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Ölpreis-Absturz geht weiter: Die aktuellsten Gründe und ein Ausblick

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Der Ölpreis kollabiert weiter. Gestern hatten wir vor dem nächsten großen Absturz schon gewarnt, und so kam es denn auch (schlecht verstecktes Eigenlob). Um 16:30 Uhr deutscher Zeit brachte die US-Energiebehörde ihre wöchentlich vermeldten Lagerbestände für Rohöl. Bei einer Erwartung von minimalen Rückgängen in den Lagern wurde es ein Zuwachs von 6,8 Millionen Barrels. Was für ein Desaster für die Öl-Bullen am Terminmarkt.

Öl-Lagerbestände USA seit 2015

Öl-Lager in den USA werden voller

Der Chart der Lagerbestände reicht zurück ins Jahr 2015. Man sieht in den letzten Wochen den deutlichen Anstieg der Lager von 440 auf jetzt 483,3 Millionen Barrels. Je höher die Lagerbestände, desto mehr Angebotsmenge ist offensichtlich auf dem Markt, die keinen Abnehmer findet, und daher eingelagert werden muss. Das ist natürlich negativ für den Ölpreis-Verlauf. Auch die US-Fördermenge steigt im Wochenvergleich weiter an auf 12,4 von vorher 12,3 Millionen Barrels pro Tag. Das drückt auch auf den Preis!

Und so fiel der WTI-Ölpreis gestern ab 16:30 Uhr innerhalb von 90 Minuten um mehr als 2 Dollar auf 50,58 Dollar im Tief. Letzte Woche geschah genau das selbe (zwei Pfeile im folgenden Chart). Nach den Lagerdaten kam der kräftige Absacker. Mit aktuell 51,84 Dollar konnte sich der Ölpreis über Nacht wieder etwas erholten, aber er notiert immer noch gut 1 Dollar unter dem Niveau von gestern kurz vor der Lager-Veröffentlichung. Und er notiert weiterhin unter der Marke von 52,11 Dollar, dem wichtigen Tief von letztem Freitag. Damit ist der Weg für tiefere Kurse offen, zumindest aus charttechnischer Sicht.

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Ölpreis WTI auf kurze Sicht

Ölpreis-Entwicklung Vorschau charttechnisch und fundamental

Es gab diese Woche auch Presseorgane, die auf die stützenden Aussagen der Saudis vom Montag hinwiesen („wir tun alles um den Markt zu stabilisieren“). Deshalb sei der Ölpreis Montag und Dienstag nicht weiter gefallen. Dazu meinen wir: Man schaue am besten nochmal in den Chart vom Montag. WTI-Öl stieg nach den Saudi-Aussagen um 50 Cent an, um kurz darauf wieder 50 Cent zu fallen. Die Saudi-Aussagen interessieren den Terminmarkt zumindest letzte und diese Woche nicht. Handelskrieg, US-Zinsen und vor allem die Lager sind im Augenblick zumindest (!) wichtiger für die Trader.

Natürlich könnte man abgesehen von der kurzfristigen Charttechnik auch fragen, ob bei Betrachtung des Gesamtbildes der Ölpreis nicht langsam mal genug gefallen ist. Verbleiben tut zum einen die Unterstützung bei 50 Dollar (eine psychologisch runde Summe). Der in den USA hoch angesehene Öl-Experte John Kilduff erwähnte jüngst bei CNBC nach den aktuellen Lagerdaten, wie wichtig die 50 Dollar-Marke als Support ist. Denn vorher sei es für den Markt sehr schwer gewesen sie nach oben zu durchbrechen. Und vor allem das Tief bei 43 Dollar aus Dezember 2018 ist ein gigantisch großer Widerstand, so meinen wir. Von 66 auf 52 Dollar ist WTI gefallen, und das in nur sechs Wochen. Das müsste doch eigentlich reichen als „große“ Verschnaufpause im Ölpreis? Im größeren Gesamtbild, welches auch die Fundamentaldaten einschließt, wollen wir auch immer die OPEC mit ihren Mengenkürzungen im Auge behalten, welche vermutlich für den Rest des Jahres verlängert werden.

Und die Sanktionen der USA gegen Venezuela und Iran bleiben ja auch bestehen. Diese Faktoren könnten (nicht müssen) in den kommenden Wochen wieder an Wichtigkeit gewinnen. Also wie gesagt. Charttechisch ist der Weg frei für einen tieferen Ölpreis. Fundamental könnten auf mittlere Sicht höhere Kurse gerechtfertigt sein. Wie immer unser Hinweis: Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bilden Sie sich bitte ihre eigene Meinung!

Ölpreis WTI seit September 2018
Der WTI-Ölpreis seit September 2018.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gixxer

    7. Juni 2019 12:41 at 12:41

    „Charttechisch ist der Weg frei für einen tieferen Ölpreis. Fundamental könnten auf mittlere Sicht höhere Kurse gerechtfertigt sein.“
    Sehe das ähnlich: auf kurze Sicht (ein paar Tage) sollten höhere Kurse drin sein. Auf Sicht von zwei, drei Wochen würde ich aber sogar mit Kursen von unter 50$ rechnen.

  2. Avatar

    Prognosti

    7. Juni 2019 14:28 at 14:28

    Trump wollte einen tieferen Ölpreis, Trump wollte tiefere Zinsen, dank der Zölle die die Wirtschaft abwürgen bekommt der GröPaz alles was er will. Die Rechnung wird später präsentiert.

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Aktienmärkte: Wall Street immer noch viel zu teuer! Marktgeflüster (Video)

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Die Aktienmärkte nach drei Handelstagen mit Gewinnen heute wieder im Rückwärtsgang – in den USA war schon wieder die Rede von einem neuen Bullenmarkt, nachdem der Dow Jones vom Corona-Tief um 21% gestiegen war (nach einem vorherigen Abverkauf von 37%). Aber gerade die Wall Street-Aktien sind für das, was der shutdown wegen des Coronavirus bedeutet, nach wie vor deutlich zu teuer: so ist derzeit lediglich ein Rückgang des Gewinns pro Aktie im S&P 500 von lediglich 15% eingepreist für das zweite Quartal. Da aber die Folgewirkungen des shutdowns deutlich größer ausfallen dürften, sind die Aktienmärkte der USA nach wie vor zu teuer (der Dax dagegen ist viel günstiger und handelte bereits in der Nähe seines Buchwerts)…

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Achtung vor der zweiten Abwärtswelle am Aktienmarkt!

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Manuel Koch bespricht im folgenden Video die wirtschaftlichen Aussichten in Folge des Coronavirus. Die Regierungen stützen die Volkswirtschaften mit jeder Menge neue Schulden. Was bedeutet das für die Märkte? Im Interview bezieht der Profi Andre´ Stagge klar Position. Die aktuelle Erholung an den Aktienmärkten sei keine Bodenbildung. Die Kurse seien deutlich schneller gefallen als in den vorigen großen Börsenabstürzen. Daher sei es jetzt völlig normal, dass die Kurse erstmal etwas nach oben laufen. Im Sommer gehe da noch was auf der Abwärtsseite. Wer die nächsten Monate in Aktien investiere, werde keine Gewinne erzielen. Den April solle man eher nutzen um Aktienbestände abzubauen. Ab Ende des Jahres könne man überlegen günstiger in den Aktienmarkt einzusteigen.

Der Rentenmarkt wird von Andre´ Stagge sehr kritisch betrachtet. Man müsse die Haftungsfrage stellen bei den gigantischen Aufkäufen der Schulden durch die EZB. Die Anleihemärkte würden signalisieren, dass noch eine zweite Abwärtswelle bei Aktien anstehe! Liquidität sei ein entscheidender Punkt, weswegen die Notenbanken derzeit so aktiv seien. Maredo, Vapiano etc seien aktuell schon pleite. Man stehe am Anfang einer großen Pleitewelle. Und man könne nicht alle Zombieunternehmen retten. In den guten Jahren sei das große Schuldenproblem bei Unternehmen bereits entstanden. Auch im Video gibt es zwei konkrete Handelsempfehlungen der trading-house Börsenakademie. Die Aktie von Alphabet (Google) könne man jetzt zu aktuellen Kursen kaufen. Auch bei den Aktien von Volkswagen könne man aktuell einsteigen.

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Rüdiger Born: Corona-Impressionen aus Japan, und Szenarien für den Dow

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Im folgenden Video möchte ich mal aus eigener Beobachtung vor Ort zeigen, dass jüngst in Japan ganze Regalreihen in Supermärkten komplett leergefegt waren. Aber das ist nur eine Ausnahme. In Vororten sind die Regale gut gefüllt. Einen echten Ausnahmezustand gibt es in Japan nicht. Die japanischen Aktienmärkte waren nicht zu sehr gestört. Direkt am Chart möchte ich Szenarien für den weiteren Verlauf im Dow Jones ansprechen. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“ (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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