeuer?

Stefan Jäger

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Der Dax brennt am gestrigen Montag ein Kursfeuerwerk ab und startet mit deutlichen Gewinnen in die neue Handelswoche. Damit hat er bereits ein gutes Stück von den vorwöchigen Verlusten (-4,93 %) wieder gut gemacht. Die gestrige Rally hat den deutschen Leitindex folglich bis an das Tageshoch bei 12.873 Punkten geführt, das ist ein Anstieg von über 500 Punkten zum Freitagstief bei 12.342. Nachdem der Dax gestern mit einem Aufwärts-Gap in den Handel gestartet war, lag das Tagestief im frühen Handel schon bei 12.660 Punkten. Schließlich ist er mit einem kräftigen Zuschlag von 398 Punkten (+3,22 %) bei 12.870 aus dem Handel gegangen.

Mit der dynamischen Gegenreaktion auf die jüngsten Verluste hat der Dax ein mögliches Short-Szenario mit einem Test der 200-Tage-Linie (aktuell bei 12.180) erst einmal abgewendet. Allerdings ist ein solches Szenario keineswegs ganz vom Tisch. Übergeordnet bleibt die technische Lage im deutschen Leitindex weiterhin fragil. Derzeit gibt es einfach zu viele Belastungsfaktoren wie die anstehende US-Wahl, die in Europa ansteigenden Corona-Neuinfektionen sowie das ausbleibende Stimuluspaket der US-Regierung.

Zwar haben wir jetzt eine starke Aufwärtskorrektur gesehen, dennoch bleibt das große Bild im Dax angeschlagen. Aber es gibt auch charttechnische Formationen, die das große Bild weiter aufhellen, dafür wäre ein Anstieg über die Marken bei 12.900 und die runde 13.000 vonnöten. Schließt der Dax sogar noch das Gap bei 13.116, dann steht die Ampel wieder auf grün. Demgegenüber sollte der Dax nun nicht mehr unter die Unterstützung bei 12.500 zurückfallen, andernfalls wäre die laufende Erholung ernsthaft gefährdet. Hier sehen Sie nochmal den ausführlichen Wochenausblick.

News und fundamentale Daten

Trotz des starken Anstiegs kann man noch keine komplette Entwarnung geben. Nicht nur die Charttechnik und die schlechte Saisonalität, sondern auch die fundamentale Situation bleiben Risikofaktoren. Die Ängste vor neuen Restriktionen, welche die konjunkturelle Erholung schwächen würde, ist derzeit wieder ein Thema. Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen in ganz Europa ist das auch nicht verwunderlich. Nichtsdestotrotz ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass es nochmal zu flächendeckenden Lockdowns kommt, diese würden eher partiell durchgeführt.

Bevor wir morgen eine Fülle an Konjunkturdaten sehen, steht heute einzig das Verbrauchervertrauen im Blickpunkt, das als Schlüsselgröße für das Verhalten des Konsumenten und der Inflation gilt. Zuerst erscheint um 14:00 Uhr der Verbraucherpreisindex aus Deutschland, danach sehen wir um 16:00 Uhr das vom Conference Board erhobene US-Verbrauchervertrauen. Nicht zu vergessen, heute Abend findet das erste Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden statt. Dadruch können nachbörslich starke Kursschwankungen auftreten, die sich auch auf den Dax auswirken.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der Dax könnte seine gestrige Rally heute fortsetzen, vorbörslich notiert er nahe dem gestrigen Schlusskurs. Ein erstes positives Signal wäre das nachhaltige Überschreiten der 50-Tagelinie bei 12.916. Darüber liegt dann das vorbörsliche Hoch bei 12.946, ein Anstieg darüber würde den Dax wieder zur 13.000er Marke führen. Dort befindet sich auch der Pivot Punkt R1 bei 13.001. Der Bereich an der 13.000er Marke ist ein Brett, zudem liegt bei 13.032 auch noch das wichtige 61,8 % Retracement der gesamten Abwärtsbewegung vom September-Hoch (13.460 bis 12.341). An dieser Stelle könnte die Erholung erstmal ins Stocken geraten. Wenn der Dax den Bereich überwindet, dann ergeben sich allerdings weitere Ziele bei 13.116 (Gap 18.09.) und 13.118 (PP R2). Der Gap-Close würde das große Chart-Bild deutlich aufhellen. Weitere Widerstände folgen dann bei 13.175 und 13.211.

Auf der anderen Seite wäre es nicht verwunderlich, wenn der Dax nach dem 600 Punkte Anstieg innerhalb von zwei Tagen eine kleine Pause einlegt. Ein Trend baut sich bekanntlich über Rücksetzer auf, den haben wir seit der Bodenbildung bei 12.341 aber noch nicht gesehen. Die ersten Unterstützungen liegen am gestrigen Tageshoch bei 12.870 und bei 12.830. Fällt der Dax darunter, dann geht es zum Unterstützungsbereich zwischen 12.800 und 12.780. Dort könnte er Halt finden und wieder die Aufwärtsbewegung aufnehmen. Unterschreitet der Leitindex jedoch den Bereich, dann folgt die nächste Unterstützung an der 12.700. Diese Marke war vorher ein mehrfacher Widerstand und fungiert jetzt als Unterstützung. Unterschreitet der Dax diese Marke, dann ergeben sich weitere Ziele bei 12.663 (PP S1) und 12.622.

DAX daily - Tagesausblick 29.09. - H1-Chart

Dax Unterstützungen (US):

12.870 – Gap 28.09.

12.830 – Tageshoch 23.09.

12.800 – WS aus dem Tageschart

12.781 – Pivot Punkt

12.700 – vorher mehrfacher WS (H1)

12.663 – Pivot Punkt S1

12.622 – Tageshoch 25.09.

12.565 – Stundenchart

12.505 – Tagestief 21.09.

12.469 – Gap 25.09.

Dax Widerstände (WS):

12.900 – 50 % Retracement (Hoch 13.460)

12.916 – 50-Tagelinie (SMA)

12.946 – vorbörsliches Hoch

13.001 – Pivot Punkt R1

13.032 – 61,8 % Retracement (Hoch 13.460)

13.116 – Gap 18.09.

13.118 – Pivot Punkt R2

13.175 – 76,4 % Erholung (Tief 12.253)

13.211 – ex Doppeltop

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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