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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0



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9 Kommentare

  1. Jawoll, dieser Typ passt ganz genau in diese Welt. Viel Quatschen, wenig sagen und die Leute einlullen mit seinen rhetorischen Nebelkerzen. Heute so morgen so und garantiert fremdgesteuert. Der typische westdeutsche Schlaumeier, der uns die neue Welt erklären darf. Da haben wir in Mitteldeutschland eine ganze Menge davon „rüberbekommen“. Obwohl, mittlerweile produzieren wir hier solche Experten auch in unseren „Klugscheißeraquarien“. Hochgefährlich für die Freiheit und Souveränität der Völker. Ein Steuermann Richtung chinesische Verhältnisse weltweit. Einer von zuvielen. Das Video kann man sich sparen. Die Zeit dafür ist mit Straßekehren besser angelegt.

    1. @Zabbi, dann pass mal auf, dass nicht irgendwann du zum typisch mittelostdeutschen Schlaumeier mutierst. Geboren und geformt im völkischen Klugscheißeraquarium, das soviel weiß über Freiheit und Souveränität von Völkern. Kehr erst mal vor der eigenen Türe, bevor du mit Schmutz um dich schmeißt.

      1. Ganz genau, so ist es. Weil ich beide Systeme erlebt habe, kann ich behaupten zu wissen, von was ich rede.
        Zum Abschluß noch die Bemerkung: Für diesen Schwachsinn, der hier derzeit abläuft, sind wir ´89 nicht auf die Straße gegeangen.

        1. @Zabbi, viele Menschen, die ebenfalls beide Systeme erlebt haben, sehen die Dinge aber völlig anders. In der DDR geboren und aufgewachsen zu sein, ist kein Argument, um gleich als Großer Checker und Rufer für die Freiheit und Souveränität der Völker auf die Bühne treten zu dürfen. Millionen anderer Menschen sind ’89 nicht primär FÜR den Westen, sondern GEGEN das bestehende System der DDR auf die Straße gegangen.
          Was diese Menschen von dir unterscheidet: Sie haben das dämliche und primitive Ossi-Wessi-Denken als dämlich erkannt und sind deshalb in der Lage, neben den alten politischen Grenzen auch die eigenen inneren gedanklichen Barrieren zu überwinden. Es gibt keinen pauschal westdeutschen Schlaumeier-Archetypus, der in Richtung chinesische Verhältnisse steuert. Außer vielleicht in deinem nach maximaler Einfachheit strebendem Schubladendenken.

          1. @VAU WEH, es ist traurig, daß Sie persönlich werden müssen. Solche Leute wie ich, bringen Sie wohl komplett in Rage. Was haben Sie für ein Problem? Ist es die langsam aufsteigende Gewissheit, dass so einer wie ich, wohl Recht haben könnte? Stehen Sie etwa unter Stress, weil Sie Ihr Heile Weltbild nicht mehr so hoch halten können? Ist es Neid auf die Ossis, welche meiner Meinung nach endlich zu den Westdeutschen komplett aufschließen sollten. Oder haben Sie noch Commerzbankaktien im Depot? Ach ich will´s gar nicht wissen.
            Hier ein Tipp gratis, gucken Sie mal über den Tellerrand. Reisen Sie mal, wenn es wieder machbar ist, in andere Regionen, außer nach Hurghada, Antalya oder Ibiza. Reden Sie mal mit anderen Menschen und nicht nur mit denen, die Ihnen Ihre Drinks an den Pool bringen. Da werden Sie staunen, was die so über die BRD derzeit denken.
            Übrigends, die meisten Demonstranten (bei den späteren Demonstrationen), die ´89 auf die Straßen von Leipzig oder Halle gegangen sind, hatten ganz triviale Bedürfnisse und davon aber eine Menge. Kaum einer wusste was da eigentlich passiert oder wo es endet.
            Aber eines wollten alle damals mit Sicherheit nicht mehr, nämlich das eine FDJ- Sekretärin den StaatsKommunismus ausruft, Gesetze bricht und alle Blockflöten mitjodeln. Mit Sicherheit wussten alle Demonstranten, sowas geht in die Hose.
            Freundlichste Grüße aus der Schublade

    2. @Zabbi – Ich bin ganz Ihrer Meinung! Man kann nur darauf hoffen, dass die Zahl derer, die diese Gehirnwäscher als solche erkennen, weiter wächst. Und glücklicherweise wächst sie tatsächlich stetig.

  2. @zabbi stimme Dir zu, der Fratzscher ist ein Systemling der das spricht was die Regierenden hören wollen

  3. Zabbi, es waren Ungarn, die Grenzen geöffnet und Europa vereint haben. DDR-Bürger im Urlaub sind schnell durch Löcher im Zaun nach Österreich geflohen. In kritischer Phase war noch kein DDR Held auf der Straße. Als Käse lange gegessen und Gefahr vorbei war, kamen die tapferen Ostdeutschen in ihren Trabbi Autos. Jetzt haben wir in Ungarn den neuen Diktator und Zustand wie in alter Zeit. Und ihr schreit nach neuem deutschen Orbán. Das ist Schwachsinn was derzeit abläuft.

    1. MIKULIK MÁRIA, mag sein, dass Sie die Geschichte des Falls des Eisernen Vorhangs anders bewerten. Aus der DDR sind schon immer Menschen geflohen, welche sich mehr vom Leben erhofft haben. Ungarn war natürlich auch ein Land im Warschaer Pakt, welches Sonderrechte genoss und diesen Sargnagel des Ost-Paktes haben auch viele DDR-ler für eine Flucht genutzt. Sei´s drum, geb ich zu.
      Im übrigen haben Sie mich wohl einfach falsch verstanden, denn einen Diktator für Deutschland befürworte ich ja gerade nicht. Dieses ist das typische Framing der UltraLinken, welche aus einer Volkskultur und nationalem Gedankengut den Nazimist kreieren, mit dem man als Deutscher beschmissen wird.
      Ich würde sagen, wir warten mal die nächste Zeit ab und gucken was so in der Wirtschaft und Gesellschaft passiert. Vielleicht kommen Sie dann auch zu ganz anderen Erkenntnissen.

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