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Italiens Borghi: „Wir werden früher oder später aus dem Euro aussteigen!“ Vor allem, wenn Weidmann neuer EZB-Chef wird..

Der Chef der Haushaltskommission im italienischen Parlament: Wenn Weidmann kommt, werden wir aus dem Euro gehen!

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Claudio Borghi, Ökonom und Politiker der Regierungspartei Lega, hat in einem Interview mit dem „Corriere della Sera“ faktisch den Ausstieg Italiens aus dem Euro angekündigt: „Wir werden früher oder später aus dem Euro aussteigen, davon bin ich zutiefst überzeugt“, so Borghi in dem Interview.

Borghi ist Chef der Haushaltskommission des italienischen Paralaments und der führende Wirtschaftsexperte der Lega. In dem Interview schildert er, wie bei den Gesprächen zwischen Lega und Cinque Stelle die Frage aufkam, ob die Koalition einen Ausstieg aus dem Euro befürworte – woraufhin Cinque Stelle diese Frage jedoch klar mit „nein“ beantwortet habe. Er habe seitdem nach Verbündeten gesucht, um diesen Ausstieg doch zu ermöglichen („Io speravo di trovare dei compagni d’avventura e invece“..).

Laut Borghi funktioniere das „System Euro/EZB“ so nicht mehr. Und für Italien könnte die Situation eskalieren, wenn Bundesbankchef Weidmann Nachfolger von Draghi würde („Resta il fatto che il sistema Euro/Bce così non funziona. Se domani al posto di Mario Draghi arrivasse Jens Weidmann…“).

 

Laut Borghi könnte dann Weidmann als EZB-Chef von Italien einen Schuldenabbau fordern, weil das Land bisher nicht genügend Anstrengungen in dieser Richtung unternehme. Oder sogar Italien zwingen, z.B. das Kolosseum in Rom zu verkaufen, um die Schulden zu reduzieren („Se minacciasse di farci saltare il debito perché non stiamo facendo gli sforzi dovuti? Se ci chiedesse di vendere qualsiasi cosa, anche il Colosseo? È questo che non funziona nell’Eurozona“).

All das zeigt: sollte Weidmann Nachfolger Draghis werden, dürfte die Regierungskoaltition Italiens damit allergrößte Bauchschmerzen haben (auch wenn Borghis Furcht, dass Italien etwa das Kolosseum verkaufen müßte, wohl reichlich unrealistisch ist!). Faktisch ist es mit der neuen Regierung in Italien also unwahrscheinlicher geworden, dass Weidmann wirklich Draghi beerben könnte, zumal Italiens Politik und Medien ohnehin der italienischenBevölkerung den Eindruck vermitteln, als würde ganz Europa nach Deutschlands Pfeiffe tanzen. Und dann noch ein „Hardliner“ aus Deutschland als EZB-Chef – das wäre aus Sicht der neuen italienischen Regierung gewissermaßen der Supergau!

Italiens Finanzmärkte jedenfalls reagieren auf die Aussagen Borghis mit Verunsicherung, der italienische Leitindex MIB 40 ist heute der Schwächste der größeren Aktienindizes in Europa, die Renditen für italienische Staatsanleihen steigen. Dazu kommt, dass es offenkundig Spannungen gibt zwischen Wirtschaftsminster Tria und den beiden Vize-Ministerpräsidenten, wie italienische Medien berichten..


Claudio Borghi
Foto: Fabio Visconti; https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

11 Kommentare

11 Comments

  1. asyoulike

    20. Juli 2018 11:34 at 11:34

    Moin, moin,

    es ist schon ein Trauerspiel um die EU. Der Gedanke war gut, die Ausführung schlecht. Man kann einfach nicht zusammen legen, was nicht zusammen passt. Die Konsequenzen werden uns alle treffen. Geht Italien, gehen auch andere. Die schauen nur noch auf den „Preis“, den die Italiener bezahlen müssen. Was bleibt ist ein leeres Gebilde. Vielleicht nicht verkehrt, es wird Zeit für Reformen in der EU oder deren Ende.

    • commentt

      20. Juli 2018 12:54 at 12:54

      Leider wurde durch das Treiben der Toscanelli Bande – mit kräftiger Deckung durch Uckerelli – der Preis in schwindelerregende Höhen getrieben. Die Plus400Mrd Target Verpflichtungen Italiens sind der Fingerzeig.

  2. Columbo

    20. Juli 2018 12:00 at 12:00

    Das Kolosseum würde ich sofort kaufen und dort gewisse Politiker, Ökonomen, Börsenanalysten, Fondsmanager, Finanzblogger und Journalisten als Gladiatoren auftreten lassen. Es wäre permanent ausverkauft.

    • guguk

      20. Juli 2018 12:20 at 12:20

      Klasse Idee!
      Ganz ganz große Klasse!!
      BRAVO!!!
      Ich bezahle JEDEN Eintrittspreis!!!!

    • Michael

      20. Juli 2018 12:36 at 12:36

      Ich bin auch dabei, mit Dauerkarte für die besten Ränge!

      • Columbo

        20. Juli 2018 12:54 at 12:54

        Man kann die Tickets bei „Columbo-Coloseum-Gladiator-Fights“ schon jetzt bestellen. Bitte die Namen der jeweiligen Gladiatoren, die man sehen möchte, angeben, damit die Tickets richtig zugeteilt werden können. Aus Respekt vor dem schwachen Geschlecht werden keine Frauenkämpfe zugelassen, also bitte nicht Merkel, Lagarde, May oder ähnliche angeben.

        • Plattnase

          20. Juli 2018 14:40 at 14:40

          Und sie sind sich sicher dass das Murksel eine Frau ist ?

    • August

      20. August 2018 11:40 at 11:40

      Super ich mach mit

  3. Enka Latineg

    20. Juli 2018 12:53 at 12:53

    Wenigstens ist die Amtszeit für EZB Chefs begrenzt im Gegensatz zu deutschen Bundeskanzlern und -kanzlerinnen. Herr Draghi hat also ein Verfallsdatum. Wahrscheinlich ist sein Nachfolger bereits bestimmt. Ob es nun Herr Weidmann wird ist überhaupt nicht sicher. Zum einen ist Deutsche Schuld auf ihn vererbt, was ihn auf ewig demütig buckeln läßt, zum anderen ist auf diesem Posten die Frauenquote auch endlich mal dran.

    Es geht um einen seelenlosen Euro als Tauschmittel für alles , was in Europa getauscht werden soll. Wertaufbewahrung muß den Bürgern weiter suggeriert werden, sonst würden sie zu schnell merken, dass dieses Kriterium mit allen Flüssigkeiten, welche unter das neueste Codewort „Ischias“ fallen, Tampons, Reis , Schlafsäcken u.ä. wesentlich besser zu erfüllen ist, als mit dem alternativlosen Währungskonstrukt.

    Und warum sollten die Italiener nicht noch schnell vor dem Platzen der Immobilienblase das Kollosseum verkaufen?

  4. Zentralrat der Luden

    20. Juli 2018 14:41 at 14:41

    Weidmann das rückgratlose Weichei ?
    Herr lass diesen Kelch an uns vorübergehen.

  5. olli8+

    10. August 2018 10:57 at 10:57

    Trump und Putin sind sich einig. Sie haben Europa mit Ihren
    Euro-Rettungsschirmen zum Siedlungsgebiet erklärt aber immerhin
    zum Menschenrechts-Weltmeister gekürt!!

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MMT – der Wahnsinn der Überschuldeten

Modern Monetary Theory ist die neueste Antwort einer immer überschuldeteren Welt, die ihre Zahlungsversprechen immer weiter in die Zukunft verschiebt

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MMT – Modern Monetary Theory – ist die neueste geldpolitische Antwort einer immer überschuldeteren Welt, die ihre Zahlungsversprechen immer weiter in die Zukunft verschiebt. Die Verfechter von MMT argumentieren: man kann doch einfach Geld drucken, solange dieses gedruckte Geld nicht zu verstärkter Inflation führt – und damit Konjunktur und Arbeitsmarkt ankurbeln! Mit anderen Worten: Schulden sind kein Problem, nur Inflation ist ein Problem aus Sicht der MMT-Gläubigen.

Eine noch stärkere Verschuldung des Staatshaushalts? Für die Vertreter von MMT kein Problem, denn ein Staat könne doch gar nicht pleite gehen, solange eine Notenbank in der eigenen Währung Geld drucken könne und die Schulden des Staates doch auf eben dieser jederzeit nachdruckbare Währung basierten.

Nur leider zeigt ein Blick in die Finanzgeschichte, dass auch Staaten, die in ihre eigene Währung drucken, sehr wohl pleite gehen könne – eben weil das Vertrauen in deren inflationierte Währung stetig erodiert (Beispiele sind Argentinien, Venezuela, Simbabwe etc.). Aber der Blick in die Finanzgeschichte zählt wohl eher nicht zu den Stärken der Verfechter von MMT..

 

Besonders beliebt ist die Modern Monetary Theory bei linken US-Demokraten wie Ocasio-Cortez oder auch Bernie Sanders – maßgebliche Ideengeberin der beiden ist die amerikanische Ökonomin Stephanie Kelton, die in einem Interview mit der „Zeit“ es als eine Art Erweckungserlebnis beschreibt, wie sie auf MMT gestoßen sei:

„(..) wir als Ökonomen waren die ganze Zeit auf dem Irrweg. Das war für mich eine Art kopernikanischer Moment. Kennen Sie den Film Matrix? Da gibt es diese berühmte Szene, in der Keanu Reeves die Wahl hat, eine blaue oder eine rote Pille zu nehmen. Wenn er die blaue Pille nimmt, bleibt alles, wie es ist. Nimmt er die rote, erkennt er, dass die Welt nur eine Fiktion ist, die von intelligenten Maschinen aufrechterhalten wird, um die Menschheit zu versklaven. Ich habe die rote Pille genommen.“

Nunja, was Pillen so alles bewirken können..

Kelton und andere MMT-Theoretiker glauben also, dass sich Jahrhunderte lang alle Ökonomen geirrt haben, dieser Irrweg aber nun durch revolutionäre Erkenntnis endlich durchbrochen ist. Ohne das gerade scheiternde Experiment der Notenbanken, die ernsthaft und gegen jede Evidenz glauben, durch Negativzinsen und Anleihekäufe fehlende Nachfrage in immer älteren und gleichzeitig immer verschuldeteren Gesellschaften komensieren zu können, wären solche Hinrgespinste wie MMT nicht möglich.

Unser Grundproblem ist doch: wir verschieben Zahlungsversprechen wie Pensionsansprüche, Kredite ect. immer weiter in die Zukunft (dafür stehen symbolisch Staatsanleihen mit 100 Jahren Laufzeit). Gleichzeitig aber verlieren wir stetig an Substanz, weil immer weniger arbeitende Menschen immer größere Zahlungsansprüche der immer zahlreicher werdenden Nicht-Arbeitenden finanzieren müssen. Diesen Grundwiderspruch aber kann man nicht (oder zumindest nicht dauerhaft) durch Gelddrucken zuschütten.

Wenn wir ehrlich mit uns selbst wären, müssten wir eigentlich schrumpfen – oder zeitnah neue revolutionäre Innovationen schaffen. Aber das geht natürlich nicht in Gesellschaften, deren Grundideologie auf ewig andauerndem Wachstum basiert und die ihre Zukunft bereits in der Gegenwart verkonsumiert.

Solange das Wachstum da war, war alles gut, weil die kapitalistische Demokratie das Wohlstandsversprechen für immer mehr Menschen tatsächlich auch eingelöst hat. Aber das ist nun vorbei – und weil unser Wirtschaftssystem das Wohlstandsversprechen für immer mehr Menschen eben nicht mehr einlöst, sehen wir den Aufstieg von „rechtspolulistischen“ Parteien. Diese wiederum aber sind selbst Verfechter von MMT – sie wollen also Schulden machen, um die Frustrierten zu beglücken. Irgendwie ein Teufelskreis..

Wir unterliegen einer Wohlstandsillusion durch Aufschiebung von Zahlungsversprechen – und wollen uns diese Illusion partout nicht nehmen lassen. Das ist sehr menschlich, aber leider nicht hilfreich. Denn die Widersprüche fallen uns so oder so auf die Füsse, und je länger wir der Illusion hinterherjagen, umso schmerzhafter ist dann der Aufprall mit der Realität..

MMT verspricht, alle Probleme zu lösen - wie durch Geisterhand

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Rüdiger Born: Dax, Nasdaq, Euro

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Die aktuelle Bewegung im Dax könnte eher korrektiv sein. Der Nasdaq ist fünfwellig nach unten marschiert. Und jetzt? Mehr dazu bespreche ich im folgenden Video. Euro vs USD ist relativ schwach. Schubweise runter, wackelig hoch, schubweise runter. Auch dazu mehr im Video. Heute haben wir ein spezielles Währungspaar im „Trade des Tages“ besprochen. Wollen Sie die detaillierten Textanalysen täglich lesen, dann melden Sie sich gerne beim Klicken an dieser Stelle an. Der Service ist kostenlos!

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Schweizer Franken weiter im Aufwärtstrend – EZB und SNB im Fokus

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Der Schweizer Franken ist weiter im Aufwertungs-Modus. Der Druck des Gesamtmarktes einen sicheren Hafen in unsicheren Zeiten zu suchen, ist einfach zu groß. Auch wenn die Schweizerische Nationalbank (SNB) in den letzten Wochen offensichtlich interveniert hat um den Franken zu schwächen, war der Markt stärker. Die Maßnahmen der SNB verpufften. Oft hatten wir in den letzten Tagen das Tief bei EURCHF vom 5. August bei 1,0863 besprochen. Würde es fallen, wäre der Weg nach unten (also weitere Aufwertung des Schweizer Franken) frei.

Schweizer Franken erst gestern am Hochpunkt

Und an drei Tagen in dieser Woche wurde dieses Tief unterschritten. Im Tief lag Euro vs Schweizer Franken (EURCHF) erst gestern Abend bei 1,0834. Der Franken wertet also immer weiter auf, auch wenn es derzeit nur in kleinen Schritten weiter bergauf geht (höchster Stand seit 2017). Aktuell notiert das Währungspaar bei 1,0846. Jeden Pip und jedes kleine Auf und Ab ist natürlich unmöglich vorhersehbar. Aber die Tendenz scheint weiter Richtung Aufwertung des Franken gerichtet zu sein. Gestern „half“ der EZB-Funktionär Olli Rehn dabei den Schweizer Franken noch weiter zu stärken. Dies tat er, in dem er den Euro schwächte durch Aussagen, dass die EZB ihre anstehenden Maßnahmen doch lieber zu stark als zu schwach umsetzen solle.

In Schweizer Medien wird diese Woche auch darüber spekuliert, ob die SNB im September die Zinsen von jetzt schon -0,75% auf -1,00% senken wird. Und ja, bei dem immer weiter steigenden Schweizer Franken scheint das durchaus realistisch zu sein. Oder wird man schon früher aktiv werden? Denn der Markt schafft ja jetzt die Fakten! Schon im April hatte SNB-Chef Thomas Jordan weiter sinkende Zinsen für die Schweiz grundsätzlich angedeutet, und in Kürze könnte es soweit sein. Wäre das ein Auslöser für eine Kehrtwende im Franken, oder wäre dieser Zinsschritt einfach zu schwach? Denn schließlich lockert die EZB ja in Kürze ihre Geldpolitik auch. Aktuell jedenfalls bleibt der Schweizer Franken im Aufwertungs-Modus. Man vergesse aber nie, dass die SNB für Überraschungen gut ist. Man denke da bitte stets an die urplötzliche Aufhebung der berüchtigten Franken-Schwelle von 1,20 im Januar 2015!

 

Euro vs Schweizer Franken seit April
Euro vs Franken seit April.

Euro vs Schweizer Franken seit September 2018
Euro vs Franken seit September 2018.

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