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Öl: Die Verschuldung der großen Player explodiert

Einst mussten sich die großen Ölkonzerne für ihre immensen Gewinne rechtfertigen – jetzt explodiert die Verschuldung, während gleichzeitig mehr Dividenden ausgezahlt als Netto-Einnahmen generiert werden..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Am Ölmarkt gibt es vier große Player: BP, Exxon, Chevron und Shell. Sie verdienten einst so viel Geld, dass sich die Konzerne vor dem US-Kongreß für ihre immensen Gewinne rechtfertigen mussten. Aber diese Zeiten sind vorbei! Inzwischen ist es nach dem herben Fall des Ölpreises so, dass die vier großen Player mehr an Dididende auszahlen als sie Gewinne verbuchen. Kann das so weiter gehen?

Norwegen-Statoil-Bohrinsel
Bohrinsel vor Norwegen. Foto: Jarvin Jarle Vines / Wikipedia / Gemeinfrei

Unwahrscheinlich – ausser der Ölpreis steigt massiv an, was derzeit nicht so wirklich wahrscheinlich scheint: Goldman Sachs, bekannt dafür, das Werk Gottes auf Erden zu tun, geht von einem Ölpreis zwischen 45 und 50 Dollar für das nächste Jahr aus (also hat Gott offensichtlich sich für einen Seitwärtsmarkt auf niedrigem Niveau für die nächste Zeit entschieden..).

Drängender aber scheint ein anderes Problem: die großen Vier der Branche sind massiv verschuldet, wobei die Verschuldung in letzter Zeit geradezu explodiert ist! Seit 2014, als der Ölpreis seine Talfahrt begann, hat sich der Schuldenstand der „big four“ mehr als verdoppelt, insgesamt auf jetzt 184 Milliarden Dollar. Meist läuft die Neuverschuldung über die Emission von Unternehmensanleihen, die derzeit ja bekanntlich von Investoren stark nachgefragt werden auf der Jagd nach noch ein bißchen Rendite.

Und wer so stark verschuldet ist und so viel Dividenden auszahlt, hat ein Problem: er kann nicht viel investieren. Nicht zuletzt deshalb haben die Konzerne ihre Investitionen so stark heruntergefahren in den letzten Monaten. Man verzichtet also auf Zukunftsfähigkeit, weil man Schulden irgendwann ja auch zurückzahlen muß.

Vor allem aber, weil man auch offendkundig weiter die Dividenden zahlen will, um die verehrten Anteilseigner nicht zu verschrecken. So zahlten die großen Vier im letzten Jahr mehr als 100% ihres Gewinns an Dividende aus, Tendenz in diesem Jahr steigend. Etwa bei Exxon, das zwischen April und Juni 3,1 Milliarden an Dividenden bezahlt hat, aber nur 1,7 Milliarden an Nettoeinnnahmen hatte. Nun mehren sich die Stimmen seitens der Analysten, dass die Konzerne um Kürzungen der Dividenden nicht herumkommen werden.

Steigt die Verschuldung, das Vermögen der Firmen aber nicht, hat das negative Auswirkungen auf die sogenannte debt-to-equity ratio: diese steigt steil an. So hat Shell derzeit eine debt-to-equity ratio von 28% – 2012 waren es nur 12%. BP liegt bei 25%, Chevron bei 20%. Besonders bei Exxon ist der Anstieg rasant: 2012 war es 1,2%, derzeit sind es 18%.

Aufgrund dieser schlechter werdenden Konstellation werden nun auch die Ratingagenturen nervös – S&P stufte daher vor zwei Monaten Exxon ab und entzog dem Unternehmen erstmals seit 1930 das Triple-A-Rating.

So oder so: wenn der Ölpreis nicht bald nachhaltig steigt, werden die großen Vier sehr viel ändern müssen. Ihre Zukunftsfähigkeit leidet jetzt schon drastisch..

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