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Italien: Verzweifelte Maßnahmen auf der Suche nach Geld für den Staat

Wenn ein Staat völlig überschuldet ist, wird er verdammt kreativ wenn es darum geht nach neuen Einnahmequellen zu suchen. Und in Italien ist die Suche nach Geld derzeit in vollem Gange. Zwei Faktoren spielen dafür eine Rolle. Auf der einen Seite hat die neue populistische Regierung einen gigantischen Schuldenberg geerbt, und müsste eigentlich eisern sparen. Andererseits wurde sie von den Wählern vor allem deshalb gewählt, weil sie gigantische Wahlgeschenke versprochen hatte, zum Beispiel deutlich höhere Sozialleistungen.

Auf jeden Fall kosten die neuen Wohltaten von Salvini und Co jede Menge Geld, dass man nicht hat. Italien muss also wahnsinnig kreativ sein bei der Erschließung von neuen Geldquellen. Und die Neuverschuldung massiv hochfahren, das geht auch nicht so einfach. Denn die EU-Kommission kämpft ja gerade mit „harten Bandagen“ gegen die Verschuldungsträume der Regierung in Rom. Also bleibt wirklich nur noch eins. Irgendwie möglichst schnell neue Einnahmequellen erschließen!

Italien muss verdammt kreativ sein

Schon die Vorgänger-Regierung beschloss, das Italien quasi Steuerparadies für Ausländer werden soll. Verlegen sie ihren Wohnsitz auch ganz real nach Italien, zahlen sie pro Jahr 100.000 Euro pauschal an Steuern. Aber kommen wir zur neuen Regierung. Vor Kurzem wurde die Idee bekannt die Inhalte von Schließfächern zu besteuern. Tja, das ist natürlich eine Möglichkeit. Dazu müssten natürlich durch Polizei und Finanzämter landesweit Banken gestürmt und Schließfächer zwangsweise geöffnet werden. Und das am besten in einer Hauruck-Aktion am Wochenende, damit die Schließfachinhaber keine Vorwarnzeit haben? Aber jetzt, wo die Idee die Runde gemacht hat – haben da nicht schon längst zahlreiche Schließfachbesitzer Wertgegenstände entfernt und unters „Kopfkissen“ gelegt?

Und dann wäre ja noch die Idee, dass man de facto eine Parallelwährung einführt. Offiziell würde man dies natürlich nicht so nennen, denn dann würde man ja ernsthaft Ärger mit der EZB bekommen, die in der Eurozone ja das Monopol auf Geld hat! Also wird die Idee eher als Schuldschein-Idee bezeichnet. Der Staat bezahlt zum Beispiel Handwerker mit Schuldscheinen – diese können sie verwenden um beim Staat zum Beispiel Steuern zu bezahlen. Tja, das klingt aber doch verdammt stark nach einer Währung. Schauen Sie hierzu auch bitte das folgende Video von Marc Friedrich.

Italien - Colosseum in Rom
Das Colosseum in Rom. Foto: Sjaak Kempe from Groningen, The Netherlands – 20160425 106 Roma – Colosseum CC BY 2.0



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1 Kommentar

  1. Die genannte, eventuelle „Schließfachsteuer“ bezieht sich auf Wertsachen oder Bargeld, welche am Finanzamt vorbei im Schließfach gelandet sind, also Steuerhinterziehung. Diese können dann mittels Steuer legalisiert werden. Legal erworbenes Vermögen im Schließfach wird nicht besteuert. Wenn einer wirklich Schwarzgeld besitzt, wird er es allerdings kaum in ein Schließfach geben, da dieses schon seit Jahren von den Banken gemeldet werden muß.
    Ich frag mich, wo der Friedrich&Weik Wertefonds die Edelmetalle lagert? In Schließfächern? Irgendwo bei privaten Unternehmen? Wenns kritisch wird, wie komm ich an meine Sachwerte? Da ist mir das Schließfach um die Ecke doch lieber.

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