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Klimapaket wird Inflation um 0,25 Prozentpunkte pushen – hier der exakte Rechenweg

Claudio Kummerfeld

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am

Die Erde erwärmt sich - das Klimapaket soll etwas dagegen tun

War es die Intention von Greta, den Grünen, den Demonstranten oder der Bundesregierung, mit dem Klimapaket die Inflation zu pushen? Wohl kaum. Das wäre wohl ein Stück zu viel Verschwörungstheorie. Aber man kann es süffisant so formulieren: Wenn die EZB mit ihren abgeschafften Zinsen und den 2,6 Billionen gedruckten Euros es nicht schafft die Verbraucherpreise Richtung 2% zu pushen (aktuell 1,1% in Deutschland), dann müssen eben Greta und Merkel nachhelfen?

Klimapaket wird die Inflation hochtreiben

Und das geht so. Angeblich ist es ja nun nach monatelangen Massendemos vieler Jugendlicher gesellschaftlicher Konsens, dass der CO2-Ausstoß massiv verteuert werden soll. Das geschlossene Klimapaket (hier ein Kommentar zu Gewinnern und Verlierern) der Bundesregierung gilt Grünen, Fridays for Future etc als viel zu gering und fast wirkungslos im Kampf gegen den Klimawandel. Aber dieses beschlossene Klimapaket wird trotzdem deutliche Auswirkungen haben. Denn es ist, wie es ist. Alles was der Staat den Unternehmen in Form von neuen Steuern aufdrückt, werden die Unternehmen letztlich an den Endverbraucher weiterreichen, und zwar in Form steigender Verbraucherpreise. Auch wenn man es noch so oft sagt, dass endlich die böse Industrie für die Klimawende blechen soll, so zahlt am Ende doch nur der Verbraucher, in Form steigender Lebenshaltungskosten.

Das sieht auch die Bundesbank so. Im Rahmen einer heutigen Veröffentlichung zu aktuellsten Konjunkturentwicklung und zur Prognose der Entwicklung der nächsten Jahre haben die Bundesbanker nämlich auch veröffentlicht, wie sich das Klimapaket und die CO2-Bepreisung auf die Kosten für die Endverbraucher auswirken wird. Und die Bundesbank hat sogar exakt kalkuliert, wie stark die Verbraucherpreise hierdurch ansteigen werden. Das Klimapaket werde die Preise für die Bürger in Deutschland um 0,25 Prozentpunkte verteuern. Also: Steigt die Inflation eigentlich in 2021 um 1,1%, so werden es mit Klimapaket 1,35% sein. Zitat Bundesbank mit dem genauen Rechenweg:

Das Mitte November 2019 vom Bundestag verabschiedete Klimapaket enthält Maßnahmen, die sich auf Verbraucherpreise und Wirtschaftswachstum auswirken. Insbesondere die Einführung von Zertifikaten für CO2-Emissionen in den Bereichen Gebäudeheizung und Verkehr sollte merklichen Einfluss auf die Inflationsrate haben. Der Gesetzgeber verpflichtet ab dem Jahr 2021 Unternehmen, die Heiz- und Kraftstoffe in den Handel bringen, CO2-Zertifikate zu erwerben. Zunächst gilt hierfür ein Festpreis von 10 Euro pro Tonne CO2, der in den Folgejahren bis 2025 auf 35 Euro pro Tonne steigen wird. Danach soll sich der Preis für die Zertifikate am Markt bilden. Die Einführung der Zertifikate wirkt sich zunächst direkt auf die Verbraucherpreise aus. Unter der Annahme, dass die Unternehmen die Aufschläge vollständig an die Verbraucherebene weitergeben, zeigen die Berechnungen der Bundesbank für die Jahre 2021 und 2022 einen Anstieg der Energiepreise um jeweils gut 2 Prozent. Da Energie mit einem Gewicht von etwas über 10 Prozent in die Inflationsrate einfließt, würde diese jeweils rein rechnerisch um rund einen viertel Prozentpunkt steigen.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    sabine

    13. Dezember 2019 12:40 at 12:40

    Was wird denn mit den Milliarden neuen Klimasteuern gemacht? Windräder? Oder doch wieder, wie der Solidarpfennig, für Pensionskassen usw.?

    Grönland kommt von Grünland. Hannibal kam nur über die Alpen, weil sie schneefrei waren. Gibts manchmal.

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      leftutti

      13. Dezember 2019 14:01 at 14:01

      @sabine, die Südspitze Grönlands in einem schmalen Küstenstreifen kann tatsächlich schon mal grün und eisfrei sein. Die liegt nämlich auf dem 60. Breitengrad, genau wie Oslo und Stockholm, etwas südlicher als Helsinki, dafür aber genau auf Höhe von St. Petersburg oder den Shetland-Inseln. Dort ist es auch manchmal grün. Der grönländische Eisschild, der bis zu 3.200 Meter dick auf dem größten Teil der Insel liegt, ist 400.000 bis 800.000 Jahre alt, Landwirtschaft war selbst während der „Warmphase“ nur in bescheidenem Umfang und in geschützten Buchten an einem schmalen Küstenstreifen Grönlands möglich.

      Island kommt von Eisland, und obwohl es deutlich weiter nördlich liegt, als die Südspitze Grönlands, ist es weitgehend eisfrei. Es ist schon eine Krux mit den alten Namen.

      Schneefreie Alpen im Herbst, ja das gibts manchmal auch. Vor allem seit zwei bis drei Jahrzehnten. Ansonsten betreiben Sie mal wieder Ihren wohlbekannten Geschichtsrevisionismus: Im Herbst des Jahres 218, ehe die Römer es ahnten, standen Hannibals Truppen in Norditalien … Immerhin: Der eisige Lac Savine bot genug Trinkwasser, und der Boden gab bei aller Kargheit und Schnee für Pferde und Elefanten offenbar noch genügend Grashalme her, so daß sie ein wenig Energie tanken konnten vor dem höllischen Abstieg … Schrecklicher als der Aufstieg gestaltete sich der Abstieg. Der frisch gefallene Schnee hinderte jede Orientierung. Menschen und Tiere stürzten in die Abgründe. Nach 15 furchtbaren Tagen kam man in der Ebene von Ivrea an. Etwa die Hälfte seines Heeres hatte Hannibal während des wagemutigen Marsches verloren. Doch mit den restlichen Truppen verwüstete er 15 Jahre lang Italien.

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        sabine

        13. Dezember 2019 14:56 at 14:56

        @Claudia,die @welt sagt: Forscher konnten nun nämlich erstmals nachweisen, dass es im Mittelalter, von 800 bis 1300, weltweit wärmer war als heute.
        https://www.welt.de/print-wams/article97167/Als-Groenland-noch-gruen-war.html
        @welt: Lange ist bekannt, dass es im so genannten Mittelalterlichen Klimaoptimum in Grönland grünte – daher der Name. (Da steht nix von nur dem schmalen Küstestreifen, wie Sie das gerne haben wollen. Auch nix von Ihrer fetten (3km dicken???) Eisplatte. Der Spiegel nennt sie 2km dick. Anderes Meßlatte wahrscheinlich. Seien wir nicht kleinlich.) Und in England florierte der Weinanbau. Bisher jedoch galt die Warmphase bei Klimaforschern als beschränkt auf den Nordatlantik und Europa. Zudem wurde sie nicht als wärmer eingestuft als das derzeitige Klima.
        Wissenschaftler der Harvard-Universität werteten nun 240 Klimastudien aus und berichten im „Climate Research Journal“ von einem anderen Resultat.
        … Das Klima war demnach größeren Schwankungen ausgesetzt. Im Klimaoptimum erblühte die Landwirtschaft, und Hungersnöte in Europa wurden selten. Die Temperaturen lagen im Jahresmittel um etwa 1,5 Grad höher als heute. Das beweist wieder einmal, dass sich auch ohne den Menschen das Klima in vergleichsweise kurzer Zeit ändern kann.
        https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/800-000-jahre-altes-erbgut-groenland-war-gruenland-a-492626.html
        Der Spiegel berichtet von nur 2km Dicke! Und das vor 800.000- 450.000 Jahren dort überall Tannen wuchsen.
        .
        Aber auch nur Theorien. die Realität ist da irgendwo in der Nähe.

        • Avatar

          Claudia

          13. Dezember 2019 15:34 at 15:34

          @sabine, was wollen Sie von mir? Haben Sie schon ein Claudia-Trauma? :)

        • Avatar

          leftutti

          13. Dezember 2019 16:40 at 16:40

          @sabine, erst einmal vorab, der Artikel in der Welt ist von 2003, der im Spiegel von 2007. Inzwischen liegen wesentlich mehr, bessere, aussagekräftigere und umfangreichere Untersuchungen aus 1000en Bohrkernen, Satellitenuntersuchungen usw. vor, die dieses alte Märchen aus dem Artikel der Welt (ich meine nicht die Erkenntnisse des Spiegel) längst widerlegt haben.

          Der Spiegel schreibt von 2 km Dicke, weil das in etwa die Durchschnittsdicke der zentraler gelegenen Gebiete ohne die küstennahen Regionen ist. Oder weil der Bohrkern aus dem Bericht aus Südgrönland stammt, wo die Dicke ohnehin etwas geringer ist. Im gesamten Mittel ist das Eis mehr als 1,5 km dick; stellenweise beträgt die Mächtigkeit mehr als drei Kilometer. Aus bis zu drei Kilometer tiefen Bohrungen wurden Proben entnommen, aus denen Rückschlüsse auf die Temperaturen in der Vergangenheit, die Ausdehnung der Ozeane, Niederschläge, chemische Zusammensetzung der Atmosphäre, vulkanische Aktivität und viele andere Vorgänge und Situationen der jüngeren Erdgeschichte gezogen werden können. Der Spiegel schreibt übrigens ganz explizit von Wald in Südgrönland.

          Was schreibt die Welt noch so alles? Der Eispanzer in Zentralgrönland ist mindestens 2,7 Millionen Jahre alt: Zudem gehe aus den Messungen hervor, dass der Eispanzer wahrscheinlich auch zu wärmeren Zeiten Zentralgrönland bedeckte, seit er sich vor 2,7 Millionen Jahren bildete. Grönland war also tatsächlich einmal grün, vor etwa 3 Millionen Jahren 🤣
          https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article127112271/Eis-konserviert-Millionen-Jahre-alte-Landschaft.html

          Dass vor mehreren hundertausend Jahren in Südgrönland Tannen wuchsen, sollte nicht verwundern, wenn Sie sich die Temperaturkurve einmal anschauen:
          https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5b/All_palaeotemps_G2.svg

          Mit dem längst widerlegten Märchen einer weltweiten Erwärmung im sogenannten Mittelalterlichen Klimaoptimum hat das alles nichts zu tun.

  2. Avatar

    barthez72

    13. Dezember 2019 13:08 at 13:08

    Wer,warum,wie ist doch wurscht oder wie beim Fussball,..“wenn er rein geht ,isser drin !“

    https://www.youtube.com/watch?v=5fB7xXCZEko

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 13.12.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Verbraucherpreise in Deflation – Rabattschlacht bei Bekleidung

Claudio Kummerfeld

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am

Geldbörse in einer Klemme

Für die deutschen Verbraucherpreise im Monat Dezember liegen ganz frisch die endgültigen und ausführlichen Daten vor. Weiterhin hängen sie mit -0,3 Prozent in der Deflation. Wie die Details zeigen, passiert genau das was man erwarten darf. Weil alle Daten zeigen, dass die stationären Verkäufer in den Bereichen Bekleidung und Schuhe die großen Corona-Verlierer im Einzelhandel sind, durfte man von einer kräftigen Rabattschlacht ausgehen. Und so kam es auch. Dank Lockdown muss man mit kräftigen Rabatten die Produkte online an die Kunden bringen – Hauptsache man bekommt überhaupt Geld in die Kasse um durchzuhalten?

So kam für den Bereich Bekleidung und Schuhe im Dezember im Jahresvergleich ein deutliches Minus von 5,4 Prozent zustande. Oben drauf kommt ja für alle Endkundenprodukte noch dazu, dass der Dezember der letzte Monat mit reduzierter Mehrwertsteuer dazu. Dieser Faktor wird sich wohl auf alle Segmente ausgewirkt haben – weshalb man aber für Januar mit steigenden Preisen rechnen darf? Die Verbraucherpreise für den Sektor Verkehr lagen mit 2,7 Prozent im Minus. Hier wirken nach wie vor die schwachen Energiepreise.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise für Dezember

An dieser Stelle zitieren wir auszugsweise die aktuellen Aussagen des Statistischen Bundesamts zum Gesamtjahresvergleich zwischen 2019 und 2020:

Im Jahresdurchschnitt 2020 verbilligten sich vor allem die Energieprodukte

Die Energieprodukte verbilligten sich 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 4,8 % nach einem Anstieg um 1,4 % im Jahr 2019. Preisrückgänge gab es insbesondere bei leichtem Heizöl (-25,9 %) und bei Kraftstoffen (-9,9 %). Verantwortlich war neben der Senkung der Mehrwertsteuersätze vor allem der Ölpreisverfall auf dem Weltmarkt in den ersten Monaten des Jahres. Dagegen verteuerte sich Strom um 3,0 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Jahresteuerungsrate 2020 bei +1,1 % gelegen.

Preise für Nahrungsmittel überdurchschnittlich gestiegen

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2020 gegenüber 2019 überdurchschnittlich um 2,4 %. Im Jahresverlauf hat sich der Preisauftrieb zeitgleich mit der Senkung der Mehrwertsteuersätze abgeschwächt. Deutlich teurer waren im Jahr 2020 Obst (+7,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+6,1 %). Günstiger hingegen wurden insbesondere Speiseöle und Speisefette (-4,1 %).

Waren verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %

Waren insgesamt verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %. Unter den Verbrauchsgütern verteuerten sich Tabakwaren (+4,9 %) deutlich, die von der Senkung der Mehrwertsteuersätze ausgenommen wurden. Unter den Gebrauchsgütern verbilligten sich zum Beispiel Telefone (-6,0 %) sowie Geräte der Informationsverarbeitung (-4,4 %).

Dienstleistungen verteuerten sich 2020 gegenüber 2019 um 1,3 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber 2019 mit +1,3 % überdurchschnittlich, darunter Nettokaltmieten mit +1,4 %. Bei einigen Dienstleistungen stiegen die Preise deutlich stärker, unter anderem für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,2 %), Leistungen für Friseure und Körperpflege (+4,1 %) sowie für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,2 %). Die Ursachen hierfür waren vielschichtig, neben der Mindestlohnerhöhung dürfte auch der Aufwand für Hygienemaßnahmen zur Vermeidung von Corona-Infektionen relevant gewesen sein. Günstiger wurden vor allem Fahrkarten im Bahnfernverkehr (-14,9 %), bedingt vor allem durch die bereits seit Jahresbeginn abgesenkte Mehrwertsteuer für Bahnfernfahrten von 19 % auf 7 %.

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Covid-19: Sehen wir bald Peak-Corona? Einiges spricht dafür!

Es gibt einige Aspekte, die durchaus dafür sprechen, dass der Hochpunkt der Infektionen mit Covid-19 bereits überschritten ist!

Wolfgang Müller

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am

Sicher klingt es extrem merkwürdig, wenn man mitten im kalten Januar, beim Auftreten von massenhaft Mutationen von Covid-19 und einer noch nicht richtig in die Gänge gekommenen Impfaktion von einem möglichen und baldigen Überschreiten des Höhepunktes der Coronakrise spricht.

Aber es gibt einige Aspekte, die durchaus dafür sprechen.

Covid-19: Impfwelle und Dunkelziffer

Eines vorweg: Gemeint ist damit nicht das Ende der Infektionen, sondern die Zahl der Neuinfektionen, die in der zweiten oder dritten Welle ständig geklettert sind.

Die Zahl der offiziell an Covid-19 Infizierten hat am 7. Januar 2021 mit über 834.000 Menschen ihren bisherigen Höhepunkt erreicht (lt. John-Hopkins-Universität). Seither geht es tendenziell, trotz der Mutationszahlen, nach unten.

Ist der Hochpunkt von Covid-19 bereits überschritten?

Noch muss dies nicht die Wende bei den Infektionen gewesen sein, aber es deutet sich an, dass dies zumindest bald bevorstehen könnte. Dafür sprechen einige Faktoren: Es gibt weitere temporäre Verschärfungen in den Lockdowns (Europa, USA). Der Frühling naht, denn bis zum meteorogischen Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel sind es nur noch sechs Wochen, und die Impfquoten werden demnächst ein Vielfaches der offiziellen Infektionszahlen erreichen. Vor allem, wenn die USA über eine Million Menschen pro Tag impfen, die EU mit ihren 27 Staaten voll einsteigt und viele andere Staaten und die für Februar deutlich erweiterte Impfstoffproduktion anschwillt.

Sonderfall Deutschland

Was Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten sehr unterschiedlich macht, ist die Zahl der bisher Infizierten und zugleich die wahrscheinlich niedrigere Dunkelziffer zu anderen europäischen Ländern. Die offizielle Infektionsrate mit Covid-19 liegt aktuell bei gut 2,4 Prozent, während sie in Großbritannien und vielen europäischen Staaten bei vier oder gar fünf Prozent liegt, bei einer gleichzeitig deutlich höheren Dunkelziffer. Das heißt, die Gesamtinfektionsrate läge möglicherweise in Deutschland bei weniger als 10 Prozent der Bevölkerung, während sie in anderen Ländern vielleicht schon über 20 Prozent liegt. Mit großer Auswirkung für die durch die Impfung zu beschleunigende Gefahrenabwehr gegenüber der Pandemie. Vorteil USA, auch wenn es makaber klingt: Wegen einer „offiziellen“ Infektionsrate von 7,5 Prozent, einer vielfach höheren Dunkelziffer, weil sich Teile der Bevölkerung bis zuletzt aus Angst vor beruflichen Konsequenzen nicht haben testen lassen und das Virus weitaus mehr verharmlost wurde, als in Deutschland. Und jetzt Joe Biden mit allem Einsatz 100 Millionen Menschen in sehr kurzer Zeit impfen lassen will.

In Deutschland kommt noch das Gefahrenmoment einer relativ alten Bevölkerung zum Tragen.

Laut statista gibt es derzeit in Deutschland rund 18,1 Millionen Menschen, die 65 Jahre oder älter sind. Ein prozentualer Anteil von rund 22 Prozent an der Gesamtbevölkerung im Lande. Dabei etwa drei Millionen Pflegebedürftige, über zwei Millionen zuhause und mit anderen Familienangehörigen zusammenlebend. Auch die Zahl der über 80-Jährigen liegt in Deutschland bei über fünf Millionen, es leben sogar schon 20 Tausend Hundertjährige in Deutschland.

Aus diesen Zahlen erklärt sich auch die große Fürsorgepflicht der Regierung gegenüber der älteren Bevölkerung.

Hier liegt auch der große Effekt der Impfaktion in Deutschland, denn bis vor Kurzem lag der Anteil der Coronatoten bei den über 70-Jährigen bei 87 Prozent und 70 Prozent bei den über 80-Jährigen. Diese Altersgruppen sollten jedoch in der großen Mehrheit bis in den März geimpft sein.

China und Indien

Ein Drittel der Menschheit (über 2,8 Milliarden Menschen) lebt in diesen beiden Ländern. Und wie sehen die Infektionszahlen aus? China wird sich weiter abschotten (bei unglaublich niedrigen Infektionen) und selbst impfen und im 1,39 Milliarden-Land Indien (mit der halben Bevölkerung unter 20 Jahre) zeigen die Zahlen schon seit Monaten nach unten.

Covid-19 in Indien

Fazit

Natürlich wird es nicht einfach sein, die Menschheit in ihrer Gesamtheit gegen Covid-19 zu impfen. Man weiß auch weder wie lange eine „erimpfte“ Immunität gegen Corona anhält, noch im Entferntesten, wie viele Menschen die natürliche Immunität bereits erlangt haben. Dabei soll die Krankheit bei einem Großteil der jungen Menschen sogar symptomlos verlaufen. Die Zahl der jungen Menschen unter 18 Jahre beträgt weltweit 30 Prozent, immerhin über 2,3 Milliarden Jungbürger.

Aber sollten sich die Impfpläne so umsetzen lassen, wie von den Firmen und den Ländern mit ihren Gesundheitsbehörden geplant, wird sich rasch Peak Corona einstellen. 750.000 Neuinfektionen, mit abnehmender Tendenz gegenüber Millionen täglicher Impfungen, zunächst bei den „Vulnerablen“, Peak Corona eben, auch wenn die Pandemie nicht so schnell erledigt sein dürfte. Was sind da nicht alles für Fragen offen, in Richtung Immunität, Übertragbarkeit und so weiter, aber aus meiner Sicht gibt es ein gewaltig helles Licht am Ende des Tunnels, zumindest für Covid-19.

Der Peak bei Covid-19 könnte bereits überschritten sein!

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Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

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am

Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

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