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Klimapaket wird Inflation um 0,25 Prozentpunkte pushen – hier der exakte Rechenweg

Claudio Kummerfeld

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am

Die Erde erwärmt sich - das Klimapaket soll etwas dagegen tun

War es die Intention von Greta, den Grünen, den Demonstranten oder der Bundesregierung, mit dem Klimapaket die Inflation zu pushen? Wohl kaum. Das wäre wohl ein Stück zu viel Verschwörungstheorie. Aber man kann es süffisant so formulieren: Wenn die EZB mit ihren abgeschafften Zinsen und den 2,6 Billionen gedruckten Euros es nicht schafft die Verbraucherpreise Richtung 2% zu pushen (aktuell 1,1% in Deutschland), dann müssen eben Greta und Merkel nachhelfen?

Klimapaket wird die Inflation hochtreiben

Und das geht so. Angeblich ist es ja nun nach monatelangen Massendemos vieler Jugendlicher gesellschaftlicher Konsens, dass der CO2-Ausstoß massiv verteuert werden soll. Das geschlossene Klimapaket (hier ein Kommentar zu Gewinnern und Verlierern) der Bundesregierung gilt Grünen, Fridays for Future etc als viel zu gering und fast wirkungslos im Kampf gegen den Klimawandel. Aber dieses beschlossene Klimapaket wird trotzdem deutliche Auswirkungen haben. Denn es ist, wie es ist. Alles was der Staat den Unternehmen in Form von neuen Steuern aufdrückt, werden die Unternehmen letztlich an den Endverbraucher weiterreichen, und zwar in Form steigender Verbraucherpreise. Auch wenn man es noch so oft sagt, dass endlich die böse Industrie für die Klimawende blechen soll, so zahlt am Ende doch nur der Verbraucher, in Form steigender Lebenshaltungskosten.

Das sieht auch die Bundesbank so. Im Rahmen einer heutigen Veröffentlichung zu aktuellsten Konjunkturentwicklung und zur Prognose der Entwicklung der nächsten Jahre haben die Bundesbanker nämlich auch veröffentlicht, wie sich das Klimapaket und die CO2-Bepreisung auf die Kosten für die Endverbraucher auswirken wird. Und die Bundesbank hat sogar exakt kalkuliert, wie stark die Verbraucherpreise hierdurch ansteigen werden. Das Klimapaket werde die Preise für die Bürger in Deutschland um 0,25 Prozentpunkte verteuern. Also: Steigt die Inflation eigentlich in 2021 um 1,1%, so werden es mit Klimapaket 1,35% sein. Zitat Bundesbank mit dem genauen Rechenweg:

Das Mitte November 2019 vom Bundestag verabschiedete Klimapaket enthält Maßnahmen, die sich auf Verbraucherpreise und Wirtschaftswachstum auswirken. Insbesondere die Einführung von Zertifikaten für CO2-Emissionen in den Bereichen Gebäudeheizung und Verkehr sollte merklichen Einfluss auf die Inflationsrate haben. Der Gesetzgeber verpflichtet ab dem Jahr 2021 Unternehmen, die Heiz- und Kraftstoffe in den Handel bringen, CO2-Zertifikate zu erwerben. Zunächst gilt hierfür ein Festpreis von 10 Euro pro Tonne CO2, der in den Folgejahren bis 2025 auf 35 Euro pro Tonne steigen wird. Danach soll sich der Preis für die Zertifikate am Markt bilden. Die Einführung der Zertifikate wirkt sich zunächst direkt auf die Verbraucherpreise aus. Unter der Annahme, dass die Unternehmen die Aufschläge vollständig an die Verbraucherebene weitergeben, zeigen die Berechnungen der Bundesbank für die Jahre 2021 und 2022 einen Anstieg der Energiepreise um jeweils gut 2 Prozent. Da Energie mit einem Gewicht von etwas über 10 Prozent in die Inflationsrate einfließt, würde diese jeweils rein rechnerisch um rund einen viertel Prozentpunkt steigen.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    sabine

    13. Dezember 2019 12:40 at 12:40

    Was wird denn mit den Milliarden neuen Klimasteuern gemacht? Windräder? Oder doch wieder, wie der Solidarpfennig, für Pensionskassen usw.?

    Grönland kommt von Grünland. Hannibal kam nur über die Alpen, weil sie schneefrei waren. Gibts manchmal.

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      leftutti

      13. Dezember 2019 14:01 at 14:01

      @sabine, die Südspitze Grönlands in einem schmalen Küstenstreifen kann tatsächlich schon mal grün und eisfrei sein. Die liegt nämlich auf dem 60. Breitengrad, genau wie Oslo und Stockholm, etwas südlicher als Helsinki, dafür aber genau auf Höhe von St. Petersburg oder den Shetland-Inseln. Dort ist es auch manchmal grün. Der grönländische Eisschild, der bis zu 3.200 Meter dick auf dem größten Teil der Insel liegt, ist 400.000 bis 800.000 Jahre alt, Landwirtschaft war selbst während der „Warmphase“ nur in bescheidenem Umfang und in geschützten Buchten an einem schmalen Küstenstreifen Grönlands möglich.

      Island kommt von Eisland, und obwohl es deutlich weiter nördlich liegt, als die Südspitze Grönlands, ist es weitgehend eisfrei. Es ist schon eine Krux mit den alten Namen.

      Schneefreie Alpen im Herbst, ja das gibts manchmal auch. Vor allem seit zwei bis drei Jahrzehnten. Ansonsten betreiben Sie mal wieder Ihren wohlbekannten Geschichtsrevisionismus: Im Herbst des Jahres 218, ehe die Römer es ahnten, standen Hannibals Truppen in Norditalien … Immerhin: Der eisige Lac Savine bot genug Trinkwasser, und der Boden gab bei aller Kargheit und Schnee für Pferde und Elefanten offenbar noch genügend Grashalme her, so daß sie ein wenig Energie tanken konnten vor dem höllischen Abstieg … Schrecklicher als der Aufstieg gestaltete sich der Abstieg. Der frisch gefallene Schnee hinderte jede Orientierung. Menschen und Tiere stürzten in die Abgründe. Nach 15 furchtbaren Tagen kam man in der Ebene von Ivrea an. Etwa die Hälfte seines Heeres hatte Hannibal während des wagemutigen Marsches verloren. Doch mit den restlichen Truppen verwüstete er 15 Jahre lang Italien.

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        sabine

        13. Dezember 2019 14:56 at 14:56

        @Claudia,die @welt sagt: Forscher konnten nun nämlich erstmals nachweisen, dass es im Mittelalter, von 800 bis 1300, weltweit wärmer war als heute.
        https://www.welt.de/print-wams/article97167/Als-Groenland-noch-gruen-war.html
        @welt: Lange ist bekannt, dass es im so genannten Mittelalterlichen Klimaoptimum in Grönland grünte – daher der Name. (Da steht nix von nur dem schmalen Küstestreifen, wie Sie das gerne haben wollen. Auch nix von Ihrer fetten (3km dicken???) Eisplatte. Der Spiegel nennt sie 2km dick. Anderes Meßlatte wahrscheinlich. Seien wir nicht kleinlich.) Und in England florierte der Weinanbau. Bisher jedoch galt die Warmphase bei Klimaforschern als beschränkt auf den Nordatlantik und Europa. Zudem wurde sie nicht als wärmer eingestuft als das derzeitige Klima.
        Wissenschaftler der Harvard-Universität werteten nun 240 Klimastudien aus und berichten im „Climate Research Journal“ von einem anderen Resultat.
        … Das Klima war demnach größeren Schwankungen ausgesetzt. Im Klimaoptimum erblühte die Landwirtschaft, und Hungersnöte in Europa wurden selten. Die Temperaturen lagen im Jahresmittel um etwa 1,5 Grad höher als heute. Das beweist wieder einmal, dass sich auch ohne den Menschen das Klima in vergleichsweise kurzer Zeit ändern kann.
        https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/800-000-jahre-altes-erbgut-groenland-war-gruenland-a-492626.html
        Der Spiegel berichtet von nur 2km Dicke! Und das vor 800.000- 450.000 Jahren dort überall Tannen wuchsen.
        .
        Aber auch nur Theorien. die Realität ist da irgendwo in der Nähe.

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          Claudia

          13. Dezember 2019 15:34 at 15:34

          @sabine, was wollen Sie von mir? Haben Sie schon ein Claudia-Trauma? :)

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          leftutti

          13. Dezember 2019 16:40 at 16:40

          @sabine, erst einmal vorab, der Artikel in der Welt ist von 2003, der im Spiegel von 2007. Inzwischen liegen wesentlich mehr, bessere, aussagekräftigere und umfangreichere Untersuchungen aus 1000en Bohrkernen, Satellitenuntersuchungen usw. vor, die dieses alte Märchen aus dem Artikel der Welt (ich meine nicht die Erkenntnisse des Spiegel) längst widerlegt haben.

          Der Spiegel schreibt von 2 km Dicke, weil das in etwa die Durchschnittsdicke der zentraler gelegenen Gebiete ohne die küstennahen Regionen ist. Oder weil der Bohrkern aus dem Bericht aus Südgrönland stammt, wo die Dicke ohnehin etwas geringer ist. Im gesamten Mittel ist das Eis mehr als 1,5 km dick; stellenweise beträgt die Mächtigkeit mehr als drei Kilometer. Aus bis zu drei Kilometer tiefen Bohrungen wurden Proben entnommen, aus denen Rückschlüsse auf die Temperaturen in der Vergangenheit, die Ausdehnung der Ozeane, Niederschläge, chemische Zusammensetzung der Atmosphäre, vulkanische Aktivität und viele andere Vorgänge und Situationen der jüngeren Erdgeschichte gezogen werden können. Der Spiegel schreibt übrigens ganz explizit von Wald in Südgrönland.

          Was schreibt die Welt noch so alles? Der Eispanzer in Zentralgrönland ist mindestens 2,7 Millionen Jahre alt: Zudem gehe aus den Messungen hervor, dass der Eispanzer wahrscheinlich auch zu wärmeren Zeiten Zentralgrönland bedeckte, seit er sich vor 2,7 Millionen Jahren bildete. Grönland war also tatsächlich einmal grün, vor etwa 3 Millionen Jahren 🤣
          https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article127112271/Eis-konserviert-Millionen-Jahre-alte-Landschaft.html

          Dass vor mehreren hundertausend Jahren in Südgrönland Tannen wuchsen, sollte nicht verwundern, wenn Sie sich die Temperaturkurve einmal anschauen:
          https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5b/All_palaeotemps_G2.svg

          Mit dem längst widerlegten Märchen einer weltweiten Erwärmung im sogenannten Mittelalterlichen Klimaoptimum hat das alles nichts zu tun.

  2. Avatar

    barthez72

    13. Dezember 2019 13:08 at 13:08

    Wer,warum,wie ist doch wurscht oder wie beim Fussball,..“wenn er rein geht ,isser drin !“

    https://www.youtube.com/watch?v=5fB7xXCZEko

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 13.12.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Goldpreis fällt 140 Dollar binnen 24 Stunden – die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis ist binnen 24 Stunden bis heute um satte 140 Dollar gefallen, von 2.020 Dollar auf aktuell 1.880 Dollar. Was für ein kräftiger Absturz. Gestern berichteten wir bereits über die Gründe, warum der Rückfall einsetzte. Der US-Dollar war gestiegen, was den Goldpreis schwächte. Diese Dollar-Stärke hat sich seit gestern früh bis heute früh fortgesetzt. Dazu kommt noch der sehr wichtige Faktor der Renditen für US-Staatsanleihen. Gestern waren sie schon auf 0,58 Prozent angestiegen.

Gründe für weiter stark gefallenen Goldpreis

Und heute früh? Da liegt die Rendite für die zehnjährigen US-Staatsanleihen bei 0,65 Prozent. Ein weiterer kräftiger Anstieg binnen 24 Stunden, was Gold weniger attraktiv für Anleger macht! Und noch etwas sollte man beachten. Schauen wir auf den folgenden Chart. Er zeigt seit Montag früh den Verlauf im Goldpreis (rot-grün) gegen den Dow 30 als CFD (blau). Bis gestern Abend haussierten die Aktienmärkte, was ebenfalls negativ auf Gold wirkte. Wenn andernorts gute Gewinne zu erzielen sind, wann dann Geld in Gold parken? Man sieht gestern Abend den Rückfall am Aktienmarkt.

Trotzdem konnte der Goldpreis davon nicht profitieren. Das ist ein Zeichen dafür, dass im Gold-Absturz mehr steckt. Nämlich ein kräftiges, großes Verschnaufen nach den wochenlangen kräftigen Kursanstiegen. Jetzt gab es den großen Abverkauf. Die Gründe, die für einen erneut steigenden Goldpreis sprechen, sind immer noch da. Von daher können sich Anleger die Frage stellen, ob Kurse von derzeit unter 1.900 Dollar gute Einstiegschancen darstellen.

Analystenkommentare

Milan Cutkovic, Marktanalyst AxiTrader, sagt ganz aktuell: Gold hat seit Freitag rund 200 US-Dollar an Wert verloren und bleibt auch heute Morgen unter Druck. Der massive Kursanstieg innerhalb von kurzer Zeit hat so manch einen Anleger zu Gewinnmitnahmen verführt. Zudem steigen die Aktienmärkte wieder, während der US-Dollar sich leicht erholt. Während kurzfristig die Turbulenzen im Goldpreis anhalten könnten, bleibt der mittel- und langfristige Ausblick aber weiterhin positiv. Die Flut an billigem Geld und die zahlreichen Unsicherheiten, die auch für die kommenden Monate bestehen bleiben dürften, sollte die Nachfrage nach dem Edelmetall stabil halten.

Ipek Ozkardeskaya von Swissquote schreibt aktuell zur Lage am Goldmarkt, dass der steile Anstieg der US-Renditen Gold getroffen habe. Das Edelmetall fiel in einer Sitzung um etwa 170 Dollar und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit sieben Jahren. Der Goldpreis stürzte auf 1.862 $ Dollar ab, als die Halter spekulativer Longpositionen zum Ausstieg eilten, um sich einen Gewinn zu sichern. Die Abwärtskorrektur, die wir beim Gold gesehen haben, kam angesichts der atemberaubenden Erholung, die dieser Bewegung vorausging, nicht überraschend. Doch kurz vor der Marke von 1845 Dollar, dem großen 38,2 Prozent Retracement der März-August-Rally, dürfte sich der Ausverkauf abkühlen und seinen Platz der Konsolidierung und einigen Dip-Käufen überlassen, da die düstere Risikostimmung und die steigenden Inflationserwartungen inmitten massiver geld- und finanzpolitischer Stimuli für Gold mittel- und langfristig weiterhin unterstützend wirken, so Ipek Ozkardeskaya.

Chart zeigt Goldpreis im Vergleich zum US-Aktienmarkt

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Zahlungsverzögerungen nehmen zu – und Gastro kämpft ums Überleben

Redaktion

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Zahlungsverzögerungen in der Gastronomie dürften stark zunehmen

Die Zahlungsverzögerungen zwischen Unternehmen nehmen zu. Zwar nur ganz leicht, aber sie nehmen zu. Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform lag die durchschnittliche Verzugsdauer der untersuchten 3,5 Millionen Rechnungsbelege im 1. Halbjahr 2020 bei 10,82 Tagen. Das ist ein Plus von 0,13 Tagen im Vergleich zum 2. Halbjahr 2019. Stark betroffen seien Chemieindustrie und die Grundstoffbranche. Das Logistikgewerbe hat die Gläubiger dagegen weniger belastet und weist geringere Zahlungsverzögerungen auf.

Man darf annehmen, dass diese zunehmenden Zahlungsverzögerungen nur der Anfang sind. Denn viele Unternehmen haben zum Anfang der Coronakrise Zuschüsse erhalten, und auch zinsgünstige Kredite. Aber viele ahnen wohl, dass man davon nicht mehr ewig leben kann, und dass die nun wieder ansteigenden Umsätze die finanziellen Probleme nicht wirklich lösen werden. Also dehnt man die Abstände zwischen Rechnungserhalt und Überweisung aus?

Und noch ein zweiter Grund dürfte zu nennen sein, warum die Zahlungsverzögerungen bei Unternehmen zunehmen, und wohl noch weiter zunehmen werden. Denn bis Ende September ist die Pflicht für kaputte Unternehmen Insolvenz anmelden zu müssen, ausgesetzt. Der Gesetzgeber wird diese Aussetzung höchstwahrscheinlich bald bis März 2021 verlängern – oder wenn es nach der CDU geht, wohl bis Ende Dezember 2020. Was auf den ersten Blick eine gute Sache im Sinne der Unternehmen ist, die sich durch die Coronakrise retten wollen, erweist sich bei genauerem Hinsehen als zunehmend großes Problem. Denn immer wenn der Staat etwas (im guten Glauben) künstlich verzerrt, entstehen Probleme. Auf dem Papier noch nicht insolvente Kunden zögern Zahlungen wohl immer weiter hinaus.

Und der Lieferant kann immer schwieriger einschätzen, welcher Kunde eigentlich noch gesund ist, und welcher eigentlich schon längst insolvent ist. Denn dank der Aussetzung der Insolvenzpflicht kann man derzeit ja nicht erkennen, ob ein Betrieb längst am Ende ist. Also wird die Vorsicht der Lieferanten wohl weiter zunehmen. Das erklärt auch folgende Aussage der Creditreform. Zitat:

Die durchschnittliche Forderungslaufzeit lag in den ersten sechs Monaten (42,88 Tage) leicht unter dem Vorjahreswert (43,11 Tage). Diese Zahl verdeutlicht, dass im Schnitt rund 1,5 Monate vergehen, bis der Erbringer einer Leistung sein Geld erhält. Sie setzt sich aus dem Zahlungsziel und einem eventuellen Zahlungsverzug zusammen. In den zurückliegenden Monaten hat die Kürzung der Zahlungsziele durch die Lieferanten von 32,33 (1. Halbjahr 2019) auf 32,06 Tage (1. Halbjahr 2020) einen Anstieg der Außenstandsdauer verhindert.

Gastronomie vor dem Kollaps

Dass die Zahlungsverzögerungen stark zunehmen werden, das darf erwartet werden. Denn man schaue dazu nur auf die ganz frische Meldung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA). Demnach kämpfe das Gastgewerbe in Deutschland ums Überleben. Auch hier kann man sagen: Es gab Zuschüsse und Kredite, das reichte einige Monate um gerade noch liquide zu bleiben. Aber jetzt? Fast 60 Prozent der vom DEHOGA befragten Betriebe sehen sich in ihrer Existenz gefährdet. Hier auszugsweise Aussagen des DEHOGA im Wortlaut:

Um Arbeitsplätze und Betriebe zu retten und eine Pleitewelle ungeahnten Ausmaßes zu verhindern, fordert der DEHOGA eine Verlängerung der Kurzarbeitergeld-Regelung, die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung mit Einbeziehung der Getränke, eine Verlängerung der Überbrückungshilfen sowie eine gesetzliche Regelung zur coronabedingten Pachtminderung. „Denn die Krise ist noch längst nicht vorbei“, so Guido Zöllick. „Die Angst vor dem Winter ist groß.“

Von Januar bis Juli beklagen die Betriebe laut der aktuellen DEHOGA-Umfrage durchschnittliche Umsatzverluste in Höhe von 60,1 Prozent. Dabei betrugen die Einbußen im März bereits 63,0 Prozent, im April dramatische 86,8 Prozent, im Mai 73,7 Prozent, im Juni 52,2 Prozent und im Juli 43,2 Prozent. Bezogen auf das Gesamtjahr rechnen die Betriebe mit einem Umsatzrückgang im Schnitt von mindestens 51,0 Prozent. Ein Grund für die Umsatzverluste sind auch die coronabedingten Vorschriften. Aufgrund der Abstandsgebote ist die Kapazität der Betriebe um durchschnittlich 42,0 Prozent eingeschränkt.

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Hongkong: So sehen Proteste aus – Aktien bis zu 2.000 % im Plus!

Redaktion

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Seit gestern passieren verrückte Dinge an der Börse in Hongkong. Zum Beispiel hat das Medienunternehmen Next Digital einen Kurssprung von weit über 2000 % hingelegt. Am Freitag notierte der Aktienkurs noch bei 0,085 HKD, am Dienstag lag die Aktie in der Spitze bei 1,96 HKD, das entspricht einem Anstieg von 2.300 % in zwei Tagen. Allein heute lag die Aktie zwischenzeitlich fast 1000 % im Plus.

Das ist allerdings nicht das einzige Beispiel. Zwar nicht ganz so überwältigend, aber ebenso beeindruckend haben sich die Aktien von Mi Ming Mart und Most Kwai Chung entwickelt. Diese konnten sich seit Freitag vervierfachen. Zudem hat sich die Aktie von HKTV verdoppelt. Von diesen Unternehmen haben wohl fast alle von Ihnen noch nie etwas gehört. Wie kann es schließlich dazu kommen, dass diese unbekannten Hongkonger Unternehmen so gigantische Kursanstiege vollziehen? Was haben diese Unternehmen gemeinsam? Daneben verblassen sogar die Kurszuwächse von Apple oder Tesla.

Was sind die Gründe für die Kurssprünge in Hongkong?

Mit der Einführung des Sicherheitsgesetzes am 01.07. ist es in den Straßen Hongkongs ruhiger geworden. Große Protestmärsche sind aufgrund der großen Gefahr einer Verhaftung unmöglich. Um weiterhin einen Beitrag zur Demokratiebewegung zu leisten, müssen sich die Hongkonger deshalb neue Methoden überlegen. Am Montag ist dann etwas Entscheidendes passiert, dass zu den außergewöhnlichen Bewegungen an der Börse geführt hat.

In den letzten Tagen wurden nämlich führende Köpfe der Demokratiebewegung infolge des Sicherheitsgesetzes verhaftet. Unter ihnen die Aktivistin Agnes Chow sowie der Medienmogul und Besitzer von Next Digital Jimmy Lai. Insbesondere die Verhaftung von Jimmy Lai am Montag hat zu der außergewöhnlichen Maßnahme und der atemberaubenden Unterstützung der Hongkonger Bevölkerung geführt. Um es kurz zu erklären, Jimmy Lai ist der Chef von Apple Daily, der einzigen Medienanstalt in Hongkong, die unabhängig von dem Einfluss und der Propaganda der chinesischen Regierung berichtet.

Die Verhaftungswelle gilt als Antwort des chinesischen Regimes auf die gerade eingeführten Sanktionen der USA. Die Festnahmen der Aktivisten haben ein derartiges Entsetzen in der Bevölkerung ausgelöst, dass man beschlossen hat Jimmy Lai und andere Aktivisten zu unterstützen. Da man das aber nicht mehr auf der Straße tun kann, musste man kreativ sein und hat die Aktien von Next Digital und anderen pro-demokratischen Unternehmen gekauft. Infolgedessen kam es zu den gigantischen Anstiegen innerhalb von zwei Tagen. Andererseits wurden gleichzeitig diverse chinesische Unternehmen an der Hang Seng in Hongkong abverkauft. Die Protestaktion kann sich in den nächsten Tagen fortsetzen und weiterhin für hohe Volatilität bei bestimmten Aktien sorgen.

Hongkong: So sehen Proteste aus - Aktien bis zu 2.000 % im Plus! Next Digital

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