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Große Aufregung in UK: Hat die Regierung Nissan´s Verbleib auf der Insel teuer erkauft?

FMW-Redaktion

Es war letzte Woche DIE große positive Nachricht für Großbritannien. Nissan bleibt auch in Zukunft mit dem Produktionsstandort Sunderland in Großbritannien vertreten, und es werden sogar zwei neue Modelle dort produziert. 7.000 Arbeitsplätze sind somit gesichert am größten britischen Autostandort. Das war mal eine Nachricht. Für die Londoner Politik ein Zeichen dafür, wie viel Vertrauen Nissan als ausländischer Hersteller trotz des Brexit in den Standort Großbritannien setzt. Alles gut soweit, richtig?

Nein, aktuell fragen sich immer mehr Beobachter, was genau Nissan denn bewogen hat sogar zwei neue Modelle in UK zu fertigen, obwohl man noch nicht mal weiß, ob es zukünftig Importzölle Richtung EU geben wird, wenn Nissan Autos von der Insel in die EU verkauft. Das fragen sich aktuell immer mehr Medien in UK, und bedrängen die Entscheidungsträger in der neuen Regierung. Denn mit seiner Verkündung letzte Woche sagte Nissan auch die britische Regierung habe der Firma Unterstützung und Zusicherungen gegeben.

Mehr wurde nicht bekannt. Was heißt das genau, Zusicherung? Zum Thema „Unterstützung“ sagten verschiedene Regierungsvertreter dann gestern es ginge dabei zum Beispiel um die Bemühungen der Regierung, dass zukünftig zollfreier Handel mit der EU gegeben sei. Auch habe man Nissan in einem Brief versichert, dass Großbritannien „ein großartiger Ort sei um in der Zukunft Geschäfte zu machen“, so der neue Wirtschaftsminister Greg Clark. Wir meinen: Was für eine Lachnummer. Welche Firma wird eine Investitionsentscheidung aufgrund eines so lauwarmen Satzes treffen in dieser prekären Situation?

Aber es gibt noch mehr. Man wolle auch dafür sorgen, dass die Industrie konkurrenzfähig bleibe (auch eine äußerst konkrete Aussage). Auch habe man versichert Gelder bereit zu stellen für die Fortbildung der Nissan-Belegschaft. Auch wolle man Teile der Zulieferkette wieder zurück nach UK holen, und die Produktentwicklung auf der Insel vorantreiben. Die „Zusicherungen“ würden für alle Autobauer in UK gelten, aber eben nicht für alle Wirtschaftszweige. Aber welche Kern-Zusage hat denn nun Nissan bewogen so klar auf UK zu setzen? Damit wollte Clark nicht so wirklich rausrücken.

Die Labour Party drängt aber auf genau diese definitiven Zusagen, die Nissan gemacht wurden, um anderen Branchen ähnliche Zusagen machen zu können. Man kann nur mutmaßen. Aber zählen wir doch mal eins und eins zusammen. Letztlich geht es immer nur ums liebe Geld. Von Ausbildungsunterstützungen oder dem Versprechens sich um zollfreien Handel „bemühen zu wollen“, lässt sich ein Konzern wie Nissan doch nicht beeindrucken. Wir glauben: Es gibt eine Zusage Nissan finanziell zu entschädigen, falls es doch zu Importzöllen durch die EU kommt. Wie das genau ausgestaltet ist, können wir natürlich nicht wissen, aber so wird es wohl sein.

Man muss sich quasi das Wohlwollen der ausländischen Industriebetriebe erkaufen – das ist nicht bewiesen, aber äußerst wahrscheinlich. Wenn einer in den Genuss so einer Zusage kommt, stehen schnell alle anderen Schlange, und wollen auch sowas Schönes haben!



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3 Kommentare

  1. Total ausschließen kann man aber auch Folgendes nicht:

    Nissan ist es nicht soo wichtig, ob Zölle kommen. Denn dann würden umgekehrt ja auch die deutschen Autos mit Zöllen belegt.
    Das hieße, Nissan produziert fürs Inland, fürs Königreich, weil dort die Autos aus Deutschland nicht mehr gefragt sind.

    1. Weil Nissan natürlich nur für UK produzieren möchte und der Europäische Markt gar nicht wichtig ist?!? Träum weiter!

      1. Wer lesen kann, ist …kennen wir ja.

        Hab ich nicht geschrieben, dass „.. gar nicht wichtig ist.“

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