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Ölpreis: der nächste Angebotsschock kommt!

Von Markus Fugmann

Das derzeitige Überangebot am Ölmarkt (derzeit global 1,44 Millionen Barrel über der Nachfrage) drückt nicht nur den Ölpreis, sondern führt auch zu einem weiteren Aufbau von Lagerungen des schwarzen Golds. So steigen die Lagerbestände kontinuierlich auf neue Hochs, wie Daten vom American Petroleum Institute (API) und vorgestern veröffentlichten Lagerbestände aus Cushing (Oklahoma) zeigen. Dabei sind aber viele Lager gar nicht erfasst: zwischen 50 und 100 Millionen Barrel dürften Ende des zweiten Quartals in sogenannten „floating storages“ gelagert sein, so die Schätzung von Francisco Blanch, head of commodity research bei der Bank of America-Merrill Lynch.

„Floating storages“ sind vor allem Öltanker: da die produzierte Öl-Menge nicht abgesetzt werden kann, wird sie vielfach in den Öltankern zwischengelagert. Ein Öltanker kann 1-2 Millionen Barrel lagern – und nichts davon erscheint in den offiziellen Statistiken. Das Problem: die Gebühren für die Nutzung von Tankern haben sich aufgrund der hohen Nachfrage der Produzenten nach Zwischenlagerung in den letzten 18 Monaten verdoppelt. Damit sind die Produzenten nicht nur aufgrund fallender Ölpreise unter Druck, sondern auch weil die Kosten für die Lagerung steigen. Hinzu kommt: ist das Öl in Tankern gelagert, steigen in der Regel auch die Kosten, das Öl zu den Käufern zu transportieren.

Und die Notwendigkeit zur Lagerhaltung dürfte in näherer Zukunft aus zwei Gründen noch weiter steigen: so erhöht sich derzeit der contango, also die Differenz zwischen dem aktuellen, niedrigeren Spot-Preis und dem (höheren) Future-Preis. Daher dürften Produzenten versucht sein, das Öl zurück zu halten, in der Hoffnung, später zu höhreren Preisen verkaufen zu können.

Der zweite Grund ist der seit vier Wochen anhaltende Streik in einigen US-Raffinierien. Sollte hier nicht bald eine Lösung gefunden werden (derzeit finden nicht einmal Gespräche zwischen den Gewerkschaften und den Eigner der Raffinerien statt), sinkt die Nachfrage der Raffinerien nach zu verabeitendem Öl, was den Druck auf den Ölpreis und den Zwang zur Lagerhaltung weiter erhöhen würde. Francisco Blanch von Bank of America-Merrill Lynch schätzt daher, dass der Preis für WTI und Brent in den nächsten Wochen auf 30 Dollar zurück gehen dürfte.



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1 Kommentar

  1. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlussfolgerungen:
    .
    Der IWF hält alle 5 Jahre eine Konferenz zu den SDR. Ein US-Dollar ist heute 0,64 SDR wert. Nach Einbindung des Yuan (RMB) in den SDR-Korb wird der Dollar in den Pennybereich abstürzen.
    http://www.alt-market.com/articles/2126-false-eastwest-paradigm-hides-the-rise-of-global-currency
    .
    12 Aug 2014 – The SDR will next be reviewed in 2015, and RMB inclusion is sure to be high on the agenda.
    http://www.centralbanking.com/category/central-banks/financial-market-infrastructure

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