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Analyse vom Top-Experten Inflation „nur“ 8,6 % – „Einmaliger Dämpfer“ – Kerninflation steigt

Die Inflation liegt nach 10,0 % nun bei 8,6 %. Ein staatlicher Eingriff ist laut einem Top-Experten fast komplett dafür verantwortlich.

Brennender Geldschein

Vor wenigen Minuten haben wir es vermeldet. Die staatlichen Statistiker präsentierten die Dezember-Inflation bei einem Wert von „nur noch“ 8,6 % nach 10,0 % im November. Also: Alles wird gut, die Preisspirale dreht sich nicht weiter nach oben? Nein, es wirkt nur so. Die Statistiker haben es schon richtig angemerkt, dass vor allem ein staatlicher Sondereffekt verantwortlich ist für diesen Rückgang der Inflation. Im Dezember 2022 übernahm die Bundesregierung den Monatsabschlag für Gas und Wärme. Dies dämpfte die Verbraucherpreise. Es war aber eben nur ein einmaliger staatlicher Eingriff in die Preise. Aber der Blick auf die Kerninflation zeigt, dass die Teuerung weiter nach oben läuft!

Experte Dr. Jörg Krämer über einmaligen Dämpfer für Inflation

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, hat vor wenigen Minuten genau hierzu eine Analyse veröffentlicht. Er spricht von einem „einmaligen Dämpfer“ für die Inflation. Hier zeigen wir einige seiner Aussagen. Der starke Rückgang der Inflation liegt vor allem daran, dass die Bundesregierung im Dezember die Abschläge für Erdgas und Fernwärme übernommen hat. Das haben die Statistiker für die Haushalte als preisdämpfend interpretiert, die direkt einen Vertrag mit einem Versorger abgeschlossen haben und somit im Dezember direkt entlastet werden, so Dr. Jörg Krämer in seiner Erläuterung. Dieser Effekt hat die Inflationsrate im Dezember nach den Schätzungen der Commerzbank um etwa 1,2 Prozentpunkte gesenkt. Hinzu kamen fallende Preise für Kraftstoffe und Heizöl.

Wichtig: Die Kerninflation ist weiter gestiegen

Rechnet man die Preise für Energie und Nahrungsmittel heraus, so ist die Kerninflation laut Dr. Jörg Krämer im Dezember weiter gestiegen – von 5,0 % auf schätzungsweise 5,1 % (schwarze Linie im Chart). Das zeige noch einmal, welch starke Sondereffekte im Dezember gewirkt haben, und dass von einer echten Entspannung nicht geredet werden kann.

Ausblick

Im Januar dürfte die Inflation wieder nach oben springen, weil die Regierung nicht noch einmal die Abschlagzahlungen für Gas und Fernwärme übernimmt. Allerdings dürfte die Inflation wohl nicht wieder zweistellig werden. Denn ab Januar berücksichtigen die Statistiker die Strom- und Gaspreisbremsen in der Preisstatistik, so Dr. Jörg Krämer. Die Preisbremsen dürften die Inflation im Durchschnitt dieses Jahres nach Schätzungen der Bundesbank um 1,5 Prozentpunkte dämpfen. Das ist das Hauptargument, warum die Inflation im weiteren Verlauf des Jahres etwas fallen sollte. Hinzu kommt laut Dr. Jörg Krämer, dass der Ölpreis seinen Höhepunkt wohl schon überschritten hat. Er erwartet, dass die Inflation im Durchschnitt dieses Jahres auf 6,5 % fallen wird.

Aber abgesehen von Energie dürfte der Preisanstieg in diesem Jahr seiner Aussage nach hartnäckig hoch bleiben. Nicht zuletzt wegen des zögerlichen Agierens der EZB sind die Inflationserwartungen der Deutschen für die kommenden fünf Jahre Umfragen der Bundesbank zufolge mittlerweile auf 5,0 % gestiegen (Median). In einem Umfeld entankerter Inflationserwartungen dürften die Gewerkschaften deutlich höhere Lohnsteigerungen und die Unternehmen höhere Absatzpreise einfacher durchsetzen, so die abschließende Bemerkung von Dr. Jörg Krämer.

Entwicklung von Inflation und Kerninflation seit 2017



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2 Kommentare

  1. Sie tun was.
    Zeitlich begrenzt und logisch nachvollziehbar.

    Seit heute gilt die Mehrwertsteuersenkung für Lebensmittel in Spanien – Nachrichten.es

    https://nachrichten.es/seit-heute-gilt-die-mehrwertsteuersenkung-fuer-lebensmittel-in-spanien/

  2. Pingback: Aktuelles vom 4. Januar 2023 | das-bewegt-die-welt.de

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