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Trotz schnell steigender Füllstände Gasspeicher könnten sich diesen Winter vollständig leeren – Verband warnt

Die Gasspeicher in Europa könnten sich diesen Winter vollständig leeren, so die aktuelle Warnung eines Verbandes.

Deutschlands größter Gasspeicher in Rehden

Die Gasspeicher in Deutschland waren zuletzt über 86 Prozent gefüllt, im EU-Schnitt waren es 82 Prozent. Die Ziele der Bundesregierung für die Auffüllung der Speicher bis zum Start des Winters werden womöglich schneller erreicht als gedacht. Dennoch könnte dies nicht reichen. Werfen wir einen Blick auf die aktuelle Meldung eines Branchenverbands.

Eurelectric warnt vor Leerung der Gasspeicher in diesem Winter

Angesichts gedrosselter Gasflüsse und zunehmender Knappheit auf dem Markt, was auf Versorgungsengpässe in der kommenden Heizsaison hindeutet, steigen die Energiepreise sprunghaft an. Ohne ausreichende Nachfragereduzierung könnten sich die Gasspeicher leeren, falls Russland die Lieferungen vollständig einstellt. Das zeigt laut aktueller Mitteilung das „Power Barometer 2022“ von „Eurelectric“, einem Branchenverband der europäischen Elektrizitätswirtschaft.

Als Russland seinen Griff auf Gas verschärfte, wurde das einst ruhige Verbrauchsgut laut Eurelectric zu einer lauten inflationären Kraft. Da Gas der vorherrschende Preissetzer auf dem Strommarkt ist, habe dies zu einem Anstieg der durchschnittlichen Day-Ahead-Strompreise um 532 % zwischen Januar 2021 und August 2022 geführt. Die Rekordpreise im Stromgroßhandel üben Druck auf den Endkundenmarkt aus. Besonders benachteiligte Kunden bekommen das zu spüren, denn Verträge, die 2022 in den Hauptstädten der EU abgeschlossen werden, sind 84 % teurer als 2021. Kristian Ruby, Generalsekretär von Eurelectric, sagt dazu:

„Die Hauptursache des Problems ist die Verknappung der Gasversorgung und unsere Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen. Die Regierungen sollten versuchen, dieses Problem anzugehen, anstatt auf verzerrende Ad-hoc-Eingriffe in den Strommarkt zurückzugreifen. Parallel dazu rufen wir zu sparsamen Maßnahmen auf, um im kommenden Winter Energie zu sparen. Diese Krise zeigt uns den wahren Wert von Energie. Europa muss sich auf einen harten Winter einstellen, und wir alle sollten uns darauf vorbereiten, unseren Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderung zu leisten.“

Putin sagt: Gebt uns Turbinen, dann läuft Nord Stream 1 wieder

Laut Bloomberg hat Russlands Präsident Wladimir Putin heute beim Eastern Economic Forum in Wladiwostok gesagt „Gebt uns Turbinen und wir schalten morgen Nord Stream ein, aber sie werden uns nichts geben“. Vorwürfe, Russland setze Gas als Energiewaffe ein, seien „Unsinn“, sagte Putin und fügte hinzu, eine mögliche Preisobergrenze für russisches Öl und Gas sei „eine weitere Dummheit“.

Industrie warnt vor Stromausfällen

Die Industrie warnt laut aktuellen Bloomberg-Aussagen vor weiteren Stromausfällen in den Wintermonaten und setzt die politischen Entscheidungsträger im Vorfeld eines Treffens der Energieminister am Freitag in Brüssel zunehmend unter Druck. Es sollen Notfallmaßnahmen ausgearbeitet werden, um die Auswirkungen der steigenden Strom- und Gaspreise auf Industrie, Unternehmen und Haushalte einzudämmen.

Nachdem Russland letzte Woche die Gaslieferungen über die Nord-Stream-Pipeline auf unbestimmte Zeit gestoppt hat, ist die Dringlichkeit zum Handeln noch größer geworden. Es wird erwartet, dass die EU unter anderem Maßnahmen vorschlägt, um bei der Preisgestaltung für Strom das Gas aus der übrigen Stromerzeugung herauszunehmen. Möglicherweise werden auch Steuern auf Gewinnüberschüsse eingeführt, um die Haushalte angesichts der explodierenden Kosten, der steigenden Inflation und der Rezession zu unterstützen.

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Scholz wirft Russland Erpressung vor

Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russland laut Bloomberg vorgeworfen, Deutschland und seine europäischen Partner durch die Unterbrechung von Gaslieferungen erpressen zu wollen, und hat ein offensichtliches Leck in einer wichtigen Pipeline als „Vorwand“ abgetan. „Russland könnte liefern, wenn es wollte“, sagte Scholz am Mittwoch laut dem Text einer Rede vor dem Bundestag in Berlin. Er sagte, Gazprom müsse lediglich eine Turbine für die Nord Stream 1-Verbindung anfordern, die sich in Deutschland befindet und nach einer Reparatur einsatzbereit ist.

FMW/Bloomberg/Eurelectric



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1 Kommentar

  1. Also will Scholz, Gas aus N1.
    Wenn es nicht so ein Kasperlesstück wäre, könnte man glauben, es ist wahr.
    N2 öffnen.
    Nein sagt der König.
    Des Kasperle zum König, i will, i braugs.
    Nein, sagt der König, du weisst das gefährliche Beissende Kroko…..na der Bär.
    Der Bär, i bin beleidigt Kasper, griegst kanns mehr.
    Das Theater ist eröffnet.
    Der letzte Akt kann beginnen……………..
    Ob das Kasperle, sei Hosn anhält…
    Ob der König sich gnädig zeigt…….
    Ob das Kroko..äh, der Bär erschossen wird……….
    DAS WEISS FUGMANN

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