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(Finanz-)Kapitalismus: Hatte Marx doch recht? Marktgeflüster (Video)

Hatte Karl Marx mit seiner Kritik am Kapitalismus nicht doch recht? Vielleicht ist es erst der Finanz-Kapitalismus, der zu der von Marx beschriebenen Akkumulation des Kapitals führt: dieses Kapital heißt heute Aktie, und durch Aktien werden einige wenige immer reicher. Die Theorie der Notenbanken lautet: wir machen das Geld billig, dann werden mehr Kredite vergeben, dadurch wird mehr investiert, wodurch Jobs und Wohlstand geschaffen wird. Schöne Theorie. Aber die Realität ist: das billige Geld nutzen Firmen zum Rückkauf eigener Aktien mittels steigender Verschuldung – dadurch gibt es weniger Aktien, wodurch wiederum der Gewinn pro Aktie steigt. Dadurch wiederum steigen die Aktien – was den Firmenchefs nutzt, aber der breiten Masse nicht, weil sich die Aktien in den Händen der Wenigen akkumulieren. Für die Nicht-Besitzenden gibt es dann Almosen in Form von Helikoptergeld..

Hinweis: Heute, 18.30Uhr Teil 2 der Serie Boom und Bust – „Der Crash – kommt er nie“?, u.a. mit Marc Friedrich – hier der Live-Link (in Browser eingeben):

https://www.youtube.com/watch?v=7-fW1xaJT70



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4 Kommentare

  1. Die Ursache sind aber wohl eher Politiker, die keine normalen Wirtschaftszyklen mehr zulassen wollten und daher zusammen mit willfährigen Notenbanken – angefangen mit Greenspan – begonnen haben Geld zu verteilten. Der böse Kapitalismus kann da eher weniger dafür.

  2. Avatar
    Karl Tieferblicker

    Der böse Kapitalismus kann sehr wohl etwas dafür. Beeinflusst und reguliert er doch seit jeher die Politik nach seinen Vorstellungen. Und sogar einmal angenommen, er würde das nicht tun, was legitimiert ihn, außerhalb und über dem Gesetz zu stehen? Steuern zu vermeiden, mit ständiger Entlassung von Arbeitskräften und Abwanderung ins Ausland zu drohen? Sich ständig über grundsätzliche Rechte wie Datenschutz und Mindestlohn hinwegzusetzen?

    Zu glauben, Politiker sind Ursache statt Marionetten, ist extrem naiv. 52 Jahre willfährige CDU in den 72 Jahren seit Gründung der BRD sprechen Bände. 72 Jahre CSU in Bayern ebenso, die meiste Zeit in königlicher Alleinherrschaft. Maximal mögliche Korruption und Seilschaften stets inklusive. Der Kapitalismus hat immer alle Krisen und Katastrophen gestärkt verlassen und ging entsprechend auch als einziger Sieger aus zwei Weltkriegen hervor.

    Die entscheidende Frage ist doch eher, wer hinter diesen abstrakten Begriff des Kapitalismus steckt, handelt und lenkt. Am Ende müssen es ja Menschen sein. Heutzutage sind es hauptsächlich Individuen, die den Weltraumtourismus der ausgebeuteten Erde vorziehen. Im Allgemeinen sind es verantwortungslose Geldsäcke in USA und verantwortungslose umgesiedelte Milliardäre in der Schweiz, die leider nie zur Verantwortung gezogen wurden und fröhlich weiter ihre Ränkespiele treiben.

  3. Moin, moin,

    kurz einige Anmerkungen:

    1. Der BRD-Bürger und die Aktie. Zwei Welten treffen aufeinander. Versuchen Sie einmal einem BRD-Bürger die Begriffe Vorsorge, Aktie und Sparpläne zu erklären. Keine Chance! Lieber Party, Konsum und Zigaretten. Wer als junger Mensch nicht lernt in Aktien zu sparen, der hat als alter Mensch verloren. Nur geht dann im Alter das Geschreie nach „sozialer Gerechtigkeit“ los. Welche Gerechtigkeit? Die Aktiensparer haben in jungen Jahren auf Konsum verzichtet, um im Alter etwas mehr zu haben und nun fordern die Party-Typen den gleichen Wohlstand? Hier stimmt doch etwas nicht!

    2. Grundeinkommen? Gibt es in der BRD schon lange. Es ist unter dem Begriff „Hartz4“ bekannt. Sanktionen sind hier so gut wie nicht möglich. Motto lautet hier, wer arbeitet ist selbst schuld. Schauen sie bitte einmal mit der Redaktion hier bpsw. in Eckernförde bei gutem Strandwetter vorbei. Am Vormittag nur „Freizeitartisten“, alles aus der Ecke H4, Alleinerziehend und Beamte im Homeoffice.

    3. Keine Arbeit vorhanden? Die Landwirte suchen, die Bauwirtschaft sucht, Reinigungsgewerbe, Gastronomie etc. pp. .Rechnen wir einmal 173 Tarifstunden im Monat mit dem Mindestlohn, dann kann man davon leben. Zwar ohne Luxus, aber auch ohne Belastung der Steuerzahler.

    Fazit: Der Steuerzahler hat keine Lust mehr jeden „sozialen“ Unfug zu zahlen, während er sich selbst durch seine 40-50 Stundenwoche quält.

  4. Alles schön und gut, solange die Betreiber der Werkbank der Welt mitspielen und lauter fleißige Hände da sind, um für unser Fantasiegeld zu arbeiten.

    Folgt man dem Artikel unten, trüben sind die Aussichten dafür langsam ein, sind also nicht mehr so rosig und selbstverständlich wie in letzten 20 Jahren:

    https://oilprice.com/Energy/Crude-Oil/Chinas-Changing-Policies-Could-Create-A-Huge-Oil-Demand-Deficit.html

    Vielleicht wird das ja die nächste große Geschichte für die Finanzmärkte nach COVID-19?

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