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Lossless zum Dax: So dürfte es laufen..

Über den weiteren Fahrplan für den deutschen Leitindex..

Redaktion

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Gastkommentar zum Dax von @Lossless

Wir sehen ein Rücklauf bis in den Bereich 11380, danach ein letztes Hoch bis in den Bereich 11500.

Sollte der Dax die 11318 berühren, ist dies ein Signal für fallende Kurse.

Haftungsausschluss

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können einen individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    KSchubert

    20. Dezember 2016 11:18 at 11:18

    Wunderbar, die DAX-Talkrunde ist eröffnet :-)

    Nachtrag zu gestern: Ja, es war wirklich ein No-Trade-Day – habe die Longposition mit 10 Pünktchen geschlossen.

    Bin heute seit 11430 Long und gehe dementsprechend davon aus, dass wir heute das Hoch noch nicht gesehen haben —> Spekulation auf nachhaltigeren Bruch der 11450.

  2. Avatar

    Masud79

    20. Dezember 2016 11:21 at 11:21

    Sorry aber wie oft wollt ihr euer letztes hoch noch nach oben korrigieren. Langsam wird es unglaubwürdig

    • Avatar

      Lossless

      20. Dezember 2016 11:26 at 11:26

      Masud, soooo lange kein Marken erreicht sind geht es rauf.

      • Avatar

        Masud79

        20. Dezember 2016 11:34 at 11:34

        Doch eure letzten Hochs wurden erreicht

        • Avatar

          Lossless

          20. Dezember 2016 11:40 at 11:40

          Masud, nur Geduld! Wir rechnen am 22. – 23. mit Bewegungen die entscheiden werden.

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    Mitch

    20. Dezember 2016 11:48 at 11:48

    @ Masud
    Wenn es ein neues Hoch gibt, und die MOB Marke nach unten nicht erreicht wurde, geht es weiter rauf. Die MOB Marke verschiebt sich bei einem neuen Hoch natürlich weiter nach oben.

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    daulini

    20. Dezember 2016 11:57 at 11:57

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. So was von wertvoll diese Hinweise. Kann eigentlich überhaupt jemand einen rationalen Hinweis auf die Kursrallye der letzten Wochen geben. Ach ja, es ist ja alles, nein vieles irrational in dieser Welt geworden. Wetter, Finanzpolitik, Terroranschläge. Wen kümmert eigentlich noch das Leid? Ich vermute vielmehr die Bullen haben doch eine sooooo lange Zeit gedarbt bei der Kursentwicklung in 2016. War doch lange genug Zeit auf der Stelle getreten zu haben. Dabei wurde geflissentlich die bisherige Kursentwicklung der vorherigen 7 Jahre vergessen. Aber nun auf zu den nächsten DAX-Zielen von …

  5. Avatar

    Lossless

    20. Dezember 2016 12:21 at 12:21

    Daulini, ich verstehe Ihre Bedenken. Nur unser Investment ist ein anderes… wir investieren nach Signal sehr große Volumina. Nur wenn wir ein Signal bekommen sind wir bereit in den Markt zu gehen. Natürlich könnten wir auch Long einsteigen nur wir haben im Moment eine andere Meinung zum DAX. Unsere Meinung muss nur durch ein Signal bestätigt werden.

    • Avatar

      Masud79

      20. Dezember 2016 13:32 at 13:32

      Was wäre so ein Signal?

      • Avatar

        Mitch

        20. Dezember 2016 13:42 at 13:42

        Steht doch oben!
        Zitat Lossless:
        !Sollte der Dax die 11318 berühren, ist dies ein Signal für fallende Kurse.!

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    Der Katamaransegler

    20. Dezember 2016 14:43 at 14:43

    Mensch, seid ihr kleinkariert ..
    Die Welt in rational und irrational einteilen. Hey – Das entspricht dem geistigen Weltbild, als man noch glaubte, die Erde sei eine Scheibe.
    Rational oder Irrational .. Gottchen .. Eine Diskussion in so gewaltiger Breite, wie der Raum zwischen Tapete und Wand.
    Der Losless managed einen ganzen Hedge Fonds und braucht für Markteintritte und Austritte keine punktuellen Bezugswerte sondern eine Range, in welcher er tranchenweise einsteigt.
    Auch wird er seine Handlungen nach übergreifenden Gesichtspunkten orientieren.
    Wer einzelne Punkte im Dax anvisiert, dann mag das für Daytrader wichtig sein.
    Für jene, die langfristig investieren und Dividendenstrategien betreiben, idealerweise mit Covered Calls, ist das Erbsenzählerei.
    Es ist wurscht, ob der blöde DAX noch ein paarmal nen Furz nach oben entlässt:
    Das grosse Bild ist entscheidend !
    Im übrigen ist es bei Firmen wie Procter&Gamble, CocaCola, Disney etc, ziemlich egal, wie der Kurs steht. Sie verdienen Geld und zahlen vierteljährlich Dividende.
    (Naja .. Disney aus Bequemlicheit nur 1x pro Jahr)
    Im Vergleich kurven hier einige mit Matchbox Autos herum und kritisieren aus dem Blickwinkel des Kinder-Spielzimmers jemanden, der den Fuhrpark eines internationalen Logistik-Unternehmens organisiert.
    Nun hat nicht nur Lossless feststellen müssen, dass der DAX mehr Blähungen hat als erwartet. So What ?
    Dann pupst er halt noch bisschen weiter.
    Macht es einfach wie der KSchubert: Der hält ein Streichholz dran und lässt sich mittragen.

  7. Avatar

    Lossless

    20. Dezember 2016 15:38 at 15:38

    Bin gerade in Berlin angekommen. Die Stimmung ist sehr drückend…
    So tragisch dies alles ist, wissen wir, dies war erst der Anfang.

    • Avatar

      Petkov

      20. Dezember 2016 18:40 at 18:40

      Sie irren sich, Lossless. Eigentlich ist es eher das Ende. Ok, noch nicht heute, natürlich. Ein letztes Hoch kommt noch, dann wird aber die merkel wiedergewählt. Wenn Ihr Analyst wieder seit längerer Zeit keine aktuellen Nachrichten gelesen hat, was ich für ihn sehr hoffe: Sagen Sie ihm einfach, dass wir zum wiederholten Male den langfristigen Abwärtstrend in einer höllisch-dynamischen Bewegung mit einer blutschwarzen Kerze nach unten durchbrochen haben. Noch gibt es aber für abgebrühte Professionals keinen Grund zur Aufregung, da der RSI (Realchance einer Sozialverträglichen Islamisierung) im stark von der Bevölkerung abgekauften Bereich ist.

      • Avatar

        Lossless

        20. Dezember 2016 19:02 at 19:02

        Petkov, es ist der Anfang. Ich rede mit vielen Menschen und viele haben ihre Einstellung zur Politik geändert. Wer da glaubt es geht um Humanität irrt sich gewaltig, es geht nur um Macht. Ich habe gestern Abend viel gelesen von Politikern auf Twitter aber. Was da kam war mir sehr fremd… Ich habe viele Freunde und Kunden im Ausland und alle fragen sich was Frau Merkel da so tut? Ich kann da nur mit den Schultern zucken und sagen „Hey, ruf sie selber an!“. Vieles wird in den Medien verschwiegen, da es nur eine regionale Bedeutung hat. Aber die Menschen sind nicht dumm und lesen, bilden sich selbst ein Urteil über das was in Deutschland passiert.

        Nur ein Beispiel: wussten Sie, The State Department hat Amerikaner genau vor solch einen Anschlag gewarnt in Europa speziell in Deutschland. Gerade gestern Morgen noch.

        Was Sie mit dieser Information tun überlasse ich Ihnen.

        • Avatar

          Bademeister

          20. Dezember 2016 20:44 at 20:44

          @lossless: Das Problem derzeit ist nicht, was Frau Merkel tut, sondern was sie nicht tut….nicht tun kann.
          Da die deutsche und europäische Politik handlungsunfähig ist, ist es natürlich unmöglich, auf solch eine Aktion (Öffnung der Grenzen und anonymes Einreisen) eine angemessene Reaktion (geordneter Ablauf der Massenitegration) zu setzen.
          Oder bildlich geschrieben: Die europäische Politkultur ist ein Heer von Fussgängern, der die beinharte Realität in Form eines schnellen und schweren LKW´s gegenübersteht.
          ..es ist eher das Ende vom Anfang.

          • Avatar

            Lossless

            20. Dezember 2016 22:23 at 22:23

            @Bademeister Wir verstehen uns.

        • Avatar

          leser

          20. Dezember 2016 22:03 at 22:03

          „Nur ein Beispiel: wussten Sie, The State Department hat Amerikaner genau vor solch einen Anschlag gewarnt in Europa speziell in Deutschland. Gerade gestern Morgen noch.“

          Interessant, Link?

          • Avatar

            Bademeister

            20. Dezember 2016 22:41 at 22:41

            Die warnen doch vor alles und jedem, wenns nach denen ginge, hätten wir vor 5 Jahren schon die erste „schmutzige“ weil radioaktiv verseuchte Bombe haben sollen.
            Im Ausland/Übersee merkt man als Europäer erst so richtig, wie Europas derzeitige Probleme in Angst verpackt und verkauft werden.
            Die Amis zum Beispiel haben einen ganz anderen Zugang zu „Sicherheit“ oder „Angst“….die werden seit vielen Jahrzehnten vom Staat mit Feindbildern bearbeitet, und nach einigen Generationen seit Beginn des kalten Krieges hat dieser „Spirit“ das Land fest im Griff!
            Soll das jetzt bei uns auch so werden?
            …und das nicht erst seit dem Tag, an dem Mutti die Tür aufgemacht hat…sondern spätestens seit 9/11…..kalter (diffuse und verworrene Feindbilder) Krieg reloaded….durch die Globalisierung und Gleichschaltung der Medien jetzt endlich auch in ihrem Wohnzimmer…fussfrei zu geniessen.

  8. Avatar

    KSchubert

    20. Dezember 2016 17:39 at 17:39

    Gerade mit 25 Punkten aus der Longposition raus. Das sind nicht die Tage für große Gewinne…

  9. Avatar

    leser

    20. Dezember 2016 22:56 at 22:56

    Danke.
    21.11., also gefühlt gestern. Und wo steht da etwas von „speziell in Deutschland“? ;-)
    Die Bedrohungslage ist nun wirklich nicht neu, was es natürlich nicht besser macht.
    Den Opfern gilt mein Mitgefühl.

  10. Avatar

    Bademeister

    20. Dezember 2016 22:57 at 22:57

    Ach ja…und Mutti jetzt die kollektive Schuld in die Schuhe zu schieben ist schon sehr ungerecht.
    Die hat nämlich nur die Tür aufgemacht, nachdem die Amerikaner, Sovjets und vorher UK so garstig zum Rest der Welt waren.
    Dass Mutti jetzt nicht die ganze Welt retten kann, wird ihr schön langsam selber klar.
    Der Anfang war ja ganz nett und schön, auch das Ende vom Anfang ist noch irgendwie ok., aber es ist eben nur der Anfang eines grossen Ganzen.

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Gastronomie-Krise: Harte Fakten, weniger Insolvenzen, großes Problem

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Umgedrehtes Glas

Es ist kein Geheimnis. Die Gastronomie ist zusammen mit anderen Branchen wie Reisebüros, Airlines, Solo-Selbständigen uvm von der Coronakrise brutal getroffen worden, frontal und mit voller Wucht. Für den Zeitraum März bis August hat das Statistische Bundesamt heute harte Fakten für die Gastronomie geliefert. Der Umsatz der Branche lag im Vergleich zu März bis August 2019 um 40,5 Prozent tiefer. Man überlege sich das Mal. 40 Prozent weniger Umsatz in so einem großen Vergleichszeitraum. Das kann doch eigentlich kein Unternehmer überleben.

Hinzu kommt, was inzwischen auch kein Geheimnis mehr ist, dass die Insolvenzen in Deutschland in den letzten Monaten deutlich geringer ausfielen als im Vorjahr. Dies lag einerseits an Finanzhilfen des Staates und am Kurzarbeitergeld. Aber vor allem lag es an der großen staatlich genehmigten Insolvenzverschleppung. Bis vor Kurzem war die Insolvenzantragspflicht nämlich seit März ausgesetzt. Nun aber dürften ab Oktober und ab Januar die Insolvenzzahlen vermutlich deutlich ansteigen. Zitat von den Statistikern:

Von März bis Juli 2020 meldeten in dieser Branche 753 Unternehmen Insolvenz an – das waren 126 weniger als im Vorjahreszeitraum und 135 weniger als von März bis Juli 2018. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen zum 1. März 2020 ausgesetzt wurde, was über alle Wirtschaftszweige hinweg zu einem Rückgang der Insolvenzen führte. Im Juli 2020 beantragten bundesweit 146 Gastronomie-Unternehmen Insolvenz, das waren 16,1 % weniger als im Juli 2019. Dieser Rückgang entspricht der Gesamtentwicklung: Insgesamt wurden im Juli 2020 in Deutschland 16,7 % weniger Insolvenzen angemeldet als im Vorjahresmonat.

Grafik zeigt Umsätze in der Gastronomie in der Coronakrise

Unsere Meinung dazu: Die Charts zeigen eine spürbare Erholung in der Gastronomie. Der größte Teil des Tals ist für einige Bereiche der Branche demnach durchschritten. Selbst wenn man annehmen würde, dass von nun an die Umsätze in der Gastronomie wieder laufen wie früher, ist für die breite Öffentlichkeit unsichtbar ein Riesenproblem für die Branche entstanden. Oft wurden Bankkredite und Ladenmieten gestundet. Sie müssen nun zusätzlich zu den wieder aufgenommenen monatlichen Zahlungen nachgezahlt werden. Und im Zuge der Krise haben viele Unternehmer Kredite in aufgenommen. Das bedeutet: Selbst wenn die Umsätze wieder laufen sollten, wäre die monatliche Kostenbelastung für viele Betriebe deutlich höher als vor der Krise, und für viele Unternehmer ist das wohl dauerhaft nicht tragbar. Eine auf mehrere Quartale ausgedehnte Pleitewelle könnte folgen, und das nicht nur in der Gastronomie.

Weitere Details zu Umsatzrückgängen in der Gastronomie von den Statistikern im Wortlaut:

Innerhalb der Gastronomie besonders stark betroffen waren all jene Lokale, die ihr Geld mit dem Ausschank von Getränken verdienen: In dieser Sparte fiel der Umsatz von März bis August 2020 um 45,5 % geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Dagegen konnten Restaurants, Gaststätten und Imbisslokale offenbar mit Lieferdiensten und Ab-Haus-Verkäufen einen Teil des Gästeschwunds kompensieren: Hier lagen die Umsätze von März bis August 2020 um 29,3 % unter denen des Vorjahreszeitraums (Caterer: -42,1 %).

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Wie die Entwicklungsländer versuchen die Krise zu überleben

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Coronakrise sorgt in Entwicklungsländern für immense Probleme

Viele Schwellenländer standen bereits vor dem Ausbruch der Pandemie vor großen finanziellen Problemen. Einige von ihnen waren bereits unmittelbar vom Staatsbankrott bedroht. Wie gehen die Entwicklungsländer mit der Zusatzbelastung durch die Corona-Krise um, trotz bereits zum Teil überbordender Schuldenstände und weniger effizienter Staatsstrukturen und Sozialsysteme? Können sie die Krise finanziell überhaupt überleben oder lösen sie eine globale Pleitewelle bei Staaten aus?

Lage der Entwicklungsländer spitzt sich zu

Momentan schauen in Zeiten der Pandemie die westlichen Ökonomen vor allem auf die Entwicklungen vor der eigenen Haustür. Doch gerade das stark vom Export abhängige Deutschland sollte auch die Entwicklungen jenseits der Hauptabsatzmärkte Europa und USA im Auge behalten. Der Wachstumsbeitrag der Entwicklungsländer für die Weltwirtschaft betrug bislang immerhin drei Viertel des globalen Gesamtwachstums. Dieser Trend soll sich laut dem Analysehaus Ashmore und dem IWF auch in Zukunft fortsetzen (Daten aus 2019). Doch dazu müssen die Schwellenländer zunächst die Pandemie ökonomisch und gesellschaftlich überleben.

Grafik zeigt globalen Wachstumsbeitrag der Entwicklungsländer

Wuchsen die Ökonomien der als Schwellenländer eingestuften Staaten in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um 5,9 Prozent pro Jahr, so droht ihnen im Jahr 2020 die erste Rezession mit einer wirtschaftlichen Kontraktion in Höhe von durchschnittlich 3,3 Prozent. Davon geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner aktuellen Publikation „Emerging And Frontier Markets: Policy Tools In Times Of Financial Stress“ aus. Doch es könnte noch viel schlimmer kommen, wenn sich die Konjunkturlage im Zuge wirtschaftlicher Einschränkungen durch die Pandemie nochmals verschlechtert und bereits jetzt stark geschwächte Länder weitere Belastungen verkraften müssen.

Besonders Staaten wie Venezuela, Argentinien, Pakistan, die Türkei, Chile, Indien etc. haben jetzt schon massive wirtschaftliche Probleme bis hin zu Währungskrisen und der teilweisen Zahlungsunfähigkeit zu meistern. Am Anfang der Pandemie hatte eine beispiellose Kapitalflucht eingesetzt, bei der innerhalb kürzester Zeit über 100 Milliarden US-Dollar von internationalen Investoren aus Schwellenländern abgezogen wurden. Die Situation war von der Dimension her damit bereits im Frühling 2020 dramatischer als während der Weltfinanzkrise. Länder wie Argentinien, die Ukraine und Chile gerieten an den Rand des Staatsbankrotts. Und so könnte die sich mit der Pandemie weiter ausbreitende Rezession lediglich der Vorbote einer neuen Schwellenländerkrise sein.

Ein globales Problem

Die Budgets und logistischen Möglichkeiten zur Stützung der heimischen Wirtschaft, zur Gesundheitsversorgung und zur Aufrechterhaltung sozialer Mindeststandards sind im Gegensatz zu den entwickelten Volkswirtschaften in den Schwellenländern deutlich geringer ausgeprägt und damit anfälliger für Krisen. Selbst der Kollaps einzelner Entwicklungsländer ist nicht mehr auszuschließen (Failed States).

Wird diese Entwicklung zum Massenphänomen, bekommen auch die Industrieländer ernste Probleme. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle Kosten, die über die Anteile der Industriestaaten an der Weltbank und dem IWF in Form von Nothilfen oder Kreditstundungen gewährt werden, sondern auch um massive Migrationsbewegungen, die sich längst in Gang gesetzt haben und zu gesellschaftliche Spannungen führen können. So sind allein wegen der sich weiter zuspitzenden humanitären Katastrophe in Venezuela ca. 4,8 Millionen Menschen oder 15,6 Prozent der Gesamtbevölkerung seit 2016 aus dem Land geflohen. Diese Massenbewegung, auch bekannt als Bolivarian diaspora, wirkt sich auch auf die Aufnahmeländer belastend aus.

Dabei ist Venezuela alles andere als ein Einzelfall: Laut der UNO Flüchtlingshilfe waren noch nie so viele Menschen wie heute auf der Flucht vor Armut und bewaffneten Konflikten. Ende 2019 lag die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht waren, bei knapp 80 Millionen – mehr als ein Prozent der Weltbevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr waren das fast neun Millionen Menschen mehr. Seit 2010 hat sich die Zahl der Menschen auf der Flucht verdoppelt. Für das kommende Jahr wird mit einer deutlichen Intensivierung der globalen Fluchtbewegung in Folge steigender Armut gerechnet. Für die Entwicklungsländer und vor allem für ehemalige Kriegsgebiete wie Syrien bedeutet dies, dass für den Wiederaufbau und für die Erwirtschaftung von Wohlstand und Steuereinnahmen dringend benötigte Menschen dauerhaft verloren gehen.

Maßnahmen gegen den Kontrollverlust in den Entwicklungsländern

Der IWF und die Weltbank haben bereits im April Mittel mobilisiert, um die Corona-Folgen für die Entwicklungsländer abzufedern. Dadurch sind zunächst die akuten Zahlungsbilanzprobleme vieler ärmerer Länder abgemildert worden. Doch das war lange vor der zweiten Corona-Welle. Im Sommer war es durch Notkredite des IWF in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar, die in Rekordgeschwindigkeit ausgezahlt wurden, noch gelungen, den sofortigen finanziellen Kollaps der Entwicklungsländer abzuwenden.

Zusätzlich zu den Notfallmaßnahmen des IWF hatten die G20-Staaten ein Schuldenmoratorium für die ärmsten 43 Entwicklungsländer beschlossen. Laut Weltbank sorgt diese Maßnahme in den betroffenen Staaten für eine Entlastung beim Schuldendienst von 11,5 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr. Nun ist in Anbetracht der zweiten Corona-Welle bei den G-20-Staaten bereits eine Verlängerung des Schuldenmoratoriums bis Mitte 2021 im Gespräch. Doch auch das könnte nicht reichen, wenn die Pandemie und deren ökonomische Folgen den nach wie vor recht optimistischen Prognosen der IWF-Ökonomen folgen.

Geld spielt keine Rolle

Auch der am 27. Dezember 1945 gegründeten IWF war in seiner 75-jährigen Geschichte bisher noch nie mit einer derartigen Krise globalen Ausmaßes konfrontiert. Und so fordert die Direktorin dieser supranationalen Institution, Kristalina Georgieva, das Vermögen des Fonds von einer Billion Euro auf 2 Billionen Euro zu verdoppeln, da andernfalls im Zuge einer zweiten oder sogar dritten Corona-Welle dem Fonds die Mittel auszugehen drohen.

Doch woher kommt das Geld des Internationalen Währungsfonds (IWF)? Zum einen kann der IWF sogenannte Sonderziehungsrechte vergeben, die nichts anderes als Buchkredite der Institution an seine Mitglieder darstellen. Zum anderen kommt Geld (und Gold) über Quotenregelungen direkt von den Mitgliedsstaaten, die zu den Nettozahlern gehören, wie z B. Deutschland oder die USA. Diese Staaten müssen sich gleichwohl für die Zahlung dieser gigantischen Summen selbst zusätzlich verschulden. Da der private Kapitalmarkt diese Schuldenmassen zu für die Schuldner tragfähigen Zinsen nicht mehr schultern kann, springen die Notenbanken ein und drucken das Geld (digital).

Nichts anderes tun aktuell auch die Zentralbanken vieler Entwicklungsländer, um ihre Staaten flüssig zu halten. Da dies bei Staaten mit ohnehin schwachen Währungen gleichwohl gefährlich ist und schnell zu einem Kollaps des Außenwertes der Währung führen kann, müssen die Geldpolitiker der Schwellen- und Entwicklungsländer andere Wege zur Unterstützung der Wirtschaft und des Staates gehen.

Nahezu alle Zentralbanken senkten daher zunächst die Zinssätze. Die größten Notenbanken intervenierten an den Devisenmärkten, entweder mit eigenen Reserven oder mit Geldern des IWF bzw. US-Dollar-SWAP-Linien der US-Notenbank Fed. Etwa die Hälfte der Institute senkte die Mindestreserveanforderungen für Banken, um das Finanzsystem liquide zu halten und die Kreditbedingungen zu lockert. Rund 20 Zentralbanken der Entwicklungsländer haben zum ersten Mal überhaupt quantitative Lockerungen vorgenommen (Geldmengenausweitung), um Staats- und Privatschulden am Sekundärmarkt zu erwerben, die sonst keine Käufer mehr fanden.

Die Folgende Grafik zeigt sehr anschaulich, dass anders als in den Industrieländern mit vermeintlich starken Währungen die Notenbanken der Entwicklungsländer primär über qualitative Maßnahmen agierten. Aber nicht aus purer Vernunft, sondern weil ihnen schlicht und einfach das Privileg der momentan noch konsequenzlosen Gelddruckens in beliebiger Höhe verwehrt ist. Daher ist es nur fair, dass Staaten wie die USA oder Länder der Eurozone ihre Geldschöpfungsprivilege im Interesse der durch die Pandemie in Existenznöte geratenen Entwicklungsländer einsetzen.

Grafik zeigt Unterstützung der Notenbanken

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Bundesbank: Erholung der Industrie läuft, Dienstleistungen problematisch

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Deutschland Flagge

Die Bundesbank hat heute ihren Monatsbericht für Oktober veröffentlicht. Demnach verliert der wirtschaftliche Aufschwung deutlich an Schwung. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland dürfte im dritten Vierteljahr 2020 stark angestiegen sein. Gemessen am vierteljährlichen Bruttoinlandsprodukt könnte die deutsche Wirtschaft damit bereits etwas mehr als die Hälfte des drastischen Einbruchs im ersten Halbjahr wieder wettgemacht haben. Trotzdem dürften noch etwa 5 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau vom letzten Vierteljahr 2019 fehlen.

Aus heutiger Perspektive dürfte sich die wirtschaftliche Erholung im laufenden Vierteljahr zwar fortsetzen, dabei jedoch eine erheblich langsamere Gangart einlegen. Die Industrie ist gemäß der Bundesbank-Aussagen nicht das Problem, sondern der Bereich Dienstleistungen, der ja von erneuten Corona-Restriktionen direkt betroffen ist. Die deutsche Exportindustrie profitiert derweil zum Beispiel durch die wieder gut laufende Konjunktur in China. Hier die Bundesbank mit ihrer Headline-Aussage zur Industrie:

Dem Monatsbericht zufolge hat die Industrie nach dem besonders starken Einbruch im Frühjahr bis Juli bemerkenswert aufgeholt. Im August habe die Erholung zwar eine Verschnaufpause eingelegt, im Mittel der Monate Juli und August sei die Industrieproduktion dennoch gegenüber dem stark gedrückten Frühjahrsquartal kräftig angestiegen (+13,5 %). Gleichwohl verfehlte sie das Vorkrisenniveau aus dem vierten Quartal 2019 immer noch um gut ein Zehntel. Die Auftragseingänge hätten jedoch weiter zugenommen und beinahe wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

Und hier die Headline-Aussagen zum Dienstleistungssektor:

Während sich die Stimmung bei den Industrieunternehmen laut Umfrage des ifo Instituts etwas aufhellte, trübte sie sich bei den Dienstleistungsunternehmen im September zum ersten Mal seit dem Frühjahr wieder etwas ein, schreibt die Bundesbank. Insbesondere Branchen wie das Gastgewerbe dürften durch die zuletzt stark gestiegenen Infektionszahlen und die deshalb in einigen Regionen ausgeweiteten Eindämmungsmaßnahmen belastet werden. Die Fachleute gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Vierteljahr wohl nur noch vergleichsweise wenig steigen wird.

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