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Gegen den Mainstream denken! Steen Jakobsens geniale Zukunftsprognosen

Brillante Analysen und Prognosen eines Querdenkers! Lesen!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Steen Jakobsen ist CIO der Saxo Bank – und als Querdenker bekannt, der sich dem Mainstream entzieht. Nun hat Jakobsen in einem Rundumschlag seine Sicht der Dinge auf den Punkt gebracht – und diese Sicht hat es in sich! Sein Artikel trägt den Titel „Steen´s Chronicle: All great things are simple..except right now“ – und wir möchten die deutschsprachigen Leser unbedingt mit diesen Thesen vertraut machen, die wir hier zusammenfassen!


Steen Jakobsen

Zunächst konstatiert Jakobsen vier Dinge:

– Der US-Dollar hat seinen Hochpunkt hinter sich und befindet sich nun am Beginn eines mehrjährigen Abwärtszyklus. Die USA als auch die gesamte Welt bräuchten einen schwächeren Dollar – die USA vor allem deshalb, weil das Geschäftsmodell des Landes sonst nicht mehr funktionieren würde

– Alles ist deflationär: Demografie, Technologie, Energie (weil die Preise bald stark fallen werden) und der gigantische globale Schuldenberg

– Der globale Kreditimpuls ist seit Ende 2016/Anfang 2017 rückläufig – und das wird sich mit einer Verzögerung von ca. neun Monaten beginnen auszuwirken (also praktisch jetzt!)

– Die US-Zinsen werden nicht mehr steigen, sondern wieder auf 0% fallen – daher werden die Renditen für die 10-jährige US-Staatsanleihe Ende2018/Anfang2019 auf 0% fallen. Der Grund: die Inflation in den USA wird nicht etwa auf 2% steigen, sondern weiter fallen. Dass die Fed das nicht erkennt und realisiert, liegt an ihrem dogmatischen Glauben an die Phillips-Kurve (die davon ausgeht, dass die Inflation anzieht, wenn der Arbeitsmarkt anzieht). Jakobsen aber sagt: es gibt angesichts des immensen technologischen Umbruchs keinen erkennbaren Zusammenhang mehr zwischen Inflation und Arbeitsmarkt – und weil die Notenbanken das nicht verstehen, wundern sie sich permanent, warum die Inflation einfach nicht mehr anzieht.

Vielmehr dominieren die deflationären Tendenzen klar. Ein Aspekt davon ist, dass von stark fallenden Energiepreisen auszugehen ist, Jakobsen erwartet in den nächsten Jahren einen Rückgang von 50%. Einer der Hauptgründe sieht Jakobsen im Siegeszug der Elektroautos, und es werde China sein, das hier den Unterschied ausmache: Pekings erste Priorität zur Bekämpfung der immensen Umweltverschmutzung und damit zur Erhaltung des sozialen Friedens im Lande sei die Durchsetzung der Elektromobilität. Da Autos für 55% des weltweiten Benzin- und Dieselverbrauchs stehen, wird die Nachfrage nach diesen verarbeiteten Ölprodukten massiv fallen.

Überhaupt sieht Jakobsen in Asien den entscheidenden Treiber: derzeit leben vier Milliarden Menschen auf diesem Kontinent, im Jahr 2050 werden es fünf Milliarden sein. In diesen Märkten aber haben die US-Tech-Giganten wie Amazon, Facebook und Google entweder keinen oder nur einen sehr geringen Marktanteil. Sehe man sich etwa Amazon an: wer die Aktie kaufe, bezahle für den Gewinn der nächsten 30 Jahre – und das sei alles andere als ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis angesichts der Tatsache, dass Amazon in den Wachstums-Märkten der Zukunft nicht wirklich präsent sei! Die US-Tech-Aktien seien weitgehend im Einklang mit der Fed-Bilanz gewachsen – doch jetzt komme von dieser Seite wenn überhaupt Gegenwind, da die Fed die Bilanz reduzieren wolle.

A propos Notenbanken: die Bank of Canada, die kürzlich für die Märkte überraschenderweise die Zinsen angehoben habe, sei die einzige Notenbank, die nicht dogmatisch an die Wirksamkeit der Phillips-Kurve glaube: sie habe, losgelöst von der Fed, nun schon zweimal die Zinsen angehoben, weil sie die Hausblase bekämpfen wolle (Kanadas Hauspreise sind zum Vorjahr um 13% gestiegen, im Vergleich zum Jahr 2000 um 200%!). Damit gehe die Bank of Canada voran: sie bekämpfe Blasen, während die Fed und die EZB sich noch nur wunderten, warum die Inflation nicht anziehen will!

Und die letzte und vielleicht wichtigste Empfehlung von Jakobsen: trauen sie den aktuellen Wirtschaftsdaten nicht, die doch eigentlich so gut aussehen. Der Grund: sie sind nur das (verzögerte) Produkt von Dingen, die vor neun Monaten passierten, als der globale Kreditimpuls seinen Hochpunkt erreicht habe. Da Kredite mit zeitlicher Verzögerung (neun bis 12 Monate) in die Realwirtschaft wirken, haben wir jetzt auch bei den Konjunkturdaten einen Hochpunkt. Aber nun beginne der globale Abschwung:


Grafik: Saxo Bank

Das immense Wachstum des Kreditimpulses sei vor allem von der EZB und von China ausgegangen. Aber die EZB werde tapern, China habe Kredite stark gedrosselt, die Fed werde ihre Bilanzsumme reduzieren. Da die Auswirkungen des deutlich verringerten Kreditimpulses mit neun bis 12 Monaten Verzögerung in der Realwirtschaft ankommen, sieht Jakobsen in der Periode zwischen Oktober 2017 und März 2018 eine deutliche Abkühlung der globalen Wirtschaft!

Sein eigenes Portfolio sieht derzeit übrigens so aus:

Aktien: 10% (vor allem Gold und Minenwerte)
Anleihen: 25% (neutral gewichtet)
Rohstoffe: 25% (neutral gewichtet)
Cash: 40% (übergewichtet)

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    8. September 2017 12:43 at 12:43

    Interessante Ansicht, übrigens auch der Superbär Albert Edwards sieht bei der nächsten Rezession US Anleihen mit 0 % Rendite,allerdings sieht er drastische Korrekturen bei den Aktien,höre hier nichts von Steen Jakobsens in Bezug auf Aktien ?
    Meine Beobachtung:
    Nach der Trump Wahl sind Aktien ,Zinsen u.der Dollar gestiegen.Nach diversen Enttäuschungen sind die Zinsen/ Anleihen wieder etwa auf Vorwahlniveau gefallen, der Dollar sogar tiefer, EINZIG DIE US -AKTIEN STEIGEN WEITER ,WAS AUCH DER DONALD MACHT ODER NICHT MACHT, wie lange noch ? ,übrigens hat es jedes Jahr 1-2Korrekturen gegeben, unter Trump gibt es nur steigende Börsen u.Schulden? ?

  2. Avatar

    Gerd

    8. September 2017 12:45 at 12:45

    „Und die letzte und vielleicht wichtigste Empfehlung von Jakobsen: trauen sie den aktuellen Wirtschaftsdaten nicht, die doch eigentlich so gut aussehen.“

    So geht es mir mit den Daten zur Preisveränderung. Von wegen wir haben keine Inflation.
    Alles was wir wirklich brauchen, wird teurer. Dach übern Kopf, dass wir wissen, wo wir hingehören. Essen aufm Teller, dass der Magen nicht knurrt.
    Strom, damit der Tesla fährt. Fahrkarten, falls bei Stromausfall (wie in Texas u.s.w.) der Tesla doch nicht fährt.

    Was braucht man nicht unbedingt? Immer noch mal mehr hochauflösende Fernseher. Breitbandgeschwindigkeit von z.b. 200Mb plus. Noch mehr Festplattenspeicher und noch schnellere Prozessoren. Was ja grundsätzlich alles nicht schlecht ist, wenn es nicht dazu führte, die Inflationsrate optisch zu drücken, weil technische Verbesserungen bei gleichbleibenden Preisen als Preisrückgang gewertet wird.

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    Wolfgang M.

    8. September 2017 13:43 at 13:43

    Was mich an der Vorhersage des raschen Siegeszugs der E-Mobilität und damit verbunden dem Rückgang des Ölverbrauchs stört, ist die tatsächliche Faktenlage. Wir haben derzeit 1,1 Mrd. Kraftfahrzeuge weltweit. Davon werden gewiss 50 – 100 Mio jährlich, auch aus umweltpolitischen Gründen, verschrottet. Laut IEA wurden 2016 weltweit 750 000 Elektro- und Hybridfahrzeuge zugelassen, der Bestand weltweit beläuft sich auf 2 Mio Fahrzeugen. 2020 sollen nach deren Berechnungen 9-20 Mio Kfz elektrisch fahren (dabei ist schon die 1Mio Tesla beinhaltet, die E. Musk in Aussicht gestellt hat). Also werden dann über 50 Mio Neuzulassungen konventionell betrieben, der Alt-Bestand von 1Mrd. sowieso. Außerdem gibt es Studien, dass die Gesamtzahl der Kfz durch die Entwicklungsländer bis 2030 noch deutlich steigen soll. Was ich damit sagen will. Auch wenn das E-Auto seinen Siegeszug fortsetzen kann, kann der Ölverbrauch aufgrund der unglaublich großen Zahl von Verbrennern weltweit kaum schnell abnehmen, selbst bei einer Vervielfältigung der E-Mobilität. Für das Klima bedarf es weiterer flankierender Maßnahmen (Schiffe, Flugzeuge, Ölheizungen).

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    Columbo

    8. September 2017 13:51 at 13:51

    „Rückgang der Energiepreise um 50%…Siegeszug der Elektroautos…Durchsetzung der Elektromobilität zur Erhaltung des sozialen Friedens in Peking“.
    Unlogisch und blauäugig! Wenn die Energiepreise um 50% zurückgehen, wer will dann noch Elektromobilität, da wird dann in saubere Verbrennungsmotoren investiert, ist billiger und effektiver. Eine Diktatur wie China interessiert doch nicht der soziale Friede, der wird einfach durchgesetzt.

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      Gerd

      8. September 2017 14:01 at 14:01

      So sehe ich es auch. Und wenn von lebensgefährliche Luftverhältnissen in Peking berichtet wurde, ging es immer um die Feinstaubwerte, nie um Stickoxid. Und wie ich schon mal darlegte, produziert ein Elektroauto gegenüber einem herkömmlichen leider auch nur rund 15% Staub.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        8. September 2017 14:21 at 14:21

        @Gerd und andere, die Elekroauto-These ist doch nur ein Aspekt; man sollte die Diskussione nicht nur auf diesen Bereich verengen..wichtiger sind m.E. seine Aussagen zu Kreditimpuls und Deflation!

        • Avatar

          Denker

          8. September 2017 19:59 at 19:59

          Kurz und gut,…das Ponzischema hat fertig. Punkt. …alles andere ist Wirtschaftsnebelkerzenkauderwelch.

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      Michael

      8. September 2017 22:09 at 22:09

      Solange der Wahn bei der Motorenentwicklung anhält, noch mehr Leistung bei einem gleichbleibenden realen Durchschnittsverbrauch von 10 bis 14 Litern pro 100 km herauszukitzeln, kann man nicht von sauberen Verbrennungsmotoren sprechen. Nicht im Ansatz!!!
      Würde die Entwicklung dahingehen, dass man sich mit der bisherigen sinnlos übertriebenen Motorenleistung für ein durchschnittliches Mittelklasse-Auto begnügt und dafür den Verbrauch auf 3 Liter senkt, könnte man von sauber sprechen.
      Gesetzt den Fall, die Leute hörten auf, massenweise 14- bis 18-Liter SUVs zu kaufen…

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        Petkov

        9. September 2017 08:25 at 08:25

        Na ja, 18l DIESEL bei einem modernen SUV ist wirklich sehr übertrieben. Sagen wir lieber 8-10. Reeller Verbrauch natürlich. Bei Benzinern könnten Sie Recht haben. Ich weiß nicht, wie es die neokommunistische Propagandamaschinerie in Deutschland immer wieder schafft, die Diskussion hinterfotzig geschickt an die einzige praktikable Interimslösung für die nächsten 20 Jahre zu führen: Gasautos (allerdings nicht Erdgas, da die Umrüstung zu teuer ist, sondern Propan-Butan (LPG)). Gleiche Reichweite, extrem ausgereifte, günstige Technologie, LPG ist mindestens so sicher wie Benzin und ZWEIMAL günstiger, kein Feinstaub, extrem niedeige Schadstoffemissionen, weniger CO2 usw. usw. Halb Europa löst so das Problem mit der Luftverschmutzung und die Bürger sparen zusätzlich Geld.

        Aber in Deutschland schafft man lieber zuerst den Diesel, dann den Benziner ab, gefährdet damit massiv die wichtigste Industrie des Landes, ohne irgendeine praktikable Alternative oder zumindest eine realistische Idee, wie es weitergeht, zu haben. Gleichzeitig aber 1,5 Millionen ungebildete, islam-konservative junge Männer ins Land lassen, die ein angebliches Fachkräfteproblem lösen sollen. Das deutsche Volk neigt wirklich dazu, sich alle 60-70 Jahre von FührerInnen zerstören zu lassen und traut sich nach wie vor nicht das Maul aufzumachen, weil es sich so „nicht gehört“. „Die da oben sind zuständig, ich nicht.“ Einfach die Kernlehre von der Geschichte nicht gezogen.

        • Avatar

          Gerd

          9. September 2017 12:41 at 12:41

          Hallihallo, Petkov,

          –Feinstaub (nicht Stickoxyd):
          kommt beim KFZ zu rund 85% n i c h t aus dem Auspuff sondern entstehen durch Abrieb von Reifen, Bremsbelag, Straßenbelag und aufgewirbelten Staubpartikeln. Ein Elektro- oder Gasauto reduziert diesen Mist also leider auch nur um rund 15%.
          Die großen SUVs verursachen nicht nur bei der Herstellung viel Ungutes, verbrauchen nicht nur relativ mehr Energie während des Betriebs sondern haben aufgrund ihr dicken Reifen auch noch sehr viel mehr Reifenabrieb. Und das ist leider auch bei Elektro- oder Gasantrieb-SUVs nicht anders.

          Was würde helfen?
          Langsamer fahren, aber vor allen Dingen weniger fahren.
          Weniger fahren als Einzelner und besonders die Anzahl der fahrenden Menschen reduzieren.

          –off topic, und doch zu Ihrem Thema passend:
          ‚die Grünen‘ sind (wie ‚die Linke‘) auch auf der Suche, die Quadratur des Kreises hinzukriegen. Außer jetzt direkt vor der Wahl würden die es sonst jederzeit gut heißen, wenn noch weitere Zig Millionen ins Land strömen würden. O.k.
          Im Wahlkampf verhalten sie sich anders. Gestern protestierten sie in München gegen die zunehmende und nicht mehr hinnehmbare Versiegelung der Landschaft. O.k.
          Je mehr Menschen im Land leben, desto umweltfreundlicher und naturbelassener wird die Landschaft demnach!?
          Ist das bewusste Menschenverdummung oder haben die grüne Tinte gesoffen und glauben sowas selber?

          –Verkehrsdreck und Landschaftszubau:
          Je weniger Menschen im Land wären, desto mehr freie Wohnungen gäbe es – auch ohne Landschaften mit zusätzlichen Neubaugebieten einzubetonieren – umso weniger Arbeitnehmer wären gezwungen außerhalb zu wohnen und zu pendeln und umso weniger Straßen müssten vorhanden sein. Das hieße weniger Verkehrsemissionen und weniger Landschaftsversiegelung. Und das beide zugleich.
          Und umgekehrt gilt – leider – das Gegenteil.

          • Avatar

            Petkov

            10. September 2017 09:17 at 09:17

            Es ist alles richtig, was Sie sagen, lieber Gerd. Aber das schmälert nicht die Gültigkeit meiner Aussagen. Zu SUVs kann man stehen wie man will (und jede Haltung wäre gerechtfertigt). Fakt ist, diese Brummer tragen aktuell absolut entscheidend zum Erfolg der wichtigsten deutschen Industrie bei.

            Und zu den Gasautos: ich rede nicht nur von Feinstaub, sondern von Schadstoffen allgemein. Und da sind LPG-Autos (nicht Erdgas) für die nächste Zeit bis zur Batterierevolution alternativlos :-)

  5. Avatar

    Steve

    8. September 2017 23:50 at 23:50

    Ich wette dagegen !

    Energiepreise sinken ? Hahaaa erstmal gibts nen fetten Aufschlag für den AKWrückbau .

    50% Rückgang =50% Steuerausfall .LoooL
    Im leben nicht .
    Einen Kasten Bier dagegen !

    Welcher Siegeszug ?
    Massiver Rückgang bei Benzin (sagen wir mal 10%) hiesse ein massiver Zuwachs an eAutos. In D wären das mehrere Millionen .
    Wer soll die kaufen …die 450€ jobber ?!
    Generation Smartphone die ohne APP nicht den Einkauf geregelt bekommen ?!

    ZWEI Kästen dagegen !

    Bevölkerung in China : blaaa
    Herr Horx hat schon vor Jahren mit damals aktuellen geburtenzahlen errechnet , das die Bevölkerung singen wird in china und japan .
    Die viel-kind-familie stirbt.
    Nachfolgend ist die einKindGeneration .
    >>50%reduzierung . einfache Rechnung .

    Die Zinsen werden nicht steigen ..wow innovativ .
    Hat das nicht ein Herr fugmann schon vor einiger Zeit gesagt ?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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