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Kreissparkasse Köln schließt „mal eben so“ 28% ihrer Filialen – was dahinter steckt

Gerade bei den Sparkassen und Volksbanken ist das Filialsterben immens. Denn sie sind bislang in der Fläche stark vertreten. Das bringt hohe Kosten für Personal und Filialen mit sich. Aber dennoch waren die beiden Bankengruppen auch in den letzten Jahren der EZB-Nullzinsen profitabel. Natürlich ist das Arbeiten ohne Zinsmarge schwieriger geworden – aber muss man sich gleich tot sparen?

Nein, bei der Kreissparkasse Köln verkauft man das eher noch als eine tolle Sache. Man schließt 45 von 158 Filialen (28%). Somit verbleiben nur noch 113 Filialen. Laut dem Sparkassen-Chef Alexander Wüerst finden die Mitarbeiter diese Filialschließungen toll. Sie würden nämlich in andere Filialen versetzt. Der grundsätzliche Stellenabbau findet über die natürliche Fluktuation statt (Erreichen des Rentenalters).

Außerdem würden in den ländlichen Regionen, wo viele Filialen verschwinden, Busse mit mobilen Filialen eingesetzt. Das sei eine tolle Sache, weil diese Busse eine Art Treffpunkt für die Bürger seien. Die Atmosphäre dort sei wie auf einem Wochenmarkt.

Schon im Jahr 2012 hatte diese Sparkasse 40 Filialen geschlossen. Somit schrumpft man insgesamt gesehen innerhalb von sechs Jahren von 198 auf 113 Filialen – ein Minus von 43%. Ist das ein Tot-Schrumpfen? Das ist wohl alles Ansichtssache, oder? Das Hauptargument lautet: Ja, das Verhalten der Kunden habe sich eben verändert, weil die ja mehr Onlinebanking machen. Es geht dabei also nicht um Einsparungen? Sparen will die Sparkasse durch Stilllegung von Standorten 4 Millionen Euro.

Aber nicht nur, dass diese mobilen Buss-Filialen eine Art Treffpunkt für die Menschen werden sollen (wie toll, Beratungsgespräch in einem Bus?). Trotz den massiven Filialschließungen biete man auch in Zukunft die selbe Flächendichte, so Wüerst. Denn man schaffe 31 neue SB-Anlaufpunkte. Also soll ein Geldautomat vielleicht am Eingang neben einem Supermarkt genau so viel wert sein wie eine Bankfiliale? Es klingt fast so.

Onlinebanking

Passend zu dem Thema liegt eine aktuelle Studie des Bankenverbandes vor, die von der GfK erstellt wurde. Demnach nimmt die Zahl der Nutzer von Onlinebanking immer weiter zu, wie es auch diese Langfristgrafik zeigt. Allein von 2017 auf 2018 steigt die Zahl der Nutzer gemäß Umfrage von 45% auf 50%.

Sparkasse Onlinebanking

FMW / GA

Hinweis: In der ersten Version dieses Artikels sprachen wir von der Sparkasse Köln-Bonn – sie hat damit nichts zu tun! Dies war ein Versehen – wir bitten um Entschuldigung!



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