Gas

Vorbereitung auf das Worst Case Szenario Mercedes legt wegen drohender Gasrationierung Teilevorräte an

Mercedes bereitet sich auf das Worst Case Szenario vor. Für den Fall einer Gasrationierung legt man Teilevorräte an.

Gasspeicher in Rehden

Steht eine Gasrationierung in Deutschland an? Alles nur Panikmache von all zu ängstlichen Menschen? Die Gaslager in Deutschland sind zwar bereits zu über 90 Prozent gefüllt. Aber wie Bundesnetzagentur-Chef Dirk Müller selbst sagt, reichen die bei ungünstigen Konstellationen nur für 2,5 Monate. Was, wenn der Winter lang und kalt wird, wenn Nachbarn in Europa unsere Solidarität einfordern? Im Notfall müssten große Verbraucher eine Gasrationierung hinnehmen. Nun sieht man, wie sich mit Mercedes ein großer Autokonzern auf so eine Szenario vorbereitet.

Mercedes bereitet sich auf Gasrationierung vor

Die Mercedes-Benz AG bereitet sich auf das Szenario vor, dass in Deutschland drastische Gasrationierungen eingeführt werden. Um in diesem Fall die Produktion mehrere Wochen aufrechterhalten zu können, lagert der Konzern Teile ein, für deren Herstellung Gas benötigt wird. In Mercedes’ Gießereien in Untertürkheim werden Zusatzmengen an Komponenten hergestellt, die in Achsen und Getrieben verwendet werden, um die Lagerbestände in den Werken in den USA und China aufzustocken. So könne die Autoproduktionen in Alabama und Peking auch dann weiterlaufen, wenn die Erdgasversorgung in Deutschland ausfällt, wie Mercedes-Benz-Produktionschef Jörg Burzer erklärte. “Man weiß nicht genau, was auf einen zukommt. Es hängt von den Temperaturen im Winter ab”, so sagt es Burzer Bloomberg in einem Interview. “Wir haben unsere Lagerhaltung in Richtung China und in Richtung USA aufgestockt.”

Die deutschen Hersteller bereiten sich laut Bloomberg mit Hochdruck auf mögliche Gasrationierungen vor, da die Bundesregierung in einer Mangellage zuerst die Versorgung der Haushalte und kritische Industrien schützen wird. Seit Russland als Reaktion auf die vom Ukraine-Krieg ausgelösten Sanktionen die Gaslieferungen faktisch gestoppt hat, bemüht sich Europas industrielles Kernland verstärkt darum, die Gasspeicher zu füllen und vor dem Winter alternative Lieferquellen zu finden.

Die Befürchtungen, dass es zu gravierenden Rationierungen kommen könnte, haben in den letzten Tagen abgenommen, nachdem die Gasspeicher in Deutschland diese Woche auf über 90% angewachsen sind. Abgesehen vom Versorgungsrisiko sieht sich die Industrie jedoch mit einem Anstieg der Inputkosten konfrontiert, der durch die gravierenden Energiepreiserhöhungen verursacht wird. Die Erzeugerpreise stiegen angesichts dessen im August um beispiellose 45,8 %, was große Sorgen um die künftige Wettbewerbsfähigkeit auslöste.

Burzer sagte auch Mercedes habe seinen Gasverbrauch bereits um 10% gesenkt und könne den Konsum im Bedarfsfall sogar halbieren. In einer kritischen Situation müsse das Unternehmen etwa 10% seines üblichen Gasbedarfs aufrechterhalten, um normal arbeiten zu können. “In einer Notsituation, in der das Gas knapp wird, können wir auf andere fossile Energieträger ausweichen. Das ist vorbereitet und einsatzbereit”, so Burzer. “Wir sind ziemlich sicher, dass wir nicht in eine Situation kommen werden, in der wir 0% unserer üblichen Gasversorgung haben.”

Die 25-köpfige Energiekrisen-Taskforce des Unternehmens hat auch daran gearbeitet in Deutschland ansässige Zulieferer zu ermitteln, die in einem Szenario mit Gasrationierung gefährdet wären. Mit ihnen spricht sie über die Verlagerung der Produktion an Standorte außerhalb Deutschlands. “Süd- und Südwesteuropa ist in Bezug auf das Gasversorgungsrisiko etwas anders gelagert. Wenn es für unsere Zulieferer Möglichkeiten gibt, die Produktion zu verlagern, sprechen wir mit ihnen”, so Burzer. “Es geht um alles, was Gas braucht: Kunststoffe, Glas, Gießereien.”

FMW-Kommentar: Für Mercedes ist offenbar ganz klar, dass man im Fall einer Gasrationierung zu den Verbrauchern gehört, die von einer reduzierten oder komplett abgeschalteten Versorgung mit Gas betroffen sein könnten. Also wird jetzt schon mal für dieses Szenario auf Halde produziert, damit man im Worst Case-Szenario auch mit weniger Gas in der Produktion zurechtkommen kann.

FMW/Bloomberg



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10 Kommentare

  1. Sehr interessant das Dirk Müller jetzt Chef der Bundesnetzagentur ist :-)) Ist ja nicht schlimm, wenigstens mal etwas Humor.

  2. Ja, haben wir auch schon vor etwa einem Jahr für unseren alten Diesel.
    Einen Satz Reifen, 2 Ölfilter, 2 Luftfilter, 2 Satz Keilriemen, 20 Liter Motoröl, einen Zahnriemen,
    und 3.000 Liter Diesel seit etwa 3 Jahren.
    Benötigen werden wir es mit Sicherheit, auch wenn das Zeug nicht knapp wird.
    Ist bis heute aber schon richtig teuer geworden.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Lange hat man den schlauen Amdalusien Fuchs belächelt und jetzt sind sogar grosse Firmen seine Nachahmer. Wenn jetzt viele Deutsche und deutsche Firmen auch noch nach Spanien auswandern haben die wenigen Bleibenden eine heile Grüne Welt.Die Südschiene der EU müsste dann einfach einen neuen Sponsor suchen der auch noch das deutsche Biotop finanziert.

    1. @Wandervogel

      „Wenn viele Deutsche nach Spanien auswandern“
      Statt Feria und Flamenco, Wies‘n und Musikantenstadel. Welch ein Albtraum!

    2. Nein,die vielen Auswanderer werden durch Migranten überkompensiert, die bereits an die zu erwartende Klimaerwärmung adaptiert sind.

    3. Viele Russen, vor allem höher qualifizierte, wären ebenfalls froh, hätten sie auf den andalusischen Fuchs gehört. Nun müssen sie mehrere tausend Euro, also zig- bis hundetausende von Euro umgerechnet auf spanische Atomkraftwerke und LNG-Terminals pro Einwohner, bezahlen, um One-Way in irgendwelche Regionen auszureisen, wohin normalerweise niemand freiwillig einen Fuß setzen würde.

      Hätte nur ganz Europa bis zum Ural auf den Fuchs gehört, sein ganzes Vermögen steuerfrei in die Schweiz geschafft und sich in Andalusien eine goldene und problemfreie Existenz gesichert.

  4. @ Helmut, der alte Diesel ist fast ein Perpetum Mobile, er hat keine Zündkerzen und braucht keinen Strom, die ausgestossenenen Russpartikel können zu Kohlebrikets gepresst und nochmals verfeuert werden.Noch ein Vorteil, wenn alles den Bach runter geht, läuft er auch mit billigem Heizöl.
    Gruss ins Paradies

  5. Hallo Diesel Fritz,
    vor allen Dingen benötigt unser alter Diesel keinen Strom. Und das mit dem Heizöl ist in Spanien gar nicht so selten. Denn Baumaschinen, oder stationäre Maschinen, die keine Straßenzulassung haben, dürfen mit Diesel B gefahren/betrieben werden. Also mit unversteuertem Diesel, zum Preis von Heizöl.
    Ich möchte nicht wissen, wieviel PKW in Spanien auch mit unversteuertem Diesel fahren.
    In nun 22 Jahren habe ich hier nicht eine Diesel-Kontrolle gesehen.
    Dazu kommt noch, dass ich mit der blauen Parkkarte für Behinderte, in alle Zonen fahren darf, die sogar für Elektroautos zeitweise gesperrt sind.
    Jetzt etwa den doppelten Preis für ein Elektroauto ausgeben, dass von uns nur etwa 5 bis 6.000 km im Jahr gefahren wird, würde ja auch wohl die Umwelt mehr belasten, als wenn wir unseren Diesel noch einige Jahre weiterfahren.
    Und ich denke, dass Strom in der nächsten Zeit auch für den Endverbraucher so teuer wird, dass es preisgünstiger ist mit einem Verbrenner zu fahren.
    Jetzt ist unser Diesel fasst 19 Jahre alt. Hätten wir das mit der Lebenserwartung einer Batterie geschafft? Was kostet so eine neue Batterie mit Einbau?

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  6. Hallo Diesel Fritz,
    das hatte ich noch vergessen.
    Zur Notstromversorgung haben wir einen 4 KW Diesel. 4 KW mussten es schon sein, denn unsere Tiefbrunnenpumpe hat schon etwa 2,5 KW. Aber dafür haben wir auch unbegrenzt „Wasser aus der Steckdose“. Unsere automatisch umschaltende Notstromversorgung speichert etwa 8 KW in Batterien. Damit werden alle wichtigen Geräte automatisch versorgt, wenn mal der Strom ausfällt.
    Sobald wieder Strom da ist, oder der Generator läuft, werden die Batterie wieder mit etwa 100 Ah geladen. Damit ist der Generator am Limit.
    Diesen Generator können wir natürlich ganz legal mit dem billigen Diesel betreiben.
    Daher bevorzugen wir die Einlagerung von Diesel A+B, denn zur Stromerzeugung kommen wir bei 1,5 Liter unversteuertem Diesel pro Stunde für den Generator schon fasst in den Bereich, wo die Erzeugung von Strom mit dem Generator preiswerter ist, als die Preise, die in Deutschland demnächst für den Strom aus der Steckdose bezahlt werden müssen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  7. @Helmut, noch ein Beitrag zu den subventionierten E- Autos in De.( googeln blackout- news de)Du musst dich nicht schämen mit deinem Spardiesel, Viele Pseudogrüne kaufen die Stromer nur wegen den staatlichen Vergünstigungen. Es ist wie bei den Wärmepumpen, die Steuerzahler inkl. Unterschicht bezahlen für die Privilegierten. Wie sähe die Rechnung aus wenn die E- Autos auch noch die Strassenbenützung bezahlen müssten.Ich sagte schon immer, Batterien gehören stationär betrieben und nicht als grosser Ballast in Fahrzeuge.Du bist wirklich ein Vorzeige Energiekonsument, irgendwann wird dir DER BERLINER GRÜNSPAN PREIS verliehen werden.
    P.S. Noch ein zusätzlicher Spartip. Der Diesel läuft auch mit g3brauchtem Pommes Frites Öl.

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