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Devisen

Hat Goldman recht? Türkische Lira nächstes Jahr bei Allzeittief?

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Goldman Sachs ist dafür bekannt bei wichtigen Prognosen auch schon mal gut daneben zu liegen. Aber bei der folgenden aktuellen Einschätzung kann man der Prognose inhaltlich durchaus folgen. Goldman geht zunächst auf die Entscheidung der türkischen Zentralbank aus der letzten Woche ein. Man beließ den Leitzins nicht nur unverändert bei 24%, sondern änderte die Aussagen für die Zukunft so, dass eine Zinssenkung denkbar ist, aber wohl kaum eine weitere Zinsanhebung.

Sinkende Leitzinsen schwächen die Währung. Goldman glaubt, dass schon bei der nächsten Zinsentscheidung der Zentralbank am 12. Juni eine Zinssenkung möglich ist. Eine Serie von Zinssenkungen werde nicht dabei helfen die Inflationserwartungen zu stabilisieren. Auch würden sie nicht dabei helfen die „Dollarisierung“ in der türkischen Wirtschaft einzudämmen.

Man sehe US-Dollar vs türkische Lira auf Sicht von drei Monaten bei 6,25 (aktueller Kurs 5,94). Auf Sicht von sechs Monaten sehe man den Kurs bei 6,50, und auf Sicht von zwölf Monaten bei 7 Lira für einen US-Dollar. Glatt 7 Lira, das markiert fast genau den Tiefpunkt der Lira im großen Crash aus August 2018, wo die Lira extrem schnell abwertete, innerhalb von zwei Wochen von 5 auf 7,18 in der Spitze.

Im folgenden Langfristchart von US-Dollar vs Türkische Lira (seit 2016) haben wir das Szenario für nächsten Frühling eingezeichnet. Werden wieder 7 Lira für einen Dollar erreicht? Dies ist durchaus denkbar, denn die Inflation ist weiterhin hoch. Die Arbeitslosigkeit ist auch hoch, und Präsident Erdogans Politik (autoritär regieren, Presse einschränken, Inflation staatlich beeinflussen) gibt den Investoren kein Vertrauen.

Übrigens: Die Rendite für türkische Staatsanleihen mit Laufzeit 10 Jahre ist heute stark gestiegen um 0,29 Prozentpunkte auf 18,59%. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2018.

USD vs Türkische Lira

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Devisen

Schweizer Franken gibt Zeichen zwei Tage vor Zinsentscheidung

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Der Schweizer Franken gibt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aktuell ein Zeichen. Das ist gerade jetzt sehr wichtig, denn übermorgen um 9:30 Uhr wird die SNB ihre Zinsentscheidung bekanntgeben. Noch vor der EZB-Zinssenkung letzte Woche vermuteten nicht nur wir, dass die SNB vielleicht zeitnah, aber spätestens übermorgen am 19. September ebenfalls den Leitzins senken würde. Vielleicht von -0,75% auf -0,85%, oder gleich auf -1,00%?

Schweizer Franken hilft die Lage für die SNB zu entspannen

Aber die Lage hat sich geändert. Am letzten Donnerstag nach der Zinsentscheidung der EZB und vor allem nach der folgenden PK vergrößerten sich die Zweifel des Devisenmarktes an der Durchführbarkeit der Anleihekäufe. Es trat eine gewisse Enttäuschung ein. Und nachdem sich der Euro gegen den Schweizer Franken weiter abgeschwächt hatte (Tief im folgenden Chart), stieg EURCHF dann wieder zügig an. Unterm Strich notiert Euro vs Schweizer Franken mit aktuell mit 1,0974 gut 50 Pips höher als vor der Verkündung der EZB letzte Woche.

Somit hat sich der Schweizer Franken abgeschwächt. Alleine heute gab es eine Abwertung von 50 Pips gegenüber dem Euro. Das ist nur zwei Tage vor dem SNB-Entscheid nochmal ein wichtiges Signal (wenn der Kurs sich denn halten kann) in Richtung der Entscheider rund um Thomas Jordan. Sie könnten sagen (rein fiktive Annahme): „Puhhhh, der Fränkli ist nach dem EZB-Entscheid nicht gestiegen, sondern sogar noch etwas gefallen. Gerade nochmal gut gegangen. Dann haben wir jetzt nicht den Druck den Einlagenzins weiter senken zu müssen“.

Es bleibt wohl bei -0,75%

Wird das sinngemäß die Denkweise der Notenbanker sein? Dass der Euro nicht in den Keller rutsche, ist entscheidend für die SNB. Denn sie versucht alles um zu verhindern, dass ein immer stärker werdender Schweizer Franken heimische Produkte im Ausland immer teurer macht, und Urlaub für Ausländer in der Schweiz immer unbezahlbarer. Die Mehrzahl der Analystengemeinde rechnet derzeit damit, dass die SNB übermorgen den Leitzins unverändert bei -0,75% belassen wird. Dieses Szenario ist gut nachvollziehbar.

Könnte es in den Wochen danach zum Beispiel durch den Brexit oder durch eine Verschärfung der Saudi-Iran-Krise zu einer erneuten Flucht in die „Sicheren Häfen“ kommen? Dann gäbe es erneut neben dem Run auf Yen, Gold und Bundesanleihen wohl vermehrt Käufe des Schweizer Franken, unabhängig von dem was die EZB oder SNB tut. Also, der Aufwertungsdruck für den Franken bleibt im Hintergrund vorhanden, und damit auch latent die eventuelle Notwendigkeit, dass die SNB außerplanmäßig die Zinsen weiter senkt, oder im laufenden Devisenhandel interveniert. Aber für den Moment, für diese Woche, da stehen nach aktuellem Stand (!) die Zeichen auf Beibehaltung des aktuellen Zinssatzes.

Euro vs Schweizer Franken seit 11. September

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Devisen

Euro fällt dank Öl und EZB – neuer Anlauf Richtung 1,0925?

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Der Euro schwächelt seit heute früh. Es ist kein gigantischer Absturz, aber er fällt gegen den US-Dollar von 1,1075 auf jetzt 1,1006. Derzeit schwächt der aktuelle Öl-Schock den Euroraum. Europa importiert massenweise Öl. Und das hat sich übers Wochenende massiv verteuert. Das bedeutet unterm Strich: Es fließt deutlich mehr Geld aus Europa ab Richtung Produktionsländer. Somit dürfte sich die Handelsbilanz von EU und Eurozone spürbar verschlechtern. Der höhere Ölpreis drückt auch tendenziell auf die Konjunktur in Europa. Dieses Schockereignis belastet somit insgesamt den Euro. Für die Dimension des Ölpreis-Anstiegs (größter Sprung seit 1991) verliert der Euro bislang nur sehr mäßig.

Aber da ist aktuell noch mehr. Der EZB-Chefvolkswirt Philip R. Lane meldet sich aktuell zu Wort und verkündet, dass die vor Kurzem von Mario Draghi verkündeten neuen Anleihekäufe im Volumen von 20 Milliarden Euro pro Monat auf lange Sicht keine Probleme für die Kauflimits darstellen würden. Damit ist gemeint, dass die EZB gemäß ihrer eigenen Vorgaben nicht mehr als 33% der von einem Land ausgegebenen Anleihen kaufen darf. Aber oft ist man schon an der Kante angeschlagen. Aber der gute Mann wird es schon besser wissen? Dieser Kommentar lässt vermuten: Ja, die EZB hat weiter Drang gen Süden (weitere geldpolitische Lockerung). Auch diese Aussage hat den Euro in den letzten Minuten ein wenig weiter geschwächt. Man schaue auf diesen Chart. Wird der Euro binnen weniger Tage zum zweiten Mal versuchen das Tief vom 3. September bei 1,0925 anzulaufen? Das Chartbild ist zumindest interessant.

Euro vs USD seit 1. September
Euro vs USD seit 1. September.

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Aktien

Der Öl-Schock: Diese Aktien und Währungen sind betroffen – Gewinner und Verlierer

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Nach dem heutigen Öl-Schock (Ölpreis steigt so stark wie seit 1991 nicht mehr) gibt es natürlich betroffene Aktien und Währungen, die darunter leiden, und andere die davon profitieren. Schaue wir uns die Gewinner an. Ohhh Wunder, Exxon Mobil legt heute kräftig zu mit +4,8%. Die Aktie von BP legt um 4,9% zu, Royal Dutch Shell um 3,1%. Hier exemplarisch ein aktueller Chart der BP-Aktie seit Februar. Nach monatelangem Abwärtstrend jetzt die Trendwende?

BP-Aktie steigt dank Öl-Schock

Tja, und die Verlierer? Das sind die großen Öl-Verbraucher, bei denen ein schnell steigender Ölpreis zuerst sichtbar wird. Die Airlines! Die Lufthansa-Aktie fällt heute um 3,4%, Ryanair um 2,5%. Aber sogar die Airbus-Aktie leidet heute mit -4%. Der Aktienmarkt glaubt also an eine größere Auswirkung, die sogar Bestellungen für neue Flugzeuge beeinträchtigen könnte? Charttechnisch gesehen halten sich diese heutigen Rückfälle aber noch in Grenzen. Also noch keine Alarmstufe Rot für diese Aktien.

Öl-Schock sorgt für Verschiebungen am Devisenmarkt

Aber auch am Devisenmarkt sorgt der heutige Öl-Schock für eine Verschiebung der Geldströme. Währungen von Öl-Exportländern werden aufgewertet, und die von Importländern werden abgewertet. Mit am Stärksten negativ betroffen ist heute die türkische Lira. Die Türkei importiert viel Öl, und oben drauf gilt die Lira seit Jahren als Angriffsziel für diverse Arten von Spekulanten-Attacken. Heute steigt US-Dollar vs Türkische Lira von 5,67 auf 5,72. Indien als großer Konsummarkt für Öl ist sehr stark betroffen. USD vs Rupie gewinnt heute von 70,98 auf 71,61. Kleinere Auswirkungen spürt man aber auch bei US-Dollar gegen den ungarischen Forint, wo der Kurs gegenüber Freitag steigt von 299 auf 301. Aber das sind nur drei Beispiele. Betroffen sind auch Südafrika, Indonesien usw.

Auf der Gewinnerseite steht natürlich der russische Rubel. Obwohl der Dollar-Index heute gegenüber Freitag zulegt, verliert USD gegen den Rubel von 64,34 auf jetzt 64,01. Auch Kanada als Ölförder-Nation spürt als kleinen Ausläufer die Auswirkungen. USD vs kanadischer Dollar verliert von 1,3285 auf 1,3244. Im Chart sieht man USD vs Rubel seit Ende August. Der Rubel wertet eh seit einiger Zeit gegen den US-Dollar auf.

USD vs Rubel

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