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Aktien

Marktbericht: Die große Stille vor der großen Action

Claudio Kummerfeld

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Ja, die große Action kommt am Donnerstag! Dann veröffentlicht die EZB nämlich, ob sie Zinsen senkt und/oder neue Anleihekäufe startet. Auch gibt es die Möglichkeit von Ankündigungen für folgende Termine. Auf jeden Fall erwartet der Markt eine Lockerung der Geldpolitik in Euroland.

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Johnson, Franken und Quartalszahlen

Am morgigen Dienstag wird Boris Johnson als neuer britischer Premier (höchstwahrscheinlich) das bestimmende Thema sein. Pfund vs USD dürfte sich wohl bewegen, aber auch FTSE100 und der Dax? Mal sehen, was Boris zu sagen hat, wenn seine Ernennung als Parteichef und Premier verkündet wird. Auch morgen und Mittwoch hagelt es Quartalszahlen, die dann mehr in den Fokus vor allem der US-Börsianer treten werden, bis am Donnerstag alle Welt nur noch auf die EZB schaut.

Aktuell kann man im Schweizer Franken gut sehen, dass man sich am Devisenmarkt auf die EZB-Sitzung schon mal vorbereitet. Der Franken wertet kräftig auf (EURCHF jetzt bei 1,10). Wir berichteten vorhin schon über diese charttechnisch dramatische Lage für die Schweizer Notenbanker. Werden Sie im Franken intervenieren, wenn die EZB den Euro am Donnerstag weiter in den Keller schickt? Am Markt wird schon gemunkelt.

Indizes

Dax und Dow befinden sich derzeit in einer Art luftleerem Raum vor der EZB-Entscheidung. Im folgenden Chart seit Freitag früh haben wir Dow und Dax übereinander gelegt. Aktuell sind die beiden zu ihren Tiefs von Freitag Abend zurückgekehrt. Die Aktienindizes könnten vor der EZB-Sitzung aufgrund der Quartalszahlen und der Johnson-Ernennung neue Impulse erhalten.

Sonstiges

Euro vs USD und Gold vs USD verharren seit Freitag in einer Seitwärtsphase, die eher eine Totenstarre ähnelt. Das Pfund hat sich als Vorbereitung auf die Johnson-Wahl in den letzten Tagen ziellos rauf und runter bewegt. Morgen solle mehr Klarheit in den Chart kommen, je nachdem wie Johnson sich nach der Wahl äußert.

Ach ja… da gab es heute kleine zarte Pflänzchen in Sachen Handelskrieg USA vs China. In der South China Morning Post war zu lesen, dass die Handelsgespräche aus chinesischer Sicht bald wieder aufgenommen werden könnten. Aber vorher müssten die USA alle eingeführten Zölle erst einmal abschaffen. Das klingt nicht sonderlich realistisch! Und unser deutscher Wirtschaftsminister Altmaier? Der wird doch wohl nicht einknicken vor all den US-Zöllen? Aktuell hört man von ihm jedenfalls die Idee, dass die EU die Autozölle auf US-Importe auf Null senken könne. Dann gäbe es nicht mehr den Vorwurf, dass amerikanische Autozölle niedriger seien als die der Europäer. Aber diese kleinen Scharmützel im Handelskrieg sind aktuell nicht primär wichtig. Im Fokus haben wir jetzt die Quartalszahlen, Boris Johnson, und dann am Donnerstag den MEGA-Tag (hier näher im Detail, was ansteht).

Morgen stehen unter anderem Texas Instruments und Snapchat auf dem Plan mit ihren Quartalszahlen, bevor es Mittwoch richtig los geht.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    sabine

    23. Juli 2019 11:40 at 11:40

    „Lockerung der Geldpolitik“ klingt ja nett.
    Das heißt im Klartext,
    – kurbelt die Inflation an, die Preise steigen
    – die EZB macht das Geld billiger, also wertloser
    – die Negativzinsen brauchen Bargeldverbot – das also dann auch.
    Das klingt dann nicht mehr nett. Der IWF arbeitet schon mit Hochdruck an der Umsetzung der lockeren Geldpolitik!

    https://www.epochtimes.de/meinung/gastkommentar/norbert-haering-der-internationale-waehrungsfonds-iwf-will-dem-bargeld-trickreich-an-den-kragen-a2949954.html

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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