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Lohnwachstum in Europa: Osteuropa wächst kräftig, langfristig zwei desaströse Ausreißer

Auf Sicht von zehn Jahren ist es normal, dass Löhne deutlich anwachsen. So ist es auch im Vergleich von 2007 auf 2017 in Europa. Der durchschnittliche Stundenlohn in der Gesamt-EU wuchs in diesen zehn...

FMW-Redaktion

Auf Sicht von zehn Jahren ist es normal, dass Löhne deutlich anwachsen. So ist es auch im Vergleich von 2007 auf 2017 in Europa. Der durchschnittliche Stundenlohn in der Gesamt-EU wuchs in diesen zehn Jahren von 19,5 auf 23,1 Euro, und in der Eurozone von 21,8 auf 26,9 Euro, so aktuelle Daten von Eurostat.

Das größte Wachstum hat in dieser Zeit Bulgarien hingelegt von 2,3 auf 5,1 Euro, was ein Plus von 122% darstellt. Aber wie man in der folgenden Grafik sieht, ist Bulgarien selbst mit diesem Wachstum in Euro-Stundenlöhnen ausgedrückt immer noch Schlusslicht in Europa. Es gibt also noch viel aufzuholen.

Danach folgen Estland (+67%) sowie die Slowakei und Lithauen mit jeweils +62% beim Lohnwachstum binnen zehn Jahren. In der Grafik sieht man es gut auf der linken Seite. Osteuropa liegt geschlossen unter 10 Euro Lohn pro Stunde, während Nord- und Westeuropa einen drastischen Vorsprung haben mit 20 Euro und höher. Das ist natürlich nachvollziehbar, weil die osteuropäischen Staaten jahrzehntelang hinter dem Eisernen Vorhang nicht am Wettbewerb um Innovationen und Produktivitätssteigerungen teilnahmen. Deswegen fehlt immer noch viel bis zum Niveau in Westeuropa.

In allen EU-Mitgliedsstaaten sind in den letzten zehn Jahren die Löhne gestiegen, mit zwei Ausnahmen. Wie es zu erwarten war, crasht Griechenland so richtig nach unten mit -7% bei den Löhnen binnen zehn Jahren. Aufgrund der Krise ist die griechische Volkswirtschaft gezwungen die Löhne zu senken, damit die dortigen Arbeitsplätze in Europa konkurrenzfähig werden. Denn auch die Produktivität in Relation zu anderen Ländern ist ja schwach. Der Stundenlohn bei den Griechen fiel von 12,1 auf 11,2 Euro. Das ist für den einzelnen Arbeitnehmer natürlich eine Tragödie, weil Preise und Mieten ja nicht billiger werden.

Was aufhorchen lassen sollte: Laut Eurostat ist der zweite Verlierer bei den Löhnen Großbritannien. Ob die Daten hier wirklich stimmen? Eurostat jedenfalls sagt, dass die Löhne in Großbritannien in den letzten zehn Jahren um 7% geschrumpft sind von 27,3 auf 25,5 Euro.

Der höchste Stundenlohn wurde 2017 in Luxemburg gezahlt mit 43,8 Euro. Danach folgt Dänemark mit 38,7 Euro. Deutschland liegt mit 32,3 Euro im oberen Drittel. Und wie gesagt, Osteuropa ist noch weit abgeschlagen, holt aber bei den prozentualen Zuwachsraten kräftig auf!


Die durchschnittlichen Stundenlöhne in der EU.


© European Union , 2014 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Georges Boulougouris



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5 Kommentare

  1. Was sagt die isolierte Betrachtung der Stundenlöhne aus? Nicht viel. Als Wohlstandsindikator nur brauchbar, wenn die Löhne stärker steigen, als die Lebenshaltungskosten. Und wenn diesem Netto-Zuwachs keine Eventualverbindlichkeiten in der EZB-Bilanz gegenüber stehen.

  2. FMW verlässt sich also auch auf solche BULLSHIT zahlen ?! Traurig .

    26€ Durchschnitts Lohn .. Aha. Soso .

    Darum sind hier alle so happy (ausser die 5 mio arbeitslosen ) neiiin

    Diesen Lohn kann man noch auf IgM und Chemie anwenden + die Dax manager Etage und Maschinenbau in Süddeutschland .

    Aber alle diese Bereiche schrumpfen rapide mit der Überalterung .

    Selbst wenn minijober, Frisöre , aldiKassierer und und da mit eingerechnet sind , heisst Durchschnittslohn nur das viele wenig verdienen und wenig viel verdienen.

    Genau wegen solchen quarkzahlen , sagen Experten bis zum allerletzten Tag das Paradies für alle voraus .

    Tags drauf konnte die Katastrophe dann niemand ahnen .

    Nehmt endlich realistische Zahlen !
    Oder zieht pauschal 33% ab

    1. @ Steve :Erst den Text ganz lesen, bevor FMW als traurig abstempeln ?
      Die Schreiblinge von FMW Schreiben selber:“
      Ob die Daten hier wirklich stimmen? „

      Also alles Chico bei den Redakteuren!
      Hab selten so ne klasse Berichterstattung gesehen / gelesen!!! Hut ab!!

      Gruß aus Betlin

    2. Haben Sie eine breit angelegte Utersuchung gemacht oder woher kennen Sie die Löhne besser als Destatis?

  3. “ Laut Eurostat ist der zweite Verlierer bei den Löhnen Großbritannien. Ob die Daten hier wirklich stimmen?“

    Wie wäre es mit einem Link zu den Daten?
    Wenn die in Euro umgerechnet wurden, könnte die 20-25% Pfund-Abwertung die Ursache sein.

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