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Handelskrieg treibt Unsicherheit im Welthandel auf Rekordhoch

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Erst gestern hatte US-Präsident Donald Trump in seiner Rede vor den Vereinten Nationen den Globalisten erneut den Kampf angesagt. Den Schaden, den der Welthandel durch den Handelskrieg erleidet, kann man bereits am Absturz der deutschen Exportwirtschaft und diversen Indikatoren beobachten. Im Welthandel steigt die Unsicherheit auf Rekordstände. Auch die USA sind davon betroffen.

Handelskrieg hinterlässt immer tiefere Spuren

Die Belastungen für die Weltwirtschaft sind mannigfaltig: weltweiter Handelskrieg, Brexit-Unsicherheit, Schwellenländer-Dollar-Krise, Iran-Konflikt, et cetera. Dies spiegelt sich auch im World Trade Uncertainty Index wider (Daten bis Q2´19):

Unsicherheiten im Handelskrieg nehmen stark zu

Zu beachten ist, dass der Index noch nicht die jüngsten Eskalationsstufen im Handelskrieg zwischen Japan und Südkorea sowie den USA und China enthält. Aktuelle Indikatoren zum Welthandel und der jüngst veröffentlichte Monthly Global Economic Policy Uncertaint Index (siehe Grafik am Ende des Artikels) zeigen neue Höchststände in Sachen Handelsunsicherheit. Interessant ist, dass gemäß den Daten des World Trade Monitor der Außenhandel der USA ebenso leidet, wie der Chinas. Einen Gewinner im Handelskrieg kann man momentan unter den beiden Kontrahenten nicht ausmachen:

Handelskrieg - Änderung der Handelsströme

Der große Irrtum der US-Regierung

Man hätte es sich denken können, dass weniger Handel auch weniger ökonomische Prosperität bedeutet. Was Donald Trump und seine Handelskrieger nicht verstehen wollen ist, dass die America First Politik bereits seit Jahrzehnten praktiziert wurde. Mit Beginn der Siebzigerjahre haben sich die USA vom größten Netto-Exporteuer und größten Gläubiger der Welt in ein hegemoniales Zombieland verwandelt, dass nur dank der Arbeit und des Geldes dritter Volkswirtschaften noch den Status der Wirtschaftsmacht Nummer eins innehat. Andernfalls hätte die Fed längst selbst massiv Geld drucken müssen, um den Staatshaushalt und den Konsum der Amerikaner zu finanzieren. So aber hat man die Finanzierung anderen Staaten überlassen, allen voran China und Japan. So konnte die Fed den Schein der Normalität in Amerika wahren – ein Trugbild.

Der Glaube der Trump-Administration, Amerika müsse auf allen Ebenen die Zügel jetzt noch fester anziehen, um Ungerechtigkeiten zu beseitigen und Wiedergutmachung geschehen zu lassen, ist der größte Treppenwitz der Wirtschaftsgeschichte. Wer hat eigentlich US-Unternehmen dazu gezwungen, ihre Produktion zulasten amerikanischer Arbeitnehmer und des US-Fiskus nach Asien zu verlagern? Die Chinesen? Nein! Wer hat auf der anderen Seite den USA über Jahrzehnte nahezu unbeschränkt Kredit für deren Konsumparty gewährt? Die Chinesen? Ja!

Es war das ureigenste amerikanische Gewinnstreben, das die US-Wirtschaftslenker und Management-Söldner dazu brachte, ganze Fabriken zu demontieren und anschließenden in Asien wieder aufzubauen. Dass die Chinesen dabei nicht nach international üblichen Regeln spielen, war früh bekannt. Das relativ hohe Wohlstandsniveau der Amerikaner wäre ohne das Ausland und v. a. ohne China als langjähriger größter Kreditgeber heute deutlich niedriger. Die Wirtschaft jetzt durch einen Handelskrieg zu strangulieren, bedeutet auch für die USA auszutesten, wo sich dieses niedrigere Wohlstandsniveau ohne Freihandel befindet.

Noch will Trump nicht wahrhaben, dass seine Politik gescheitert ist und er im Handelskrieg auch seine eigene Volkswirtschaft beschädigt. Dabei müsste er nur genauer in Richtung Wall Street schauen – aber nicht auf die durch Aktienrückkäufe verzerrten Kurse des Dow Jones Industrial Average, sondern auf die Stimmung der Asset-Manager. Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage der Bank of Amerika Merrill Lynch unter 235 weltweit agierenden Fondsmanagern mit ca. 683 Mrd. US-Dollar unter Verwaltung zeigt den höchsten Stand an Rezessionserwartung seit dem Absturz der Konjunktur in Folge der Finanzkrise im Jahr 2009 (BofAML fund manager survey). Bereits 38 Prozent der institutionellen Investoren erwarten für das nächste Jahr eine Rezession in den USA. Der monatlich erhobene Indikator für die Unsicherheit über die weltweite Wirtschaftspolitik liegt auf einem Zweiundzwanzigjahreshoch.

Index zur politischen Unsicherheit

Fazit

Der Handelskrieg schadet allen und nützt niemandem. Die ursprüngliche Intention Trumps, wieder mehr Produktion in die USA zurückzuholen, mag ehrenwert gewesen sein, doch dazu müssten die USA erst einmal wieder wettbewerbsfähig werden. Der Versuch, dies durch die Bezollung und Verbannung von Konkurrenten zu erreichen, ist nachweislich nicht zielführend. Es mangelt den Amerikanern an Qualifikation, Produktivität, moderner Infrastruktur in weiten Teilen des Landes und einer vergleichbaren Arbeitsmoral wie in Asien. Es bleibt zu hoffen, dass Trump seinen Irrtum einsieht – auch mit Blick auf die Chancen seiner Wiederwahl.

Containerschiff als Symbol im Handelskrieg
Foto: pixabay / Maritime_Filming_UK

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Videoausblick und Marktgeflüster entfallen bis auf weiteres

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Aufgrund eines Fahrrad-Unfalls entfallen Videoausblick und Marktgeflüster in der gewohnten Form bis auf weiteres (mindestens in dieser Woche). Mehr Infos im Video..

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Pläne von Merkel, Macron, EZB: “Brandgefährlich” für unser Geld

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Thomas Mayer war ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank und ist heute für Flossbach von Storch tätig. Aktuell hat er Mission Money ein Interview gegeben, in dem die neuen Vorschläge von Angela Merkel und Emmanuelle Macron besprochen werden. Sie wären eine neue Ära der Eurozone in Sachen Verschuldung, so Thomas Meyer. Wie schon nach der Gründung des Euro werde es auch diesmal keine Anpassungsprozesse in den Südländern der Eurozone geben, sondern es gebe halt nur neue Schuldentöpfe, die aufgemacht und angezapft werden (unsere Wortkreation). Es brauche laut Thomas Mayer Punkte wie Deregulierung und flexiblere Arbeitsmärkte in diesen Ländern. Warum Macron auf dem Schuldentrip sei? Thomas Mayer ist der Meinung, dass Frankreich sich nach der Coronakrise nun den Südländern zugehörig fühle, weil die Krise das Land wirtschaftlich viel härter treffe als Deutschland. Auch nennt Meyer Gründe, warum Angela Merkel wohl beim Plan für EU-Schulden und quasi Geschenke Richtung Südländer mitmacht. Aber schauen Sie selbst!

Merkel und Macron
Merkel und Macron. Foto: Kremlin.ru CC BY 4.0

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EZB-Bilanz explodiert immer weiter – zu großer Hunger auf deutsche Papiere

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Die Zentrale der EZB in Frankfurt

Seit gestern liegt die EZB-Bilanz für den Stichtag 29. Mai vor. Am Ende dieses Artikels drucken wir die Übersicht der Aktiva ab, woraus auch die gigantischen Anleihekäufe der EZB ersichtlich sind. Die gesamte Bilanzsumme wuchs binnen einer Woche um 40,8 Milliarden auf 5,596 Billionen Euro! Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. Tja, das Geld für all die aufzukaufenden Staatsschulden und für die Kredite an die Banken muss irgendwo her kommen. Euros aus dem Nichts erschaffen, das bläht die Bilanzsumme auf! Die zu “geldpolitischen Zwecken gehaltene Wertpapiere” (Anleihekaufprogramme) haben jetzt ein Volumen von 3,019 Billionen Euro erreicht – ein Plus von 24 Milliarden Euro in nur sieben Tagen.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Kredite an Banken) wuchsen um 18 Milliarden Euro im Vergleich zur Vorwoche. Die EZB-Bilanz macht nun 47 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Abgesehen von der Summe ist auch diese prozentuale Relation ein Rekord! Interessant ist auch, dass die EZB derzeit offenbar mehr deutsche Staatsanleihen aufkauft, als es nach dem Kapitalschlüssel angedacht wäre. Schon mal vorsichtshalber viele deutsche Papiere aufkaufen, bevor es der Bundesbank nach dem Urteil aus Karlsruhe endgültig verboten wird an den Anleihekäufen der EZB mitzuwirken? Im folgenden Chart sehen wir den Verlauf der EZB-Bilanz seit der Entstehung der Zentralbank.


source: tradingeconomics.com

EZB-Bilanz mit Stand 29. Mai

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