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Gary Cohn: Steuersenkung finanziert sich selbst! Über den Glauben an widerlegte Wunder..

Wunder geschen immer wieder, aber sie sind meist auf diejenigen beschränkt, die an Wunder glauben! Eher nüchterne Zeitgenossen halten sich da lieber an Fakten oder an die Empirie. Nun aber sagt Gary Cohn, Trumps Wirtschaftsberater, ein Steuer-Wunder voraus und glaubt, dass erstmals in der Geschichte Steuersenkungen sich schon irgendwie selbst finanzieren..

FMW-Redaktion

Wunder geschen immer wieder, aber sie sind meist auf diejenigen beschränkt, die an Wunder glauben! Eher nüchterne Zeitgenossen halten sich da lieber an Fakten oder an die Empirie. Und diese Empirie, also die Erfahrung aus der Vergangenheit, zeigt wundersamerweise, dass genau das Wunder nicht passiert, also Steuersenkungen sich nicht selbst refinanzieren!

Aber wer an Trump glaubt, muss eben an Wunder glauben – was bei den Trump-Gläubigen wohl strikte Mentalitätsvoraussetzung ist, weil sie mit den Fakten so ihre Probleme haben und „alternative Fakten“ bevorzugen. Denn ihnen ist klar: wir glauben nur an die Statistiken, die wir selbst auch fälschen!

So offenkundig auch Gary Cohn, Wirtschaftsberater Trumps und einst heißester Kandidat auf den Posten des Fed-Chefs, bis er die alternative Fakten-Wahrnehmung Trumps bei den rechtsradikalen Ereignissen in Charlottesville zu kritisieren wagte und dadurch zum Häretiker des Trump-Kults wurde.

Nun aber will er scheinbar wieder zurück kehren in den Kreis der Gläubigen und sich rehabilitieren. Also sagt Cohn nun Sachen, die jeder vernünftige Ökonom nicht sagen würde, weil sie eben nicht der Fall sind. Im Falle Cohns: die Steuersenkung, die werde sich durch das zusätzliche Wachstum schon selbst wieder refinanzieren. Also eine Art Perpetuum mobile.

Cohn sagte vor wenigen Minuten in einem TV-Interview: es werde viel business in die USA zurück kehren, viele Jobs zurück kehren, und überhaupt werde man durch die Steuersenkungen sehr wettbewerbsfähig. Daher werde sich das alles schon selbst refinanzieren, ohne dass die Verschuldung damit steige.


Gary Cohn, vorher bei Goldman Sachs, jetzt ökonomischer Berater von Donald Trump.
Foto: World Economic Forum / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Selbst jene, die der Trumpschen Steuerreform sehr wohlwollend gegenüber stehen, sehen das anders. So etwa die Royal Bank of Canada in einer heutigen Analyse: zwar werde das US-Wachstum kräftig ausfallen, so die Bank, und vermutlich sogar kräftiger als normalerweise bei Steuersenkungen, die ja typischerweise meist als Reaktion auf eine Rezession oder kurz nach einer Rezession zu beobachten seien, während diesmal der Aufschwung schon in einer reifen Phase sei.

Aber da die Kosten für die Steuersenkungen bei zwei Billionen Dollar liegen dürften, wäre das US-Finanzministerium gezwungen, mehr Anleihen zu emittieren und würden die Zinsen gleichzeitig schneller steigen sowie die von den Investoren geforderten Risikoprämien für diese Anleihen, meint die Bank. Mit anderen Worten: Wachstum ja, aber selbst dieses starke Wachstum reicht nicht aus, weil gewissermaßen die Nebenkosten stark ansteigen.

Aber der Glaube an Wunder – in diesem Fall an die wundersame Selbstfinanzierung durch Steuersenkungen – stirbt bekanntlich zuletzt. Wobei es ja schon fast ein Wunder wäre angesichts der bisherigen Desaster um die Ersetzung von Obamacare etc., wenn diese Steuerreform wirklich kommen würde..



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2 Kommentare

  1. Und wenn man dann das Thema logisch zu Ende denkt, haben wir bald negative Steuern und alle sind glücklich. An die negativen Zinsen haben wir uns ja eh schon gewöhnt.

  2. Dürft ihr das überhaupt sagen?!

    Bitte wieder in zurück in Reihe und Glied der Markt- und Kapitalismusgläubigen!

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