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Frist für Huawei-Blockade: Warum das für Qualcomm, Broadcom und Co keine Entwarnung ist

Redaktion

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Donald Trump hat Huawei auf die schwarze Liste gesetzt. Google reagierte bereits mit einem Entzug der Lizenz für Huawei. Auch andere US-Konzerne stellen Lieferungen an die Chinesen ein. Nun hat die US-Regierung eine 90 Tage laufende Frist veröffentlicht, eine Art Notlösung, um den Übergang zu erleichtern (hier der Originaltext).

Auf der einen Seite muss man sehen, dass Huawei bisher massiv von US-Chipherstellern abhängig war. Diese US-Blockade könnte nun zu einer zügigen Emanzipation führen. Man könnte versuchen auf den koreanischen Hersteller Samsung auszuweichen, und natürlich auch ein eigenes Betriebssystem zu bauen. Aber die Abhängigkeit von den Chips aus den USA war bisher sehr hoch. Es wird spannend sein zu sehen, ob Huawei über die in seinen Lagern vorhandenen Chips hinaus weiter reibungslos Smartphones produzieren kann, ganz ohne US-Lieferungen.

Was steht im aktuellen Text des US Commerce Department? Die 90 Tage-Frist soll beispielsweise helfen, dass Betreiber von Netzwerken mit Verwendung von Huawei-Produkten Zeit haben andere Lieferanten zu finden. Und bereits vorhandene Nutzer von Huawei-Handys sollen solange noch Support haben. Diese Übergangslösung von 90 Tagen gilt also nicht für die Verwendung von US-Technologie in „neuen Produkten“. Zitat:

“In short, this license will allow operations to continue for existing Huawei mobile phone users and rural broadband networks.”

Also dürfen US-Hersteller ab sofort sowieso keine Komponenten mehr liefern für die Herstellung neuer Handys. Von daher brauchen Hersteller in den USA jetzt eh nicht so zu tun, als würden sie von sich aus die Lieferungen an Huawei einstellen. Sie sind eh dazu gezwungen, auch schon jetzt in dieser 90tägigen Übergangsphase. Dies trifft natürlich in aller erster Linie US-Chiphersteller. Qualcomm und Broadcom als Giganten der Branche verlieren vermutlich um die fünf Prozent ihrer Umsätze.

Nach den 90 Tagen gilt die Huawei-Blockade der US-Regierung ja sowieso. Und egal ob nach Donald Trump nun ein neuer Präsident kommt, der die Uhr zurückdreht. Das Vertrauen der Chinesen in die Zuverlässigkeit der USA als Lieferant von Hightech-Komponenten für ihre Endfertigungen dürfte weg sein. Sie dürften mit Hochdruck daran arbeiten Lieferanten außerhalb der USA und auch außerhalb der US-Einflusszonen zu finden (also auch außerhalb Europas).

Was hat das langfristig zu bedeuten? Zahlreichen US-Konzernen werden Umsätze wegfallen. Und die kann man nicht mal eben so durch neue Geschäftsfelder ausgleichen. Man darf gespannt sein auf die nächsten Quartalszahlen der US-Chiphersteller, und in welcher Weise sie sich zu dieser Thematik äußern. Ihre Aktien dürften in naher und ferner Zukunft wohl kaum mit Buy-Ratings überschüttet werden! Also, Augen auf bei Chip-Aktien!

Qualcomm Chip
Qualcomm Chip. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Wie lange handeln Sie schon mit Aktien? – Werbung

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Lieber Börsianer,

sind Sie auch einer der zahlreichen Neu-Börsianer, die seit Ausbruch der Corona-Krise mit dem Aktienhandel begonnen haben? Wenn ja, dann beglückwünsche ich Sie zu diesem Entschluss.
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Die Millenials entdecken die Börse

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Doch es ist auch Vorsicht geboten. Viele Neu-Börsianer lassen sich vom Versprechen auf den schnellen Gewinn verführen. Manche vergessen, dass Sie mit echtem Geld agieren und lassen sich von den spielerisch gestalteten Apps der Online-Broker blenden.

Manchmal scheint es tatsächlich sehr einfach zu sein, an der Börse Geld zu verdienen. Doch vergessen Sie niemals: Die Flut hebt alle Boote. In Zeiten steigender Kurse, wie nach dem Corona-Crash am Anfang des Jahres, konnten Sie kaufen was…..

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