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Gabriel zu Trump: „Baut doch einfach bessere Autos“- und BMW hält an Mexiko-Plänen fest

Sigmar Gabriel bringt es auf den Punkt: Baut doch einfach bessere Autos, wenn ihr mehr davon auf deutschen Straßen sehen wollt! Und BMW zeigt, anders als die US-Autobauer, keinen vorauseilendem Gehorsam..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Während Donald Trump in dem Interview mit „Bild“ und der „Times“ alte Gewissheiten über die NATO und die EU radikal in Frage stellt und BMW mit saftigen Einfuhrzöllen droht, zeigt ich in Deutschland – anders als beim vorauseilendem Gehorsam der US-Autobauer – ein (neues?) Selbstbewusstsein. Trump hatte sich in dem Interview beschwert, dass in den USA viele Mercedes auf den Straßen zu sehen seien, in Deutschland dagegen praktisch keine Chevrolets.

Nun hat der deutsche Wirtschaftsminister und wahrscheinliche Kanzlerkandidat der SPD, Gabriel, die Aussagen Trumps locker gekontert: wenn die USA mehr Autos in Deutschland verkaufen wollten, sollten sie doch einfach bessere Autos bauen! Außerdem werde man selbst nicht stärker, indem man andere schwächer machen wolle. Eine 35% Einfuhrsteuer schade vor allem auch der amerikanischen Autoindustrie, weil viele Komponenten importiert werden müssten. Sobald Trump im Amt sei, werde er darüber hinaus realisieren, wie wirtschaftlich eng verflochten die USA und Deutschland seien.

Er unterschätze zwar nicht die Aussagen Trumps, empfehle aber, gelassen zu bleiben – auch die Chinesen, die bislang Hauptziel der Angriffe Trumps gewesen waren, hätten mit Gelassenheit reagiert, davon könne man lernen, so Gabriel weiter. Europa müsse nun Selbstbewusstsein zeigen, sich zusammen reißen und ebenso die eigenen Interessen betonen.


Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Foto: Olaf Kosinsky/Wikipedia (CC BY-SA 3.0 de)

Zu Trumps Aussagen zu dem „schweren Fehler“ Merkels, die Grenzen zu öffnen, sagte Gabriel: es gebe einen Zusammenhang zwischen den US-Interventionen im Nahen Osten, vor allem im Irak, und den Flüchtlingsbewegungen. Es hat lange genug gedauert, bis ein hochrangiger deutscher Politiker das endlich einmal ausspricht! Das ist ja faktisch mehr als dreist: die US-Politik destabilisiert den Nahen Osten, wir in Deutschland tragen dafür die Last, und eben nicht die USA, die maßgeblich zum Entstehen des Bürgerkriegs in Syrien beigetragen hat, weil man Assad stürzen wollte, um die Verbindung zwischen dem syrischen Diktator und der libanesischen Hisbollah zu zerschlagen.

Unterdessen hält BMW an seinen Plänen fest, das Werk in San Luis Potosi, Mexiko, bis 2019 zu Ende zu bauen. Die dort produzierten Autos der Serie 3 seien überwiegend für den Weltmarkt bestimmt, so heute ein Sprecher von BMW. Außerdem sei man ein Netto-Exporteur aus den USA: in dem größten BMW-Werk weltweit, in Spartansburg (South Carolina), seien in 2016 400.000 Autos produziert worden (mehr als die Hälfte für den Export), wodurch man 70.000 Jobs direkt oder indirekt (bei Zulieferern) sichere.

Ähnlich heute auch der Chef des Deutschen Autoverbands VDA, Matthias Wissmann: die USA sei für deutsche Autobauer ein bedeutender Standort, von dem aus in die Welt exportiert werde. Wer Einfuhrzölle verhänge, würde sich damit mittel- und langfristig selbst schaden.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Feldmaen

    16. Januar 2017 13:18 at 13:18

    Endich mal ein anständiges Statement aus der deutschen Politik und Wirtschaft! Trump wird ab Freitag von der Realität eingeholt werden, dass er kein König ist und keine Allmacht haben wird. Auch wenn Senat und Repräsentantenhaus republikanische Mehrheiten regieren…

    • Avatar

      gerd

      16. Januar 2017 13:28 at 13:28

      Wer von beiden macht wohl mehr hohle Sprüche und nur heiße Luft, Trump oder Gabriel?

      Gabriels Aussage mag bei einigen deutschen Bürgern gut ankommen, ist aber genauso erfolgversprechend wie die Aufforderung ’nun lach doch und sei einfach fröhlich` oder ’schlaf doch jetzt, du musst nur wollen‘

      Und was ist, wenn es die Amis nicht besser können?
      Oder wenn sie sich die solche stupiden Aussagen Gabriels beleidigt fühlen?
      Werden sie dann einsichtig in Sack und Asche gehen und aus purer Selbsterkenntnis auf Zölle verzichten?

      • Avatar

        Feldmaen

        16. Januar 2017 15:24 at 15:24

        Ach der Gabriel ist mir doch auch Latte, trotzdem haben seine Aussagen in diesem Fall einen gewissen Wahrheitsgehalt. Und Trump wird den meisten Gegenwind aus dem eigenen great Amerika again erfahren, da bin ich mir 100% sicher…

  2. Avatar

    m.d

    16. Januar 2017 13:19 at 13:19

    gott sei dank kommt mal ein bißchen schwung in die politische bühne. :)
    immer diese von lehrern vordiktierte, langweilige, auf papier geschriebene rhetorik. ist doch schön wenn mal gestippelt und gekniffen wird. da macht politik nachrichten zu lesen direkt mehr spaß :) :)

  3. Avatar

    m.d

    16. Januar 2017 13:24 at 13:24

    wenn die politiker so weiter machen, dann wird die nächste wahlbeteiligung definitiv höher ausfallen. der gabriel hat heute schon einige stimmen mobilisiert welche garnicht wählen wollten. meine ottonormalverdienermeinung :)

  4. Avatar

    flyingwilli

    16. Januar 2017 13:32 at 13:32

    Hey, endlich mal einer, der diesem selbsernannten Gott der Arbeitsplatzbeschaffung widerspricht! Hoffentlich macht das Schule!

    • Avatar

      Roland

      16. Januar 2017 14:01 at 14:01

      Das ist alles nur großes Getöse, um Wählerstimmen zu bekommen. Vorne rum wird viel versprochen und gesprochen und die Buschtrommel geschlagen und hintenrum weiß keiner mehr von was.. Unsere Politiker haben doch allesamt kein Rückgrat, das einer echten Belastung standhält. Die winden sich doch wie sie es brauchen. Oder hat einer von denen bei TTIP irgendwas dagegen gehalten ?! Das Problem ist nur, dass wir keine Alternativen haben, außer vielleicht eine Wagenknecht.

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    Günter Mertens

    16. Januar 2017 14:06 at 14:06

    So etwas nennt man politischen Opportunismus.
    Aber immerhin…

    Was mir nicht gefällt: Gabriels Nähe und Sympathie für Vladimir Putin.
    Hat er eventuell von ihm Besonnenheit und Gelassenheit gelernt? Will er etwas dessen Selbstbewusstsein und Führungsqualitäten übernehmen?
    Nicht das er deswegen noch in Schwierigkeiten gerät.
    Fragen über Fragen…

  6. Avatar

    Dreistein

    16. Januar 2017 14:34 at 14:34

    Zitat: wenn die USA mehr Autos in Deutschland verkaufen wollten, sollten sie doch einfach bessere Autos bauen! Die Amis bauen doch gute Autos, nur für den deutschen Markt nicht zu gebrauchen weil sie nun mal Spritfresser sind. Da der Ami aber nicht diese tollen Steuern wie Herr Schäuble nimmt können sich die Amis das leisten. Ansonsten habe die Wagen Komfort und sehen auch gut aus „Geschmacksache“, zudem kann man an den Wagen noch selber schrauben. Meiner Meinung nach steht der Deutsche dumm da und nicht der Ami. Wir sind die Exportnation die keine gute Binnenkonjunktur hat. Das dieser Opportunist Gabriel diese Sache angeht ist schon der Hammer, (oder haben wir bald Wahlen) obwohl er ja auch schon Lobbyist von VW war. Fazit wir hatten auf jedenfalls die bessere Schummel Software gelle.

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Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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am

Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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