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Reduzierte Gaslieferungen Gazprom: „Sanktionen machen Turbinen-Lieferung für Nord Stream 1 unmöglich“

Gazprom fällt es offenbar schwer gute Begründungen gegen die Turbinenlieferung zu finden.

Grafik für Gas-Pipeline

Der russische Gaskonzern Gazprom hat nun via Twitter klargemacht, dass es mit der von Siemens zu liefernden Turbine für die Pipeline Nord Stream 1 nicht mehr weiter geht. Man erinnere sich: Gestern trat Bundeskanzler Olaf Scholz medienwirksam vor genau dieser Turbine auf im Siemens-Werk in Mülheim, und beteuerte zusammen mit Siemens-Vertretern, dass die Turbine sofort geliefert werden kann, wenn der Abnehmer sie denn haben möchte. Gazprom sagt nun allerdings, dass das nicht geht aufgrund der westlichen Sanktionen gegen Russland. Auch die Tatsache, dass die „aktuelle Situation den seitens Siemens zu erfüllenden und immer noch geltenden Vertragsbedingungen widerspricht“, würden die Lieferung der Turbine für Nord Stream 1 nach Russland unmöglich machen.

Wo genau Gazprom ein Problem sieht, ist unklar. Denn Kanada hat die Turbine an Deutschland geliefert, und Deutschland möchte sie gerne nach Russland liefern. Also wo ist das Problem? Es wirkt in der Tat so, als falle es Gazprom derzeit schwer eine gute Ausrede zu finden, warum man die Turbine von Siemens nicht zurücknimmt. Derweil laufen die Gaslieferungen über Nord Stream 1 auf tiefem Niveau weiter. Ende Juli wurden die Liefermengen von 40 auf 20 Prozent der möchten Durchleitungskapazität reduziert. Sie liegen laut aktuellen Daten der Nord Stream AG derzeit bei konstanten 14,4 Millionen kWh/h.



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5 Kommentare

  1. Es gibt nicht nur westliche Sanktionen gegen Russland, sondern auch Sanktionen Russlands, gegen den Westen.
    Auf der einen Seite wird nun bemängelt, dass Russland auch die Sanktionen des Westens berücksichtigt, und auf der anderen Seite werden die Sanktionen gegen Russland vom Westen sehr genau beachtet, wenn es z. B. um N2 geht.
    Sogar so genau, dass man das selbe Gas, zum selben Preis, vom selben Lieferanten, in der selben Menge, von dem selben Ort, zum selben Ort, durch eine parallel laufende Röhre nicht nehmen will, sondern lieber sehende Auges in eine Kathastrophe läuft.
    Ist da Irre das richtige Wort?
    Aber noch eine andere Frage:
    Warum soll Russland überhaupt ein Land beliefern, dass seinen Kriegsgegner nicht nur mit Waffenlieferungen unterstützt?

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Ich habe das Ziel der Russen nicht verstanden. Sie könnten m.E. doch ganz unkompliziert sagen, wir wollen diese Turbine nicht mehr. Oder nur, wenn das Gas via N2 geliefert wird. Die Sanktionen sind doch von der G7 > Russland beschlossen. Russland könnete man in der aktuellen Situation „Vertragsbruch“ vorwerfen, Deutschland hingegen Bruch der Sanktionen. Wahrscheinlich gibt es hierfür eine Sonderregelung; was m.E. den Unsinn von Sanktionen aufzeigen würde. Könnte man „Nichtlieferungen“ auch sinnvoll sanktionieren?

      So wäre es dann auch möglich, dass die G7 weitere Sanktionen gegen den Russland erläßt, weil sie die Turbine nicht mehr wollen?

      Alles wenig durchdacht und wenig hilfreich. Aktuell ist Deutschland der wirklich und reale Verlierer. W enn nun schon Yanis Varoufakis Solidarität der EU-Länder mit Deutschland einfordert, dann wissen wir, dass die Deutschen in der EU wirklich nicht beliebt sind. Er spricht sogar von „Schadenfreude“.

  2. Ziehmlich simpel, Rusland besteht auf die Einhaltung der vom Westen eingeführten Sanktionen.
    Was eigentlich lustig ist, wenn es für die deutsche Bevölkerung nicht sooo traurig wäre.
    Denn die müssen bezahlen, was die deutschen ökonomischen Querdenker des Bundestages anrichten.
    Gruß Frank

    1. Hallo Frank, ohne Rechtsgrundlage hat die EU etwa 14 Milliarden Euro russisches Vermögen selbsherrlich eingefrohren.
      Warum sollte sich da Putin an Verträge halten, und den Leuten, die seine Kriegsgener auch noch mit Waffen beliefern, und deren Ziel es ist mit Sanktionen die russische Wirtschaft zu zerstören, Gas liefern?
      So naiv können nur grüne Spinner sein, die jetzt den Erfolg ihrer Sanktions- und Beschlagnahme zu spüren bekommen, und sich als Opfer aufspielen wollen.
      Einen „Erfolg“ gibt es schon.

      *Für Gaskunden wird es noch viel teurer*

      https://www.n-tv.de/23505761

      Und es wird (aus den verschiedensten Gründen) noch sehr, sehr viel teuer. Auch der Strom.

      Als ich hier vor über einem Jahr darauf hingewiesen habe, und auch geschrieben habe, dass ich meine Holzofen gestreichelt habe, kamen von den üblichen Kommentatoren die üblichen Beleidigungen.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    2. :-)

      Die Sanktionen sorgen für so viel Unsicherheit, dass eine normale Lieferanten-Kundenbeziehung für Gazprom nicht mehr möglich ist. Die Deutschen sind für die Russen nicht mehr geschäftsfähig. Am besten sie kaufen sich ihr Gas anderswo. Das wollen sie ohnehin? Na, um so besser. Sie können nicht? Schlecht für sie. Gazprom kann und wird sie zu retten.

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