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Europa

Importpreise deutlich deflationär! Dritter Monat in Folge! Draghi mit Mega Bazooka?

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Schon die vor Kurzem veröffentlichten Großhandelspreise rutschten in die Deflation. Rückläufige Preise! Und heute vor wenigen Minuten wurden die Importpreise, die ebenfalls sehr wichtige Indikatoren für die Verbraucherpreise (Inflation) sind, veröffentlicht. Im Vergleich von Juni auf Juli sind die Importpreise um 0,2% rückläufig. Noch wichtiger aber: Im Jahresvergleich von Juli 2018 zu Juli 2019 sind sie um 2,1% rückläufig! Damit sind sie nun den dritten Monat in Folge deflationär! In den Vormonaten waren es -2,0%, -0,2%, +1,4% und +1,7%. Es geht also rasant abwärts. Wie der folgende Chart seit 2015 zeigt, sind vor allem die massiv fallenden Gaspreise dafür verantwortlich.

Da bleibt nur noch eine Frage: Großhandelspreise deflationär, Importpreise deflationär. Erzeugerpreise mit 1,1% noch im Plus, aber auch rückläufig. Da kann die letztliche Inflationsrate (Verbraucherpreise) ja nur weiter schwächeln? Mario Draghi hatte erst am 25. Juli gesagt, wie extrem umzufrieden man mit der niedrigen Inflation sei, und dass man das nicht tolerieren würde. Also, bei diesen Zahlen, packt er die Mega Bazooka aus am 12. September, wenn die EZB ihre Entscheidung verkündet? Deutlich runter mit den Zinsen, kräftiges neues Programm für Anleihekäufe?

Importpreise seit 2015

Importpreise Tabelle

Zu den aktuellen Daten: Zwar hat Erdgas kräftig beigetragen zum schwachen Ergebnis, aber auch andere Bereiche außerhalb des Energiesektors sind deutlich rückläufig im Jahresvergleich! Dazu hier einige Details von den Statistikern im Wortlaut:

Der Rückgang der Importpreise gegenüber Juli 2018 war vor allem durch die Entwicklung der Importpreise für Energie bedingt. Sie lagen im Durchschnitt um 15,7 % unter dem Stand des Vorjahresmonats (-1,4 % gegenüber dem Vormonat). Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Minus von 34,0 % (-7,1 % gegenüber Juni 2019). Der Importpreisindex ohne Energie war im Juli 2019 um 0,2 % niedriger als im Juli 2018 (-0,1 % gegenüber Juni 2019). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex aber um 1,7 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,3 % gegenüber Juni 2019).

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im Durchschnitt um 1,5 % unter dem Stand von Juli 2018 (-0,3 % gegenüber dem Vormonat). Im Vergleich zum Vorjahresmonat verbilligten sich unter anderem elektronische Bauelemente (-11,7 %), Rohaluminium (-10,7 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-7,7 %). Dagegen lagen die Preise für Eisenerze (+49,5 %) sowie für Edelmetalle und Halbzeug daraus (+23,6 %) über dem Niveau von Juli 2018.

Die Preise für importierte Investitionsgüter waren im Juli 2019 um 0,2 % niedriger als im Juli 2018. Gegenüber dem Vormonat fielen sie ebenfalls um 0,2 %. Während Smartphones (-10,5 %) und Tablets (-8,8 %) im Vorjahresvergleich billiger waren, wurden unter anderem Maschinen (+1,5 %) zu höheren Preisen importiert als im Juli 2018.

Die Importpreise für Konsumgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) erhöhten sich im Juli 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,1 % (+0,1 % gegenüber dem Vormonat). Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 % teurer. Die Importpreise für Gebrauchsgüter stiegen im Durchschnitt um 0,6 %.

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt um 5,4 % teurer als im Vorjahr (-0,3 % gegenüber dem Vormonat). Während sich lebende Schweine (+39,3 %) gegenüber Juli 2018 deutlich verteuerten, wurden Äpfel (-22,5 %) und Zitrusfrüchte (-9,8 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

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Europa

Erzeugerpreise in der Deflation! Es wird düster für die Verbraucherpreise

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Jüngst wurden die deutschen Großhandelspreise den dritten Monat in Folge deflationär vermeldet mit dem schwächsten Wert seit drei Jahren! Auch die Importpreise liegen nun den vierten Monat in Folge kräftig im deflationären Bereich! Und heute früh kommen die Erzeugerpreise auf den Tisch, der dritte wichtige Frühindikator für die Verbraucherpreise (Inflation). Die Erzeugerpreise sinken laut Statistischem Bundesamt um 0,1% im September gegenüber September 2018. Somit rutschen auch sie nun in die Deflation! Dies ist der erste Rückgang seit drei Jahren.

Was soll da noch aus den Verbraucherpreisen werden, wenn Erzeugerpreise, Importpreise und Großhandelspreise als Vorlaufindikatoren alle rückläufige Preise anzeigen? Es wird düster. Madame Lagarde hätte bei weiter schwächelnder Inflation in Euroland noch mehr Argumente für noch mehr Lockerung der Geldpolitik bei der EZB? Was ist der Grund für die aktuelle Schwäche bei den Erzeugerpreisen? Es ist wie so oft die Energie. Energiepreise bei den Erzeugern waren insgesamt 1,9% billiger als ein Jahr zuvor. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 0,5% höher als im September 2018.

Erzeugerpreise Langfristchart

Erzeugerpreise Tabelle

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Immobilien Bauboom endet – Genehmigte Wohnungen zeigen Verfestigung des Rückgangs

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Neubau von Immobilien Beispielbild

Seit Wochen berichten wir darüber, dass die Preise für Immobilien in Deutschland immer weiter steigen. Weiter, weiter, weiter. Und das, obwohl diverse Indikatoren andeuten, dass der Boom bei Immobilien zu Ende zu sein scheint. Wer jetzt noch auf den fahrenden Zug aufspringt, kauft womöglich ganz oben im Peak des Preisbooms. Aber kommen wir zu den ganz aktuellen Daten.

Das Statistische Bundesamt hat aktuell die frischesten Daten für Genehmigte Wohnungen im Monat August veröffentlicht. Man präsentiert dann immer monatlich sogenannte Year to date-Daten, also von Januar bis zum aktuellsten Monat als Gesamtzahl. Je länger dieser Bezugszeitraum ist, desto nachhaltiger und gesicherter sind die Daten. Wir sprechen heute also über den Zeitraum Januar-August 2019 im Vergleich zu Januar-August 2018. Die genehmigten Wohnungen sind um 2,5% rückläufig gegenüber dem Vorjahr. Bei neu zu errichtenden Wohngebäuden sind es -3,7%. Somit werden in ein, zwei Jahren, wenn aus den Genehmigungen real erstellte Immobilien werden, weniger Objekte neu fertig gestellt als im Vorjahr. Zwar ist die Zahl auf hohem Niveau (228.500 gegenüber 234.420 im Vorjahr), aber der Mega-Boom endet.

Stets am Wichtigsten bei den Detaildaten der Statistiker sind die „Wohngebäude mit 3 oder mehr Wohnungen“, also normale Wohnungen in Wohnblocks, welche von der Masse der Wohnungssuchenden nachgefragt werden. Hier gibt es einen Rückgang von 3,5% im Jahresvergleich bei neu genehmigten Anträgen.

Immobilien Bauboom endet

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Handelsbilanz EU: Dramatische Verschlechterung für Donald Trump

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Donald Trump hat ja viele Themenpunkte, wo er seinen Wählern richtig was versprochen hat. Dazu zählen zum Beispiel der Mauerbau gegenüber Mexiko, die Re-Industrialisierung, und auch der Außenhandel. Im Handelskrieg kämpft er mit harten Bandagen darum, dass das böse Ausland doch endlich mehr tolle Waren aus den USA kaufen soll. Doch die letzten Monate zeigen, dass zumindest der US-Außenhandel mit der Europäischen Union immer schlechter läuft.

Die Überschüsse der EU gegenüber den USA sind in der offiziellen Handelsbilanz klar ablesbar. Sie steigen immer weiter an. Heute hat Eurostat die Handelsbilanz der EU für den Warenverkehr für den Monat August veröffentlicht. Gegenüber wichtigen Handelspartnern veröffentlicht man monatlich eine Year to Date-Statistik, also was von Januar bis zum aktuellsten Monat passiert ist. Und siehe da. Von Januar-August 2019 hat die EU im Warenhandel mit den USA einen Überschuss in Höhe von 102,7 Milliarden Euro erwirtschaftet gegenüber +90,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Von Januar-Juli 2019 waren es noch 90,9 Milliarden Euro gegenüber 80 Milliarden Euro in 2018. Die Überschüsse der EU steigen also deutlich an gegenüber den USA. Das dürfte überhaupt nicht im Sinne von Donald Trump sein!

Aber auch bei der EU ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn wo die EU gegenüber den Amerikanern richtig dick Plus macht, da steigt ihr Defizit gegenüber China immer dramatischer an mit inzwischen -127,4 Milliarden Euro gegenüber -116,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Insgesamt zeigt die Handelsbilanz der Eurozone im Warenverkehr im Monat August einen Überschuss von 14,7 Milliarden Euro nach +11,9 Milliarden Euro im August 2018. Dass der globale Handel im Handelskrieg leidet, zeigen folgende Infos. Exporte und Importe der Eurozone sind derzeit beide rückläufig. Zitat Eurostat:

Die Warenausfuhren des Euroraums (ER19) in die restliche Welt lagen im August 2019 bei 177,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 2,2% gegenüber August 2018 (181,4 Mrd.). Die Einfuhren aus der restlichen Welt beliefen sich auf 162,6 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 4,1% gegenüber August 2018 (169,5 Mrd.).

Handelsbilanz EU August Tabelle

Haven Savannah
Der Containerhafen von Savannah an der US-Ostküste.

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