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Gaspreis steigt kräftig – kalter Dezember – Ausspeicherung läuft

Gaspreis steigt kräftig, binnen zwei Wochen um gut 50 %. Der Dezember soll kälter werden als normalerweise. Die Ausspeicherung von Gas läuft.

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Jetzt nimmt die Ausspeicherung aber Fahrt auf. Für Dienstag zeigen die Daten von „Gas Infrastructure Europe“ einen sinkenden Füllstand der deutschen Gasspeicher von 0,36 Prozentpunkten. Für Montag war es ein Rückgang 0,29 Prozentpunkten. Am 13. November lag der Füllstand exakt bei 100,00 %, jetzt sind es 98,24 %. Daher steigt der Gaspreis – jetzt schlägt die Winterkälte zu, und die Heizungen werden aufgedreht, mehr Gas wird verbraucht.

Die Aussicht auf nun zügiger sinkende Füllstände der Gasspeicher sorgt für zunehmenden Aufwärtsdruck im Gaspreis. Wie gesagt, am 13. November waren die Gasspeicher maximal augelastet – und da notierte der europäische Terminmarkt-Gaspreis Dutch TTF noch unter 100 Euro pro Megawattstunde. Heute sehen wir einen Preis von 153 Euro – gegenüber gestern ein Plus von 4,5 %. Das Hoch lag heute Vormittag sogar bei 164,96 Euro! In den letzten Tagen ging es spürbar bergauf. Im Chart sehen wir den Kursverlauf der letzten zwölf Monate.

Kursverlauf im Dutch TTF-Gaspreis in den letzten 12 Monaten

Nach einem relativ milden November werden die Temperaturen in ganz Europa in diesem Monat wahrscheinlich drastisch sinken, und die Bedingungen könnten laut Maxar Technologies und Marex kühler als im Durchschnitt sein, so Bloomberg aktuell. Ein strenger Winter könnte den Kontinent anfälliger für weitere Versorgungsengpässe machen, nachdem Russland im Sommer den Großteil der Gaslieferungen über Pipelines unterbrochen hat. Flüssiggas (LNG) hat dazu beigetragen die fehlenden Lieferungen aufzufüllen und die Gasspeicher zu füllen, aber die Lagerbestände beginnen zu schrumpfen. Der Gaspreis sind mehr als viermal so hoch wie normal für diese Jahreszeit, was die Inflation anheizt und die Wirtschaft beeinträchtigt.

Wetterprognosen für Europa

Die Gasnachfrage für die Stromerzeugung könnte auch durch schlechte Windverhältnisse angekurbelt werden. Die Wettervorhersagen deuten laut Bloomberg auf ein mäßiges bis geringes Windkraftpotenzial für Großbritannien, Kontinentaleuropa und die nordischen Länder in den nächsten zwei Wochen hin.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben die Verbraucher aufgefordert Energie zu sparen um den Winter zu überstehen. Europa versucht auch die Infrastruktur für die Aufnahme von mehr LNG zu beschleunigen, wobei Deutschland voraussichtlich noch in diesem Monat seine ersten Importterminals bereitstellen wird. Sollte jedoch auch Asien von einem Kälteeinbruch heimgesucht werden, könnte die Nachfrage in der Region sprunghaft ansteigen und damit den Wettbewerb um Ladungen verschärfen, was den Gaspreis in die Höhe treiben könnte. Im Moment ist Chinas Appetit auf LNG angesichts der lahmen Wirtschaft und der hohen internationalen Preise begrenzt. Die LNG-Einfuhren sind bis Oktober um 22 % zurückgegangen.

FMW/Bloomberg



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2 Kommentare

  1. Alles gut, der Winter ist fast vorbei.

  2. Pingback: das-bewegt-die-welt.de

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