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IWF: Abwärtsrisiko für Weltwirtschaft größer, Brasilien Katastrophe

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der frisch gekürte IWF-Chefvolkswirt Maurice Obstfeld korrigiert gleich zu Beginn seiner Tätigkeit die Prognosen seines Hauses mehrmals nach unten. Er sagt im aktuellen Weltwirtschafts-Ausblick des IWF durchaus deutlich, dass das Abwärtsrisiko für die Weltwirtschaft ausgeprägter sei als noch vor wenigen Monaten.

Wg. der immer stärkeren Konjunkturschwäche in den Schwellenländern (u.a. Brasilien) senkt der IWF seinen Ausblick jetzt zum dritten Mal in 12 Monaten. 2015 soll die Weltwirtschaft laut heutiger Prognose 3,1% wachsen, im Juli sollten es noch 3,3% sein. Noch im April hatte der IWF 3,5% prognostiziert. 2014 wuchs die globale Konjunktur noch um 3,4%.

Die Industrienationen sollen laut IWF-Obstfeld um 2% anstatt bisher 2,1% wachsen. In den USA und in Europa soll das Wachstum anziehen (woher der Optimismus?), und in USA + UK könne die Geldpolitik bald gestrafft werden. Dazu meinen wir: War der gute Mann zuletzt im Koma? Nichts mitbekommen von Konjunkturproblemen? Wann folgt die nächste Anpassung der IWF-Prognose? Sogar für Japan, das gerade dabei ist in die Rezession zu rutschen, hat der IWF ein Wachstum parat, Zitat:

„This year’s pickup reflects primarily a strengthening of the modest recovery in the euro area and a return to positive growth in Japan, supported by declining oil prices, accommodative monetary policy, and improved financial conditions, and in some cases, currency depreciation.“

Dramatische Prognosen hat der IWF z.B. für einen der Hauptrisikopatienten Brasilien parat. Dort soll die Wirtschaftsleistung (BIP) in 2015 statt um 1,5 jetzt um satte 3% schrumpfen. Das ist eine Katastrophe. Da kann man gerne von 4 oder 5% Einbruch ausgehen, weil Institutionen wie IWF, Weltbank und Co. immer recht vorsichtig und zurückhaltend schätzen.

Was sagt uns all das? Das Echo, das aus dem Wald herausschallt, ruft QE, QE…


Zu dem Abwärtstrend der Schwellenländer äußert sich der IWF wie folgt:

„Growth prospects in emerging markets and developing economies vary across countries and regions. But the outlook in 2015 is generally weakening, with growth for these economies as a group projected to decline from 4.6 percent in 2014 to 4.0 percent in 2015.

The fifth straight year of slowing growth reflects a combination of factors: weaker growth in oil exporters, a slowdown in China with less reliance on commodity-intensive investment, adjustment in the aftermath of credit and investment booms, and a weaker outlook for exporters of other commodities, including in Latin America, following declines in their export prices. In addition, geopolitical tensions and domestic strife in a number of countries remain high, with immense economic and social costs.

External conditions are becoming more difficult for most emerging economies. The prospect of rising U.S. interest rates and a stronger dollar has already contributed to higher financing costs for some borrowers, including emerging and developing economies. And while the growth slowdown in China is so far in line with forecasts, its cross-border repercussions appear larger than previously envisaged, including through weaker commodity prices and reduced imports.

The projected rebound in growth in emerging market and developing economies in 2016 therefore reflects not a general recovery, but mostly a less deep recession or a partial normalization of conditions in countries in economic distress in 2015 (including Brazil, Russia, and some countries in Latin America and in the Middle East), spillovers from the stronger pickup in activity in advanced economies, and the easing of sanctions on the Islamic Republic of Iran.

Growth in low-income developing economies is expected to slow to 4.8 percent in 2015, from 6 percent in 2014, in large part due to weak commodity prices and the prospect of tighter global financial conditions. Some countries (e.g., Kyrgyz Republic, Mozambique) have been running large current account deficits, benefiting from easy access to foreign savings and abundant foreign direct investment, especially in resource-rich countries, and hence are particularly vulnerable to external financial shocks.“

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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