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Fed läßt SLR relief auslaufen – Renditen steigen, Nasdaq schwächer

Politischer Druck auf Fed von linken US-Demokraten erzwingt Stop!

Soeben hat die Fed mitgeteilt, dass sie das SLR-Programm (supplementary leverage ratio) nicht verlängern wird! Damit endet das Programm am 31.März. Dazu teilt die Fed trocken und kurz mit:

„The federal bank regulatory agencies today announced that the temporary change to the supplementary leverage ratio, or SLR, for depository institutions issued on May 15, 2020, will expire as scheduled on March 31, 2021. The temporary change was made to provide flexibility for depository institutions to provide credit to households and businesses in light of the COVID-19 event.“

Das SLR ermöglichte US-Banken, weniger Eigenkapital auf ihre Assets vorhalten zu müssen, weil US-Staatsanleihen aus der Berechnung der Assets herausgerechnet wurden. Faktisch hatten die US-Banken damit mehr freie Liquidität. Die Entscheidung der Fed dürfte den Höhenflug der US-Banken vorerst beenden (gestern hatte die Aktien von JP Morgan und Goldman Sachs neue Allzeithochs erreicht). Besonders große „exposure“ an Finanzwerten hat übrigens der Russell 2000..

Politischer Druck auf die Fed von links

Wahrscheinlich ist, dass der politische Druck von eher links zu verortenden Abgeordneten der US-Demokraten diesen Schritt erzwungen hat – allen voran durch Elizabeth Warren und Sherrod Brown, beide Mitglied im Senate Banking Committee. Die beiden Abgeordneten hatten einen öffentlichen Aufruf gestartet und die Fed vor einer Verlängerung des SLR gewarnt. In dem Aufruf heißt es:

„It is inexcusable to provide Wall Street with deregulatory capital exemptions while allowing them to pay out tens of billions in capital every quarter through dividends and stock buybacks“.

Aus unserer Sicht unterschätzt die Wall Street, dass eher linke Positionen durch US-Präsident Biden berücksichtigt werden müssen – die Folge dürften stärkere Regulierungen der Finanzmärkte sein. Die Agenda dürfte lauten: Umverteilung von Wall Street zu Main Street! Und während Trump viel an die Wall Street verteilt hatte, wollen die regierenden US-Demokraten genau das rückgängig machen – wozu auch höhere Unternehmenssteuern gehören dürften!

Die Fed beendet SLR - politischer Druck!

 



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6 Kommentare

  1. Gerechnet habe ich damit nicht das die FED die SLR auslaufen lässt, wo man doch sonst immer alles macht was die Wall Street wünscht.

  2. Avatar

    @ Stiller User, ich habe genau gleich gedacht. Aber Powell hatte ja früher einmal gesagt er sei nicht der Fürsprecher der Aktienmärkte.
    Langsam drückt da hin und wann die eher linke Politik der Dems durch. Man hat ja auch schon von Steuererhöhungen gesprochen.Das Helikoptergeld muss ja auch irgendwann wieder eingesammelt werden.

  3. Da gehen also noch 300-700 Mrd aus dem Anleihenmarkt. Teile (85Mrd.?) sind wohl schon raus. Daher Rendite auf neudeutsch „up to the moon“.
    Dann am Monatsende noch rebalancing (ca 316 Mrd aus dem Anleihenmarkt). D.h. Rendite „up to mars“. – Wohin als nächstes?

  4. Das kommt zu spät.
    Erst wenn das Eis unter Dir geschmolzen ist, sieht man den Scheiß der da liegt.

    Also Hochwasser.

  5. Wie war das noch jedesmal vor einem Crash? Soviel ich weiss stiegen jedesmal vorher auch die Zinsen, nicht? Sogar im berühmten 1923er Thema war das so und alle Ökonomen sagen, den Fehler würden sie nie wieder machen… na dann… Geldflutung anwerfen die nächste Runde.

  6. Ja früher bei teilweise zweistelligen Zinsen konnte man nach Zinserhöhungen bei Bedarf auch wieder senken. Aber bei Null oder Negativzinsen sind Senkungen nutzlos oder sogar negativ. Mindestens die Amis wissen das .Wenn der Anlehenmarkt,der um einiges grösser ist als der Aktienmarkt, keine Erträge bringen ist es höchstens ein Nullsummenspiel.Zudem haben die Vorsorgewerke und institutionellen Anleger Vorschriften zum Halten von Anleihen und hohe Renditenziele.
    Googeln: In den USA sind Negativzinsen kein Thema.

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