Folgen Sie uns
jetzt kostenfrei anmelden für das Die Einstiegs-Chance

Hintergrund

Lebensversicherungen – aus der Traum von der heilen Renditewelt

Veröffentlicht

am

Von Matthias Weik und Marc Friedrich

Lebensversicherungen – aus der Traum von der heilen Renditewelt

„Eine gute Beratung vom Versicherungsvermittler zu bekommen, ist wie ein Lottogewinn“ (Experten der Stiftung Warentest/Finanztest)

Kurz vor Weihnachten wird dem Sparer ein ganz bitteres Weihnachtsgeschenk serviert. Die die von der Europäischen Zentralbank (EZB) verordnete Niedrigzinsphase zeigt abermals seine destruktive Auswirkung. Die Aussage von Helmut Posch, seines Zeichens Chef des Versicherungskonzerns Continentale „Wenn die Niedrigzinsphase länger anhält, droht die Gefahr, dass wir japanische Verhältnisse bekommen und einzelne Lebensversicherer ihre Garantiezinsen nicht mehr erfüllen können“ sollte uns alle aufhorchen lassen. Auch Nikolaus vom Bomhard, Vorstandschef des Versicherungskonzerns Munich Re sagt, dass die negativen Folgen der Notenbankpolitik immer gravierender werden. Mit dieser Aussage hat der Mann zweifellos Recht. Zudem wird nun befürchtet, daß mehrere Versicherungen eine längere Niedrigzinsphase nicht überleben werden und der Garantiezins, der 2015 auf 1,25 Prozent sinken wird abermals gesenkt werden muß. Mehr denn je ist es essentiell die klassische Lebensversicherung zu überdenken.

Ein exklusiver Auszug aus dem aktuellen Bestseller „Der Crash ist Lösung“ der Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

„Die Kapitallebensversicherung ist das Paradebeispiel für den epochalen Wandel unseres Systems. Jahrzehntelang hat sie als Anlageform funktioniert und war neben der staatlichen Rente die Säule der Altersvorsorge. Jetzt hat des Deutschen liebstes Kind – in Deutschland gibt es mehr Lebensversicherungen als Einwohner! – ausgedient und geht selber in Rente. Was wir momentan erleben ist auch keine kurze Periode der Schwäche, sondern das Ende dieses Anlagemodells. Ausgelöst wird es durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der Notenbanken. Das haben nun auch die großen Bank- und Versicherungskonzerne erkannt und akzeptiert. Allianz und Ergo haben beide neue Modelle der Lebensversicherung vorgestellt, bei der es keinen Garantiezins mehr gibt. Lassen Sie sich von den schönen Namen der beiden Produkte – „Perspektive“ und „Rente Garantie“ – nicht blenden. Das ist reines Marketing. Dahinter verbirgt sich für die Kunden eher das Gegenteil. Die Sparkassen prüfen derzeit sogar den Komplettausstieg aus dem Geschäft mit Kapitallebensversicherungen. Andere Unternehmen haben sich hierzu schon entschieden, so die Ergo-Tochter Victoria Leben, der zur Zürich-Gruppe gehörende Deutsche Herold und die Bayerische Beamten Lebensversicherung. Andere werden folgen.“

Kapitallebensversicherung und Rentenversicherung

Die Kapitallebensversicherung baut Kapital auf und sichert wirtschaftlich das Leben des Versicherten ab. „Der Versicherungsfall ist das Erleben eines bestimmten Zeitpunkts (Erlebensfall) oder der Tod des Versicherten während der Versicherungsdauer (Todesfall).“ Mit einer Rentenversicherung wird Geld für das Rentenalter im Erlebnisfall angespart, aber der Tod nicht mit abgesichert.

2012 haben die deutschen Versicherungskonzerne zinsbedingt vier Milliarden Euro weniger eingenommen. Die wahren Verlierer sind aber die Kunden. Diese haben seit dem Jahr 2000 sage und schreibe 210 Milliarden Euro an Überschussbeteiligungen in den Wind geschrieben.

Eine Überschussbeteiligung ist die Beteiligung der Versicherungsnehmer am erwirtschafteten Überschuss bzw. am Gewinn eines Versicherers mit der entsprechenden Versicherung. Dieser Überschuss wird im Jahresabschluss ausgewiesen.

Auch gehen mehr und mehr Versicherungen dazu über, den Schluss-Bonus einer Lebensversicherung zu kürzen oder sogar ganz zu streichen, wie zum Beispiel die Sparkassenversicherung Provinzial. Dadurch entgehen den Versicherten nach Vertragsende mehrere tausend Euro.
Fazit: Mit Kapitallebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen geht man eine Wette auf Zeit ein. Bei beiden Anlagemodellen wettet man, dass das einbezahlte Geld in 30 Jahren noch vorhanden sein – und ordentlich verzinst ausbezahlt wird. Sind Sie ernsthaft überzeugt, dass Ihnen das heute noch irgendwer garantieren kann? Wir jedenfalls nicht. Bevor Sie eine solche Versicherung abschließen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

– Wird das Versicherungsunternehmen zum Zeitpunkt der Auszahlung bzw. während der gesamten Verrentungsphase noch existieren?

– Werden die Staaten zum Auszahlungszeitpunkt bzw. während der gesamten Verrentungsphase noch ihre Schulden bezahlen können? Schließlich steckt Ihr Geld ja größtenteils in Staatsanleihen.

– Wird die Währung, in der Sie Ihr angelegtes Geld – hoffentlich – zurückbekommen, zum Auszahlungszeitpunkt bzw. während der gesamten Verrentungsphase die gleiche sein wie heute?

– Wird die Kaufkraft der Währung zum Auszahlungszeitpunkt bzw. während der gesamten Verrentungsphase dieselbe sein wie heute?

– Wird die versprochene Verzinsung – besser natürlich: die Verzinsung, die Sie am Ende tatsächlich bekommen – wenigstens die inflationsbedingte Geldentwertung ausgleichen?

– Und was bleibt darüber hinaus vielleicht für eine Rendite übrig?

Die Versicherer kommen durch die Niedrigzinsphase immer mehr in die Bredouille und haben große Schwierigkeiten, Altverträge mit hoher Verzinsung zu bedienen. Das Bundesfinanzministerium warnt in einem Schreiben vor „existenzbedrohlichen Problemen bei zahlreichen Lebensversicherern“, und auch der oberste Versicherungsaufseher der BaFin, Felix Hufeld, geht davon aus, dass wohl einige Versicherungen ihre Türen schließen werden.


Was spricht gegen eine Kapitallebensversicherung?

– Hohe Kosten: die ersten fünf Jahre verdienen vor allem die Versicherung und der Makler. Im Schnitt werden 4 Prozent der Gesamtsumme an Abschlussprovision fällig, hinzu kommen Verwaltungskosten von 1 bis 10 Prozent, je nach Versicherer.

– Durch die historisch tiefen Leitzinsen kommen mehr und mehr Versicherungen in massive Schwierigkeiten.

– Die Versicherungen sind gesetzlich verpflichtet, einen hohen Anteil der Anlegergelder in festverzinsliche Anleihen, wie zum Beispiel Staatsanleihen, anzulegen. Ein Ausfallrisiko bei einem Schuldenschnitt oder Staatsbankrott müsste der Anleger tragen.

– Die Garantieverzinsung von 1,75 Prozent bei Neuverträgen liegt bereits jetzt unter der aktuellen – recht moderaten – Inflationsrate. 2015 soll die Garantieverzinsung auf 1,25 Prozent gesenkt werden.

– Die Überschussbeteiligung wird nicht an den Versicherten weiter gereicht.

– Schlussboni werden gekürzt oder ganz gestrichen.

– Das Steuerprivileg für Kapitallebensversicherungen und private Rentenversicherungen wurde mit Stichtag 1. Januar 2005 aufgehoben. Seitdem werden Erträge aus Lebensversicherungen voll versteuert. In Ausnahmefällen (z.B. mindestens zwölf Jahre Vertragslaufzeit, vollständige Einmalauszahlung) wird immerhin noch der halbe Steuersatz fällig.

– Mit einer Lebensversicherung ist man unflexibel und hat eine extrem lange Bindung; bei vorzeitiger Kündigung verliert man zudem viel Geld.


Welche Gesetze zusätzlich an ihrer Versicherung nagen könnten

CAC-Klausel: Der Name dieser Neuregelung der Bedingungen für Staatsanleihen ist Programm. Die CAC (Collective Action Clause, zu deutsch „Kollektive Handlungsklausel“) ist seit 2013 europäisches Gesetz. Mit ihr können Besitzer von Staatsanleihen, die zu einem großen Anteil auch in Lebensversicherungen, Rentenversicherungen und Fonds enthalten sind, künftig auch gegen ihren Willen rückwirkend enteignet werden! Anbieter von Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Rentensparverträgen sind gesetzlich verpflichtet, das Geld ihrer Kunden zum Erwirtschaften von Erträgen in Anleihen mit „hoher Güte“ anzulegen, und das sind nun einmal sehr oft Staatsanleihen. Festverzinsliche Wertpapiere, zu denen die Staatsanleihen gehören, machten 2013 rund 90 Prozent der 769 Milliarden Euro Kapitalanlagen deutscher Lebensversicherer aus. In Anbetracht dieser astronomischen Summe ist es wichtig, sich bewusst zu machen, was mit diesen Kapitalanlagen geschieht, falls es zu einem Zahlungsausfall kommen sollte.

Seit 2013 enthalten alle ausgegebenen Staatsanleihen die genannte CAC-Klausel. In fünf Jahren werden mehr als die Hälfte aller Anleihen die Klausel über kollektives Handeln enthalten. Und das heißt, dass die Besitzer der in Lebensversicherungen, Rentenversicherungen und Fonds enthaltenen Staatsanleihen gegen ihren Willen rückwirkend enteignet werden können! Aber auch Besitzer von Staatsanleihen, die keine CAC-Klausel enthalten, können enteignet werden. So schon geschehen in Griechenland. Dort haben die Anleger bis zu 80 Prozent ihres Geldes verloren. Im Notfall schreckt der Staat vor keiner Maßnahme zurück.

Versicherungsaufsichtsgesetz § 89: Mit diesem Gesetz können zur Vermeidung der Insolvenz einer Versicherungsfirma und zum „Besten der Versicherten“ betroffenen Versicherungen sämtliche Auszahlungen verboten werden. Davon sind dann unter Umständen auch alle Versicherungsleistungen betroffen. Ebenso können die Versicherungsleistungen herabgesetzt werden. Die Pflicht der Kunden, weiterhin ihre Beiträge zu zahlen, bleibt davon unberührt! Das bedeutet, dass man eventuell gar keine oder nur eine geringere Gegenleistung bekommt aber weiterhin voll bezahlen muss.

Versicherungsvertragsgesetz §§ 163/164: Aus diesem Gesetz geht hervor, dass in Notfällen der Versicherer die Höhe der Prämien ändern oder die Leistungen abmindern kann.

„Wer eine Lebensversicherung abschließt, sollte dies nie ohne ein Lächeln auf den Lippen machen, das signalisiert, dass er den Witz der Sache verstanden hat“. (Wolfgang J. Reus (1959 – 2006), deutscher Journalist und Satiriker).

Im momentanen Marktumfeld noch eine Kapitallebensversicherung abzuschließen macht unseres Erachtens keinen Sinn. Unsere Empfehlung: Überprüfen Sie bestehende Verträge nach Laufzeit, Garantieverzinsung und persönlichem Szenario. Und legen Sie sie gegebenenfalls still oder lösen Sie sie ganz auf. Keine Sorge, Sie wären dann in guter Gesellschaft! Schon jetzt wird jeder zweite Vertrag vor Ablauf storniert.
Wenn Sie denken, dass es zu keinen größeren Verwerfungen und Krisen kommt, wenn Sie überzeugt sind, dass unser Finanzsystem stabil bleibt, dann können Sie zumindest Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden und die noch keine zwölf Jahre laufen, fortführen. Wenn Sie unsere diesbezügliche Skepsis teilen, dann sollten Sie überlegen, ob Sie Ihre Verträge kündigen – oder zumindest stilllegen. Werfen Sie schlechtem Geld kein gutes Geld hinterher!

Noch können Sie Ihre Lebensversicherungen zum Rückkaufwert verkaufen. Auch das bringt zwar gegebenenfalls Verluste. Aber vielleicht wird es in Zukunft ein Gesetz geben, ähnlich § 89 VAG bzw. § 163 VVG, das genau dies untersagt. Wenn immer mehr Bürger Ihre Lebensversicherungen verkaufen oder auflösen, dann ist es angesichts der Macht der Versicherungslobby durchaus denkbar, dass der Gesetzgeber eben dies zu verhindern oder zumindest erheblich zu erschweren versucht. Vergessen Sie nicht, dass der Staat ein gehöriges Eigeninteresse hat: dass Versicherungskonzerne weiterhin Staatsanleihen kaufen.

Kündigung Lebensversicherung

Wer vorab seine Lebens- oder Rentenversicherung kündigen möchte, sollte die Kosten genau prüfen. Spezielle Regelungen gelten für Verträge, die von zwischen 2001 und 2007 abgeschlossen wurden. Hier wurden die Kostenverrechnungsklausen bei einer Kündigung nach 2009 vom Bundesgerichtshof für unwirksam erklärt. Bei den Verbraucherzentralen erhält man ein Musteranschreiben für die Nachzahlungsansprüche an seine Versicherung. Leider ist das Thema der Kündigungsbedingungen sehr kompliziert. Fast alles hängt hier letztlich vom konkreten Vertrag ab. Erste Tipps bekommen Sie über die Stiftung Warentest und bei den örtlichen Verbraucherzentralen. Auch eine Einzelberatung bei einem der dortigen Versicherungsexperten kann sinnvoll sein.

Wir sind keine Freunde von Wetten. Vor allem nicht bei einem so wichtigen Thema wie der Altersvorsorge. Aber nichts anderes ist eine Lebensversicherung: eine Wette auf die Zukunft. Wenn man dann noch der Gefahr einer Enteignung ausgesetzt ist, gibt es keinen logischen Grund, sein Geld und seine Altersvorsorge in diesem Vehikel zu platzieren. Hinzu kommen noch die horrenden Kosten und Gebühren. Zu viele Punkte sprechen inzwischen einfach gegen den Klassiker der privaten Altersvorsorge. Wir würden jetzt gerne schreiben: Sprechen Sie mit Ihrem Berater! Aber leider wäre das kein guter Rat. Denn die Berater von Banken und Versicherungen müssen vor allem verkaufen. Sie handeln verständlicherweise nicht in Ihrem Interesse, sondern in ihrem eigenen und in dem ihres Brötchengebers. Sicher: Alle wollen nur unser Bestes. Unser Geld!

Die beiden Ökonomen, Querdenker und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 zusammen den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. Seit April 2014 gibt es eine aktualisierte und überarbeitete Taschenbuchausgabe.
Mit ihrem zweiten Buch, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, haben sie es bis auf Rang 2 der Spiegel Bestsellerliste geschafft sowie auf Rang 1 im Manager Magazin und Handelsblatt. In ihm haben sie u.a. die EZB Leitzinssenkung und Minuszinsen für die Banken, die Absenkung des Garantiezins bei den Lebensversicherungen sowie den Ausgang der EU-Wahl richtig prognostiziert. Auch einen heftigen Börsencrash haben sie darin in Aussicht gestellt. Am 14. November 2014 ist das Hörbuch zu „Der Crash ist die Lösung“ erschienen. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de

7 Kommentare

7 Comments

  1. FrankM.

    7. Dezember 2014 17:55 at 17:55

    Sehr, sehr gut! 1000 Dank!
    Jetzt werde ich meine KLV endgültig verkaufen. Habe lange damit gehadert. Das mit CAC ist unglaublich.

  2. Michael E.

    7. Dezember 2014 22:34 at 22:34

    Mannomann, die Gesetze sind ja krass!

  3. Jorgen

    8. Dezember 2014 10:12 at 10:12

    Habe meine sogenannte „Kapital“ Lebensversicherung schon vor zwei Jahren verkauft und damals um ein paar Euro das Stück Bitcoin gekauft. War zwar auch ein Glücksspiel, aber da ich die Technik verstehe dann auch wieder nicht. Heutzutage gibt es nicht mehr viel, das man ansparen kann. Papierdrecksgeld und irgendwelche Versprechen gehören jedenfalls nicht dazu. Kann nur empfehlen Gold, Silber und ein paar Cryptocurrencies zu kaufen.

  4. Tkz

    8. Dezember 2014 10:50 at 10:50

    Der Beitrag ist ein Augenöffner – danke hierfür

  5. Helmut Josef Weber

    8. Dezember 2014 20:28 at 20:28

    Alle Menschen die in eine Rentenkasse oder Lebensversicherung einzahlen, machen einen Fehler: Sie vertrauen dem Staat.
    Es ist schon schlimm genug, dass es diese Zwangsabgaben in die Rentenkassen gibt, mit der man sich eine Rente erarbeitet, die später nicht zum Leben ausreicht.
    Aber wer dann noch zusätzlich in Rentenkassen einzahlt, bei denen der Staat eingreifen kann, der kann den Knall nicht gehört haben.
    In Deutschland hat der Gesetzgeber den Lebensversicherungen erlaubt Leistungen zu stoppen, wenn sie in finanzielle Schieflage geraten; natürlich bei voller Beitragszahlung des Versicherten.
    In 4 europäischen Staaten sind die kapitalgedeckten Renten schon vom Staat beschlagnahmt worden; zuletzt auch in Polen
    Jetzt geht es an die Betriebsrenten.
    Ich kann nur jedem raten für seine private Altersversorgung eine Variante zu finden, bei der:
    1. Keine Provisionen abgezogen werden, wie bei Allianz,
    Riester u. Co.
    2. Die Gewinne legal nicht versteuert werden müssen.
    3. Der Staat keine Kenntnisse von hat.
    4. Nicht besteuert wird, wenn die Vorsorge im Alter
    verbraucht wird.
    5. Keine Krankenkassenbeiträge von bezahlt werden
    müssen; daher auch keine Zuzahlungen für
    Medikamente usw. usw.
    6. Alles sofort und augenblicklich in einen anderen
    Staat gebracht werden kann.
    7. Auf der ganzen Welt als Zahlungsmittel anerkannt
    wird.
    8. Seit Jahrtausenden seinen Wert erhalten hat.
    9. Nicht durch Inflation oder Währungsreform wertlos
    werden kann.
    10. Beim Ableben des Inhabers der Altersversorgung,
    den Hinterbliebenen die Werte bleiben.
    Wer kann da an Edelmetallen vorbei?
    Seit dem Jahre 2000 425% Kursgewinne;
    und bei der Rente, egal ob gesetzlich oder privat?
    Viele Grüße
    H. J. Weber

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Hintergrund

Dax: Bullenpower sieht anders aus..

Über das radikale Auseinanderdriften der globalen Aktienmärkte..

Veröffentlicht

am

Der Dax kann seine Erholung fortsetzen – aber es fehlt dieser Erholung schlicht an Dynamik! Die Anstiege verlaufen langsam, die Abverkäufe dagegen mit hoher Dynamik, sodass der Index – auf die letzten Handelswochen gesehen – ein Schritt nach vorne macht, um dann zwei Schritte wieder zurück zu machen. Von Entwarnung kann daher noch überhaupt keine Rede sein!

Im Chart wird deutlich, wie vergleichsweise gering die Erholung ausgefallen ist bislang:

(Chart durch anklicken vergrößern)

Das sieht nicht nach Bullen-power aus! Eher ein zaghafter Versuch, das Schlimmste abzuwenden – und das trotz der daueroptimistischen Wall Street, die gestern wieder einmal zulegen konnte, vor allem die schwergewichtigen Tech-Werte wie Apple (in Vorfreude auf die heutige Präsentation der neuen Apple-Produkte) und Amazon. Aber auch in den USA gilt: es erreichen mehr Aktien 52-Wochen-Tiefs als 52-Wochen-Hochs, der Anstieg ist von den wenigen Tech-Schwergewichten getragen, der breite Markt sieht deutlich negativer aus. Mithin sind die großen Tech-Werte die Schminke, die die Falten kaschieren – aber man sollte sich nicht von dem Makeup täuschen lassen!

Andernorts ist die Lage völlig anders: der Shanghai Composite ist heute auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren gefallen, die Märke und Währungen der Schwellenländer bleiben unter Druck, auch die europäischen Indizes sind sämtlich charttechnisch angeschlagen. Es ist diese Schizophrenie, die nachdenklich stimmt: leben die Amerikaner auf einem anderen Planeten? Nun, wer Donald Trump als Präsidenten wählt, muß wohl auf einem anderen Planeten leben..

Die Fakten sind: die Fed verknappt die Liquidität, die Schwellenländer daher besonders unter Druck, und der Handelskrieg ist erst in seinem Anfangsstadium. Die Kombination aus diesen Faktoren bringt die ganze Welt uner Druck, nur eben die Amerikaner nicht. Dort hofft man auf NAFTA, glaubt, dass einem der Handelskrieg nichts anhaben könne, und die Fed werde schon brav bleiben und die Zinsen nicht deutlich anheben. Dort also die optmistischste Interpretation der Dinge, überall sonst auf der Welt sehen die Fakten anders aus! Inzwischen ist die Spanne so groß (etwa zwischen amerikanischen und chinesischen Tech-Werten), dass eine Wieder-Annäherung nur eine Frage der Zeit ist – ewig kann man nicht schizophren bleiben..

Für den Dax gilt: erst über dem Widerstand von 12100 Punkten besteht wieder – charttechnisch gesehen – Hoffnung. Besser noch, der Dax überwände den seit Ende Juli bestehenden Abwärtstrend bei 12220/12250 Punkten. Auf der Unterseite ist nun das Tief bei 11860 Punkten entscheidend: noch läßt sich dieses gestern erreichte Verlaufstief als Fehlausbruch nach unten interpretieren – aber wenn dann die 11860 auch noch fallen sollte, wäre das ein klares Zeichen dafür, dass Dynamik auf der Unterseite aufkommen wird..

 


By Josemanuel. – Own work, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1284536

weiterlesen

Allgemein

Tribalisierung statt Globalisierung: Eine Generation geht verloren

Die Globalisierung steht am Beginn eines großen Rückschlags – und eine ganze Generation ist gezwungen, ihre eigenen Werte zu verraten..

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Ich bin 1969 geboren und entstamme damit einer Generation, die grundsätzlich optimistisch veranlagt ist. Als wir erwachsen wurden, fiel die Mauer, ging die Sojwetunion unter und verschwanden damit gefühlt alle Grenzen, die unseren Drang nach (Bewegungs-)Freiheit begrenzt hatten. Als Jugendliche fürchteten wir die Atomkraft, fürchteten, dass uns Atombomben auf den Kopf fallen – wie einst die Gallier, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fiele.

All das ist nicht passiert. Und mit dem Ende der Sojwetunion und damit dem Ende des Kalten Krieges stand uns die Welt offen, schien eine Art ewiger Frieden erreicht, gewissermaßen das Ende der Geschichte (Fukujama). Wir reisten, probierten uns und das andere Geschlecht aus, alles war möglich, die Globalisierung kam, wir nutzten als erste Generation den Computer, lernten in der Schule programmieren, nutzten das Internet – und drängten heraus in die Welt. Diese Welt, so schien es, wächst zusammen – und wir fanden das gut so, weil es das Spektrum unserer Möglichkeiten vergrößerte.

Nun aber, zu einer Zeit, in der normalerweise diese Generation an die entscheidenden Schaltstellen der Gesellschaft in Politik und Wirtschaft gelangt, haben wir das Gefühl, wir sind irgendwie von gestern. Schon die heute Mitte 30-jährigen sind von uns grundsätzlich verschieden: ja, man kann ins Ausland gehen, aber man will dann zurück kommen, heiraten und ein Haus bauen. Das war so ziemlich das Letzte, was noch unserer Generation als Ideal vorschwebte. Diese Sehnsaucht nach Heimeligkeit war uns fremd, sie ist aber wohl die logische Konsequenz für eine Generation, die das Internet mit der Muttermilch aufgesogen hat und die nun ein Bedürfnis nach kuscheliger Wärme hat – und der es reicht, sich auf Google Maps jene Orte anzuschauen, zu denen wir noch gereist sind.

Es gibt bei dieser jüngeren Generation eine Tendenz zur Abschottung – ebenso wie in den großen Strömungen des Zeitgeists, der sich derzeit Bahn bricht. Dass derzeit rechskonservative Strömungen aufkommen, ist kein Zufall. Das Rad der Geschichte dreht sich gewissermaßen zurück, es gibt einen klaren Gegentrend zur Globalisierung, den ich als „Tribalisierung“ (Rückbesinnung auf den eigenen „Stamm“) bezeichne: ob Trump in den USA, die AfD in Deutschland, die FPÖ in Österreich, Le Pen in Frankreich etc. – das Motto lautet: wir schotten uns ab!

Rechtskonservative Bewegungen hat es auch früher gegeben seit dem Ende des Kalten Krieges – aber sie waren irgendwie aus der Zeit gefallen und hatten daher keine Chance. Diesmal ist das anders. Denn eines ist klar: die massenhafte Immigration nach Europa ist kein Thema, das vorbei gehen wird. Im Gegenteil: es wird immer dringender!

Was wir mit syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen erlebt haben, ist nur der Auftakt, sie sind nur die Vorhut für weit größere Ströme nach Europa. Flüchtlingsströme aus Syrien oder dem Nahen Osten werden irgendwann abebben – der Nahe Osten ist nicht unser größtes Problem. Dagegen werden sich bald Flüchtlingsströme aus Afrika massiv intensivieren, schon aus demografischen Gründen: Afrikas Bevölkerung wird sich bis 2050, also in nur 35 Jahren, von einer Milliarde auf dann zwei Milliarde verdoppeln – nicht weil Afrikanerinnnen mehr Kinder bekämen als früher – im Gegenteil. Nur die Zahl afrikanischer Frauen im gebährfähigen Alter wird aufgrund der demografischen Struktur in den afrikanischen Ländern bald stark nach oben schießen.

Und weil es faktisch keine Perspektive dafür gibt, diese stetig steigende Bevölkerung ausreichend zu versorgen bzw. Jobs zu schaffen, wird ein nicht geringer Teil dieser Menschen nach Europa drängen als einzig logisches underreichbares Ziel. Es geht hier um viele Millionen Menschen, vor allem junge Männer, die in ihren Heimatländern faktisch keine Chance haben, Jobs zu bekommen und Familien zu gründen. Und wir werden uns nicht anders zu helfen wissen, als eine Festung Europa zu errichten, weil diese Einwanderungsströme selbst beim besten politischen Willen nicht zu handhaben sind.

Und vermutlich wird es exakt meine Generation sein, deren Vertreter dann an der Macht sind, die diesen Festungsbau anordnen und ausführen wird. Weil es nicht anders geht, ob man will oder nicht. Und genau deswegen haben die rechskonservativen Strömungen, die genau das jetzt schon fordern, Zukunft. Sie thematisieren das, was auf uns zukommen wird, wollen Homogenität, Sicherheit, etablierte, vor-globalisierte Strukturen zurück – also all das, was meine weltoffene Generation überwiegend eigentlich nicht will. Und trotzdem wird es meine Generation sein, die faktisch die Voraussetzungen dafür schaffen wird.

Darin besteht eine gewisse Tragik: man ist gezwungen, die eigenen Werte zu verraten. Und insofern geht eine Generation verloren, die mit ihrer Humanität und ihrer Offenheit aus der Zeit zu fallen beginnt. Die Zeiten, in denen die Welt noch offen stand, sind jedoch offenkundig vorbei, die Globalisierung weicht der Tribalisierung. Vielleicht wächst dann wenigstens das Verständnis dafür, dass wir in Europa alle in einem, demselben Boot sitzen – und es gar keine Alternative zu einer wie auch immer definierten europäischen Gemeinschaft gibt..

weiterlesen

Europa

Tschüß deutsche Immobilienblase! Wohnimmobilienkreditrichtlinie: weniger Kredite, fallende Preise!

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Die Preise für Wohnimmobilien in deutschen Großstädten steigen und steigen – in den letzten fünf Jahren alleine um 45%! Aber damit könnte, damit wird wohl eher bald Schluß sein. Der Grund: die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WKR), die am 4. Februar 2014 von der EU beschlossen wurde und binnen zwei Jahren, sprich jetzt, in die nationale Gesetzgebungen umzusetzen ist (für Deutschland siehe die Texte hier). In dieser Woche werden erste Banken in Deutschland beginnen, diese Richtlinie umzusetzen – mit vermutlich dramatischen Konsequenzen für den deutschen Immobilienmarkt.

Dabei wird die Umsetzung dieser Richtlinie von den Banken nicht an die große Glocke gehängt – mit gutem Grund. Denn diese Richtlinie wird dazu führen, dass deutsche Banken deutlich weniger Kredite für Wohnimmobilien vergeben werden als zuvor. Denn mit dieser Richtlinie sind die Banken in der Haftung, wenn sie über die Risiken des Immobilienerwerbs nicht ausreichend aufgeklärt haaben. Und: mit dieser Richtlinie gilt, die Rückzahlung des Kredits durch den Kreditnehmer muss über die gesamte Laufzeit wahrscheinlich sein – in einigen Ländern wie UK oder Schweden zahlen die Kreditnehmer meist nur die Zinsen, tilgen aber nicht die Schulden an sich, da man von immer weiter steigenden Immobilienpreisen ausgeht.

In Deutschland ist das anders, aber dennoch sind viele Kredite auf „Kante genäht“, also sehr knapp kalkuliert. Kommt etwas dazwischen (Krankheit, Scheidung, Berufsunfähigkeit) schaut es schlecht aus – bislang haben Banken diese Risiken in Kauf genommen, nun wird der Fokus verändert: der Kunde muß unterschreiben, dass er sich solcher Risiken bewußt ist. Da Banken ab jetzt in der Haftung sind, könnte etwa ein Kunde, der nächsten Monat einen Immobilienkredit mit einer Bank abschließt, gegen die Bank klagen, wenn etwa klar wird, dass der Kunde gar keine ausreichende Rente erzielen wird um dann den Kredit bedienen zu können.

Also werden die Banken vorsichtiger und darauf drängen, dass der Kunde etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, deren Ausschüttung so hoch ist, dass er selbst im Falle einer Berufsunfähigkeit die Kredite bedienen kann. Aber das wird teuer für die Kunden, das Geld, das so in die Berufsunfähigkeitsversicherung fließt, fehlt wiederum als disponibles Cash für einen Kredit. Gleichzeitig deutet sich an, dass die Banken bei der Berechnung dessen, wieviel etwa eine 4-köpfige Familie monatlich zum Leben braucht, die Sätze steil nach oben gehen werden: bislang liegt dieser Wert ca. bei 600 Euro pro Erwachsenem, inklusive zwei Kindern wird dann meist ein Wert von 1500 Euro veranschlagt.

Nach unseren Informationen aus Bankenkreisen wird dieser Wert deutlich nach oben gehen auf ca. 1800 Euro – damit haben die Kreditnehmer deutlich weniger „Luft“ für den Kredit. Und gleichzeitig werden die Banken auf eine erhöhte Tilgungsrate drängen – eben weil es wahrscheinlich sein muß, dass der Kredit zu Lebzeiten auch voll zurück gezahlt werden kann. Das bedeutet im Klartext: die monatlichen Tilgungsraten werden deutlich steigen. Schätzungen gehen von einem Anstieg von 50% aus – das würde bedeuten, dass wer bislang 1400 Euro pro Monat zahlte, nun ca. 2100 Euro monatlich berappen muß zur Tilgung des Kredits. Und das ist ein KO-Kriterium für viele Kreditwillige!

Nach Angaben von informierten Bankenkreisen geht man innerhalb der deutschen Banken davon aus, dass sich die Zahl der vergebenen Immobilien-Kredite so um 50% reduzieren dürfte, also faktisch nur noch jeder Zweite einen Kredit bekommen wird, der zuvor kreditwürdig war! Was das für die Preisentwicklung von Immobilien bedeuten wird, kann man sich ausrechnen!

Aber das eigentliche Problem wird dann noch auf viele Kreditnehmer zukommen, die in ihren Verträgen mit der Bank keine „Prolongierung“ vereinbart haben – das gilt vor allem für viele Privatbanken wie etwa die ING Diba, Sparkassen dagagen haben meist eine Kreditanschlußgarantie gewährt, was das Problem wesentlich entschärft, da die Verträge dann nach alter Rechtslage behandelt werden.

Ohne Prolongierung bedeutet: der Kreditvertrag wurde etwa für 10 Jahre ausgehandelt und muß dann neu verlängert werden. Bei dieser Verlängerung muß der Kunde dann gemäß der neuen Richtlinie nicht nur seine Kostenstruktur lückenlos nachweisen (was bei Privatbanken meist bislang nicht erforderlich war). Die Wohnimmoblienkreditrichtlinie wird auch dafür sorgen, dass sowohl die Tilgungsrate nach oben geht als auch die Anforderungen an die Kreditwürdigkeit deutlich steigen werden, eben damit die Rückzahlung des Kredits „wahrscheinlich“ ist. Wessen Kredit bislang „knapp auf Kante genäht“ war, dürfte also kaum mehr einen Anschlußkredit bekommen, wenn sich seine Einkommenssituation in der Zwischenzeit nicht deutlich verbessert haben wird. Und das bedeutet: viele werden dann mit leeren Händen dastehen, ihre Immoblie wird zwangsversteigert, da die Anschlußfinanzierung nicht gelingt. Mit der Zunahme von Zwangsversteigerungen wiederum werden die Preise für Wohnimmobilien vor allem in Großstädten unter Druck geraten.

Daher: es ist Zeit, der Immobilienblase in deutschen Grostädten „tschüß“ zu sagen. Die Flucht in Betongold ist meist mit dem Eingehen von Klumpenrisiken verbunden, die den Sicherheitssuchenden nicht einmal bewußt sind. Jede Wette, dass viele Kreditnehmer, die keine Prolongierung in ihren Verträgen vereinbart haben, sich der neuen Gesetzeslage und der damit verbundenen Änderung der Praxis bei der Kreditvergabe nicht einmal bewußt sind. Da wird es für Tausende ein böses Erwachen geben..

weiterlesen

Anmeldestatus

Online-Marketing

Online-Marketing hier bei uns! Ihr Unternehmen / Pressefach auf finanzmartwelt.de = Effektives Online-Marketing
Höchst personalisierbare Strategien
Faire Preise
Pressefächer und Meldungen
Content relevante Artikel und mehr
Jetzt informieren

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen