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Warum der Gaspreis in 3 Tagen 20 Dollar fällt – erstaunliche Gelassenheit

Warum der Gaspreis in 3 Tagen 20 Dollar fällt? Es ist eine erstaunliche Gelassenheit. Kurzfristig gibt es einige Gründe zu nennen.

Gas-Flamme

Der europäische Terminmarkt-Gaspreis Dutch TTF notierte letzte Woche Donnerstag noch bei über 110 Euro. Heute sahen wir im Tief Preise unter 90 Euro – aktuell notiert der Kontrakt für die Lieferung im Juni bei 91,55 Euro. Woher kommt diese Schwäche in so kurzer Zeit? Denn noch Mitte letzter Woche war die Lage eine ganz andere. Russland hatte Polen und Bulgarien den Gashahn abgedreht, und im Zuge eines anstehenden Öl-Embargos der EU gegen Russland wächst die Angst, dass es entweder von der EU oder von russischer Seite auch ein Embargo oder einen Lieferstopp für Gas geben könnte.

Gaspreis fällt 20 Euro in 3 Handelstagen – die Gründe

Seit dem 6. April sieht man in der EU nun durchgehend ansteigende Lagerbestände für Gas. Das Wetter in Europa ist relativ warm, die Heizperiode ist beendet, und aus Russland fließt (noch) reichlich Gas nach Westeuropa. Und so ist es eben möglich, dass seit nunmehr vier Wochen täglich mehr Gas in den Tanks vorhanden ist. Laut Daten von Gas Infrastructure Europe waren die Lagertanks in der EU am 6. April im Schnitt zu 26,25 Prozent gefüllt – die aktuellsten Daten für den 8. Mai zeigen einen Füllstand von 36,8 Prozent. Da darf man schon mal durchpusten und etwas weniger Angst vor einer Angebotsverknappung haben?

Von den Experten Tom Marzec-Manser und Stephen Stapczynski gibt es aktuelle Aussagen, wonach auch eine gedämpfte Nachfrage nach Gas aus Asien eine Rolle spielt beim gesunkenen europäischen Gaspreis. Auch würden Händler die hohen Importe von Flüssiggas nach Europa berücksichtigen. Die LNG-Terminals in Europa würden sich füllen, und einige würden über ihre geplante Kapazität hinaus arbeiten. Man sehe in letzter Zeit sehr hohe tägliche Einspeisungen von Gas in die Speicher, was laut Tom Marzec-Manser bedeutet, dass das Risiko für eine Gasknappheit im kommenden Winter offensichtlich viel geringer ist.

Das große Risiko bleibt

Weiterhin bleibt das Risiko aber groß, dass der Gaspreis von jetzt auf gleich stark ansteigt. Man könnte auch von einer erstaunlichen Gelassenheit am Terminmarkt für Gas in Europa sprechen. Wladimir Putin hat gegenüber Bulgarien und Polen die Lieferungen von Gas einstellen lassen – vordergründig wegen angeblich nicht erfolgten Zahlungen in Rubel. In den nächsten Wochen, wenn Zahlungen größerer westlicher Abnehmer anstehen – wird Gazprom dann auch weitere Lieferungen einstellen? Dies könnte für einen ruckartigen Anstieg im Gaspreis sorgen. Wie gesagt: Auch schwebt als Damoklesschwert konstant das Risiko über dem Gasmarkt, dass die EU ein Öl-Embargo gegen Russland beschließt, und dann eine Eskalation einsetzt, die weitere Schritte auch bei Gas zur Folge hat.

Kursverlauf im Dutch TTF-Gaspreis in den letzten drei Monaten Chart zeigt Kursverlauf im Dutch TTF-Gaspreis in den letzten drei Monaten.



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5 Kommentare

  1. Nichts desto trotz, nutzen ALLE Produzenten und vor allem Händler und Zwischenhändler, auch von Energie unabhängigen Produkten die Situation aus und erhöhen drastisch und progressiv die Preise!
    Warum lässt das die Welt Gemeinschaft zu? Wieso wird dem kein Riegel vorgeschoben?
    Weil in den großen Konzernen und AG’s Politiker und deren Lobbyisten weiterhin für satte Gewinne und Ausschüttungen ihrer Wertpapiere gesichert haben wollen! Auch wenn es zur Folge hat, dass reichere Länder die Grundnahrungsmittel vom Weltmarkt abkaufen und den ärmeren nichts mehr bleibt, Unruhen, Bürgerkriege, noch mehr Spannungen und Krisen , noch viel mehr Rodung der Regenwälder, noch viel mehr Ackerflächen werden genutzt um Bioenergie zu gewinnen da es lukrativer ist als z.B. Weizen oder Sonnenblumen….

    Wenn der Großteil Welt verhungert , wird es auf uns im Westen Auswirkungen haben diese sind, wir werden nicht nur die kommenden Kriege bezahlen, auch den Wiederaufbau und die Ernährung dieser Menschen und wer zahlt das? Die Steuerzahler, allen voran Deutschlands! So wie es immer ist! Andere schicken Truppen und Material, Deutschland bezahlt! Aber werden wir noch was zum bezahlen haben?

  2. Mit geschürten Ängsten, seien sie nun berechtigt oder unberchtigt werden immer die besten Geschäfte erzielt, Versicherungsunternehmen können uns ein Lied davon singen und im Vorfeld agieren die Spekulanten. In der sogenannten freien Marktwirtschaft kann die „Weltgemeinschaft“ darauf auch nur mit kaufen oder nicht kaufen reagieren um die Preisspirale wieder einzufangen, und wer den Schaden hat, braucht sich um die Profiteure kein Sorgen mehr zu machen. Grundnahrungsmittel reizen zur Spekulation hingegen nur insoweit, als dass bei Knappheit derselben ihre Preise getrieben werden könnten, doch noch kann die Nachfrage auf weitere Sicht hin befriedigt werden, problematisch hingegen ist die gerechte Verteilung und die Gewinnung von Bioenergie aus landwirtschaftlichen Erzeugnisen, was auch nur von einem irrsinnigen Luxus Ertrag zeugt, der fürwahr, besser für eine nachhaltige Grundnahrungsmittelversorgung vorgehalten werden sollte, und für eine versäumte Energie und Umweltpolitik würden am Ende nicht nur wir Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, sondern die Auswirkungen könnten bei drastischer Entwicklung, weltweit und über Generationen hinweg, verheerende Auswirkungen nach sich ziehen.

  3. Nebelkerze,Nebelkerze ,Nebelkerze

    Ein Blick hierher Klick auf Internationale Preise und die Kontinente durchgeklickt,dann Europa ,alles in Euro.

    Dann wißt ihr alle, wie sie euch am Nasenring durch die Arena führen.

    https://www.benzinpreis.de/international/kontinente/asien

    Immer vor dem Hintergrund,daß die Aufstrebenden die Fossilen zum Discount aufkaufen.
    Die Europäer werden abgekocht ,von Amerika , vom Commonwealth und China ist das klar ,aber jetzt auch von den eigenen Leuten.

  4. So und jetzt ohne rosarote Brille.
    Mal angenommen die Erde erwärmt sich tatsächlich um ca.3 ° wie modelliert ,den ultimativen Nachweis gibt es sowieso erst wenns so wäre.
    Okay ,und jetzt ,was ist den dann ? Das trifft die reichen Länder garnicht ,sondern die armen Länder irgendwo anders. Bevor ein Afrikaner mit meinen Nahrungsmittel sein Kind füttert ,erschießen wir beide und füttern unsere Kinder,oder? Oder habe ich etwas nicht verstanden ,wenns ums Ganze geht? So schauts doch aus .
    Nur kunterbunt ist dann out.

    1. @Klempner, Das trifft die reichen Länder garnicht ,sondern die armen Länder irgendwo anders. Bevor ein Afrikaner mit meinen Nahrungsmittel sein Kind füttert ,erschießen wir beide und füttern unsere Kinder,oder?

      Es gibt in unserem Land inzwischen mehr als genug xenophobe Subjekte, die aus wesentlich geringeren Motiven nicht länger vor Gewalttaten, bis hin zum Mord, zurückschrecken. Ich hoffe, Sie gehören nicht dazu und belassen Ihre kranken Fantasien weiterhin im Reich der Theorie. Wir erschießen sicher nicht irgendwelche Eltern und Kinder, weil die Ihre Nahrungsmittel wegfuttern.

      Wenn sich die oberflächennahe durchschnittliche globale Temperatur um 3° C erhöht, trifft das die reichen Länder gar nicht. Was ist das denn für eine hirnrissige Behauptung? Glauben Sie, man sich von allem frei kaufen?
      Klar, wir bestechen mit genug Kohle die steigenden Meeresspiegel, die Erdrutsche, Überschwemmungen, Wirbelstürme, Seuchen, Krankheiten, Dürreperioden, Ernteausfälle, Flächenbrände, Trinkwasserknappheiten, Wüstenbildung und Waldsterben. Hey Jungs und Mädels, macht doch mal bitte einen Umweg um uns reiche Industrienationen und wütet gefälligst in der Dritten Welt.

      Eigentlich wollte ich auf derart dämliche Kommentare nicht länger eingehen oder antworten. Aber mit diesem Exemplar überschreiten Sie sowohl Grenzen des guten Geschmacks, als auch (populär)wissenschaftlicher Mindeststandards.
      Lieber kunterbunt als völkisch-blau(äugig), denn das ist wirklich out.

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