Devisen

Goldpreis entkoppelt: Fundamentale Gründe für den Anstieg

FMW-Redaktion

Dollar runter, Goldpreis rauf, so der Automatismus. Aufgrund dieses Umstands hätte der Goldpreis in den letzten vier Wochen aber nicht so gut laufen dürfen. Denn wie dieser Vergleichschart zeigt: Der Anstieg des Euro gegen den US-Dollar (EURUSD) verlief bis Anfang Februar parallel zum Goldpreis-Anstieg. Dann entkoppelten sich beide. Der Goldpreis (schwarz) stieg einfach weiter von 1.200 auf 1.284 Dollar – derzeit bei 1.243 Dollar, aber immer noch deutlich entkoppelt von der Korrelation zum Dollar. Ein kurzer Blick auf fundamentale Hintergründe lohnt sich, wobei es natürlich immer Schübe gibt, wo der Markt nach einfacher Sicherheit sucht.

Das Goldangebot geht zurück. Immer mehr Banken verabschieden sich aus dem Geschäft des Goldangebots. Die Angebotsmenge sank alleine in 2015 laut World Gold Council um 4% auf das niedrigste Niveau seit 2009. Gleichzeitig steigt das Volumen auf der Nachfrageseite. Als großer Aufkäufer tritt hier derzeit, so wie man es aus vielen Ecken hört, der asiatische Markt auf. Nicht nur dass Notenbanken ihre Goldbestände aufstocken (u.a. in China), vor allem Konsumenten in China, Malaysia und vielen anderen kleinen und mittelgroßen Ländern fliehen aus Angst vor den Entwertung ihrer Währung und aus Angst vor neuen Einbrüchen am Aktienmarkt ins physische Gold – sie suchen gezielt nach einem sicheren Hafen, nicht mal eben so für ein oder zwei Tage. Dies ist keine Massenhysterie, aber anscheinend ein doch spürbarer Trend.

Mehr Nachfrage, weniger Angebot = Steigender Preis. Fluktuation kommt natürlich in den Markt durch den Preis des US-Dollar und durch einzelne Marktevents, die eine schnelle Flucht in Sicherheit auslösen können, und danach natürlich auch eine Rückwärtsbewegung zurück ins Risiko.

Goldpreis EURUSD
Der Goldpreis (schwarz) im Vergleich zu EURUSD (orange) seit Oktober 2015.



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