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Gaspreis bleibt entspannt – Lager steigen – warum aber Vorsicht geboten ist

Gas-Flamme auf einem Herd

Der europäische Terminmarkt-Gaspreis Dutch TTF (April-Lieferung) steigt auf aktuell 106,48 Euro, ein Plus von 5 Prozent gegenüber Freitag Abend. Dennoch bleibt die Lage im großen Bild entspannt auf diesem Preisniveau, wenn man es in Relation zu den letzten Wochen betrachtet. Im Chart sehen wir den Kursverlauf seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs am 23. Februar. Schauen wir auf die aktuelle Lage und ein möglicherweise wichtiges Ereignis in dieser Woche, welches den Markt für Gas außerordentlich beeinflussen könnte.

Lockdown in Shanghai als Entspannungsfaktor für den Gaspreis

Der aktuell verkündete Lockdown für Shanghai lässt vermuten, dass die Nachfrage nach Brennstoffen wie Gas oder Öl in China in den nächsten Wochen geringer ausfallen könnte. Folglich könnte dies für den Gaspreis ein entspannender Faktor sein.

Gaslager in Deutschland steigen an

Die Bestände der Gaslager in Deutschland legen seit einigen Tagen wieder zu. Seit Wochen sehen wir ein eher mildes Wetter in Deutschland, was die Gasnachfrage sinken lassen dürfte. Daher können sich die Lagerbestände für Gas erholen. Die Daten von „Gas Infrastructure Europe“ zeigen einen aktuellen Füllstand der Gaslager in Deutschland von 25,95 Prozent. Den tiefsten Stand der letzten Monate sah man am 18. März mit 24,57 Prozent. Seitdem ging es an 7 von 8 Tagen bergauf mit den Füllständen bis zum aktuellsten veröffentlichten Tag, dem letzten Samstag den 26. März. Dies mag derzeit die entspannte Lage im Gaspreis mit erklären. Russland liefert weiterhin Gas nach Europa, und hierzulande hat man nun die Winter-Heizperiode überstanden, ohne dass die große Katastrophe einer wirklichen Gas-Knappheit eingetreten ist.

Vorsicht – die Rubel-Umstellung steht an

Wir erinnern uns. Letzten Mittwoch verkündete Wladimir Putin, dass Russland für sein Gas nur noch Zahlungen in Rubel annehmen will. Die russische Zentralbank solle binnen einer Woche alle dafür notwendigen Schritte in die Wege leiten. Der Westen zeigt sich abweisend gegenüber diesem „Vertragsbruch“, da in den Verträgen Zahlungen zum Beispiel in Euro vereinbart sind. Nun würde diese einwöchige Frist für die russische Zentralbank übermorgen ablaufen. Aber geschieht schon früher etwas? Startet von russischer Seite die de facto Forderung von Rubel-Zahlungen? Der Westen bleibt auch stur, und Gas-Lieferungen bleiben aus – wäre so ein Szenario möglich? Bereits am Freitag warnten wir vor dieser großen Unsicherheit für den Gasmarkt. Was würde das dann für den Gaspreis bedeuten? Es ist völlig unklar, wie es bei dem Thema weitergeht, welche Seite sich durchsetzt, und wie stark der Gaspreis deswegen möglicherweise ansteigen könnte. Auf jeden Fall sollte man dieses Thema im Verlauf dieser Woche genau im Auge behalten.

Kursverlauf im Dutch TTF Gaspreis seit dem 23. Februar Kursverlauf im Dutch TTF Gaspreis seit dem 23. Februar.



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