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Nach EZB-Haircut: Griechenlands Banken haben kaum noch Zugang zu Notkrediten

Von Markus Fugmann

Nach dem gestern beschlossenen Haircut auf die Sicherheiten griechischer Banken, die sie bei der Zentralbank Griechenlands hinterlegen, um die Notkredite (ELA) der EZB in Anspruch nehmen zu können, reduziert sich das Volumen der für griechische Banken abrufbaren Liquidität um zwei Drittel, wie „Kathimerini“ unter Berufung auf griechische Bank-Kreise berichtet:

„The haircut increase reduces the last cash banks can draw from the emergency liquidity assistance (ELA) by two-thirds, running the risk of finding themselves unable to complete any transactions and thus be deemed insolvent (..).
Banks estimate that after Monday’s decision the ceiling on the cash available for them to withdraw has dropped from 18 billion euros before the haircut increase to just 5 billion. A similar increase at Wednesday’s ECB meeting would mean that Greek banks would be unable to cover the liquidity they have already drawn with new collateral.“

Gestern hatte die EZB in einer Pressmitteilung formuliert:

„The financial situation of the Hellenic Republic has an impact on Greek banks since the collateral they use in ELA relies to a significant extent on government-linked assets. In this context, the Governing Council decided today to adjust the haircuts on collateral accepted by the Bank of Greece for ELA.“

Da griechische Banken als Sicherheit für neue Kredite Staatsanleihen des Landes hinterlegt haben, diese aber der EZB nach dem Referendum vom Sonntag der EZB offenkundig noch weniger sicher als zuvor gelten, müssen die Banken also faktisch mehr griechische Staatsanleihen hinterlegen, um die gleiche Summe zu erhalten. Ist Griechenland – was ja zweifelsfrei der Fall ist – faktisch pleite, würde man also mehr wertlose Papiere bei der EZB hinterlegen, wsa aber nur die Quantität, nicht aber die Qualität der hinterlegten Sicherheiten ändert.

Mit anderen Worten: ob man 100, 1000 oder 100.000 faktisch wertlose Papiere als Sicherheit hinterlegt: in der Summe bleiben die Sicherheiten wertlos. Insofern ist der Schritt der EZB nicht wirklich logisch! Offenkundig aber will die EZB den Druck auf Athen noch einmal erhöhen, indem sie den Banken Griechenlands die Daumenschrauben anzieht..



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