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Märkte

Ölpreis fällt deutlich – der doppelte Trump-Short

Claudio Kummerfeld

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Der Ölpreis fällt immer weiter, und die Lücke zum großen Preisanstieg vor zehn Tagen wird immer kleiner. Begeben wir uns auf Spurensuche. Gestern kurz vor 16 Uhr deutsche Zeit notierte der Ölpreis (WTI) noch bei 58 Dollar. Dann begann Donald Trump seine Rede vor der UN, von der wir auch gestern Nachmittag schon berichteten. Gestern war nur noch nicht klar, wie sehr sich seine Rede sich am Terminmarkt für Öl auswirken würde.

Öl-Pumpe - Ölpreis fällt
Öl-Pumpe. Foto: pixabay / jwigley

Ölpreis fällt durch Trump-Rede

Die Rede von Donald Trump bei den Vereinten Nationen bot für Trader doppelt Anlass zum Shorten, also zum Wetten auf einen fallenden Ölpreis. Denn einerseits sprach er in sehr entspannenden Worten über den Konflikt mit dem Iran. Keine Spur mehr von Kriegsdrohung, nachdem er vor Kurzem seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton (ein Ultra-Hardliner) entlassen hatte. Jetzt wo der Wahlkampf in den USA so langsam beginnt, kann Donald Trump keinen steigenden Ölpreis (hohe Benzinpreise zuhause) und auch keinen Krieg in Übersee gebrauchen. Denn unter anderem war sein Versprechen, nicht mehr weit entfernt sinnlose Krise auf Kosten der Steuerzahler zu führen. Also: Die Iran-Lage entspannt sich (zumindest aktuell), was den Ölpreis fallen lässt.

Und zweitens verschärft Donald Trump die Sprache gegen China im Handelskrieg. Ein monatelanges Hin und Her. Und im Augenblick pendelt seine Sprache halt wieder ins Negative. Zölle, keine Einigung, weniger Handelsaktivität… dieses Szenario würde weniger Öl-Nachfrage bedeuten, was somit ebenfalls dämpfend auf den Ölpreis wirkt. Und so ist WTI-Öl von gestern 16 Uhr bis jetzt um 1,85 Dollar auf aktuell 56,15 Dollar gefallen. Im folgenden Chart, der bis zum 12. September zurückreicht, kann man gut sehen, dass die Lücke bis 55 Dollar fast geschlossen wurde, und dass nur noch etwas mehr als 1 Dollar fehlt. Die Lücke entstand durch die Angriffe auf saudische Öl-Anlagen vor zehn Tagen.

API-Daten helfen den Shorties

Gestern Abend um 22:30 Uhr deutscher Zeit halfen die privat ermittelten API-Daten für die Rohöl-Lagerbestände in den USA den Shorties. Der Ölpreis fiel gut 35 Cents, nachdem die Bestände 1,4 Millionen Barrels höher vermeldet wurden als letzte Woche. Vollere Lager bedeuten mehr Angebot oder weniger Nachfrage. Auch das ist bärisch für den Ölpreis. Um 16:30 Uhr deutscher Zeit werden heute die staatlichen Lagerdaten in den USA veröffentlicht. Bevor man sich jetzt blind in den Short-Trade stürzt, solle man nicht vergessen, dass immer noch jederzeit neue Angriffe auf Öl-Anlagen in Saudi-Arabien, den VAE etc geschehen können. Im Moment scheint der Markt im Short-Modus zu sein, mit jederzeitigem Potenzial für einen Dreh nach oben. Wie so oft auch hier unser Hinweis zum Schluss. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bilden Sie sich bitte ihre eigene Meinung.

Ölpreis WTI seit dem 12. September

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Gold/Silber

Silber: Korrektur geht weiter – das sind noch keine Kaufkurse

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Für Silber hatte ich vor acht Wochen den maximalen Anstieg bis ca. 21 USD (1.00 Retracement) in Aussicht gestellt. Über diesen Zielbereich ist das Edelmetall mit einem Hoch von ca. 30 USD deutlich hinausgeschossen. Dieser Aspekt ist der Auslöser für die relativ deutliche Umstellung der Wellenzählung, wie die Charts es zeigen. Mit dieser Performance erfüllt Silber meine Langzeitprognose, lediglich der Zeitfenster hierfür ist noch nicht passend. Seit einigen Wochen bildet sich eine schwache Korrektur aus, deren Verlauf bislang unkritisch ist.

Ausblick für Silber:

Die seit August laufende Korrektur bildet Welle (iv) der fünfteiligen Impulswelle (i-ii-iii-iv-v) aus. Wie für eine „4“ eher üblich als selten, bedient sich Welle (iv) eines Triangles (a-b-c-d-e) zur Ausbildung der internen Struktur. Solange Silber zwischen den beiden 0.24 und 1.38 Retracements (25.24/30.21 USD) pendelt, besteht keine größere Gefahr – allerdings auch keine Chance auf eine Auflösung der apathischen Phase. Im Chart ist daher den Verlauf von Welle (iv) bis tief in den Herbst hinein dargestellt.

Silber dürfte seine Korrektur noch fortsetzen

Nach Abschluss von Welle (iv) wird die sich anschließende (v; nicht dargestellt) Silber noch einmal steigen lassen. Da es sich bei Welle (v) um die abschließende Phase der Impulswelle handelt, ist deren Potenzial relativ eng begrenzt. Dazu werde ich in einer späteren, in der nächsten Ausgabe, näher eingehen. An den kommenden Tagen sollten leicht nachgebenden Notierungen ausgegangen werden. Dabei kann ein Bewegungstief unterhalb des 0.24 Retracements (25.24 USD) möglich werden. Lediglich ein Schlusskurs unterhalb sollte vermieden werden.

Fazit:

Die Korrektur wird sich noch einige Wochen behaupten, sodass ein Engagement zum momentanen Zeitpunkt bei Silber nicht zu empfehlen ist. Das bisherige Kaufsignal hat Freude bereitet und bleibt auch weiterhin bestehen..

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Märkte

Aktuell: Goldpreis fällt unter 1.900 Dollar – Experte erklärt Gesamtlage

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis fällt aktuell kräftig in den Keller. Aktuell rauscht der Markt sogar unter die Marke von 1.900 Dollar mit aktuell 1.897 Dollar. Noch heute früh sahen wir Niveaus um die 1.950 Dollar. Es ist aktuell ganz eindeutig eine Hausse im US-Dollar, die den Goldpreis zum Absturz bringt. Die Börsianer „fliehen“ vor Risiko in den Dollar (Risk Off Trade) Im folgenden Chart, der bis Freitag zurückreicht, zeigen wir das fallende Gold gegen den steigenden US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen). Man sieht den zeitgleichen Dollar-Anstieg zum fallenden Goldpreis.

Goldpreis fällt aktuell – Experte erklärt das Gesamtbild

Obwohl der Goldpreis aktuell fällt, erklärt der Gold-Experte Michael Blumenroth von der Deutschen Bank im folgenden aktuellen Video die Gesamtlage im Edelmetall. Die niedrigen Zinsen und der (im größeren Bild gesehen) schwache US-Dollar würden Gold nach oben helfen. Auf Sicht von 1-2 Jahren sei 10-15 Prozent Aufwärtspotenzial im Goldpreis vorhanden, so seine Meinung. Gut, etwas schlecht versteckt wird auch für die Goldanlage in ETF geworben, weil der Handel im physischen Gold zu großes Spreads habe, so seine Aussage. Gut, aber gibt es neben ETFs nicht auf CFDs oder Futures auf Gold, so möchten wir fragen?

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Indizes

Dax: Neutrale Stimmung lässt Fortsetzung der Rallye vermuten – nur wann?

Stephan Heibel

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So viel passiert und so wenig zu sehen: Nach einer ereignisreichen Woche notiert der DAX nahezu unverändert auf dem Niveau von vor einer Woche. Dabei haben wir diverse Übernahmen, Börsengänge und Tech-Ausverkäufe gesehen, sowie eine Notenbankentscheidung und Betrugsvorwürfe verarbeitet. Wenn ich mir das vor Augen führe, dann hat sich der Aktienmarkt doch erstaunlich robust gezeigt.

Auch unsere Sentiment-Analyse zeigt erstaunlich wenig Bewegung: Die Stimmung bleibt auf einem neutralen Niveau bei -0,1. Die Verunsicherung unter den Anlegern bleibt moderat bei -1,4. Sogar die Zukunftserwartung bleibt mit einem Wert von +1,2 auf dem gleichen Stand wie vor einer Woche. Das ist mäßiger Optimismus, eine dünne Mehrheit für die Optimisten vor den Pessimisten, wobei die neutral gestimmten Anleger die größte Gruppe bilden.

Einzig bei der Investitionsbereitschaft gibt es ein wenig Bewegung: Nach 2,0 in der Vorwoche ist der Indikator nun auf 1,1 gesunken. 2% der Umfrageteilnehmer, die vor einer Woche noch Kaufen wollten, sind nun ins Lager derer übergesiedelt, die Verkaufen möchten. Kaufabsicht ist eine wichtige Voraussetzung für steigende Kurse, doch nur eine von vielen. Es kann auch sein, dass bereits ein nachlassender Verkaufsdruck für steigende Kurse sorgt.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert ebenfalls unverändert bei neutralen -2. Profis, die sich über die Eurex absichern, verhalten sich ebenfalls neutral. Das Put/Call-Verhältnis von 1,3 liegt nur leicht unter dem Durchschnitt von 1,4.

In den USA sieht es da anders aus. Das Put/Call-Verhältnis der CBOE notiert weiterhin bei 0,45 Punkten und damit in einem Bereich, der so bullisch ist wie in den vergangenen fünf Jahren nicht. Das Vertrauen in Präsident Trump, bis zu den Wahlen eine gute Börsenstimmung zu schaffen (wichtiger Faktor für Wiederwahl!), ist sehr groß.

Ganz anders sehen dies Fondsmanager, deren Investitionsquote vor einer Woche um 40% auf 53% eingebrochen war. Diese Woche folgte nur eine leichte Gegenbewegung auf 59%. Jetzt wird ein Schuh draus: Fondsmanager haben schon vor einer Woche Cash generiert, um für die anstehenden Börsengänge von Snowflake, Amwell und bald folgend vielleicht auch Palentir und AirBnB gerüstet zu sein. Ohh, und nicht zu vergessen, vielleicht besteht Trump auf einen Börsengang der US-Sparte von TikTok?

Unter US-Privatanlegern dominieren die Pessimisten, das Bulle/Bär-Verhältnis steht bei -8,4%.

Die technisches Verfassung der US-Märkte ist neutral, wenn wir dem Angst & Gier Indikator des S&P 500 glauben (53%).

Dax Sentiment – die Interpretation

Es hat den Anschein, Anleger sind erst einmal überfordert, die vielen Ereignisse der abgelaufenen Woche einzuordnen, denn die Stimmung hat sich seit der vergangenen Woche kaum verändert. Es bleibt bei der Aussage der vergangenen Wochen: Rotation! Es gibt einige Aktien, die sind bereits zu hoch gelaufen. Gleichzeitig gibt es aber noch viele Aktien, die besser aus der Coronakrise kommen, als viele das erwartet haben.

Aus Sicht der Sentiment-Theorie kann ich keine künftige Richtung ableiten. Grundsätzlich würde ich die Stimmungslage dahingehend interpretieren, dass noch reichlich Luft nach oben für diese Rallye besteht. Der Optimismus ist überaus moderat und in der Regel enden Rallyes mit überschäumender Feierlaune bei großem Optimismus. Davon sind wir weit entfernt.

Doch ich kann der aktuellen Stimmungslage nicht entnehmen, ob wir vor der Wiederaufnahme der Rallye beim Dax noch einen Rücksetzer verkraften müssen, oder nicht. Ich weiß also nicht, ob Sie jetzt schon investiert sein sollten, oder noch eine bessere Gelegenheit dafür bekommen. Daher bleibe ich auch hier bei meiner Standard-Empfehlung: Schrittweise vorgehen :-). Jetzt gibt es bei einzelnen Werten schon Kaufkurse. Wir haben in den vergangenen Wochen bereits neue Positionen aufgebaut. Aber Sie sollten noch Pulver trocken halten, falls es noch einen Rücksetzer gibt.

Die Stimmung zum Dax ist neutral

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