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Der schwache US-Dollar und seine vielen Facetten in Charts

Der US-Dollar auf Basis des Dollar-Index (Währungskorb gegen andere Währungen) hat den tiefsten Stand seit Anfang 2015 erreicht. Dafür sind diverse Faktoren verantwortlich. Zuletzt schwächelte er immer mehr aufgrund…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der US-Dollar auf Basis des Dollar-Index (Währungskorb gegen andere Währungen) hat den tiefsten Stand seit Anfang 2015 erreicht. Dafür sind diverse Faktoren verantwortlich. Zuletzt schwächelte er immer mehr aufgrund von Norkorea, Hurrikan Irma, und gestern der EZB. Investoren gehen wohl verstärkt davon aus, dass die EZB im Oktober endlich konkrete Pläne für die Drosselung der Anleihekäufe präsentieren wird, weil Mario Draghi ja gestern solche Andeutungen machte.

Dann folgte gestern die Andeutung von Donald Trump man könne doch einfach die ganze Sache mit der Schuldenobergrenze abschaffen. Natürlich geht das nicht so einfach, aber mal ehrlich: Die Abschaffung dieser (lästigen?) Grenze wäre eine tolle Sache für Republikaner und Demokraten, die ja beide ständig Ärger damit haben – je nachdem, wer gerade regiert. Dann könnte man endlich noch viel mehr Schulden machen als ohnehin schon, und könnte so richtig auf die Tube drücken, ohne Rücksicht auf irgendwelche Nörgler, die wirre Dinge erzählen wie „nur ausgeben, was man vorher eingenommen hat“. Eines ist klar: Eine zügellose Schuldenausweitung schwächt den US-Dollar, und nur die einfache Andeutung der Abschaffung dieser Begrenzung schwächt ihn aktuell noch weiter.

Im folgenden Chart sieht man den Verlauf des Dollar-Index seit 2013. Nun hat man den tiefsten Punkt seit Anfang 2015 erreicht.

Da der Euro im Dollar-Index als Gegenwährung stark gewichtet ist, verläuft der Dollar-Index im folgenden Chart ziemlich genau entgegensetzt zum Euro vs US-Dollar (EURUSD). Seit 2014 stieg der Dollar bis Ende 2016, um seitdem deutlich zu fallen. Der Euro verläuft genau entgegengesetzt.

Im folgenden Chart ebenfalls seit 2013 sieht man den Dollar in orange. Gold und Silber (schwarz und blau) haben zuletzt durch den schwachen Dollar an Auftrieb gewonnen, wobei Silber noch mehr Nachholbedarf zu haben scheint.

Im folgenden Chartverlauf haben wir in orange den Dollar-Index dargestellt seit 2013, in Relation zum Währungspaar US-Dollar vs türkische Lira (USDTRY). Gegen die Lira verliert der Dollar zwar auch, aber nicht so stark wie in Relation zu den großen Hauptwährungen, die den Währungskorb des Dollar-Index ausmachen. Das liegt an der Unsicherheit in Sachen Türkei/Erdogan, die auch immer noch gegen die Lira drückt.

Im folgenden Chart sieht man den Dollar-Index in blau seit 2013. In Relation dazu stehen der US-Dollar gegen den russischen Rubel und der US-Dollar gegen den südafrikanischen Rand. Gegen beide Währungen hatte der Dollar schon vor einem Jahr begonnen zu schwächeln.

Und hier noch einmal der Dollar-Index in einem kürzeren Zeitraum seit September 2016. Rot eingekreist ist die US-Wahl im November. Danach stieg der Index von 97,80 auf 103,80 genau bis Ende 2016. Von da an ging es nach der ersten Trump-Euphorie im Zuge des Einsetzens der Realität von Trumps Präsidentschaft immer weiter bergab auf jetzt 91,25 Indexpunkte. Wie gesagt, die EZB pusht die Lage weiter durch fehlende Aussagen, die den Euro schwächen könnten – von daher steigt der Euro, und der Dollar schwächelt.

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

In der Coronakrise entdecken die Deutschen plötzlich Aktien

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