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Handelskrieg – Zahlen, die Trump nicht gefallen

Eine Analyse der US-Notenbank zeigt: Der Handelskonflikt schadet der US-Exportindustrie mehr als er mittels Zöllen einbringt. Und die Weltwirtschaft?

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Ist der Handelskrieg von Donald Trump erfolgreich verlaufen aus Sicht der USA?

Das dürfte den Zorn des US-Präsidenten ein weiteres Mal entfacht haben: nachdem er seit Wochen nicht müde wird, die Zinspolitik der Fed als größeres Hemmnis für das US-Wachstum zu geißeln, als Chinas unfaires Verhalten, bringt es jetzt ausgerechnet eine Analyse der US-Notenbank zutage: Der Handelskonflikt schadet der US-Exportindustrie mehr als er mittels Zöllen einbringt. Und für die Weltwirtschaft könnten die Kosten in summa gleich 850 Milliarden Dollar betragen.

 

Handelskrieg – US-Exporte schrumpfen, Handelsbilanzdefizit steigt

Durch die ständig steigenden Zölle im Handelskrieg nahmen die US-Importe aus China 2019 zwar um 12 Prozent ab, das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten ist dennoch gestiegen: seit dem Frühjahr liegen die Exportzahlen der USA laufend unter den Werten des Vorjahres. Bis ins Jahr 2018 waren die Ausfuhren in den Quartalen teilweise noch mit 5 Prozent gewachsen.

Durch den Gesamtanstieg der Importe erhöht sich das Defizit: Im Mai lag es um 26 Prozent höher als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Bei Fortschreibung dieser Entwicklung bis zum Jahresende könnte das Defizit wieder bei 370 Milliarden Dollar liegen, fast so hoch wie im Jahr 2018 – und dies auf Kosten der US-Exportindustrie.

Dies steht jedoch im Widerspruch zum Wahlthema Donald Trumps „Make America great again“, denn nach Ansicht der US-Notenbank beträgt der Schaden für die US-Firmen schon mehrere hundert Milliarden Dollar.

Wie stark der US-Export weiter in Mitleidenschaft gezogen wird, zeigen verschiedene Indikatoren:

Der Index des Institutes for Supply Management (ISM) fiel im August von zuletzt knapp 51 auf nur noch gut 43 Punkte ein, ein Rückgang wie seit zehn Jahren nicht mehr. Damit rutschte der gesamte Einkaufsmanagerindex Industrie mit nunmehr 49,1 Punkten in negatives Terrain, ebenso wie der Unterindex ISM-Arbeitsmarktbarometer. Damit könnten der Beschäftigungszuwachs erstmals seit dem Jahr 2017 in den Industrieunternehmen sein Ende finden.

 

Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

Nach der Studie der Federal Reserve könnte die Weltwirtschaft durch die mit dem Handelskrieg entstandenen Störungen 850 Milliarden Dollar verlieren. Das entspräche einer Summe, die ungefähr mit einem Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von 85 Billionen Dollar korreliert. Ausschlaggebend dafür ist die große Zurückhaltung der Firmen in neue Fabriken und Produkte – wer baut schon eine neue Fabrik, wenn es nicht klar ist, welche Rahmenbedingungen nach Fertigstellung herrschen werden?

 

Fazit

Zwar hat die aggressive Steuer und Handelspolitik Donald Trumps das US-Wachstum am Ende des Zyklus nochmals befeuert. Aber mit erheblichen Nebenwirkungen. Zuerst führte sie zu höheren Leitzinsen, vor allem im Jahr nach der Unternehmenssteuersenkung, zu einer Aufwertung des Dollars und damit zu einer Verteuerung der amerikanischen Produkte für den Export.

Trump will die heimische Industrie stärken, aber nach der Studie der Notenbank könnte das Gegenteil der Fall sein. Falls die handelsbedingten Verluste in den USA ebenso ein Prozent betragen, wie für die Weltwirtschaft geschätzt, käme man schon auf eine Summe von 200 Milliarden Dollar. Das ist mehr als die Zölle gegenüber den chinesischen Exporten in Höhe von 540 Milliarden Dollar einbringen – außer Trump würde die Zölle noch in ungeahnte Höhen anheben.

Jetzt soll es die Federal Reserve mit drastischen Zinssenkungen richten. Faktisch will man die Symptome bekämpfen, die Ursachen aber weiterhin ignorieren!

 

Der Handelskrieg hat nicht die von Trump erhofften Resultate gebracht

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