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IWF-Lagarde: Forderung nach Griechenland-Schuldenschnitt hat es nie gegeben…

FMW-Redaktion

Was IFW-Chefin Christine Lagarde am Wochenende gegenüber dem Schweizer Portal „Le Temps“ geäußert hat, kann man noch am Ehesten als Bewerbungsargument für die Verlängerung ihrer Amtszeit betrachten. USA und EU zusammen entscheiden ja quasi fast im Alleingang über die Verlängerung ihrer Amtszeit – und so ein großes Chefbüro in Washington muss schon schön sein.

Sie sagte eine Forderung bzw. Diskussion über einen griechischen Schuldenschnitt hätte es gar nicht gegeben. Die Debatte hierüber sei gar nicht eröffnet worden, daher sei es nicht notwendig über Dinge zu reden, die doch eigentlich gut laufen. Damit spielt sie auf das neue 86 Milliarden Euro-Rettungspaket für Griechenland an. Das heißt übersetzt: Der IWF wird (sicherlich nach reiflicher Diskussion) Griechenland demnächst irgendwie eine Folgekredit einräumen, oder sich sogar am aktuellen 86 Milliarden-Paket beteiligen, damit das Land noch mehr finanziellen Spielraum bekommt.

So sichert sich Frau Lagarde ihren Job. Denn in ihren Formulierungen wurde wie im Märchen aus Schuldenschnitt die Forderung nach einer Schuldenerleichterung. So können die Europartner die volle Forderung gegen Griechenland auch weiterhin in ihren Staatshaushalten als Vermögenswert stehen lassen. Angela Merkel bekommt, was sie will. Der IWF bleibt als Kreditgeber (irgendwie) mit an Bord, und Frau Lagarde bekommt auch (irgendwie) was sie will, nämlich eine Streckung der Raten sowie Zinssenkung, was dann wohl so was Ähnliches wie ein Schuldenschnitt sein soll?

Noch vor Kurzem hatten Lagarde und auch ihre Ökonomen mehrfach öffentlich verkündet Griechenlands Schulden seien untragbar geworden und ohne einen kräftigen Schuldenschnitt könne das Land neue zusätzliche Zahlungsverpflichtungen (die durch neue Hilfspakete entstehen) nicht tragen. Die neue Aussage von Christine Lagarde: Durch die Streckung der Laufzeiten und Zinssenkungen wird die Schuldentragfähigkeit hergestellt. Wie heißt es doch so schön? Politik ist die Kunst des Kompromisses? Jeder sieht zu, dass er irgendwie etwas abbekommt, damit er gut dasteht.



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2 Kommentare

  1. Madame sind köstlich- mal sehen, was im Kampf um die Wiederwahl noch „herauskommt“. Vielleicht gibt es die griechischen Staatsschulden ja auch nicht (spätestens nach einem formellen Staatsbankrott würde das irgendwie sogar stimmen).

  2. seltsam, gerade sie hat den Schuldenschnitt laufend gefordert.

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