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"Viel schlimmer als das, was die meisten Investoren erwarten" Michael Wilson über Aktien: Schlimmer als in der Finanzkrise?

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Nach den niedriger als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten schien der Weg frei für eine Jahresendrally amerikanischer Aktien – aber die US-Notenbank Fed und die EZB machten der Rally einen Strich durch die Rechnung: nun droht auch durch die Zinsanhebungen eine Rezession, die laut Morgan Stanley-Analyst Michael Wilson zu einem ähnlichen Rückgang der Unternehmensgewinne wie in der Finanzkrise führen dürfte.

Dabei leiden Aktien doppelt: die Aussicht auf eine Rezession schmälert Umsatz und Gewinn der Firmen, gleichzeitig wird Geld teurer, werden auch die in den letzten Jahren stetig gewachsenen Schulden der Unternehmen immer teurer.

US-Aktien: Michael Wilson erwartet Gewinnrückgang wie in Finanzkrise

Den US-Aktien steht das schlechteste Jahr seit der globalen Finanzkrise bevor, und nach Ansicht des Morgan Stanley-Strategen Michael Wilson droht den Unternehmensgewinnen das gleiche Schicksal – wie Bloomberg nun berichtet.

Eine sich abzeichnende Rezession bei den Gewinnen „könnte an sich ähnlich verlaufen wie 2008/2009“, so Wilson. Dies könnte ein neues Börsentief auslösen, das „viel schlimmer ist als das, was die meisten Investoren erwarten“, schrieb er in einer Notiz.

„Unser Rat: Gehen Sie nicht davon aus, dass der Markt diese Art von Ergebnis einpreist, bis es tatsächlich eintritt“, so Michael Wilson.

Der Stratege – ein eingefleischter Aktien-Bär, der den diesjährigen Einbruch vorausgesagt hat – sagte, dass die Inflation zwar von ihren historischen Höchstständen zurückgegangen sei, die jüngsten Anzeichen einer Abschwächung der US-Wirtschaft jedoch besorgniserregend seien.

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Weiterer Abwärtstrend: Michael Wilson von Morgan Stanley sieht Ertragsrisiken, die den Rückgang der Aktienmärkte im Jahr 2023 vorantreiben

Das Team von Morgan Stanley neigt nun zu seiner Bärenprognose für Gewinne von 180 Dollar pro Aktie im Jahr 2023, verglichen mit den Erwartungen der Analysten von 231 Dollar. Dies – in Verbindung mit der Tatsache, dass die aktuelle Risikoprämie für Aktien niedriger ist als im August 2008, obwohl die Bewertungen höher sind – könnte den S&P 500 im nächsten Jahr auf bis zu 3.000 Punkte sinken lassen, so Wilson, was einen Rückgang von 22% gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag bedeuten würde.

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Allerdings sieht Michael Wilson keine systemischen Finanzrisiken oder Anzeichen für eine Notlage auf dem Immobilienmarkt und rechnet daher nicht mit einem 50-prozentigen Rückgang der Aktienkurse wie im Jahr 2008.

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Abwärtstrend intakt:US-Aktien konnten die Trendlinie nicht überwinden, die frühere Bärenrallys begrenzt hatte

Die seit zwei Monaten andauernde Erholung der US-Aktienmärkte ist im Sande verlaufen, so dass der S&P 500 weiterhin auf dem besten Weg ist, seinen größten Jahresrückgang seit 2008 zu verzeichnen, nachdem die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank ihre hawkishen Signale bekräftigt hatten.

Den US-Aktien ist es in der vergangenen Woche nicht gelungen, einen seit Jahresbeginn bestehenden technischen Abwärtstrend zu überwinden, der die letzten drei Bärenmarkt-Rallys beendet hat. Die Strategen von Goldman Sachs Group Inc. haben ebenfalls vor den Risiken für die Gewinnspannen im nächsten Jahr gewarnt, da die Inflation hoch bleibt.

Bei den Sektoren hat Michael Wilson eine Übergewichtung in den Bereichen Gesundheitswesen, Grundnahrungsmittel und Versorger und eine Untergewichtung in diskretionären und technischen Hardware-Aktien.

FMW/Bloomberg



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