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Ja sind´s wir denn im Irrenhaus: Euro und Dax im Intraday-Chaos

Ja wo sind´s wir denn? Im Irrenhaus? Gestern waren die Signale des FOMC eindeutig als Vorgabe für die europäischen Märkte zu verstehen, dass die Zinsanhebung wohl verschoben wird. Die Wahrscheinlichkeit einer…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ja wo sind´s wir denn? Im Irrenhaus? Gestern waren die Signale des FOMC eindeutig als Vorgabe für die europäischen Märkte zu verstehen, dass die Zinsanhebung wohl verschoben wird. Die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinsanhebung sank von 50% auf 40%. Der Dollar tat wie erwartet, und fiel. Der Euro tat auch wie erwartet, und stieg. Bis heute früh um 7 Uhr erreichte EURUSD sein Hoch bei 1,1788.

Dann rutschte der Euro in den Stunden vor dem heutigen EZB-Protokoll um 13:30 Uhr auf 1,1700. Dies geschah wohl in der Hoffnung, dass die EZB im Protokoll andeuten würde, dass man seine Zinswende verschiebt. Und so kam es dann auch. Die EZB verkündet klar, dass man die ganze Wende der Geldpolitik wohl lieber noch verschieben möchte (alles noch unklar mit der steigenden Inflation usw…).

Aber seit 13:30 Uhr ist der Euro nur weitere 9 Cents gegen den Dollar gefallen. Und der Dax? Nach der gestrigen Dollar-Schwächung, welche automatisch eine Euro-Stärkung zur Folge hat, hätte er nachlassen müssen. Das wollte er auch, tat es dann aber heute nur bis 11 Uhr Vormittags (Tiefstkurs 12.207 Punkte).

Dann kommt die Euro-Schwächung als Wette, und danach die offizielle Euro-Schwächung durch die EZB um 13:30 Uhr, und der Dax steigt zügig von 12.238 auf 12.291 Punkte, um diesen Gewinn bis jetzt wieder abzugeben. Was halten wir davon? Urlaubs-Wahnsinn bei geringen Umsätzen! Versuchen wir einen klaren Kopf zu bewahren! Was sagt das Gesamtbild, wenn wir ein, zwei Schritte zurücktreten?

Die EZB war heute deutlich dovisher (gegen die Zinswende) als gestern die Fed. Daher müsste der Euro eigentlich abwerten, und der Dax eher steigen, da ein schwacher Euro besser ist für Exportwerte, die im Dax enthalten sind. So weit die Theorie…


Dax (orange) gegen EURUSD (schwarz) seit heute früh 8 Uhr.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    17. August 2017 15:13 at 15:13

    Abwarten. Natürlich ist Chaos, wenn viele kleine Ahnungslose ihr Konto jetzt total zerstören.
    Die Volumina sind recht spassig mit anzusehen. Wahrscheinlich ist das Ende der Korrektur noch nicht erreicht. Wer soll den DAX denn mit Impulsen long anschieben wenn das Grosse Geld in der Sonne liegt und brät???
    Also gehts noch hin und her oder noch einen Zacken runter bis wieder alle auf Ihren Sesseln sitzen. Die Hedger sitzen auf riesen Cash Beständen – und die müssen ja auch irgendwo hin nach dem Urlaub – Cash macht keine Rendite….
    Also locker bleiben – Das wird schon noch. :-)

    Viele Grüße
    Marcus

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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