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Ölpreis steigt weiter – das ist wohl echter Optimismus?

Öl-Pumpe vor Sonnenuntergang

Der Ölpreis steigt weiter an. Das muss wohl echter Optimismus sein, wo doch weltweit die Delta-Variante des Coronavirus immer weiter um sich greift und die globale konjunkturelle Erholung gefährdet? Wo noch bis zum 20. Juli Aktienmärkte und Ölmärkte von der Angst vor der Delta-Variante runtergezogen wurden, ist dieses Thema an den Märkten derzeit offenbar gar kein Thema mehr.

US-Dollar hilft Ölpreis beim Anstieg

Optimismus ersetzt die Angst? Nun, es steckt schon noch etwas mehr dahinter. Vor allem die negative Korrelation des US-Dollar gegenüber allem, was in US-Dollar gehandelt wird, hilft aktuell. Denn der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) ist seit Mittwoch Abend am Fallen – auch heute geht es weiter bergab. Am Mittwoch hatte man nämlich noch keine Kehrtwende der Fed bezüglich ihrer Aussagen zur Geldpolitik erkennen können. Seitdem fällt der Dollar-Index von 92,50 auf aktuell 91,79 Indexpunkte. Im Chart sehen wir mittig, wie seit der Fed-Verkündung der US-Dollar fällt (orange Linie), und gleichzeitig der Ölpreis ansteigt (blaue Linie).

Chart vergleicht Ölpreis-Kursverlauf mit dem US-Dollar
TradingView Chart zeigt Verlauf im Ölpreis im Vergleich zum US-Dollar.

Öl-Lagerbestände

Und die Öl-Lagerbestände helfen dem Ölpreis derzeit ebenfalls weiter beim Ansteigen. Gestern wurden sie für die USA im Wochenvergleich mit einem Rückgang 4,1 Millionen Barrels veröffentlicht. Im Chart sehen wir die Entwicklung seit Mai – ein Balken steht für die wöchentliche Veränderung in Millionen Barrels. Es ist ein fast durchgängiger und kräftiger Abbau der Lagerbestände, weil dank Erholung von der Coronakrise und Förder-Disziplin der OPEC die Nachfrage das Angebot an Öl überschreitet. Daher muss das produzierte Öl nicht in Lagertanks fließen, sondern wird direkt an die Tankstellen ausgeliefert, weil dort viel nachgefragt wird. In den USA sind die Lagerbestände für Rohöl mittlerweile auf den tiefsten Stand seit Januar 2020 gesunken. Damit haben sie den starken Aufbau aus der Frühphase der Corona-Pandemie wieder rückgängig gemacht.

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Aktuell scheint dem weiteren Anstieg im Ölpreis kaum etwas im Wege zu stehen. Ein Ziel für Trader könnte das letzte Hoch bei knapp 77 Dollar im WTI-Öl vom 6. Juli sein. Läuft der Markt darüber, wäre nach oben charttechnisch erstmal ordentlich Platz vorhanden. Seit gut einer Woche jedenfalls erkennt man bei Öl einen zwar langsamen, aber kontinuierlichen Preisanstieg.


source: tradingeconomics.com



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