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Goldman zu Öl: Kurzfristig optimistisch, aber in 2018 und 2019 eher Preise von unter 50 Dollar

FMW-Redaktion

Goldman Sachs hat heute seine Prognose für den Ölpreis angepasst. Die wichtigste Aussage lautet: Die stark gesunkenen Produktionskosten der Fracker in den USA werden in den nächsten Jahren für immer mehr Angebotsmenge sorgen! Auch sieht Goldman es problematisch, was denn passieren wird, wenn die Fördermengenkürzungen der OPEC im März 2018 auslaufen. Dann nämlich würden (logischerweise) diese Mengen zum globalen Angebot wieder hinzugefügt werden.

Wenn man die Steigerungen der Fracker und die der OPEC zusammenrechne, könnte die Angebotsmenge nur zwischen den Jahren 2018 und 2020 um 1,0-1,3 Millionen Barrels pro Tag steigen. Daher sieht Goldman den WTI-Ölpreis in 2018 und 2019 in einer Range von 45-50 Dollar.

Kurzfristig sei man aber deutlich optimistischer. Einerseits beginne am kommenden Wochenende in den USA die sogenannte „Driving Season“, wo also die Urlauber und Feiertagsausflügler viel zu Besuchen sind und mit dem Auto in Urlaub fahren. Auch von anderen Analysten hört man, dass der Verbrauch dieses Jahr sehr hoch sein könnte. Die „American Automobile Association“ ist der Meinung, dass die Amerikaner am bevorstehenden Memorial Day-Wochenende so viel fahren werden wie seit 12 Jahren nicht mehr. Naja, sagen wir mal so: Vielleicht bringt das kurzfristig was für den Öl-Future, für eine oder zwei Wochen? Oder nur für ein zwei Tage?

Hinzu kommt für das laufende Jahr, dass Goldman an die kurzfristige Normalisierung der Lagerbestände zu glauben scheint. Man scheint kurzfristig optimistisch zu sein. Aber wohl aufgrund des aktuell viel tieferen Preisniveaus senkt man heute die Erwartungen für den Jahresdurchschnitt beim WTI-Preis auf 52,39 Dollar nach bisherigen Schätzungen von 54,80 Dollar. Brent soll bei 55,39 Dollar liegen nach bisherigen Schätzungen von 56,76 Dollar. Es klingt paradox bei Optimismus die Preiserwartungen zu senken, aber es geht eben um Jahresdurchschnittspreise. Und wenn die bisherigen Preise zu niedrig waren, muss man wohl trotz Optimismus die Preiserwartung senken.

Im Chart sieht man gut den Absturz im Ölpreis nach der OPEC-Verkündung vom letzten Donnerstag. Eine Enttäuschung, dass es nur bei 9 Monaten Kürzungsverlängerung blieb bei gleicher Menge wie vorher. Aktuell lässt sich der Ölpreis etwas von Goldman nach unten ziehen um gut 0,30 Dollar auf 49,28 Dollar. Das ist eher ein kleine unbedeutende Bewegung, aber im Augenblick scheint der Markt eh weiter hin und her gerissen zu sein zwischen Long- und Short-Argumenten. Man klebt weiter an der 50 Dollar-Marke beim WTI.


Der WTI-Ölpreis seit dem 23. Mai.



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1 Kommentar

  1. Bei solchen „Prognosen“ der Finanzweltler habe ich immer sofort so einen Reim im Kopf:

    „Kommt von irgendwo ein Krieglein her, hilfts dem Ölpreis doch gleich sehr.“

    Wäre ja nicht das erste Mal, dass gaaaanz zufällig ein Amerikaner aus saudicher Verbundenheit irgendwo ein bisschen zündelt. Was haben die sich gefreut, als die Ölquellen brannten damals im Irak, oder war es Kuwait, egal…

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