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Klage gegen Volkswagen: warum es für VW jetzt ungemütlich werden könnte

Kommt nun auch in Deutschland eine Lawine auf Volkswagen zu?

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Bekanntlich hat mit der Deutsche See GmbH der erste (Firmen)Großkunde Klage gegen Volkswagen eingereicht. Wir veröffentlichen hier den gesamten Text der Pressemeldung (die uns am 05.02. von der Deutsche See GmbH zugemailt wurde), weil darin interessante Informationen enthalten sind, die sich in den Agenturmeldungen nicht finden:

Die Deutsche See GmbH hat als erster Großkunde Klage gegen die Volkswagen AG eingereicht

Das Unternehmen ist tief enttäuscht über die nicht eingehaltenen Vereinbarungen von Seiten der Volkswagen AG und hat am 3. Februar 2017 Klage wegen arglistiger Täuschung eingereicht

Bremerhaven, 5.2.2017 – Deutsche See GmbH mit Sitz in Bremerhaven hat als erster Großkunde (Flottenkunde, knapp 500 Fahrzeuge betroffen) am 3. Februar 2017 eine Klage nach Anfechtung sämtlicher Verträge, gestützt auf § 123 BGB („arglistige Täuschung“), beim zuständigen Landgericht Braunschweig eingereicht. Das Unternehmen, das als Einzelkläger auftritt, hatte zuvor vergeblich versucht, sich mit VW auf einen gemeinsamen Weg zu verständigen. Deutsche See ist die Partnerschaft mit VW nur eingegangen, weil VW das umweltfreundlichste, nachhaltigste Mobilitätskonzept versprochen hat.

Deutsche See bekam 2010 den Nachhaltigkeitspreis verliehen, denn der Geschäftsführung des Unternehmens ist die Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfung des Unternehmens sehr wichtig. In den Jahren 2009/2010 hatte Deutsche See den Entschluss gefasst, den gesamten Nutzfahrzeug- und PKW-Bereich auf eine ganzheitliche, schadstoffarme sowie elektroangetriebene Flotte umzustellen. Nach mehreren Gesprächen hierüber hatte der Volkswagenkonzern Deutsche See nicht nur versichert, eine Flotte, die diesen Zielen entspricht, liefern zu können, sondern es wurde auch besprochen und vereinbart, dass beide Unternehmen zusammen die umweltfreundliche und zukunftsweisende Mobilität weiter entwickeln wollen. Nur deshalb hat Deutsche See ihre gesamte Flotte auf den Volkswagenkonzern umgestellt. Auch auf einer der Internetseiten der Volkswagen AG wurden die Ziele der Partnerschaft dargestellt und eine Kommunikations-Kampagne entwickelt.

Der Volkswagenkonzern hat Deutsche See über den Einsatz von bewusst manipulierender „Defeat Device“-Technik in Dieselfahrzeugen nicht aufgeklärt und damit gegen den Geist der gemeinsamen Vereinbarungen verstoßen. Auch im Übrigen wurden vereinbarte Projekte, wie z.B. Elektro-Fahrzeuge oder die Verringerung der Umweltbelastung in der Fahrzeugflotte ausschließlich von Deutsche See – ohne jegliche Unterstützung durch VW – umgesetzt. Erst in 2016 hat Volkswagen ernsthaft begonnen, E-Mobilität weiterzuentwickeln.

Die Gespräche konnten nicht mehr mit den zuständigen Managern bei VW geführt werden, da diese durch Juristen und PR-Manager ersetzt wurden.

Weil Gespräche mit VW über eine gütliche Einigung gescheitert sind, hat die Geschäftsführung von Deutsche See sich nach Anfechtung der Verträge mit VW numehr entschlossen, Ansprüche auf Rückzahlung gerichtlich gegen VW geltend zu machen. Die Deutsche See klagt als mittelständisches Unternehmen gegen einen Großkonzern. Deutsche See fragt sich als verantwortungsvolles Unternehmen, wie ein solches Verhalten in Deutschland möglich ist, und fragt sich weiterhin, wie man als Volkswagen AG auch einen gesellschaftspolitischen Schaden bewusst in Kauf nehmen konnte.

Egbert Miebach, Geschäftsführender Gesellschafter von Deutsche See, über die Gründe: „Wir sind tief enttäuscht über VW und fühlen uns hingehalten und betrogen, da die gemeinsam angedachte Partnerschaft im Bereich der umweltfreundlichen Mobilität nur von unserer Seite eingehalten wurde. Entsprechende Gespräche, dieses zu verändern, wurden von Seiten VW abgeblockt. Deutsche See bekennt sich in allen Unternehmensbereichen zur Nachhaltigkeit, sodass wir Klage am 3. Februar 2017 gegen die Volkswagen AG eingereicht haben.“

Interessant ist, dass an Stelle von VW-Manager, wie die Deutsche See GmbH schreibt, nunmehr nur noch Juristen und PR-Leute als Ansprechpartner Verfügung standen. Noch am Wochenende hatte VW gesagt, man könne sich dazu nicht äußern, weil man darüber noch keine Informationen habe – aber Umrüstungen seien doch jederzeit möglich! Und das grenzt schon fast an Verhöhnung!

Bekanntlich laufen in Deutschland bereits einige hundert Verfahren, in denen Fahrer von VW-Dieseln auf Schadenersatz gegen Händler oder den Konzern klagen. Nun also der erste größere Firmenkunde – und davon wird es nicht so wenige geben in Deutschland. Sollte die Deutsche See GmbH vor Gericht gewinnen, droht den Wolfsburgern also der nächste größere Nackenschlag, zumal auch nicht einzusehen ist, warum in den USA Privatkunden gut 5000 Dollar Schadenersatz bekommen können, in Deutschland jedoch davon bislang nicht die Rede ist.

Die Aktien von VW daher einer der größeren Verlierer im Dax..

13 Kommentare

13 Comments

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    Dennis

    6. Februar 2017 14:34 at 14:34

    Hoffentlich wirds mal richtig ungemütlich… Mal unabhängig davon,dass Autos „manipuliert“ wurden.Sowas macht ja eigentlich jeder Autobauer… Es ist einfach ne Schande, dass Amis entschädigt werden und die dummen Deutschen abgespeist werden. Noch Zeit investieren müssen,um in die Werkstatt zu kommen. Aus diesem Grund kommt mir kein VW mehr in die Garage. Manche Firmen sollten sich mal entsinnen,wo ihre Wurzeln liegen. Kennt VW anscheinend nicht. Hoffentlich fließt noch richtig Blut. In Form von Cash in deutsche Sparschweine :)

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      Wolfgang Koch

      6. Februar 2017 14:48 at 14:48

      „Volkswagen“wurde von den Nazis gegründet!Wie die Nazis mit dem Volk umgegangen sind,könnt ihr ja mal googeln.Macht man heute so,habe ich mir Gruftie sagen lassen!

  2. Avatar

    Gerd

    6. Februar 2017 15:01 at 15:01

    Warum sollte es ungemütlich werden?
    Nur weil die, ich glaube gelesen zu haben, 18 Mio haben wollen?
    Da kommt denen ja der Winterkorn schon teurer.

    Und gibts wohl noch weitere Unternehmen, die sich so sehr umweltgerecht verhalten möchten (was angebl. deren Kaufmotiv war), dass sie sich sogar auf sowas wie einen Nachhaltigkeitspreis berufen können?

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    hingucker

    6. Februar 2017 15:13 at 15:13

    Alles mehr oder weniger verständlich – nur müssen dann auch alle Autobauer die schummeln zur Kasse gebeten werden.
    Wenn VW anfangen muß Entlassungen zu tätigen, ist das Geschrei wieder groß.

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      tomgala

      6. Februar 2017 18:07 at 18:07

      Na, aber sicher !
      Da ist es wieder das abgedroschene Argument mit den Arbeitsplätzen.
      Darauf habe ich in den letzten Monaten immer wieder gewartet.
      Wieso auch entschädigen, sollen die „Deutschen“ doch froh sein das sie bei VW arbeiten dürfen. Mit dem Argument „Arbeitsplätze“ kann man in Deutschland ja immer alles rechtfertigen. Ich fange besser gar nicht an mit einer Liste, sonst ist der Abend mal wieder gelaufen.
      Ich kenne jede Menge Leute die sich Ihren VW nur gekauft haben, weil er angeblich umweltfreundlich sein sollte. Dafür wurde sogar ein höherer Kaufpreis akzeptiert.
      In D-Land ist es aber politisch nicht gewollt das man die großen Autobauer in die Pflicht nimmt. Man stelle sich nur mal vor, unser Umweltminister nimmt Untersuchungen gegen VW auf und erhebt Klage vor dem Bundesgericht wg. Gefährdung des deutschen Volkes…..undenkbar.

      • Avatar

        Gerd

        6. Februar 2017 18:29 at 18:29

        „… erhebt Klage vor dem Bundesgericht wg. Gefährdung des deutschen Volkes.“
        Der Satz ist von großer Bedeutung.
        Das ist nämlich der Knackpunkt.

        Konsequent zu Ende gedacht heißt das aber auch, dass nicht unbedingt die Käufer und Fahrer eines Volkswagens zu entschädigen wären, sondern dieh Fahrer, die hinter einem VolkswagenAuspuffrohr herfahren müssen. Die Mütter, die mit Kindern die Abgase dieser Volkswagen einatmen. Die Bürger, die in Straßennähe wohnen. U.s.w.
        Ganz allgemein: die Bevölkerung.

        Und damit nicht genug, selbst Tiere und meinetwegen sogar Pflanzen.
        Aber wie gesagt, nicht in erster Linie die Käufer und Fahrer eines VWs.

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          Petkov

          12. Februar 2017 13:41 at 13:41

          Ein völlig sinnbefreites Beispiel. Hinter einem Dieselfahrzeug herzufahren oder gar ihm mit einem Kinderwagen zu folgen ist immer gesundheitsschädlich. Das ist bei VW so, aber auch bei den technologisch besseren Daimlers und BMWs. Selbst wenn alle VW-Diesels die in betrügerischer Absicht versprochenen Werte exakt einhalten würden, würde das absolut keine messbare Verbesserung für Anwohner und Verkehrsteilnehmer bringen. Es geht ja nur um WENIGE GRAMM, die da weggerechnet wurden. In der Praxis sind diese reduzierten Schadstoffausstoße völlig unerheblich. Auch der wirklich sauberste Dieselmotor der Welt ist immer noch sehr gesundheitsschädlich und wird es immer bleiben. Viel mehr Optimierungspotential hat diese Technologie einfach nicht.

          Die einzig sinnvolle Strafe für VW wäre die Verurteilung, über mehrere Jahre hinweg in Naturschutzprojekte, Aufforstungsvorhaben etc. zu investieren. Strafzahlungen an Privatpersonen sind völlig daneben, da kein nennenswerter gesundheitlicher Schaden entstanden ist. Höchstens das Umweltbewusstsein von ein paar Naivlingen wurde angekratzt. Deswegen: kein Geld für VW-Fahrer, sondern nur für Naturschutzprojekte.

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        hingucker

        11. Februar 2017 12:22 at 12:22

        Ein bischen weltfremd und idiologisch verblendet wie? Das die Bevölkerung Arbeit hat, ist das A und O. Was machen die Menschen ohne Arbeitsmöglichkeiten, Bauer werden? Schauen Sie doch mal nach Grichenland, Spanien, Portugal wie fröhlich die Menschen dort sind.
        Rd. 5,8 Mill. Arbeitsplätze hängen direkt am Autobau und Zuliefern. VW hat gerade angekündigt mit seiner Tradition zu brechen und Menschen aus Zeitarbeit nicht mehr zu übernehmen.
        Davon abgesehen, ein spezieller Aspekt der Stickstoffoxide in Zusammenhang mit moderner Motorentechnik ist der Zielkonflikt zwischen Verbrauchsreduktion einerseits und der Reduktion von NOx-Emissionen andererseits. Effiziente Motoren haben eine hohe Verbrennungstemperatur und produzieren damit mehr NOx.
        Mit anderen Worten: Irgendwann überstiegen die Forderungen (spez.usa, wo kaum pkw Diesel gebaut werden) das momentan machbare.
        übrigens: die meisten Stickoxide zerfallen in Bodennähe nach ca. 24 Std. es gibt keine Akkumulation wie z.b. bei co².

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          carsn

          11. Februar 2017 16:35 at 16:35

          Ich bin nicht weltfremd, ich bin nur schon ein wenig weiter als Sie !
          Ach.. und ist Bauer keine Arbeit ?
          Und Sie…sind Sie auch bei VW beschäftigt ?

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            Petkov

            11. Februar 2017 21:37 at 21:37

            Sie sind in der Tat ein wenig weiter. Weiter weg von der Wahrheit. Der Hingucker hat sich zumindest mit der chemischen Komponente des Themas beschäftigt. Es ist ja nicht so, dass ein nicht-manipulierter VW überhaupt keine NOx ausgestoßen hätte. Durch die manipulierten Werte ist in Wirklichkeit kein Mensch, kein Tier und auch keine Pflanze in einem höheren Maße zu Schaden gekommen, als es ohne die Software gewesen wäre. Diesel ist halt schmutzig, egal ob mit oder ohne Manipulationssoftware. Wenn es der bürgerverachtenden GroK.O. wirklich um die Gesundheit und Umwelt ginge, würde sie LPG und CNG fördern und nicht die Förderung ab 2019 auslaufen lassen. DAS sind die EINZIGEN ECHTEN Ökoantriebe zurzeit. Wenig CO2, kaum NOx, überhaupt kein Russ usw. Ein Gasauto (Hybrid) schont die Umwelt erheblich, nein ERHEBLICHST mehr als ein Marketinggag-Tesla, dessen Baterien eine erschreckende Umweltbilanz bei Herstellung und Recycling haben. Übrigens: mein Nachbar hat einen i3 und lädt ihn in der gemeinsamen Tiefgarage auf. Unser Stromanbieter hat 45% Kohleanteil, und etwa 10% Atomstrom. Buahahahah, Vollpfosten! Aber ein viel kleinerer Vollpfosten als die Luschen, die sich einen TDI kaufen, weil er angeblich sooo umweltfreundlich ist… Solche hypnotisierten Schafe sind sicherlich das ganze Jahr über gaaanz brav, um den Weihnachtsmann nicht zu verärgern. Naive, unwissende, denkfaule Vollpfosten!

  4. Avatar

    carsn

    12. Februar 2017 14:12 at 14:12

    „Ein wenig weiter“ bezog sich hier auch eher auf das Thema „Arbeit haben“.
    Die chemische Komponente ist auch nix neues
    Ein E-Auto macht sowieso nur Sinn, wenn man eine eigene Ökostromversorgung hat, egal wie die nun aussehen mag.
    Das durch die Software und den Mehrausstoß niemand zu Schaden gekommen ist, können Sie aber auch nicht beweisen. Die Chance das ein giftiger Stoff in höherer Konzentration harmloser wird, ist eher gering.

  5. Avatar

    carsn

    12. Februar 2017 14:21 at 14:21

    Ach so….und wer ist nun eher schuld an dem Dilemma?
    Das Unternehmen welches unter Vorspiegelung falscher Tatsachen die Autos verkauft hat, oder der Käufer der vielleicht nicht so viel Ahnung hat und dem Unternehmer glaubt.
    Kann ja nicht jeder so ein toller Typ sein wie Sie.

    Die Käufer als Vollpfosten zu bezeichnen, die in gutem glauben gehandelt haben empfinde ich hier eher als beleidigend.

    • Avatar

      Petkov

      12. Februar 2017 18:57 at 18:57

      Ja, jemanden zu beleidigen war nie meine Intention, deswegen nehme ich den „Vollpfosten“ gerne zurück. Aber eine grob fahrlässige Naivität muss man diesen Zeitgenossen bescheinigen. Wer sich die Vorteile des Diesels (Drehmoment, Sparsamkeit, sehr niedrigen Preis bezogen auf die hohe Energiedichte) zunutze machen will, handelt erst mal völlig rational. Wer sich aber gleichzeitig einlullen lässt, dass die Emissionen aus einem so komplexen Treibstoff wie Fliederduft im Frühling sind, der glaubt auch an Zauberstäbe.

      Nochmal die Begründung, warum bei der Abgasmanipulation keiner gesundheitlich zu Schaden gekommen ist: die Dieselautos wären auch dann verkauft worden, wenn sie ein paar wenige Gramm mehr Schadstoffe ausgespien hätten. Sie müssen z.B in Excel berechnen, wie viele Pseudo-Low-Emission-VWs im Durchschnitt gleichzeitig auf einer Straße fahren würden, wie viel Gramm Mehrausstoß sie in Wirklichkeit haben und wie sich das Delta zum erschummelten Wert auf die NOx-Sättigung in der Umgebung auswirkt. In einem Tunnel ist es schlimmer als auf einer Autobahn bei kräftigem Seitenwind.

      Übrigens: wer einen Diesel braucht, der wird mit meinem Tesla oder i3 nicht glücklich. Also keiner hätte einen E-kfz gekauft, nur weil der Golf TDI paar mickrige Prozentpünktchen schmutziger als auf dem Papier ist.

      Was VW versucht hat, sind billige Tricks, um mehr langweilige Autos mit einfallslosem Design zu verkaufen. Da können sich Toyota, BMW und co. beschweren, dann ihre Händler usw. Aber nicht die Endkunden und vor allem NICHT MIT DEM ARGUMENT Umwelt und Gesundheit. Das ist scheinheilig. Und so was stinkt mir mehr als ein Diesel.

      Wer viele Kilometer fährt, keine Solaranlage auf dem Dach hat und auch nicht das Kleingeld für ein überteuertes E-Auto, der kann ebenfalls umweltfreundlich und günstig mobil sein. Heute mit einem Gasfahrzeug (LPG, CNG). Und morgen? Schaun mer mal…

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Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick auf die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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