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Aktien

Nordex – Warum die Aktie jetzt keinen Kauf wert ist!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Robert Schröder, www.Elliott-Waves.com

Es hätte so schön sein können. Einfach einen Stop Buy bei 17 EUR an den 2014er Hochs setzen und ab dann auf einen Ausbruch Richtung 20 EUR und höher spekulieren. Warum Nordex mit dem heutigen Tag genau diese Chance aber verspielt hat und neue Hochs nur bedingt als Kaufsignal taugen, lesen Sie in der folgenden charttechnischen Analyse!

Nordex SE – ISIN: DE000A0D6554 – Börse: XETRA – Symbol: NDX1 – Währung: EUR

Kurz ein paar Worte zur Kurshistorie: Beginnend ab 2,57 EUR im Oktober 2012 zeigte Nordex uns einen klassischen 5-teiligen Aufwärtsimpuls, der im Juni 2014 mit genau 17 EUR beendet. Ab dort sahen wir einen relativ schnellen Abriss auf unter 11 EUR.

Auf den ersten Blick könnte das schon die angemessene und komplette Korrektur sein, die den 561%-igen Anstieg korrigiert. Preislich kommt das auch hin. Doch zeitlich war diese Korrektur mit nur 23,6 % Ausdehnung im Verhältnis zum Aufwärtsimpuls meiner Ansicht nach deutlich zu kurz. Das Tief bei 10,68 EUR im Oktober 2014 kann damit kaum ein belastbares Tief sein, von dem aus Nordex eine stabile und nachhaltige neue Trendbewegung begonnen hat. Da helfen auch die neuen Hochs jenseits der 17 EUR und knapp über der 18 EUR nichts, die in diesen Tagen erreicht wurden.

Nordex-d-090215

Vor diesem Hintergrund werte ich den Test der 18 EUR als klassischen Fehlausbruch im Rahmen einer leicht überschießenden Welle B. Um es einfach auszudrücken: Die Korrektur seit Juni 2014 läuft noch immer und ist noch nicht ausgestanden, sondern läuft weiter!

Was jetzt sehr wahrscheinlich kommen wird, ist ein zweiter Abriss in Gestalt der Welle C, der Nordex in den nächsten Wochen einen kräftigen Dämpfer verpassen wird. Sofern diese noch fehlende Welle C in etwa genau so lang wird wie Welle A, landen wir bei gut 12 EUR.

Nordex Aktionären wird das naturgemäß nicht gefallen. Doch als neuraler Beobachter lässt der Chart für mich heute keine anderen Schlüsse zu. Wenn es ganz hart kommt, könnte auch die 10 EUR Marke noch einmal angekratzt werden. Kann, muss aber nicht.

Ein Gutes hat der zweite Einbruch dann aber. Zum einen haben wir dann ein zweites Korrekturstandbein und zum anderen passt dann die zeitliche Komponente mit dann ca. 61,8 % auch sehr viel besser ins Bild!

Fazit: Nordex ist für mich mit den neuen Hochs bzw. dem höchsten Stand seit Oktober 2008 (noch) kein Kauf. Erst nach einem zweiten Korrekturstandbein im Bereich der 12/10 EUR ist die Aktie wohl reif für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung in den mittleren 20 EUR Bereich. Bis dahin also Finger weg und (Welle C) abwarten!

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Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier derzeit nicht investiert.

Viele Grüße,

Ihr Robert Schröder

www.Elliott-Waves.com

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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