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Leerverkäufe – Das Debakel um Tesla, Beyond Meat und Wirecard

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Leerverkäufe sind eine wichtige Funktion an den Finanzmärkten: sie bilden eine Art Korrektiv für Überbewertungen. Aber sie können eben auch sehr gefährlich werden für die Leerverkäufer selbst!

Aus der Santa Claus Rally wurde eine Januar-Rally, die Kurse stiegen auf breiter Front. Seit sieben Wochen geht es nahezu ohne Korrektur bergauf, ungewöhnlich schon der 11 Prozent-Anstieg des riesigen S&P 500 in drei Monaten –  und dies nicht etwa nach einer Phase eines Einbruchs, sondern nach einer langen Haussephase.

Aber es gibt Aktien, die alles andere in den Schatten stellen: In den USA sind dies die sehr medienträchtigen Firmen Tesla und Beyond Meat, die beide für einen Umbruch in ihrem wirtschaftlichen Umfeld stehen. Anstiege völlig losgelöst von den fundamentalen Daten – Hintergrund waren Leerverkäufe und eine dann folgende gewaltige Eindeckungsrally von Leerverkäufern, die bereits seit längerer Zeit auf einen Einbruch der Hoffnungsträger setzen. Hier ein paar Daten der Analysefirma S3 Partners für die letzten Jahre, die die große Spekulation im Bereich Shortselling insbesondere gegen Tesla beleuchten.

Leerverkäufe: Tesla seit Langem die Aktie für Shortseller

Bereits seit Jahren misstraut man an der Wall Street den Versprechungen des Visionärs Elon Musk, der nicht nur ein Elektrofahrzeugunternehmen kreiert hat, sondern einem Technologiekonzern vorsteht. Dennoch hatte er in der Vergangenheit Quartal für Quartal mit seinen Produktionsvorhersagen enttäuscht – und damit mehr und mehr Shortseller angelockt. 2014 waren in der Spitze 40 Prozent der frei verfügbaren Aktien leerverkauft, im Jahr 2016 in etwa 35 Prozent im Maximum und im Mai 2019 um die 33 Prozent. Das waren Leerverkäufe von fast 44 Millionen geliehenen Aktien im Wert von über 8,1 Milliarden Dollar – bei einem Kurs von 185 Dollar.

Von da an startete das Unheil für die Leerverkäufer, welches sich ab 2019 Oktober dramatisch entwickelte. Die Aktie stieg von gut 200 auf 547 Dollar, ausgelöst durch die Shorties, die sich zu immer höheren Kursen in Pain Trades ihre Leerverkäufe eindecken mussten. Was aber auch dazu führte, dass neue Leerverkäufer auf den Plan traten, weil man diesen Kursanstieg für völlig unsinnig erachtete und als Gelegenheit empfand, richtig Geld zu verdienen. Derzeit sind immerhin noch 26 Millionen Aktien leerverkauft und damit 18,5 Prozent der Aktien – die irgendwann auch noch zurückgekauft werden müssen. Nach Angabe von S3 Partners sind für die Leerverkäufer in den letzten sieben Monaten mehr als 8,4 Milliarden Dollar Verluste aufgelaufen und innerhalb eines Jahrzehnts mehr als 10 Milliarden Dollar. Diese Wette dürfte für die Hedgefonds die schmerzhafteste des vergangenen Jahrzehnts gewesen sein.

Gab es dafür Gründe?

Es sind nicht zu sehr fundamentale Gründe, also überbordende Geschäftsaussichten, die so eine Aktienrally verursachen, es ist eher eine Mischung aus Überinvestition in Richtung Leerverkäufe mit einer vielleicht auch nur moderaten Fehleinschätzung der unternehmerischen Lage. Da wird man zwangsläufig an die VW-Aktie erinnert, bei der eine Verknappung des Angebots bei dem gescheiterten Versuch der Übernahme durch Porsche den Aktienkurs durch eine Shortsqueeze innerhalb von 48 Stunden von 200 auf 1000 Euro emporschnellen ließ. Volkswagen war kurzfristig das teuerste Unternehmen der Welt, ohne dass sich an den Geschäftsaussichten irgend etwas geändert hätte.

Bei Tesla, dessen Zukunft gewiss noch nicht entschieden ist, hat man anscheinend darauf gewettet, dass die etablierten Hersteller (VW, BMW, Daimler, Toyota) mit ihrer Elektro-Offensive Tesla rasch den Garaus machen würden. Aber bei den neuen Fahrzeugen geht es anscheinend auch sehr viel um Software – und da hat Tesla noch einen großen Vorteil.

Selbst VW-Chef Diess hat in einem bemerkenswerten Interview davon gesprochen, dass das Auto künftig auch eine andere Funktionen wahrnehmen wird, mit einer erheblich gesteigerten Bedeutung von Software und Internet. Und hat VW nicht wegen Softwareproblemen die Markteinführung des Modells ID.3 bis in den Sommer verschoben?

Mit der Shortquote bei Tesla lag eigentlich stets eine Mammuteindeckung in der Luft, wie ein Analyst des Informationsdienstes Benzinga aus den USA es formuliert hat: „Short Squeezes don’t need a fundamental rationale; they just need a catalyst.“ Oder es braucht nur einen banalen Anlasses zur rechten Zeit, so wie der berühmte Schmetterlingsschlag vor einem Gewitter.

Aus fundamentaler Sicht ist die Bewertung des Unternehmens dennoch auf absurdem Terrain: Das Unternehmen ist mit seiner Marktkapitalisierung von über 90 Milliarden Dollar nicht nur doppelt so hoch bewertet wie GM oder Ford, sondern auch anhand seiner Fahrzeugzahlen: Diese Bewertung liegt pro Fahrzeug nach letzten Zahlen bei 261.000 Dollar pro verkauftem Auto, im Vergleich hierzu BMW und Daimler mit 21.612 und 24.522 Dollar pro Kfz, bei VW liegt dieser Wert sogar nur bei 12.680 Dollar. Und so besteht die Hoffnung vieler Shortseller weiter, doch noch ihre Leerverkäufe mit Gewinnen schließen zu können.

Beyond Meat

Ähnliche Überlegungen wie bei Tesla konnte man auch für die Notierungen bei dem Veggie-Burger-Hersteller Beyond Meat anstellen. Nach dem Börsengang schoss das Unternehmen von 25 Dollar auf über 240 Dollar und damit auf eine Marktkapitalisierung von 15 Milliarden Dollar. Nach Ablauf der Lockup-Periode für Altaktionäre fiel die Aktie nach und nach auf 74 Dollar und lockte die Hedgefonds an wie die Fliegen. Aber die Unternehmensergebnisse wurden besser, allein der Umsatz stieg von 88 Millionen Dollar (2018) auf 275 Millionen Dollar im letzten Jahr.

Hinzu kamen Meldungen über den Einstieg von Großkunden wie Mc Donalds. Dann erfolgte in der zweiten Woche des Jahres die berüchtigte Short Squeeze: Der Wert sprang innerhalb von fünf Tagen um 53 Prozent nach oben, ohne große Unternehmensnachrichten. Aber lag die Shortquote bei dem Unternehmen 2019 nicht bereits bei sagenhaften 50 Prozent aller ausstehenden Aktien? Jedenfalls hat die kurze Shortsqueeze nach Angaben von S3 Partners in den wenigen Tagen des Jahres den Shorties bereits 500 Millionen Dollar gekostet.

Leerverkäufe: Folgt jetzt der nächste Shortsqueeze bei Wirecard?

Ein ähnliches Spiel scheint sich jetzt bei unserem Dax-Konzern Wirecard abzuspielen. Wie bei den oben genannten US-Aktien gibt es auch im Dax-Konzern ein gewaltiges Short Interest bei diesem Wert. Über die Hintergründe wurde hier schon des Öfteren berichtet. Laut S3 Partners war die Quote der Leerverkäufe kürzlich noch bei fast 20 Prozent, bei einem festen Aktienbestand, der durch die großen Fonds und dem Gründer Braun selbst schon bei über 50 Prozent liegen sollte – ETFs und Kleinanleger noch gar nicht berücksichtigt.

Ist der große Sprung von Wirecard in den letzten 14 Börsentagen von 106 auf 131 Euro nicht schon ein kleines Zeichen für eine Eindeckungsrally? An fundamentalen Gründen kann es nicht gelegen haben, bis auf den Wechsel im Aufsichtsratvorsitz gab es keine News von der Unternehmensfront. Es gibt aber immer wieder Gerüchte darüber, dass das Prüfungsergebnis von KPMG deutlich vor dem Quartalsende kommen könnte. Was geschähe mit den Leerverkäufen, sollte es einen positive Berichtsmeldung geben, die vielleicht auch noch außerhalb der Handelszeiten bekanntgegeben würde?

Fazit

Gerade in einer Phase der Euphorie, gepusht durch große Liquiditätszufuhr durch die Zentralbanken, erscheint derzeit ein aggressives Shortinvestment schon etwas wie der Ritt auf der Rasierklinge zu sein.

Hierzu noch die Empfehlung des oben zitierten Analysten für die nahe Zukunft:

„Longs, shorts and short-term traders should all be extremely cautious with both these stocks (Tesla and Beyond Meat) in the coming days.“ Zumal die Börsenregeln derzeit zum Teil etwas außer Kraft gesetzt zu sein scheinen..

Leerverkäufe und die dann folgenden Eindeckungen dieser Leerverkäufe bringen die Tesla-Aktie nach oben - Elon Musk freut das

By Steve Jurvetson from Menlo Park, USA – Elon Musk at TED 2017, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=72830002

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Klarer Trend: Die Risiken nehmen weltweit zu – Werbung

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Lieber Börsianer,

was ist in dieser Frage eigentlich Ihre Meinung? Wird die Welt, wird unser Lebensumfeld nicht pausenlos gefährlicher? Denken Sie einmal an den Klimawandel oder an die Corona-Pandemie! Oder stellen Sie sich einmal vor, in Deutschland fällt das Internet nur für zwei Stunden aus? Die Konsequenzen für unser digitalisiertes Leben wären verheerend. In den Städten würden die Verkehrsleitsysteme kollabieren, viele Ampelanlagen würden nur noch blinken, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tatsächlich aber ist unser Leben nicht gefährlicher als früher. Auch zu Kaisers Wilhelms Zeiten kannte die Menschheit schon Naturkatastrophen, Finanzkrisen oder etwa Krieg und auch Terrorismus.

Trotzdem haben wir in den letzten Jahren einen fundamentalen Wandel erlebt, der für uns alle, für Unternehmen und sogar für Staaten eine neue bisher unbekannte Risikodimension bedeutet.

Ein plattes Beispiel: Wenn vor hundert Jahren der Busch in Kalifornien brannte, was er auch damals schon tat, wurden einige Blockhütten vernichtet. Wenn dort heute Waldbrände wüten, sind Städte und große Unternehmensanlagen im Milliardenwert bedroht. Und das ist der springende Punkt: Die Gefahr war immer schon da, nur das Risiko des erheblichen Vermögensverlustes war weit geringer.

Heute sind durch eine Wetterkatastrophe, eine Pandemie oder auch eine Finanzkrise immer gleich Milliardenwerte bedroht. Vor diesem Hintergrund haben sich schon Ende des vergangenen Jahrhunderts Dienstleister oder Unternehmen mit der Risikoanalyse befasst. Ein bekanntes Unternehmen dieser Branche ist etwa der US-Risikoanalyst Moody´s, der sein Geld vorwiegend in der Finanzbranche verdient. Daneben bieten Unternehmen wie SAP, Oracle oder IBM verschiedene punktuelle Risikomodelle für Ihre Unternehmenskunde an.

Alle diese Unternehmen rechnen US-Investoren dem „Global Risk Market“, also dem Markt für Risikoanalyse zu. In Europa ist dieses spannende Segment leider noch wenig bekannt und etwas unterbelichtet. Das ist schade, denn dieses Segment wächst seit Jahren ganz erheblich und vor allem sehr stetig, wie Sie sich sicherlich ausmalen können.

Warum diese Aktie praktisch immer steigt

Mein persönlicher Favorit aus diesem Marktsegment ist ein US-Unternehmen, dass seine Wurzeln ursprünglich in der Versicherungsbranche hat. Damals schlossen sich die großen US-Versicherer und Warren Buffett zusammen, um quasi eine eigene Risikoabteilung zu gründen, da Versicherungsrisiken zunehmend schwieriger zu kalkulieren waren. Das Unternehmen sammelte zunächst Daten und entwickelte schließlich ein einzigartiges Prognosemodell, damit Versicherungsrisiken prognostizierbar wurden.

Heute arbeitet der Risikoanalyst auch für Banken und zählt ausnahmslos alle westlichen Kreditkarten-Unternehmen zu seinen Kunden. Wir alle haben in der Finanzkrise erfahren, was passiert, wenn Finanzdienstleister ihre…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Tesla: Elon Musk enttäuscht, Aktie fällt – bald schon Schnee von gestern?

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines E-Autos von Tesla

Gestern gab es neben der Hauptversammlung auch den so groß erwarteten „Battery Day“ bei Tesla (hier dazu der gestrige Video-Kommentar eines Analysten). Kurz gesagt: Es war eine Enttäuschung. Analysten erwarteten für gestern von Tesla die Verkündung einer Batterie, die 10 Jahre oder länger halten könnte. Und es wurden konkrete Ziele für Kostensenkungen erwartet.

Tesla-Chef Elon Musk enttäuscht

Was Elon Musk verkündete, war einmal mehr gut verpackt seine Art von Marketing. Etwas Großes und Wundervolles ankündigen, was sich beim genaueren Hinschauen doch eher als Luftnummer entpuppt, als weit entfernter Traum, der noch gar nicht konkret greifbar ist. Genau so könnten BMW oder VW ihre neuesten noch weit entfernten E-Auto-Pläne hier und heute als Sensation verkaufen. Tesla will nämlich ein E-Auto für 25.000 Dollar bauen. Man versprach in den nächsten Jahren die Batteriekosten mit neuen Technologien und Verfahren um die Hälfte zu reduzieren, und so ein erschwingliches E-Auto anbieten zu können. Aber, so Elon Musk, die Voraussetzung für ein 25.000 Dollar-Auto von Tesla sei nun mal die drastische Kostensenkung bei den Batterien, und das könne man erst in drei Jahren erreichen!

Was für eine Enttäuschung. Die Tesla-Aktie verlor am gestrigen Handelstag 5,6 Prozent, und dann ab 22 Uhr nachbörslich nochmal 6,9 Prozent. Dieses nachbörsliche Minus hat sich abgeschwächt auf aktuell nur noch -4,8 Prozent, und jetzt in der ganz frühen Vorbörse liegt die Aktie bei 403 Dollar.

Tesla-Chef Elon Musk sagte gestern auch, dass es dem Unternehmen in 2020 sehr gut gehe. Man werde trotz schwieriger Umstände wahrscheinlich ein Wachstum zwischen 30-40 Prozent hinlegen. Tesla halte am Jahresziel fest, rund 500.000 E-Autos zu verkaufen. Das wäre eine Steigerung von 36 Prozent im Jahresvergleich. Und das in einer Zeit, wo die „alten“ Autohersteller arg unter der Coronakrise leiden.

Zur großen Tesla-Show gehört wohl auch, dass sich Elon Musk wie gestern geschehen von seinen Fans (die natürlich auch Aktionäre sind) per Hupkonzert abfeiern lässt. Denn HV/Battery Day fanden Corona-bedingt auf einem Open Air-Gelände statt, wo die Anwesenden in ihren Tesla-Autos saßen, und die Tesla-Offiziellen oben auf einer Bühne standen. So eine Show sieht man bei den staubigen Veranstaltungen von Daimler, BMW und Co wohl nicht. Es mag wohl auch dieses hippe, jugendliche Spaß-Image sein, dass Tesla den Erfolg bringt – sei es auch nur ein gefühlter Erfolg.

Blick auf die Aktie

Wird die Tesla-Aktie diesen aktuellen Rückschlag wegstecken? Gut möglich. Denn man schaue auf den folgenden Chart. Man sieht hier den Kursverlauf der Aktie seit Mai – hier wurde der jüngste Aktiensplit schon voll berücksichtigt. Seit Mai gab es einen Anstieg in der Tesla-Aktie von 163 auf über 500 Dollar. Dann der jüngste Rückschlag auf 330 Dollar, wo alle Welt schon an den großen (längst überfälligen?) Crash der Aktie glaubte. Und jetzt sind wir wieder bei 400 Dollar. Man sollte die streng gläubige Gefolgschaft von Elon Musk nicht unterschätzen.

Chart zeigt Kursverlauf der Tesla-Aktie seit Mai

Hier in voller Länge von gestern die Hauptversammlung mit „Battery Day“ von Tesla, die mehr als 270.000 Menschen live verfolgten.

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Markus Koch im Interview mit Dr. Jens Ehrhardt – Markt war überkauft

Redaktion

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Markus Koch spricht im folgenden aktuellen Interview mit Dr. Jens Ehrhardt über die aktuelle Börsenlage. Dr. Ehrhardt ist der Meinung, dass die Börse zuletzt überkauft war, und dass die Kurse deswegen gerade zurückkommen. Das Thema Optionen spielt dabei eine wichtige Rolle. Angesprochen werden im Interview technische wie auch fundamentale Faktoren.

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