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Goldman Sachs Trading-Empfehlungen für 2017

Im Vorjahr gingen die Prognosen von Goldman Sachs für das Jahr 2016 furchtbar in die Hose. Aber die Trading-Empfehlungen der Goldmänner für 2017 sehen aus unserer Sicht deutlich besser aus!

FMW-Redaktion

Wir erinnern uns alle an die Prognosen und Trading-Empfehlungen von Goldman Sachs für das Jahr 2016 – und die waren, gelinde gesagt, eine Katastrophe (ebenso wie die Prognosen der Goldmänner zur Fußball-EM). Verkürzt gesagt bestand der grundlegende Fehler bei den Prognosen von Goldman Sachs darin, dass man die Bereitschaft der Fed, die Zinsen anzuheben, stark überschätzt hatte. Und ist die Grundannahme falsch, dann sind es logischerweise auch die Schlußfolgerungen daraus! Fünf der sechs Top-Empfehlungen der Goldmänner wurden daher herbe und ziemlich zeitig ausgestoppt..

Aber wer einmal irrt, muß nicht immer irren! Wir prognostizieren bei Ansicht der Thesen Goldmans daher, dass die Amerikaner mit ihren Prognosen und Trading-Empfehlungen für 2017 deutlich besser liegen werden! Goldman behält einige Ideen aus dem Vorjahr bei, dazu kommen jedoch auch einige neue Empfehlungen.

Zunächst sieht Goldman den Dollar weiter auf dem Vormarsch. Interessant dabei ist aber, dass die Stärke des Greenback nicht mehr direkt mit der Fed-Bereitschaft zur Zinsanhebung begründet wird (jetzt, da die Fed wirklich bereit scheint die Zinsen anzuheben!), sondern mit der Welle populistischer Bewegungen in der Welt.

Während in Europa die politische Unsicherheit zunehme mit dem Referendum in Italien und den Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden im Jahr 2017 (mit negativen Wirkungen auf den Euro), sei die Lage in den USA jetzt komplett anders nach dem Sieg Trumps: hohe Wahrscheinlichkeit für fiskalischen Stimulus, mehr Protektionismus und Kontrolle der Immigration werde die Inflation anheizen, auf die wiederum die Fed durch eine restriktivere Geldpolitik reagieren müsse. Der Dollar werde daher sowohl zum Euro als auch zum Pfund um weitere 10% steigen (auf Sicht von 12 Monaten). Das Risiko für diese Einschätzung sieht Goldman in der Möglichkeit, dass die EZB Tapering betreiben könnte (Euro), und dass das Triggern des Artikels 50 des Lissabonner Verrags sich deutlich verzögere (Pfund).

Die zweite Prognose der Goldmänner ist eine weitere Abwertung des Yuan zum US-Dollar bis 7,07 Dollar zum Yuan, im Extrem auch bis 7,30. In einem Umfeld eines steigenden Dollar müsse Peking versuchen, den Yuan gegenüber anderen Währungen stabil zu halten – was das Risiko weitere Kapitalabflüsse aus dem Reich der Mitte stark erhöhe.

Interessant findet Goldman hingegen (als dritte Prognose) die Währungen und Aktienmärkte Polens, Indiens und auch Brasiliens (vor allem weil die ersten beiden wenig abhängig von China seien). Hier erwarten die Goldmänner deutliche Zugewinne sowohl bei Aktien als auch den Landeswährungen.

Bei US-Staatsanleihen geht Goldman Sachs von einer besseren Performance von inflationsgeschützten Anleihen (TIPS) gegenüber „normalen“ US-Anleihen aus. Man erwartet also Inflation in den USA. Genau das hatte Goldman auch schon für 2016 prognostiziert, war damit aber auf die Nase gefallen. Interessanterweise empfiehlt Goldman nun – noch anders als im Vorjahr – auch den Kauf inflationsgeschützter europäischer Staatsanleihen. Man erwartet also faktisch auch ein Anziehen der Inflation in der Eurozone!

Die letzte Empfehlung der Amerikaner sind dividendenstarke Titel in Europa. Diese will Goldman über sogenannte Dividenden-Swaps spielen (FMW: die jedoch dem Privatanleger nicht zur Verfügung stehen), diese Position aber als nicht zur Eurozone gehörige Investoren angesichts zu erwartender Euro-Schwäche am Devisenmarkt abhedgen.

Na dann – wir drücken den Goldmännern von ganzem Herzen die Daumen!



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2 Kommentare

  1. Viele Annahmen, die richtig und weniger richtig sein können.

    Aber eine leuchtet mir von vornherein nicht ein:
    „…Dollar weiter auf dem Vormarsch..(wegen) der Welle populistischer Bewegungen in der Welt.“

    Das, heißt weil in den USA jetzt jemand Präsident wird, der zuvor als Populist beschimpft wurde, steigt der Dollar?
    Weil wegen der populistischen Bewegungen alle diese Menschen geneigt seien könnten, selber in die USA zu fliehen, weil sie in ihren Heimatländern noch nicht am Zuge sind? Und weil sie die Verhältnisse dort nicht mehr ertragen können? Oder dass sie zumindest ihr Geld in die USA verbringen wollen, bevor im eigenen Land alles den Bach runtergeht, wo doch in den USA der heilbringende Populist Trump regiert?

    Hieße das dann, dass sobald in Frankreich auch ein Populistischer Präsident(in) an die Macht käme, sich die Kapitalströme dann auch in Richtung Frankreich wenden, weil Trump dann nicht mehr der einzige Vernünftige auf der Welt sein wird?

    Oder weiter gefragt, erst wenn auch überall in Europa sich die Meinung des Volkes Geltung geschafft hat und demokratische Kräfte, sogenannte Populisten, an der Macht sind, wird der Euro wieder stärker und der Dollar wird schwach?

    Fragen, Fragen!
    Aber. wie gesagt, eine für mich undurchsichtige Vorhersage von GS. Um nicht zu sagen eine Blödsinnige.

  2. Nein,
    der Dollar steigt, weil er steigt, vollkommen egal, ob der Herr Duck dran ist, der Obama oder Frau Clinton.
    Die Eurozone wird wohl im September/Dezember 2017 die Zinsen anheben müssen
    Das mit den Prognosen find ich sowieso lustig. Wo steht der DAX Ende 2017, bei 13000 ganz klar…
    .Marko

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