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Immobiliencrash in Kanada nimmt volle Fahrt auf – deftiger Einbruch in Toronto weist den Weg

Der Immobiliencrash in Kanada nimmt jetzt richtig Fahrt auf. In den USA crashte der Markt brutal in den Jahren 2007 und 2008, was der Auslöser für die Finanzkrise war. In Kanada blieb damals dieser Crash aus, die Immobilienpreise stiegen immer weiter, und vor allem…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Immobiliencrash in Kanada nimmt jetzt richtig Fahrt auf. In den USA crashte der Markt brutal in den Jahren 2007 und 2008, was der Auslöser für die Finanzkrise war. In Kanada blieb damals dieser Crash aus, die Immobilienpreise stiegen immer weiter, und vor allem auch die Verschuldung der Hausbesitzer. Hierzu hatten wir vor Kurzem schon auf interessante Zahlen hingewiesen. Aktuell nun veröffentlicht das Toronto Real Estate Board (TREB), der lokale Immobilienverband, dramatische Zahlen.

Für den Monat Juli ist im Vergleich zum Juli 2016 die Zahl der Immobilientransaktionen im Großraum Toronto demnach um 40% zurückgegangen. Mehr Absturz geht wohl kaum! Die Zahl der verfügbaren Objekte stieg um 5,1%. Laut TREB gehe es hierbei vor allem um Marktpsychologie. Potenzielle Käufer würden abwarten, wie sich die Marktkonditionen entwickeln. Aus Finanzkreisen hört man aber auch dramatische Stories. So sollen zahlreiche Kaufverträge nicht mehr zum Abschluss gekommen sein, weil die Käufer einfach nicht überwiesen haben.

Die Erwartung von möglicherweise bald einbrechenden Preisen scheint so groß zu sein, dass die Käufer wohl Panik haben. Wenn sie nämlich jetzt kaufen, kann der Wert der Immobilie in wenigen Tagen viel geringer sein. Das ist umso dramatischer, wenn man die Immobilien fast komplett oder sogar ganz auf Kredit finanziert, und dazu noch flexible Zinssätze mit der Bank vereinbart hat.

Das TREB beschwichtigt in seiner aktuellen Veröffentlichung. So aussagekräftig sei der Absturz bei den Verkaufszahlen ja gar nicht, denn die Sommermonate seien nie der beste Indikator für den Markt. Ab Herbst sei bei den Kaufinteressenten wieder mehr los. Fakt ist aber: Die Daten aus letztem Juli waren dann ja genau so wenig aussagekräftig. Dennoch sind sie in diesem Jahr 40% schlechter!

Die folgende Grafik zeigt: Während die Verkäufe dramatisch einbrechen, sind die Preise im selben Zeitraum sogar noch um 5% gestiegen! Was hat das zu bedeuten? Wenn die Preise sogar noch weiter steigen, die Verkäufe aber um 40% einbrechen, dürften die Verkäufer demnächst so nervös sein, dass sie ihre Verkaufspreise zügig absenken. Denn damit erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit, dass sie doch noch ihre Häuser los werden. Und die Käufer treten in den Streik, weil sie die hohen Preise nicht mehr akzeptieren wollen.

Das Problem dabei ist: Die Kanadier sind pro Kopf deutlich stärker mit Immobilienkrediten überladen als die Amerikaner. Wenn Verkäufer nun bald ihre Preise drastisch senken müssen, können sie ihre Kredite nicht mehr vollumfänglich tilgen. Eine weitere Parallele zum Immobiliencrash der USA vor zehn Jahren besteht in der jüngst in Kanada eingeleiteten Zinswende. Bei höheren Notenbankzinsen und oft flexiblen Zinsen in den Kreditverträgen steigen die monatlichen Belastungen der Kreditnehmer schnell.


Grafik: TREB

Bei gewerblichen Immobilien sieht die Lage noch viel dramatischer aus. Laut TREB ist die an Kunden vermietete Gewerbefläche binnen eines Jahres um 55% rückläufig. Auch hier steigen die Mietpreise parallel dazu erst einmal kräftig weiter (Grafik). Also akzeptieren die gewerblichen Mieter die steigenden Preise nicht mehr! Die Preisbereinigung steht also bevor!


Grafik: TREB

Die Verkäufe gewerblicher Immobilien gingen um 12% zurück.


Grafik: TREB

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Emm wie Meikel

    4. August 2017 12:40 at 12:40

    Stormy weather im Land des Immobilien speed dating :-)

  2. Avatar

    Der Wahnsinn

    4. August 2017 13:13 at 13:13

    Leute, hört einfach auf zu wohnen, dann erledigt sich das von selbst! Ich persönlich rauche seit zwölf Jahren nicht mehr….

    • Avatar

      joah

      7. August 2017 20:29 at 20:29

      Boofen, oder wie stellen Sie sich dies ansonsten vor? :-D

  3. Avatar

    marvin

    4. August 2017 15:19 at 15:19

    Ich habe so den Eindruck das Torronto Real Estate Board verschweigt da ein klein wenig. Im April diesen Jahres wurde in Ontario (Hauptstadt Torronto) eine foreign buyers tax von 15% eingeführt und plötzlich brechen die Verkäufe ein, schon seltsam. Wenn dann zufällig im Mai auch noch die Verkäufe in Montreal kräftig anziehen weil es dort eine solche Steuer noch nicht gibt, dann besteht da sicherlich kein Zusammenhang.

    Nun ja nicht wirklich, wenn man den Einfluss Chinesischer Investoren auf den kanadischen Immobilienmarkt berücksichtigt. Die Karawane ist einfach nur weiter gezogen.

    • Avatar

      joe

      4. August 2017 18:52 at 18:52

      so ist es.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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